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Ingenieur-Studium: Jeder zweite bricht vorzeitig ab

Der letzte nationale Bildungsbericht zeigt auf, dass die Hälfte der angehenden Ingenieure ihr Studium abbrechen. Eine mangelnde Vorbildung im Fach Mathematik sei hierfür der Hauptgrund, da an den Schulen zu wenig vermittelt werde. Durch die verkürzte Abiturzeit würde sich dies noch verschlimmern.

Die Grenze zur Studierfähigkeit werde von nicht einmal jedem zweiten Absolventen eines gymnasialen Mathematik-Leistungskurses erreicht. Doch während diese im Eignungstest im Durchschnitt noch circa 65% der Gesamtpunkte erreichten, so kamen Gesamtschulabsolventen beispielsweise nur etwa auf 36%.

In Aachen gibt es mittlerweile sogenannte "Mathe-Botschafter".


WebReporter: RealAcidArne
Rubrik:   Freizeit / Bildung
Schlagworte: Studium, Abbruch, Ingenieur, Mathe
Quelle: www.berliner-zeitung.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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21.09.2012 16:23 Uhr von jackblackstone
 
+9 | -1
 
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tja: bei mir an der uni sinds bei den e-technikern 70-75% die abbrechen und das ist auch so gewollt, es gibt kein nc und jeder kann sich somit einschreiben, so werden nur die besten ausgepickt.
die profs konzipieren die klausuren zudem mit der meinung: wenn mehr als 50% die klausur bestehen war sie zu einfach, wenn weniger als 50% sie bestehen zu schwer.
ich hab mahe 1 und 3 bestanden aber bin an mathe 2 gescheitert und musste die uni wechseln, obwohl mathe 3 komplett auf den 2er aufgebaut hat.

allerdings unterscheidet sich die mathematik extrem zwischen den studiengängen! hab kollegen die bauing studieren, deren mathe ist so lächerlich einfach. die ham mir 6 klausuren vorgesetzt, damit ich die für die ma durchrechne, hab in den vorgegenen 90min 3 1/2 klausuren durchgerechnet.
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21.09.2012 16:23 Uhr von Schaumschlaeger
 
+6 | -0
 
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Das Hauptproblem sind meiner Meinung nach die uneinheitlichen Lehrpläne. Wenn in einem Kurs Studenten aus allen möglichen Regionen zusammenkommen, hat jeder eine unterschiedliche Vorbildung, unabhängig von den schulischen Leistungen.

Für Fachhochschulen kommt noch hinzu, dass die Fachhochschulreifen sich teilweise sogar von Schule zu Schule unterscheiden. Man kann vielen Studenten einfach keinen Vorwurf machen, dass die Vorkenntnisse fehlen, da sie nichteinmal die Möglichkeit hatten sich ordentlich vorzubereiten.

Bei uns war es dann so, dass es Leistungskursler gab, die bis in das 3. Semester mathematisch unterfordert waren, während für Andere quasi jedes Thema (und oft auch vorausgesetzte Verfahren) Neuland war.
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21.09.2012 16:29 Uhr von Lucianus
 
+2 | -2
 
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ob man die Mathematik die einem als Ingenieur da beigebracht wird jemals braucht finde ich noch immer Fraglich.

Ich habe damals mein Ingenieur studium abgebrochen eben aufgrund von Mathe. Es lag mir einfach nicht wirre Formeln zu Beweisen.
Also nicht einmal zu benutzen, darum geht es nicht, sondern zu Beweisen das diese Formel so stimmt.
Sorry aber das brauch ich in keinem Beruf. Natürlich muss man einiges an Mathe können, und man sollte es auch mehr als nur in den TR eintippen können. Ein solides Verständnis von Mathe ist wichtig, aber das ist nutzloses Wissen. (Ausser man wird Professor für Mathe ;) )
Mit der angewandten Mathematik, also jener die man zur Berechnung von Leitungen/Leistungen usw. benötigt kamen die meisten die sich dafür Interessierten gut zurecht.
Ich hatte im Abitur ebenfalls Mathematik als LK, zu der Zeit fand ich es auch noch gut.
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21.09.2012 16:32 Uhr von ZRRK
 
+5 | -0
 
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Kann ich nur bestätigen das was man im Gymnasium in 9 Jahren lernt, wird an der Uni in einer Woche durch genommen. Besonders lustig wirds, wenn so "unwichtige" Sachen wie "Vektoren", "Beweise" und "komplexe Zahlen" gar nicht am Gymnasium angesprochen werden, das dann aber ein Großteil des Studiums ausmacht.

