19.08.12 13:08 Uhr
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Unter Auflagen: Julian Assange erklärt sich zu Auslieferung nach Schweden bereit

Der Gründer der Enthüllungsplattform "Wikileaks", Julian Assange, befindet sich noch immer in den Räumlichkeiten der ecuadorianischen Botschaft in London und ist dort Gegenstand globalen Interesses (ShortNews berichtete). Nun berichtete die Zeitung "Sunday Times" von einer möglichen Wende in dem Fall.

So sei der Australier offenbar bereit, sich den schwedischen Behörden zu stellen, solange dies unter strengen Auflagen geschehe. Assange stellte nämlich die Forderung, nicht an die USA ausgeliefert zu werden. Am heutigen Sonntag wird eine Stellungnahme Assanges aus der Botschaft erwartet.

Im Falle einer Auslieferung nach Schweden müsste sich der 41-Jährige wegen ihm zur Last gelegter Sexualdelikte verantworten. Seine Flucht in die Botschaft Ecuadors sorgt seit einigen Tagen für internationale Spannungen zwischen Großbritannien und dem südamerikanischen Land.


WebReporter: Raskolnikow
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Schweden, WikiLeaks, Auslieferung, Julian Assange
Quelle: web.de

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18 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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19.08.2012 13:40 Uhr von ElChefo
 
+4 | -19
 
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19.08.2012 13:47 Uhr von ZzaiH
 
+1 | -8
 
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kann mir das ganze mal einer entwirren: assange sitzt in der ecudorianischen botschaft in england...die schweden wollen ihn haben um ihn an die usa auszuliefern und deswegen wollen die briten die botschaft fast einrennen...
wieso wenden sich die usa nicht direkt an die ecudorianer...? oder an die briten...? wieso dieser umweg über schweden?
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19.08.2012 14:14 Uhr von Raskolnikow
 
+6 | -2
 
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Das ganze könnte sich auch im Nachhinein als blitzsaubere Politkampagne gegen Assange herausstellen. Da ist jemand, der sich absolut nicht scheut mit den Waffen des Informationszeitalters gegen Regierungen und intransparente hohe Stellen vorzugehen - dieser jemand ist ein echter Störenfried, zumal das Internet gerade boomt und den Nährboden für seine Arbeit und das Gewicht seiner Stimme bietet.
Und was schürt die Abneigung der Zivilgesellschaft besser, als ein Sexualdelikt? Angedenk der Solvenz derer, die sich durch einen Julian Assange bedroht fühlen müssen sollte es auch ein leichtes sein, ein vermeintliches Opfer zu finden, das ins mediale Zentrum gezerrt wird und die Vorwürfe bestätigt.

Natürlich ist das ganze nur eine These und setzt ein äußerst verderbtes Bild von "hohen Männern" voraus, aber... würde allemal ins Bild passen.
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19.08.2012 14:23 Uhr von Dracultepes
 
+3 | -12
 
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@ ZzaiH @ Raskolnikow: Die Schweden wollen ihn nicht ausliefern, die wollen ihn haben weil er eine alte ohne Kondom gepoppt haben soll. Da hat er sich dann der Justiz entzogen und ist weggerannt.

Als er in GB vor jedem Gericht nen Arschtritt verpasst hat, hat er bei Ecuador rumgeheult ihm doch Asyl zu gewähren. Ecuador tat dies und jetzt sitzt er in deren Botschaft.

Die Usa haben imo noch garkeinen Auslieferungsantrag gestellt. Es wollen ihn erstmal nur die Schweden.

Ecuador würde einfach nicht ausliefern. Weil er wird ja verfolgt wegen freier Rede und so(zumindest nicht in Schweden).

@ Raskolnikow
Er könnte auch einfach Sex mit einer Frau gehabt haben ohne das sie das ohne Kondom wollte.

Ist das dein ernst? Ein " mimimi er hat mich ohne Kondom genommen" als gestellte Tat damit ihn keiner mag? Sorry ich kenne keinen der nicht laut loslachen muss bei den Vorwürfen. Da würde man mehr Abneigung generieren wenn man ihn zeigt wie er einem kleinen Kind den Lolly wegnimmt.
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19.08.2012 14:40 Uhr von ElChefo
 
+3 | -8
 
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Raskolnikow: So belustigend Verschwörungstheorien auch sein mögen, die Wahrheit ist meist viel einfacher.
Wieso zum Henker sollte es nicht einfach eine PR-Kampagne von Assange sein?

@ZzaiH

Das Gerücht, die USA wollten ihn sich aus Schweden ausliefern lassen hat Assange selbst in die Welt gesetzt.
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19.08.2012 14:49 Uhr von sonikku
 
+3 | -3
 
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dracultepes: http://alles-schallundrauch.blogspot.de/...

