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Urteil: Wer am Wochenende oder nach Feierabend einen Joint raucht, darf gefeuert werden

Der Konsum eines Joints nach einem harten Arbeitstag kann dem Arbeitgeber egal sein? Falsch gedacht. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat bestätigt, dass Kiffen und der Konsum anderer Drogen nach Feierabend durchaus als Kündigungsgrund herhalten kann.

In dem konkret verhandelten Fall ging es um die Kündigung eines Arbeitnehmers bei einem Gleisbauer-Unternehmen. Der Mann hatte im Anschluss bei einem Drogen-Screening zugegeben, am Wochenende gelegentlich Cannabis-Produkte zu konsumieren. Gegen die anschließend erfolgte Kündigung legte der Mann Klage ein.

Zwar wurde die Kündigung von einem Arbeitsgericht abgelehnt, allerdings hatte das nur mit formalen Kriterien zu tun. Eine nachträgliche Beschäftigung des Mannes wurde nicht von dem Unternehmen verlangt. Der Arbeitgeber müsse das "Risiko" des Konsums am Wochenende nicht eingehen, so der Richter.


WebReporter: Raskolnikow
Rubrik:   Brennpunkte / Rechtsstreit
Schlagworte: Wochenende, Konsum, Joint, Arbeitsgericht, Kündigungsgrund
Quelle: web.de
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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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10.09.2012 12:54 Uhr von Raskolnikow
 
+23 | -10
 
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:D Diese Justiz wird immer skurriler!
Bald darf der Arbeitgeber sicher noch entscheiden, dass ich abends um halb elf im Bett zu liegen habe.
Und das berühmte "Feierabendbier" ist dann wohl auch gestorben:(

Ich habe zwei Wochen Urlaub - darf ich heute eine Zigarette rauchen? Am Ende beeinträchtigt mich die Wirkung in zwei Wochen noch...

Lachhaft das ganze...
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10.09.2012 13:16 Uhr von ThomasHambrecht
 
+7 | -7
 
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Mir ganz persönlich ist aufgefallen, dass Leute die Bier oder Wein trinken am Arbeitsplatz trotzdem recht fit sind. Whärend Leute die regelmässig kiffen eine dauerhafte Leck-mich-am-Arsch Gleichgültigkeit aufweisen, die sogar Unbeteiligte diesen Leuten ansehen.
Und kein Arbeitgeber muss Leute tolerieren, die Wochenends oder ab Feierabend Komasaufen veranstalten und am nächsten Tag am Arbeitsplatz einschlafen und nicht belastbar sind.

Ich hatte schon einen Arbeitgeber der immer wieder mittags Bier und Vesper in die Firma brachte. Und ich war mal zur Bewerbung bei einer EDV-Firma, die gleich im Bewerbungsgespräch erzählte, dass es hier üblich ist nach Feierabend ein paar Bier zu trinken.
Viele Firmen tolerieren das also.

Ich denke, da muss man als Mitarbeiter schon kräftig auffallen, damit der Arbeitgeber hier Grund hat vorzugehen.

[ nachträglich editiert von ThomasHambrecht ]
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10.09.2012 13:19 Uhr von Anima_Amissa
 
+10 | -3
 
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Richtige Entscheidung! Schön, wie der Autor verschweigt, dass die Kündigung nur Rechtens ist, wenn besagte Person in einem sicherheitsrelevantem Bereich tätig ist, wo ein Drogenkonsument ein Risikofakor ist und nicht wie die News suggeriert, dies unabhängig des Arbeitsbereiches ist. Und dass ein Unternehmen einen (regelmäßig) unter Drogen stehenden Mitarbeiter, vor allem im sicherheitsrelevanten Bereich, auch nicht behalten will, dürfte wohl jedem schlüssig sein.
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10.09.2012 13:24 Uhr von Raskolnikow
 
+8 | -7
 
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@ThomasHambrecht: Es geht hier um ein prinzipielles Verbot - das absolut unvernünftig ist. Wer am Vorabend einen Joint geraucht hat, steht morgens aus dem Bett auf und wieder fit und nüchtern, wenn zwischen Konsum und Aufwachen mehr als drei Stunden lagen!

Er ist wieder der, der er am Vortag vor dem Konsum war, der, der vielleicht gute Arbeit in seinem Job leistet.
Und trotzdem, wenn er zur Arbeit kommt, die Polizei ist zufällig da und führt einen Drogentest durch, der positiv ausfällt, könnte dem Arbeitnehmer gekündigt werden.

Ich hatte auf der Schule einen Lehrer, der (natürlich nicht im Unterricht, sondern in privaten Gesprächen) zugegeben hat, gerne abends mal einen Joint zu rauchen - war einer der besten Lehrer meiner gesamten Schullaufbahn, engagiert, interessiert, kompromissbereit, enthusiastisch für sein Unterrichtsfach interessiert.