Da enstehen dann plötzlich riesige Lücken, die man kaum selber nachholen kann. Das ist auch der Hauptgrund, warum im dritten Semester nur noch 60% der Leute da sind, und immer mehr "verschwinden".

Und das obwohl alle mindestens 12 Punkte (gut) in Mathe auf dem Abschlusszeugnis stehen hatten...

Aber Hauptsache in der 13.ten Klasse hat man sich fast ausschließlich mit Stochastik befasst! Da wusste man dann zwar, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, wie viele Frauen nach den Männern das Kino verlassen, aber das hilft einen nicht, wenn es um i² = -1 geht.

Kurzum:
Die Gymnasien müssen sich endlich besser mit den Hochschulen sprechen, damit ein fließender Übergang entsteht.
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21.09.2012 16:34 Uhr von quade34
 
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das ist auch richtig gut, der Mittelmäßigkeit sind damit die Grenzen gesetzt. Die Wirtschaft braucht wirkliche Ingenieuere und keine Schmalspurakademiker. Allerdings wird wohl in der vorakademischen Ausbildung zu wenig gefordert und gelehrt. Da muß einiges verbessert werden.
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21.09.2012 18:00 Uhr von blz
 
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Ich finde nicht, dass die Mathe im Abi zu einfach ist. Man muss bedenken, dass ein allgemeines Abitur alle Inhalte, auch Bio, Fremdsprachen usw. vermitteln muss. Die Mathe ist nicht der Mittelpunkt des Universums.
@Lucianus: Bei den Beweisen geht es oft um Ausdauer, Durchhaltevermögen und Kampfgeist. Der mathematische Hintergrund ist 2. rangig. Es ist quasi ein Test, denn in der Wirtschaft bekommt man auch nichts geschenkt.
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21.09.2012 20:14 Uhr von erdengott
 
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Auch früher schon: Auch früher wurde in D bei den Ingenieurstudiengängen immer gesiebt und nie gefördert. Nun kommt halt hinzu dass krampfhaft die Abiquioten erhöht werden...
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21.09.2012 20:48 Uhr von HansBlafoo
 
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@ZRRK: Was habt ihr in der Schule denn bitte in Mathe gemacht? Nur Stochastik und Kurvendiskussionen? Vektorrechnung sehe ich als absolut essentiell an, dass hatte ich glaube das erste mal in der 8. oder 9. Klasse. In Physik braucht man das ja schließlich auch.

@Lucianus
Meiner Meinung nach täuscht du dich. Es gibt durchaus Ingenieurstellen, wo du eine Lösung mathematisch genau betrachten solltest, um sicherzustellen, dass deine Lösung in gegebenen Grenzen immer korrekt ist.

Aber wie Schaumschlaeger schon sagte, es ist alles einfach unheitlich. Meiner Ansicht nach sollte Bildungspolitik die Sache des Bundes und nicht der Länder sein. Alle Bundesländer hätten dann einheitliche Lehrpläne und schreiben das gleiche Abitur. Damit hat man eine eindeutige Basis auf die ein nachfolgendes Studium optimal aufbauen kann.
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21.09.2012 22:09 Uhr von quade34
 
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hans durchaus richtig. Der Förderalismus ist eine gute Sache, aber man muß auch seine Grenzen erkennen wollen.
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22.09.2012 02:25 Uhr von Dracultepes
 
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@blz: Die Wirtschaft wird aber auch keine Aufgaben stellen die Sinnfrei sind und ins leere laufen.

Ausdauer, Durchhaltevermögen und Kampfgeist kann man auch anders fordern.

@Hansblafoo

Wenn eine Formel in einem Bereich zum standard gehört, dann muss ich sie auch bei genauer betrachtung nicht nochmal beweisen um sicherzustellen das meine Lösung korrekt ist.

Ich beweis doch nicht in jeder Ausarbeitung die PQ Formel nochmal um sicherzugehen das alles in ordnung ist.

Ich kann Lucianus da durchaus verstehen. Es gehört immer ein bischen Theorie und Hintergrundwissen dazu. Aber ich glaube gerade bei Mathe kann man sich ewig darüber streiten.
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22.09.2012 10:00 Uhr von HansBlafoo
 
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@dracultepes: Ich habe ja nicht davon gesprochen, dass man bereits existierendes wiederkaut. Ingenieure werden auch in der Forschung (z.B. der Automobilindustrie) eingesetzt, wo es neue Technologien zu entwickeln gilt. Und da kann das durchaus vorkommen, dass man die korrekte Funktionsweise beweisen können muss bzw. belegen können soll, wo die Grenzen der Entwicklung sind.

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