sorceress2001
 
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PERSÖNLICHE DATEN
Homepage: http://www.sorceress2001.de/
Webtipp 1: http://kurzgeschichten-planet.de/
Webtipp 2: http://drabbles.de/
Webtipp 3: http://sorceress2001.jubiiblog.de/
MEINE PERSÖNLICHE NACHRICHT
Du hast noch niemals etwas von einem Drabble gehört oder gar selbst Eines geschrieben? Macht nix, es geht ganz einfach und macht Spass. Versprochen!

"Was ist ein Drabble"
Drabbles sind kleine Geschichten, die exakt aus 100 Worten bestehen (Dabei wird der Titel nicht mitgezählt!).

Für viele "Schreiberlinge" sind Drabbles eine gute Übung um genau auf den Punkt fixiert zu schreiben. Drabbles nehmen am Ende meißt eine unverhoffte/pointierte Wendung. Hinter vorgehaltener Hand wird geflüstert, sie können sogar süchtig machen. Mancher "Schreiberling", der ab und an unter unfreiwilligen Schreibblockaden leidet, findet u. U. Erholung und Inspiration beim Schreiben dieser Ultra-Kurz-Geschichten.

In Deutschland sind sie (meines Wissens) noch relativ unbekannt, erfreuen sich aber immer mehr einer zahlreicher werdenden Anhängerschar. Ursprünglich gelangten die Drabbles aus England zu uns und wurden/werden dort als "Fanfiktion" betrieben.

Wenn der Mittelstand pleite ist (Drabble)

"Einmal enthaaren!" knurrte der ungewaschene Typ die Kosmetikerin an. Diese fiel fast in Ohnmacht vor Schreck. "Mach schon, ich habe keine Zeit!" brummte er durch seine ungepflegten Zahnreihen. Gehorsam rührte sie das Heißwachs an und begann mit ihrer Arbeit. "Nur den linken Unterarm, dass reicht." Ein unangenehmer Zeitgenosse. Sie gehorchte ohne Fragen zu stellen. "Ratsch." der Papierstreifen hinterließ kein einziges Haar. Die weiße Haut seines Unterarmes kam zum Vorschein. "Zu dumm, dass der Bäcker und der Müller von nebenan pleite sind, aber was tut man nicht alles für eine Mahlzeit.", dachte Isegrim auf dem Weg zum Haus von Familie Geiß.

Nur 24 Stunden (Drabble)

Verschlafen blinzelte sie der Sonne entgegen. Vorsichtig ihre Beine reckend, welche rheumatisch knirschten. Erschrocken schüttelte sie den dazugehörigen Fuß, räkelte sich genüsslich und war erstaunt, um sie herum herrschte bereits ein geschäftiges Treiben. „Wozu diese Hektik?“ dachte sie. Gemächlich begann sie mit ihrer Morgentoilette, dabei verspürte sie einen seltsamen Schmerz in der Herzgegend. Die Nachmittagszeit war bereits angebrochen. Sie musste sich nun tatsächlich sputen, wollte sie noch etwas erleben an diesem Tag. Das Alter steckte ihr wahrhaftig in den Knochen. Gerade als sie bereit war Abenteuer zu bestehen und den Tag zu genießen, hauchte sie ihr Leben aus. Die Eintagsfliege.

Sparmaßnahmen (Drabble)

Nervös nagte die Zeitarbeitsagentin an ihrer Unterlippe. Die Vertreterin der Elfengewerkschaft schüttelte missmutig ihre Locken. "Was denkt sich der alte Claus eigentlich?" Seit die Märchenwaldregierung beschlossen hatte Feiertags.- und Nachtzuschläge voll zu besteuern, stellte sich der alte Zausel quer und drohte mit Streik. "Wir müssen einen Notfallplan erstellen!" rief hektisch die Zeitarbeitsagentin. Schon hatte sie den Telefonhörer am Ohr. "Herr Lampe, Sie müssen dringend einspringen!" Der Fellträger am Leitungsende stutzte. "Kein Problem", rief er "mein Urlaub war ja lang genug." Er biss herzhaft in eine knackige Möhre. Die Menschen wunderten sich am Weihnachtsabend sehr, über bunte Osternester unter dem Tannenbaum.

Vision (Drabble)

Heiß war es, gespenstisch öde. Kein Vogelgezwitscher, kein murmeln von fließenden Bächen, kein menschliches Lachen, Totenstille. Wolken begannen den Himmel zu verdunkeln, tauchten die Welt in graue Tristesse.
Auf ihrer rissigen Haut, blutige Krusten, die vergehende Wunden verdeckten. Alte Narben überzogen ihren geschundenen Körper fast lückenlos. Ihr brechender Blick richtete sich auf einen verdorrten Grashalm. Eine allerletzte Seelenperle rann salzig über ihr zerschlagenes Gesicht. Leises Röcheln und Stöhnen quälte sich über geschwollene Lippen. Erbärmlich, sie so anzusehen. Doch es war niemand mehr da, um zu Sehen. Einsam und verlassen hauchte sie ihr Leben aus. Sie starb als Letzte – die Hoffnung.

Jener Tag im Oktober (Drabble)

"Red’ du nur, zahnlose Hexe", dachte ich amüsiert, durch ihr Geschwätz. Was faselte sie da, diese Kaffeesatz lesende Alte? Meine Geschäfte gingen derzeit blendend, mein Büro lag in der Innenstadt New Yorks, beste Gegend, was wollte ich mehr!?
"Du hast keine Ahnung", hätte ich ihr am liebsten entgegnet, drückte ihr einen Vierteldollar in die geöffnete Handfläche und hoffte darauf, dass sie endlich verschwand. Eilig bog ich um den Häuserblock. Eine aufgebrachte Menschenmenge umringte einen leblosen Körper. Vor unserem Bürogebäude sah ich Steve, meinen Partner, gekrümmt auf der Strasse liegend. Er hatte sich aus dem Fenster gestürzt.
Freitag, 25. Oktober 1929

*Besucher* - Herzlichst willkommen - Aller Anfang ist schön - !

*75* -> pingo (zum Zweiten! )Trotz Crash bleibst du erhalten, doch aller guten Dinge sind Drei!