Es steht außer Frage: Kiffen vor Dienstantritt muss nicht sein, das halte ich persönlich für eine schlechte Sache, da die Konzentration durch den Rausch ja gewollt vernachlässigt wird. Aber in der Freizeit? Da soll der Arbeitgeber gefälligst kein "Mitspracherecht" haben!
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11.09.2012 04:12 Uhr von Anima_Amissa
 
+1 | -1
 
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@feingeist: Ich frage mich ernsthaft, ob du nur am trollen bist oder ob du einfach nur, genau wie deine Kommmentare, dämlich bist... ^^

"Es geht schließlich nicht um irgendeinen polytoxikomanischen Vollversager"
Woher willst du das wissen? Kennst du den Mann aus der News persönlich um das behaupten zu können?

"sondern lediglich um den gelegentlichen Cannabis-Konsum am Wochenende."
Woher willst du wissen, dass er nur gelegentlich am Wochenende kifft? Genau so gut kann es sein, dass er sich jedes Wochenende so sehr zudröhnt, dass er selbst am nächsten Morgen sich immernoch auf einer anderen Sphäre (trotz längst abgeklungenem Rausch) befindet. Letztendlich sorgt ein Blick in die Originalnews für Klarheit, denn: Zitat: "Der Mann gab daraufhin zu, in seiner Freizeit am Wochenende Cannabisprodukte zu konsumieren." Hört sich für mich nicht nach "gelegentlich" sondern eindeutig nach "regelmäßig" an. Na ja, wenn man halt nicht richtig lesen kann, gell?

Offensichtlich begreifst du nicht (welch eine Überraschung :D) dass das Entscheidene bei dieser News die Tatsache ist, dass einem Cannabiskonsumenten das Arbeitsverhältnis problemlos gekündigt werden kann, selbst wenn dem Konsum außerhalb der Arbeitszeit nachgegangen wird. Inwieweit der in der News genannte Mann ein "Junkie" und somit ein Risikofaktor ist, ist dabei nebensächlich.
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11.09.2012 09:43 Uhr von Phillsen
 
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Als sporadischer "User": Meld ich mich hier auch mal zu Wort.
ich komm mittlerweile noch auf ca einen bis zwei Joints pro Quartal. Und halte mich für durchaus brauchbar.
ABER, ich hab auch Kollegen, die noch jedes Wochenende einen reinsaugen und ich bin der Meinung, dass das durchaus seine Wirkung erzielt.
Es macht einen (mich) meiner Meinung nach einfach langsamer. Ein unwissender könnte es für eine Charaktereigenschaft halten und einfach sagen der Tüüp ist halt nicht der schnellste (im begreifen, etc.)
Aber ich für meinen Teil führ das auf den Joint zurück.

Jemanden deswegen zu entlassen zeugt von Charakterschwäche.
Erstmal mit Ihm drüber zu reden und die Konsequenzen zunächst mal anzudrohen und Ihm die Möglichkeit zu geben, seinen Konsum zu verändern, bzw. abzustellen, wäre in meinen Augen richtig gewesen.
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11.09.2012 20:35 Uhr von Anima_Amissa
 
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@philsen: Charakterschwäche? Also sollte lieber ein Arbeitgeber Herz zeigen und das Risiko eingehen, einen nachweislichen Drogenkonsumenten weiterhin in einem sicherheitsrelevantem Bereich beschäftigen, in der Hoffnung, dass er sich "bessert" bzw. es zu keinen durch Drogenkonsum ausgelösten Zwischenfall ? Und wenn es dann doch zu einem entsprechenden Zwischenfall kommt, dann gibt es das große Weinen und die Frage, warum das nicht verhindert wurde -.-

Edit:
@feingeist
War ja abzusehen, dass von dir nichts (gescheites) kommt :)

[ nachträglich editiert von Anima_Amissa ]
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11.09.2012 22:44 Uhr von Phillsen
 
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@Anima: sicherheitsrelevanter Bereich?
Das war ein Gleisbauer. Ich geh davon aus, damit sind Schienen für Züge gemeint.
Die Dinger sind Tonnenschwer was wohl bedeutet, dass das ein Ganzes Team ist, die da dran hantiert.
Wenn der Typ tatsächlich eine Gefahr für die Menschheit gewesen wäre, hätte es sein Montageteam sehr wahrscheinlich gemerkt.

Und nein, der Arbeitgeber soll nicht Herz, sondern Hirn zeigen.
Mitarbeiter sind personifiziertes KnowHow. Das schmeisst man nicht einfach zum Fenster raus.
Schon garnicht, wenn es sich um einen Betrieb der Gemeinde handelt (zumindest vermute ich das bei einem Verkehrsbetrieb)

Ich vermute, dass da ein Arschloch von Paragrafenreiter in der Personalabteilung sitzt (wahrscheinlich noch verbeamtet) der sich etwas zu wichtig vorkommt.
Aber das mag auch aus der Luft gegriffen sein.
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08.11.2012 12:55 Uhr von Windelbub
 
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Es sollte doch meines Erachtens nach einen Unterschied darstellen, ob ein Mitarbeiter auffällig ist und daher getestet wird, oder bei einem Massenscreen auffällige Werte hat.

Ausserdem halte ich einen solchen Test als Standard beim Betriebsarzt doch schon für sehr fragwürdig. Wo sind die Grenzwerte gesetzt? Werde ich meinen Job verlieren wenn ich auf einem Reggae Jam war?

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