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Nach abgefangenem Passagierjet mit Waffen: Wladimir Putin bläst Türkei-Besuch ab

Die Türkei hatte gestern eine syrische Passagiermaschine aus Moskau abgefangen, die auf dem Weg nach Syrien war und angeblich 300 Kilogramm Waffen geladen hatte (ShortNews berichtete).

Der Zwischenfall belastet die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei massiv: Der russische Präsident Wladimir Putin sagte nun sogar einen geplanten Türkei-Besuch ab.

Beobachter sind besorgt, dass die Lage nun weiter eskalieren könnte, denn die Russen sind empört über die Zwangslandung ihrer Maschine und fordern eine Erklärung.


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WebReporter: tante_mathilda
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Türkei, Russland, Besuch, Wladimir Putin
Quelle: www.spiegel.de

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11.10.2012 12:58 Uhr von craschboy
 
+16 | -15
 
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Es war keine russische Maschine, sondern eine Syrische.
Der Putin ist nun sauer, wenn er keine Waffen mehr nach Syrien verhökern kann.
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11.10.2012 12:59 Uhr von modano09
 
+24 | -2
 
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waffen ist ein wenig übertrieben: es sollen angeblich bauteile für störsender und einige bauteile die für raketen verwendet werden können an bord gewesen sein.
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11.10.2012 13:01 Uhr von modano09
 
+17 | -1
 
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das nächste mal: schicken sie ein an- 124 mit russischen hoheitszeichen und die fliegt nicht über die türkei und niemand wird es wagen diese maschine zur landung zwingen.
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11.10.2012 13:02 Uhr von MorgenStuhl
 
+15 | -3
 
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Mainpulativ und falsch: Die News ist Manipulativ und falsch wiedergegeben, nicht mal in der Quelle steht russische Passagiermaschine.

Habe heute selbst im Fernsehen gesehen das es eine Syrische Maschine war.
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11.10.2012 13:44 Uhr von HetzersindKetzer
 
+5 | -9
 
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@modano09: Psst, für den Westen sind sogar Nahrungsmittel nach Syrien Waffen. Denn mit Brot kann man einen Menschen töten.
Wenn z.B. ´´Aktivisten´´ gefangen genommen wurden und von syrischen Soldaten Brot bekommen, dann kann ein Soldat ihnen Brot in den Mund stopfen und die Aktivisten würden ersticken.
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11.10.2012 13:51 Uhr von Faceried
 
+8 | -7
 
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@trara12 Ich sag nur: Türkischer Luftraum!
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11.10.2012 14:30 Uhr von ElChefo
 
+8 | -5
 
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trara: Es ist natürlich kein Vergehen, schon gar nicht gegen die zivile Luftfahrt.

Nach Artikel 3b/c des Chicagoer Abkommens (aka ICAO-Charta) hatte die Türkei jedwedes Recht, die Landung des Flugzeuges zu veranlassen und der Pilot die Verpflichtung, dieser Anweisung nachzukommen.

Die Frage, die sich stellt, ist natürlich die, wie es mit der Öffnung und damit der Verletzung der Immunität von CD-Gepäckstücken aussieht.
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11.10.2012 15:15 Uhr von omar
 
+9 | -11
 
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@ trara123456789: Na, wieder Lust auf Türkei-Bashing?
Wie kommst du auf deine Aussagen?

1. Ist die Türkei überhaupt nicht scharf auf einen Krieg.
Zumal sie es lieber gehabt hätten, wenn Assad nicht die Kontrolle in Syrien verloren hätte. Nun erreicht die kurdische Fraktion im Land faktisch eine Teilautonomie und ist den türkischen Militärs erneut ein Dorn im Auge.

2. Würden die türkischen Streitkräfte sicher Verluste erleiden. Allerdings ist von "auf die Mütze bekommen" zu sprechen wohl etwas übertrieben.
Die syrischen Streitkräfte sind derzeit mit sich selbst beschäftigt. Ein großer Teil ist desertiert und würde sicher mit den Türken kooperieren.
Zudem ist die Türkei Syrien militärisch deutlich überlegen.
Sei es vom Personal her, oder den moderneren Waffensystem oder einfach nur vom rund 25mal höheren Etat...

