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Lena-Prozess: Ist der Vorsitzende Richter befangen?

Am gestrigen Montag begann vor dem Landgericht Aurich der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der elfjährigen Lena aus Emden (ShortNews berichtete). Ein Detail in der Prozessführung des Vorsitzenden Richters sorgt nun bei Experten für Verwirrung.

Werner Brederlow hatte den Prozess mit einer Schweigeminute eröffnet. Rüdiger Deckers vom Deutschen Anwaltsverein hält dies zwar nicht für einen groben Formfehler, allerdings sei es aber auch nicht Bestandteil der Strafprozessordnung.

Der Anwalt des 18-jährigen Angeklagten könnte dies nun als Befangenheit des Vorsitzenden werten und einen entsprechenden Antrag einbringen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers sollte die Schweigeminute als Appell an die Medien dienen.


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WebReporter: FraxinusExcelsior
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Prozess, Richter, Vorsitzende, Befangenheit
Quelle: www.ndr.de

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21.08.2012 14:06 Uhr von FraxinusExcelsior
 
+4 | -9
 
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Das war schon ein ziemlich grotesker Vorgang, ein Richter in einem Strafprozess muss absolut neutral bleiben und darf sich nicht zu emotionalen Gesten hinreißen lassen, an wen sie auch immer gerichtet sein mögen. Schließlich gilt jeder Angeklagte vor einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig.
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21.08.2012 14:38 Uhr von MeisterH
 
+2 | -4
 
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Mal wieder klar Bei einer 11-jährigen gehts, aber bei allen anderen nicht. Sehe ich nicht.
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21.08.2012 14:41 Uhr von FraxinusExcelsior
 
+6 | -1
 
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@BastB: Doch, das sollte er schon, ansonsten ist er eben befangen, so sind die Spielregeln vor Gericht. Wenn es Anzeichen gibt, dass er es nicht ist, kann die Verteidigung einen Befangenheitsantrag stellen.
Stell dir mal vor, du stehst als Angeklagter vor Gericht und dem Richter gefällt aus irgend einem Grund deine Nase nicht - was dann???

Aber natürlich sind erfahrene Richter clever genug und lassen sich ihre eventuelle Befangenheit meist nicht anmerken.
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21.08.2012 15:11 Uhr von FraxinusExcelsior
 
+1 | -2
 
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@BastB: Das kann schon sein, nur kann er eben nicht im Gerichtssaal während des Prozesses eine "Gedenkminute" (vermutlich für das Opfer) anhalten und dann erklären lassen, es sei für die Medien.

Ich kann das aus der Ferne zwar nicht beurteilen, aber ich glaube auch nicht, dass der Verteidiger nur deswegen einen Befangenheitsantrag stellt, das hängt sicher vom weiteren Verlauf des Prozesses ab. Ist die Stimmung "positiv", könnte sich das auch auf das Urteil auswirken (Strafmaß), denn die Schuld des Angeklagten scheint hier nicht in Frage zu stehen (anders, als z.B. beim Kachelmann-Prozess).

Aber wir werden es nie erfahren, denn die Öffentlichkeit ist vom weiteren Prozessverlauf - auf Antrag der Verteidigung - ausgeschlossen.
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21.08.2012 15:29 Uhr von Suffkopp
 
+10 | -1
 
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wieso ist man bitteschön: befangen wenn man eine Schweigeminute einlegt für ein totes 11-jähriges Mädchen?

Wird dadurch einer verurteilt?
Ist dadurch jeder voreingenommen der an der Schweigeminute teilnimmt?

Nei - diese Minute gilt nur Lena und keiner oder keinem anderen.

Man kann auch Dinge kaputt reden.
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21.08.2012 15:44 Uhr von Mailzerstoerer
 
+1 | -1
 
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Er zählt leider als Jugendlicher: bis zum 21.Lebensjahr und deshalb darf die Verhandlung auch nicht öffentlich sein.Höchststrafe für Jugendl. nur bis 10 Jahre egal ob Mord,Vergewaltigung,Raub usw.
Nun hat er 6 Jahre plus Sicherheitsverwahrung erhalten
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21.08.2012 15:45 Uhr von FraxinusExcelsior
 
+1 | -5
 
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Suffkopp: "Ist dadurch jeder voreingenommen der an der Schweigeminute teilnimmt?"

Ja, um es kurz zu machen.

Es kann auch jeder Gedenkminuten einlegen, wo und wann er möchte, nur eben ein Richter während eines Prozesses nicht.

"Nei - diese Minute gilt nur Lena und keiner oder keinem anderen."

Genau das ist das Problem, denn das Opfer ist gewissermaßen auch Prozessbeteiligte bzw. die Angehörigen.
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21.08.2012 20:46 Uhr von theiny85
 
+2 | -1
 
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@FraxinusExcelsior: das sch***n hat gestanden was soll der kommentar?
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21.08.2012 23:12 Uhr von HubuMubu
 
+1 | -1
 
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Ich stimme Fraxinus zu.
Ein extrem wichtiger Bestandteil, damit unser Rechtsystem funktioniert ist die nüchternheit und neutralität des Richters.

Eine Schweigeminute ist sicherlich angebracht jedoch hat sie nichts vor Gericht zu suchen.
Der Richter darf Gefühle haben, nur darf er sich nicht von ihnen leiten lassen und muss seine Objektivität bewahren.
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22.08.2012 03:44 Uhr von Pantherfight
 
+0 | -0
 
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Egal, ab ins Zuchthaus mit dem Möder! Weg damit, auf nach Sibirien. Der Richter zeigt was Gutes.

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