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Beschneidungsdebatte: Das Judentum hängt nicht von der Beschneidung ab

In der derzeit laufenden Debatte über die Beschneidung von männlichen Säuglingen argumentieren deren Befürworter oft damit, dass diese ein elementarer Bestandteil des Judentums sei. Doch einer genaueren Überprüfung scheint dieses Argument nicht standzuhalten.

Die Bescheidung wurde selbst von den Protagonisten des Alten Testaments nicht durchgängig vollzogen, beispielsweise hatte Moses, welcher als der "größte jüdische Prophet" gilt, seinen Sohn selbst nicht beschneiden lassen. Die wurde erst durch seine nichtjüdische Frau Zippora nachgeholt (Exodus 4, 24-26).

"Es kommt nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, die Gebote Gottes zu halten", predigte auch der jüdische Pharisäer Paulus. In früheren Zeiten wurden Juden auch oft getauft, statt beschnitten, denn Johannes der Täufer war bekanntlich auch Jude.


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WebReporter: Kamimaze
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Diskussion, Tradition, Beschneidung, Judentum
Quelle: www.welt.de

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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29.08.2012 10:35 Uhr von Kamimaze
 
+13 | -4
 
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Ich konnte die Quelle leider nur sehr stark komprimiert wiedergeben, daher empfehle ich dem interessierten Leser auf jeden Fall, sich diesen wirklich aufschlussreichen Text einmal durchzulesen.
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29.08.2012 10:43 Uhr von Noseman
 
+31 | -3
 
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In diese News: hätte der Name des Autoren dieser Argumente,Michael Wolffsohn, dringend dazugehört.

Denn erst dadurch, dass er sowohl als jüdischstämmiger Politikprofessor und auch überhaupt als Autorität im der Politkwissenschaft gilt und zu besagter Meinung aufgrund dieser Argumente kommt, wird es zu einer News.

Denn die Argumente an sich sind bekannt - seit Jahrtausenden.
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29.08.2012 10:46 Uhr von GroundHound
 
+12 | -2
 
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Keine Komplettbeschneidung: Abraham, auf den die Beschneidung zurückgeht, hat sich auch nicht komplett beschnitten, sondern nur die Spitze seiner Vorhaut abgetrennt.
Hier nachzulesen: http://diepresse.com/...
Der Autor ist übrigens Jude.
In der Bibel steht auch: "Ihr sollt am Fleische eurer Vorhaut beschnitten sein!". Das kann man durchaus so interpretieren, dass es reicht, ein kleines Stück abzutrennen. Von einer Komplettbeschneidung steht da nichts.

[ nachträglich editiert von GroundHound ]
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29.08.2012 11:15 Uhr von Katzee
 
+23 | -2
 
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Aus meiner Sicht: ist es sehr wichtig, dass ein jüdischer Gelehrter auch mal feststellt, dass die eigentlichen Glaubensinhalte wichtiger sind als dies äußerliches Bekenntnis. Ich konnte die ganze Zeit nicht verstehen, wieso die Hardliner behaupten, jüdisches Leben in Deutschland sei wegen dieser Äußerlichkeit nicht möglich. Jetzt fehlt nur noch ein ähnliches Statemant von islamischer Seite.
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29.08.2012 11:37 Uhr von Kamimaze
 
+15 | -2
 
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@Katzee: > "Ich konnte die ganze Zeit nicht verstehen, wieso die Hardliner behaupten, jüdisches Leben in Deutschland sei wegen dieser Äußerlichkeit nicht möglich."

Ich glaube, das konnte niemend so recht verstehe, außer vielleicht sie selber.

Ich hatte ja gehofft, dass sich diese "Hardliner", von denen es ja auch hier im SN-Forum den einen oder anderen gab, jetzt mal zu diesem Artikel hier äußern. Bisher sind sie ja meist unstringent wahlweise zwischen Religion und Hygiene hin- und hergependelt. Offensichtlich scheinen ihnen jetzt aber auch die letzten "Argumente" endgültig ausgegangen zu sein... ;)
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29.08.2012 14:59 Uhr von Selle
 
+12 | -2
 
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@Kamimaze: Ja wie du siehst, hat sich noch keiner der hisiegen Hardliner dazu gemeldet.

Ich denke da gehen die Argumente aus. Vielleicht gibt es sogar mal einen Anstoss zum nachdenken, wenn ein rennomierter aus den eigenen Reihen so über das Thema spricht...
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29.08.2012 21:31 Uhr von BeyerC
 
+0 | -7
 
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Antipro: http://www.hagalil.com/...
(Aber das sind ja bestimmt getarnte aus der "Gruppe, die keinen Alkohol trinkt".)
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30.08.2012 11:37 Uhr von sooma
 
+7 | -1
 
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Was LoneZealot und andere "Hardliner" egal welcher Couleur eben auch nicht wahrhaben wollen, ist, dass es längst auch jüdische, gläubige Menschen gibt, die an diesen Methoden Kritik üben und ihre Söhne nicht beschneiden lassen.

Es gibt ein Alternativritual OHNE Beschneidung, die "Brit Shalom": http://de.wikipedia.org/...

Da muss nichts (ohne Betäubung) operiert/amputiert werden, kein zusätzlicher(!), symbolischer Schnitt ist notwendig, keiner nuckelt am Säuglingspenis herum und beschneiden lassen kann man sich dann immer noch, wenn man das für sich entscheiden kann.

http://www.juedische-allgemeine.de/...
("Kinderärzte kritisieren Metzitzah B’peh" - hier kann man im letzten Absatz des Artikels gut sehen, wie sich die Othodoxen gegen jede Art von Reform oder Aufeinanderzugehen wehren.)

http://www.jewishpress.com/...
(Englischer Artikel, Titel: "Israelische Kinderärzte fordern Abschaffung der Metzitzah B’peh”)

[ nachträglich editiert von sooma ]

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