3. "soll die Nato für sie kämpfen."
Die Republik Türkei ist seit 1952 Mitglied der NATO und unterhält innerhalb der NATO die zweitgrößte Anzahl an aktiven Soldaten nach den USA (übrigens nicht vor der BRD, die kamen erst 1955).
Zudem kann man bei einem Bündnisfall Hilfe verlangen, denn die Türkei selbst leistete diese in der Vergangenheit und Gegenwart auch:
http://de.wikipedia.org/...

Dein Türkei-Bashing ist unangebracht.

[ nachträglich editiert von omar ]
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11.10.2012 15:48 Uhr von thugballer
 
+2 | -3
 
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omar: wieso NICHT vor der brd? wenn 1952 vor 1955 war und sie mehr soldaten haben
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11.10.2012 15:55 Uhr von certicek
 
+5 | -4
 
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Falsche Notlandungspapiere? Genau deshalb sollten wohl die Besatzungsmitglieder zur Unterschrift von Fake-Notlandungspapieren gezwungen werden.

Gegen 4 Menschen wurde Gewalt angewendet, durch offzielle türkische Behördenvertreter, damit der Pilot bestätigt, daß er sich eigenständig zur Notlandung entschieden hätte und daß das Militär keine Rolle für seine Entscheidung spielte.

Das wäre die Gegenposition zum "Übereinkommen
über die internationale Zivilluftfahrt"
Es ist überhaupt nicht klar, ob ein Verstoß gegen diesen Vertrag vorliegt.

Für alle zum Lesen:
http://www.hurriyetdailynews.com/...

und

http://www.admin.ch/...

PS.: Daß sich die Russen jetzt mächtig aufregen, liegt vielleicht auch daran, daß russische Staatsbürger an Bord waren. Wer hätte das gedacht?
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11.10.2012 16:07 Uhr von HetzersindKetzer
 
+9 | -3
 
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@omar: Zu Nr.1: Wie kommst du drauf, dass z.B. Erdogan nicht scharf ist auf einen Krieg ? Man kann ja nicht in seinen Kopf schauen, aber man sieht doch deutlich was er für eine Politik im Ausland betreibt und sich auf die Seite der NATO und den Saudis stellt.
Die Wirtschaftskraft in der Türkei geht ja auch langsam runter und so eine Situation kann das Säbelrasseln verstärken, um die Bevölkerung abzulenken. In der Vergangenheit entstand ja oft aus Säbelrasseln ein Krieg.

Zu Nr. 2 & 3: Ein großer Teil ist nicht desertiert. Das stimmt nicht. Das syrische Militär ist immer noch ziemlich stark. Nur war und ist das syrische Militär nicht für Guerilla-Taktiken vorbereitet. Wie es halt die Rebellen machen.
Naja, und moderne Waffensysteme und Etat sind in einem Krieg ja nicht alles. Die Türkei ist zwar überlegen, aber das liegt nur an den Hilfen der NATO. Die Türkei hat keine eigene Rüstungsindustrie. Iran, der engste Verbündete Syriens hat eine eigene Rüstungsindustrie, die mit Syrien geteilt wird. Zusätzlich noch die engen Beziehung zu Russland und China.

Die Türkei hätte in einem ´´normalen´´ Krieg zwar Chancen Assad wegzubomben, aber wenn der Iran mitmachen würde, dann wäre die Türkei hoffnungslos unterlegen. Geschweige denn von Russland und China. Und natürlich noch die Kurden in dem Gebiet. Vor allem die Kurden, die im Irak eine autonome Region haben.

Das soll kein Türkei-Bashing sein. Aber der Erdogan unterschätzt anscheinend die Lage und die Auswirkungen, wenn es zu einem offenen Krieg kommen würde. Oder Erdogan weiß alles ganz genau und ist die passende freiwillige Marionette für den Westen, um einen Krieg zu provozieren.
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11.10.2012 16:09 Uhr von ElChefo
 
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certicek: "Das wäre die Gegenposition zum "Übereinkommen
über die internationale Zivilluftfahrt" "

Eigentlich gar nicht. Es ist schlicht und einfach "Erpressung", "Nötigung" und "Körperverletzung". Hat jetzt aber nichts mit der ICAO-Charta zu tun.

"Es ist überhaupt nicht klar, ob ein Verstoß gegen diesen Vertrag vorliegt."

Es benötigt gar keinen Verstoß.

Artikel 3b besagt, das die Türkei das Recht hat, bei gewissen Verstössen (...oder dem Verdacht darauf, ein Verstoß wird es ja erst, wenn er nachgewiesen wird...) eine Landung zu erzwingen, um Kontrollen durchzuführen.

