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Abstimm-Software Liquid Feedback: Piratenpartei verärgert die Entwicklerfirma

Liquid Feedback ist ein Instrument zur Abstimmung von politischen Fragestellungen und Beschlussvorlagen. Die Piratenpartei ist stolz auf dieses eingeführte System, denn damit lässt sich eine basisdemokratische Entscheidung herbeiführen.

Bislang sind aber nur 30 Prozent aller Piraten-Mitglieder mit einem Zugang zu dem Portal ausgestattet. Von diesen beteiligt sich aber wiederum nur ein kleiner Prozentsatz an den Abstimmungen. Die Entwicklerfirma Public Software Group kritisiert den Einsatz der Software bei den Piraten.

"Ein verbindlicher Einsatz von LiquidFeedback kann also nur dann demokratischen Grundsätzen genügen, wenn auf die geheime, pseudonyme oder anonyme Stimmabgabe verzichtet wird", meinen die Entwickler. Damit fehle die Transparenz. Die Piraten wollen hingegen anonyme Stimmabgabe ermöglichen.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Software, Mitglied, Piratenpartei, Demokratie, Feedback
Quelle: www.spiegel.de

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.09.2012 22:53 Uhr von nyquois
 
+10 | -0
 
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Hä? Was hats die Entwicklerfirma zu interessieren, wies am Ende eingesetzt wird?
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25.09.2012 00:07 Uhr von harzut
 
+4 | -3
 
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Weißrussische Entwickler? Kommen die Entwickler aus Weißrussland?

"Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat."
Grundgesetz der BRD, Artikel 20, Absatz 1

"Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. ..."
Grundgesetz der BRD, Artikel 38, Absatz 1

Entweder stimmt etwas nicht mit unsere Verfassung oder die Entwickler sollten ihre Einstellung zur Demokratie mal überdenken.

[ nachträglich editiert von harzut ]
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25.09.2012 01:15 Uhr von bigpapa
 
+4 | -0
 
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Ich verstehe da einiges nicht: 1. Wie eine Software eingesetzt wird, entscheidet der User doch oder?

2. Da es sich um die Auswertung von Daten (Eingaben) handelt, ist es doch Wurst ob das Nicknamen oder Realnamen sind.

Die Software zählt doch im Prinzip nur zusammen, wie jeder zu welchen Thema /Frage abgestimmt hat.

Was mich wiederum zu der Frage bringt, auf welchen Servern läuft die Software. Wer hat Zugriff, und in welche Umfang. ?

Alles in allen, wirft die Sache für mich mich mehr Fragen auf als mir lieb ist, und ich finde das irgendwie beunruhigend.

Gruß

BIGPAPA
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25.09.2012 01:16 Uhr von neminem
 
+2 | -0
 
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Ich finds krass: dass nur ein kleiner Prozentsatz das Teil nutzt. Ich dachte immer, das wäre DAS Tool der Partei mit dem sie sich von der Politikkultur anderer Parteien absetzen. Delegiertes Wählen und so weiter.
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25.09.2012 01:20 Uhr von bigpapa
 
+1 | -0
 
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@ neminem: Vielleicht liegt der Grund in den Fragen die ich oben geschrieben habe.

Immerhin besteht bei gewissen Antworten die Möglichkeit das Dinge an die Presse kommen die nicht dahin sollen.

Gruß

BIGPAPA
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25.09.2012 07:17 Uhr von ted1405
 
+2 | -0
 
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Der Hund liegt hier begraben: "Eine geheime Stimmabgabe und die Überprüfbarkeit des Verfahrens seien nicht gleichzeitig möglich."

Prinzipiell ist das erst mal richtig, denn wie sollte ohne Identitätszuordnung nachweisbar sein, dass jeder nur eine Stimme abgibt?

Der Softwareentwickler macht dabei aber einen Fehler. Die Identität ist irrelevant, wichtig ist es zu gewährleisten, dass jeder Berechtigte nur einmal abstimmen kann.

Machbar wäre dies z.B. durch ein einfaches Losverfahren. Den Stimmberechtigten werden für jede Abstimmung einmal verwendbare Codes zur Verfügung gestellt. Diese könnten wahlweise bei der Parteizentrale aus einem Korb gezogen werden oder auch per Post versendet werden (wobei im letzteren Falle die Transparenz für den Stimmberechtigten wieder etwas verloren geht). Es muss lediglich sichergestellt werden, dass jeder Stimmberechtigte für jede Abstimmung genau nur einen Code zur Verfügung hat.

Damit ist die Anonymität zu 100% gewahrt, ebenso wie die Kontrollierbarkeit.

Es gibt für alles eine Lösung. Sich hinstellen und zu behaupten, dass es anonym unmöglich ist, ist hingegen definitiv keine Lösung.
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25.09.2012 08:51 Uhr von Meister89
 
+1 | -0
 
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wo ist den das problem? in der datenbabnk einfach eine Tabelle mit den einträgen wer schon an welcher abstimmung teilgenommen hab und eine Tabelle in der festgehalten wird was gewählt wurde, so hat man das Wer und das Was getrennt.
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25.09.2012 13:05 Uhr von ted1405
 
+0 | -0
 
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@DarkCr0w: Das hast Du nun aber nicht ganz fertig gedacht ... Zitat:
"aber das abgeben mehrerer stimmen ist einfach nicht möglich"

aufgrund welchen Kriteriums?

Jedes hier erdenkliche Kriterium ist entweder nicht zur Gewährleistung der Einmaligkeit geeignet (IP, Cookie, etc.) oder schafft eine mögliche Zuordbarkeit zwischen Person und Stimme (Nick, Pseudonym, etc.).
Im letzteren Falle (das betrifft z.B. auch die Lösung von Meister89) bliebe nur das Vertrauen auf die Aussage der Entwickler, es würde keine Zuordnung zwischen Person und Stimme gespeichert, wodurch wiederum die Transparenz flöten ginge.

Mit der im Vorfeld zu organisierenden Verteilung von "Stimmabgabe-Berechtigungscodes" ließe sich all das am sichersten lösen (Diese werden z.B. durch den Berechtigten aus einem Lostopf gezogen = Anonymität zu 100% nachvollziehbar).
Am Ende einer Wahl könnten die Codes und die ihnen nun zugeordnete Abstimmung frei veröffentlicht werden. Jeder Stimmberechtigte könnte dann problemlos prüfen, ob seine Stimme korrekt aufgenommen wurde (= absolute Transparenz), jedoch könnte niemand anhand der Codes auf irgend eine Person schließen. Manipulationen an der Datenbank sind dann nur noch durch massives Hinzufügen weiterer Codes/Abstimmungen möglich.

Klar, letztlich besteht dann der einzige Unterschied zur Papierwahl darin, dass die Auswertung in Echtzeit erfolgen kann / das mühsame Auszählen entfällt.

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