Artikel 3c besagt, das JEDER Teilnehmer im Luftraum JEDE Anweisung zu befolgen hat, die zu Maßnahmen nach Artikel 3b gehören.

...und schliesslich der Totschläger: Beides ist absolut legitim, weil Artikel 1 die Souveränität des Luftraumes garantiert.

Insgesamt, naja, was soll man sagen. Frage mich, wozu da irgendjemand irgendein Dokument unterschreiben müsste. Das muss man ja nicht mal bei einer echten Notlandung. Da schreibt lediglich die Flight Crew einen Case Report für Wartung und Behörden.
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11.10.2012 16:39 Uhr von certicek
 
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@ ElChefo: Wir brauchen nicht zu spekulieren. Ich vermute, Du warst genauso wenig im Flugzeug oder bei den türkischen Behörden wie ich.

Die erste Frage ist, war der Flug rein zivil oder nicht?
Die zweite Frage ist, ob der Flug eine normale Flugfreigabe hatte?
Die dritte Frage, ist der Pilot widerrechtlich in den türkischen Luftraum eingedrungen?
Die vierte Frage, warum läßt man ein Luftfahrzeug, welches "angeblich" gegen Bestimmungen verstößt und gefährliche Fracht transportiert, in den Luftraum einfliegen?
Die fünfte Frage, welche ausreichenden Gründe hatten die türkischen Behörden, das Flugzeug zur Landung aufzufordern?
Die sechste Frage, was hatten die an Bord?

Die Russen haben jetzt eine Erklärung gefordert und man wird sehen, was dabei rauskommt. Bis dahin sollten alle die Füße still halten und nicht irgendwelche Erklärungen an den Haaren herbeiziehen.
Danach werden wir sehen, was mit wem was zu tun hat.
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11.10.2012 18:10 Uhr von ElChefo
 
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certicek: Dann versuchen wir doch mal auf deine Fragen nicht-spekulative Antworten zu finden. Entschuldige, wenn es nicht konkreter wird, wie du schon sagtest, dabei waren wir nicht.

"Die erste Frage ist, war der Flug rein zivil oder nicht?"

´Eigentlich´ unwesentlich für diese Betrachtung. Aber: "nein". Der Flieger gehört zur Syrian Arab Airlines, zwar ein staatliches Unternehmen, aber die Flieger gehören nicht in die Kategorie "Staatsflugzeuge" (klingt doof, aber auch ein Eurofighter ist ein Staatsflugzeug). Wäre dem anders, wäre das Abkommen auf kein Flugzeug einer staatlichen Fluglinie anwendbar.

"Die zweite Frage ist, ob der Flug eine normale Flugfreigabe hatte?"

Hätte er es nicht, wäre er schon viel früher abgedrängt oder nach Abfangen zur Landung gezwungen worden. In der Regel bedarf es aber für regelmässigen ("Linien-")Flugverkehr nur der Anmeldung bei Betreten des Raumes, jedoch keiner Genehmigung. Letztere benötigt man nur zum Landen oder Starten. Die Genehmigung, die dem am nächsten kommt, ist die Betreibergenehmigung, die allerdings eine Fluglinie für seinen gesamten Linienverkehr pauschal erhält oder eben nicht (Artikel 6). Diese besitzt die Fluglinie allerdings, sonst hätte kein regelmässiger Flugverkehr Syrien - Russland via Türkei stattfinden können.

"Die dritte Frage, ist der Pilot widerrechtlich in den türkischen Luftraum eingedrungen?"

Dann wäre der Flug generell früher aufgefallen. Es bleibt der Verweis auf den Linienbetrieb von Syrian Arab Airlines.

"Die vierte Frage, warum läßt man ein Luftfahrzeug, welches "angeblich" gegen Bestimmungen verstößt und gefährliche Fracht transportiert, in den Luftraum einfliegen?"

Für die Betrachtung irrelevant. Wenn während eines Durchfluges ein Verdachtsmoment erwächst, ist das vollkommen ausreichend. Genau darauf ist auch der Artikel 3b geeicht. "Angeblich" ist auch nur ein anderes, wenn auch 2andersfarbiges" Wort für "mutmaßlich" - bedeutet nicht mehr, als "wird verdächtigt des...".

Genauso findet sich auch in FCL die Anweisung, das ein Flug abzubrechen ist, wenn Mängel bekannt werden, die kritisch für die Flugsicherheit sind. Da stellt sich auch nicht die Frage, warum man mit solchen Mängeln erst abgehoben ist.

"Die fünfte Frage, welche ausreichenden Gründe hatten die türkischen Behörden, das Flugzeug zur Landung aufzufordern?"

Das ist doch nun ausreichend geklärt: Verdacht auf Transport von Waren, die offenbar den Grundlagen des Chicagoer Abkommens entgegenstehen und/oder bestehende Sanktionen unterlaufen (was widerum auch dem Chicagoer Abkommen entgegenlaufen würde).

"Die sechste Frage, was hatten die an Bord?"

Das wird sich zeigen, ist aber vollkommen egal, wenn befunden wurde, das der Verdachtsmoment Maßnahmen nach Artikel 3b rechtfertigt. Wenn die Kontrollen nichts ergeben, haben die Ermittler auch nichts in der Hand. Es bleibt aber immernoch eine legitime Maßnahme.

Ich habe das Ganze von Anfang lediglich von seiner rechtlichen Seite aus betrachtet. Mehr nicht. Genauso, wie ich die Zwangslandung für durchaus legitim halte, habe ich aber auch schon geschrieben, das ich es für durchaus fraglich halte, CD-Gepäckstücke zu öffnen. DAS widerum geht nicht so einfach, auch nicht unter Vorwänden aus der ICAO-Charta.
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11.10.2012 18:41 Uhr von fakusaman
 
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Putin bläst Türkei-Besuch ab: Ich würde den Gashahn zu drehen von Iran kommt auch nichts also friern sie etwas die superschlauen türken...wo doch der winter kommt soll der Amerikaner sie doch heizen....


wer sich benutzen lässt (von der USA) ist selber schuld.....

keine gnade den türken.... Danke für die negativen klicks.....bin erfreut dafür also nicht böse.... ha ha ha ha lach mich kaputtttttt man....
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11.10.2012 20:20 Uhr von certicek
 
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@ ElChefo: Ich kann lesen und mit dem "Übereinkommen über die internationale Zivilluftfahrt" bin ich vertraut. Stell Dir vor, ich weiß, was Privat- und Staatsluftfahrzeuge sind und kann auch Flugfreigaben und Start- bzw. Landeerlaubnis auseinanderhalten.
Damit bleibt nach Deinen Ausführungen übrig: "eigentlich, wäre, wenn und irrelevant". - Spekulationen. -

Kennst Du den Inhalt des Funkverkehrs, hast Du Daten über die Kontaktaufnahme zum Piloten? Oder wurde das Flugzeug einfach nur bedrängt und in gefährliche Situation gebracht?
Du weißt ganz genau, daß es für jede Maßnahme Verfahrensprotokolle gibt, die eingehalten werden müssen.
Soetwas solltest Du in Deine rechtliche Betrachtung einschließen.

Die Festsetzung der Passagiere ohne konsularischen Beistand und Gewaltanwendung gegen die Crew stehen dabei tatsächlich auf einem anderem Blatt.

[ nachträglich editiert von certicek ]
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11.10.2012 20:35 Uhr von ElChefo
 
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certicek: "Ich kann lesen und mit dem "Übereinkommen über die internationale Zivilluftfahrt" bin ich vertraut. Stell Dir vor, ich weiß, was Privat- und Staatsluftfahrzeuge sind und kann auch Flugfreigaben und Start- bzw. Landeerlaubnis auseinanderhalten."

Du brauchst das gar nicht persönlich nehmen. Ich weiss halt nur, das ich den Umgang mit luftfahrttechnischen Gesetzen aller Colouer gelernt habe. Das kann ich wohl nicht bei dir vorraussetzen, oder? Kann man ja nicht riechen. Es ging lediglich um deine Frage, ob es ein ziviles Flugzeug war oder nicht. Wäre es keines gewesen, wäre die Charta nicht anwendbar - und ich hätte sie nie ins Spiel gebracht. Da es ein Flieger von Syrian Arab Airlines war, war die Frage eigentlich auch abgehandelt bevor du sie gestellt hast.

"Damit bleibt nach Deinen Ausführungen übrig: "eigentlich, wäre, wenn und irrelevant". - Spekulationen. -"

Genauer!?

"Kennst Du den Inhalt des Funkverkehrs, hast Du Daten über die Kontaktaufnahme zum Piloten?"

Wozu sollte ich? Wie genau die Türken den Flieger zur Landung gebracht haben, ist egal. Er ist heile, ohne Verletzte und am Stück herunter gekommen, mehr verlangt die Charta nicht.

"Oder wurde das Flugzeug einfach nur bedrängt und in gefährliche Situation gebracht?"

Ist eine vollkommen andere Frage. Es ging darum, ob die Türken ein Transit-Flugzeug zur Landung zwingen dürfen oder nicht. Antwort: Sie dürfen.

"Du weißt ganz genau, daß es für jede Maßnahme Verfahrensprotokolle gibt, die eingehalten werden müssen."

Natürlich gibt es Checklisten. Das steht aber auf einem vollkommen anderen Blatt. Prinzipiell durften die Türken den Flieger aufbringen.
Was die anderen Behörden später veranstaltet haben, ist wieder eine andere Frage, die aber mit dem Luftrecht weniger zu tun, sondern eher mit dem Strafrecht.

"Die Festsetzung der Passagiere ohne konsularischen Beistand und Gewaltanwendung gegen die Crew stehen dabei tatsächlich auf einem anderem Blatt."

...und genau DAS sollte die eigentliche Story sein, wenn man noch dazu nimmt, das die geöffneten Gepäckstücke mit dem verdächtigen Material als Corpse Diplomatique gekennzeichnet waren. Bis zum Brechen dieses Siegels war das Vorgehen (mal abgesehen von den Stories von Erpressung, Körperverletzung etc - mehr Glaubwürdigkeit messe ich dem Spektakel um Captain, Crew und Passagiere gerade nicht zu) nun mal korrekt.
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11.10.2012 22:30 Uhr von certicek
 
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@ ElChefo: Wie sie das zivile Flugzeug zur Landung brachten ist eben nicht egal.

Und um es nochmal klar zu machen:
"Die Vertragsstaaten anerkennen, dass sich jeder Staat der Anwendung von Waffen gegen im Flug befindliche Zivilluftfahrzeuge enthalten muss und dass im Falle des Abfangens das Leben der Personen an Bord und die Sicherheit des Luftfahrzeuges nicht gefährdet werden dürfen..."

Eine Gefährdung des zivilen Luftverkehrs durch Militärflugzeuge verstößt gegen diesen Artikel.

Wenn Du schon die Rechtssituation erklären willst, frage ich mich, warum Du Artikel 3a unterschlagen hast. Genau das hat mich auf den Plan gerufen.

Sicher ist es ihr Recht, Flugzeuge unter bestimmten Bedingungen zur Landung zu zwingen. Da stimme ich Dir zu.

Die Russen wollen nun aufgeklärt werden.

Der Rest ist Spekulation und Rosinenpickerei.
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11.10.2012 22:41 Uhr von ElChefo
 
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certicek: Du versuchst mir eine Intention zu unterstellen, die nicht tragbar ist. Nach deiner Logik habe ich auch Artikel 1 und 4 unterschlagen - Souveränität des Luftraums und vertragliche Zusicherung gegen Missbrauch. So gesehen hast du damit auch 3d unterschlagen, den man ziemlich zielgerichtet gegen Russland und Syrien verwenden kann, oder?

ABER:

Ich habe rein gar nichts unterschlagen, sondern die Artikel bzw. Unterartikel erwähnt, die ich für eligibel halte. Mehr nicht. Die Türken haben keine bewaffnete Gewalt gegen die Maschine gerichtet, sonst wäre sie ja nicht materiell und personell unversehrt auf dem Boden angekommen. Es gibt mittlerweile genug Pressebilder und Nachrichtenvideos, die den A320 in seiner ganzen Pracht zeigen. Ohne Löcher, ohne Risse, ohne irgendetwas.

...was die Gefährdung des Luftverkehrs angeht, auf diese Art könntest du auch einem Kranken- oder Polizeiwagen mit Blaulicht entgegentreten: Er gefährdet ja auch den Strassenverkehr mit der Nutzung seiner Hoheitsrechte. DAS ist Rosinenpickerei. Hätten die Türken keinen Grund, das Flugzeug vorläufig aus dem Verkehr zu ziehen, hätten sie keine Jets geschickt. Wie soll das denn sonst funktionieren? "Ey, du, komm mal eben runter, wir wollen mal was schauen!... Nicht? Okay. Auch nicht schlimm. Guten Flug"?

Macht doch keinen Sinn, meinst du nicht auch?
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11.10.2012 23:50 Uhr von killa_mav
 
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Okay, also auch wenn Waffenteile nach Syrien geschafft werden, ist Syrien noch super toll.

Zum Bashing auf Omar...
Ich denke schon, dass die Türkei Syrien Paroli bieten könnte. Dazu kommt, dass aus Syrien zuerst Angriffe gekommen sind, weswegen ein Bündnisfall durchaus legitim wäre. Die Nato ist eben geschaffen worden um Angriffe auf einen Bündnispartner abzuwenden. Wenn das Bündnis erst prüfen müsste ob der Beschuss tatsächlich vom jeweiligen Staat selbst kam oder von Rebellen, wäre das Bündnis witzlos. Es kann nur zu Grunde gelegte werden, dass ein wiederkehrender Angriff aus einem Staatsgebiet kommt.

Und Russland wird sich garantiert nicht einmischen. Russland ist mittlerweile zu verflochten mit Natopartnern. Und der Iran?
Mal ernsthaft? Der Iran wird sich nicht mit dem Rest der Welt anlegen können und wirkliche Verbündete hat er seit langem nicht mehr.

Jaja ich weiß, es wird einen Minus-Regen geben...aber denkt mal richtig drüber nach und legt eure Tolle-Welt-Wunschvorstellung bei Seite...
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12.10.2012 00:09 Uhr von ElChefo
 
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killa_mav: Der NATO-Vertrag spricht von einem bewaffneten Angriff auf das Vertragsgebiet.

Ein paar Mörsergranaten, deren geplantes Ziel immernoch nicht geklärt ist dürften wohl kaum eine Reaktion nach Artikel 5 NATO-Vertrag oder Artikel 51 der UNO-Charta rechtfertigen.

...das ist nebenbei auch die Lesart der jeweiligen Führungsgremien in UNO und NATO.
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12.10.2012 01:16 Uhr von certicek
 
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@ ElChefo: Ich unterstelle gar nichts. Ich habe nur festgestellt.
Du hast Dir 3b und c rausgesucht und wolltest eine rechtliche Situation erklären. Nicht ich.
Ich habe sogar in meinem 1. Beitrag einen Link zum kompletten Dokument angebracht.

Wenn das russische Außenminiterium von Gefährdung ihrer Bürger spricht, fällt dies unter Artikel 3a. Deshalb sollte man es doch einfach in die rechtliche Betrachtung einfließen lassen.

Das Recht besteht eben nicht nur aus Artikel 3b und c.

Im Übrigen braucht es in der zivilen Luftfahrt keine bewaffnete Gewalt, um eine Gefährdungslage herbeizuführen. Eine gefährliche Annäherung reicht aus. Ich denke Du weißt das.
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12.10.2012 01:42 Uhr von ElChefo
 
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certicek: " Ich unterstelle gar nichts. Ich habe nur festgestellt. "

Weil ich relevante Artikel zur Debatte stelle und meines Erachtens irrelevante Artikel herauslasse unterschlage ich etwas? Ich habe doch gesagt, auf welches Dokument ich mich beziehe, oder ist es zuviel verlangt, wenn ich Leuten zumute, selbst zu google zu gehen?
...sorry, aber das ist mir doch zu blöd. Wer etwas darauf gibt und interessiert ist, googled schon. Da kannst du mir auch vorwerfen, das ich die Dokumente, auf die ich mich beziehe, in Papierform neben mir auf dem Schreibtisch stehen habe. Es ist ja nicht so, als ob wir über ein ultramegatopgeheimes Insiderdokument reden, das nur Specialsuperagenten finden, wenn sie ihre Oma dafür verkaufen.

"Du hast Dir 3b und c rausgesucht und wolltest eine rechtliche Situation erklären. Nicht ich."

...ja, richtig. Und?

"Ich habe sogar in meinem 1. Beitrag einen Link zum kompletten Dokument angebracht."

Lobenswert. Spricht ja auch gar nichts gegen. Das gibt mir insofern immerhin recht, das es Leute gibt (wie dich) die selber googlen, wenn sie etwas lesen.

"Wenn das russische Außenminiterium von Gefährdung ihrer Bürger spricht, fällt dies unter Artikel 3a. Deshalb sollte man es doch einfach in die rechtliche Betrachtung einfließen lassen."

...wenn man davon ausgeht, das die Russen sich tatsächlich auf die erzwungene Zwischenlandung beziehen und nicht etwa den (politischen) Akt der Gewalt vs. CD-Gepäck oder der mutmaßlichen Gewalttaten gegen Passagiere oder Crew am Boden. Darauf habe ich den russischen Protest bezogen. Macht auch deutlich mehr Sinn, aber das ist mein subjektiver Eindruck.

"Das Recht besteht eben nicht nur aus Artikel 3b und c."

Habe ich auch nie behauptet. Aus oben angegebenen Gründen halte ich diesen Unterartikel nur halt für irrelevant. (Genauso, wie ich die Artikel 1 und 4 für nicht nennenswert hielt.)

"Im Übrigen braucht es in der zivilen Luftfahrt keine bewaffnete Gewalt, um eine Gefährdungslage herbeizuführen. Eine gefährliche Annäherung reicht aus."

Natürlich. Aber ich erläuterte schon am einfacheren Beispiel, wie du damit auch gegen Polizei und Rettungsdienste argumentieren kannst. Das führt zu nichts. Piloten einer Alarmrotte wissen sehr wohl, was sie können, dürfen und müssen. Wohl erst recht seit KAL007 oder IA655.
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12.10.2012 17:04 Uhr von certicek
 
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@ElChefo: Wenn ich Dir etwas unterstellen wollte, dann würde es so aussehen:

ElChefo hat den Artikel 3a unterschlagen, weil aus der wahrscheinlich, rechtlich sauberen, Erzwingung der Landung auch eine feindliche Handlung gegen russische Bürger und Gefährdung der zivilen Luftfahrt werden könnte.

Das wäre eine Unterstellung und auch noch Spekulation.

Im übrigen zeigt sich ja heute gerade, daß die Türkei es wohl nicht so genau nimmt mit hoheitlichen Rechten und Pflichten:

"Türkei greift in Syrien-Krieg ein"
http://www.n-tv.de/...

Laß einfach Deine Spekulationen weg. Ob die Piloten einer Alarmrotte wissen, was sie dürfen oder nicht...ist auch wieder Spekulation. Erzähl mir nicht, Du weißt, was türkische Piloten wissen oder was sie gemacht haben oder wie der Vorgang ablief.
Kommentar ansehen
12.10.2012 18:32 Uhr von ElChefo
 
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certicek: " Wenn ich Dir etwas unterstellen wollte, dann würde es so aussehen:"

Wo ist jetzt der Unterschied zu:
´Wenn Du schon die Rechtssituation erklären willst, frage ich mich, warum Du Artikel 3a unterschlagen hast. ´?

Ich habe erklärt, warum ich ihn nicht genannt habe, trotzdem soll es eine Unterschlagung sein?

""Türkei greift in Syrien-Krieg ein"
http://www.n-tv.de/"

Was hat das jetzt mit dem Thema zu tun? Das die Türkei es mit den Souveränitätsrecht der Nachbarn nicht so genau nimmt, ist ja jetzt nichts Neues. Ändert aber nichts an der Rechtslage bei Linienverkehr über eigenem Hoheitsgebiet.

"Laß einfach Deine Spekulationen weg."

Wo war da jetzt eine Spekulation?
Ich habe Artikel genannt, du hast eine Quelle dazu eingebracht.

"Ob die Piloten einer Alarmrotte wissen, was sie dürfen oder nicht...ist auch wieder Spekulation."

Keineswegs. Die Piloten würden nicht in ihren Fliegern sitzen ohne erfolgreiche Ausbildung zum Kampfpiloten. Sie wären nicht in einer Alarmrotte ohne entsprechende Zusatzausbildung unter anderem in Form einer rechtlichen Belehrung über das, was sie tun. Das ist keine Spekulation, sondern NATO-weite Realität.

"Erzähl mir nicht, Du weißt, was türkische Piloten wissen oder was sie gemacht haben oder wie der Vorgang ablief."

...wieso nicht? Weil es dir nicht in den Kram passen könnte? Ich weiss folgendes:

- Das Flugzeug kam unversehrt an dem Ort runter, an dem es die Türken für richtig hielten.

- Türkische Jagdpiloten erhalten eine Ausbildung zum
Führen ihrer Flugzeuge und durchführen von Aufträgen in ihrem jeweiligen Verband.

- der Umgang mit an Bord befindlichen Personen ist Mutmaßung, hat aber nichts, allerhöchstens peripher mit dem Bereich Luftrecht zu tun.

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