Es ist laut schwedischer Gesetze Vergewaltigung, und genau das hörst du in den Medien - Vergewaltigung bzw Sexualdelikte. Da wird nichts näher erläutert, weil das nicht ins Bild passen würde.
"Damit ihn keiner mag" ist hier gar nicht so das Ziel, eher das man ihn "legal" unschädlich macht.
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19.08.2012 15:02 Uhr von derNameIstProgramm
 
+4 | -1
 
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@ElChefo: Natürlich kann das ganze auch eine PR-Kampagne von Assange sein, aber dafür sind halt die restlichen Vorkommnisse etwas komisch. Warum sollte ein Großbritannien eine ausländische Botschaft stürmen, nur um eine Person herauszuholen die dann an Schweden geht, damit man ihn dort befragen kann. Er ist ja noch nichtmal angeklagt, sondern wird nur zur Befragung gesucht.

Und dass Assange Schweden nicht sonderlich traut hat sich Schweden nach 2001 wohl selbst zuzuschreiben. Da passiert es schonmal, dass man ohne Anklage und Anhörung festgenommen und direkt am Flughafen beim CIA abgegeben wird.

Da kann man da Assange schon verstehen dass er möglichst viel Rummel macht damit die ganze Welt dann drauf schaut wenn er nach Schweden gebracht wird.
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19.08.2012 15:03 Uhr von Raskolnikow
 
+3 | -1
 
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@ElChefo
Eine PR-Kampagne von Assange? Zugegeben, ist ein exzentrischer Zeitgenosse, aber ob er so weit gehen würde um die Marke "Wikileaks" zu polieren, das denke ich nicht.

@Dracultepes
Wenn du mal berücksichtigst, wie viele Feinde sich Assange auf dem internationalen Politbankett bereits gemacht hat und die bekannte Skrupellosigkeit dieser Männer mit einbeziehst, könnten sich solche Vorwürfe tatsächlich als zusammengesponnen herausstellen.
Ich bleibe dabei: dieses Szenario ist wahrscheinlicher als es im System einer intakten Politik sein sollte. Mehr sage ich garnicht.
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19.08.2012 15:27 Uhr von Endgegner
 
+2 | -6
 
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Wieso stellt er sich nicht: wenn er unschuldig ist hat er doch nichts zu befürchten. Genug mediale Aufmerksamkeit ist auch vorhanden, sodass der Prozess lupenrein und fair laufen wird.

Aber in Assanges Welt ist das Gericht natürlich Teil einer Verschwörungstheorie, das von den oberen 10000 manipuliert wurde um einen unliebsamen Gegner auszuschalten.
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19.08.2012 15:42 Uhr von derNameIstProgramm
 
+2 | -2
 
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@Endgegner: "Wieso stellt er sich nicht wenn er unschuldig ist hat er doch nichts zu befürchten."

Meinst du sich in Schweden zu stellen, oder in den USA? In der USA wird er wohl nicht unschuldig sein, dort hat er sich ziemlich unbeliebt gemacht durch WikiLeaks.

Wenn du allerdings Schweden meinst, hast du wohl die ganze Geschichte der letzten Monate verpasst.
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19.08.2012 19:53 Uhr von ElChefo
 
+1 | -2
 
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derNameIstProgramm, Raskolnikow: derNameIstProgramm

Schweden ist doch ein souveränes Land und hat jedes Recht, seine rechtstaatlichen Prinzipien nach Maßgabe seiner Gerichte auch zu verfolgen. Die Vorwürfe sind in diesem Land nun mal ein Delikt, da reicht es nicht, zu sagen, das es sonst nirgends verfolgt wird.

Großbritannien hat sich mehrinstanzlich dazu bereiterklärt, dem Auslieferungsgesuchen Schwedens zu folgen. Damit man das nicht falsch versteht: In dem Augenblick, wo Großbritannien sich entschieden hat, den Antrag positiv zu bescheiden hat es sich dazu verpflichtet, der Auslieferung nachzukommen. Das - und nichts anderes - erklärt die Vehemenz, mit der der Fall in Großbritannien verfolgt wird. Es geht um nicht weniger als die Effektivität und Unabhängigkeit eines funktionierenden Rechtsystems.

Nebenbei: Das Auslieferungsabkommen der EU, das Assanges´ Vorwürfe an die schwedische Justiz und Politik ad absurdum führt, ist von 2009.

Und noch ganz am Rande beigefügt: Das die USA an einer Auslieferung Assanges´ interessiert seien (sowie die angeblich geleakte "Geheimanklage") kamen von Assange bzw. dem Umfeld von Wikileaks.


Raskolnikow

Schau dir doch mal die Medienauftritte dieses Mannes an. Wenn du dann nicht an den Markenerhalt von "Assange" und/oder "Wikileaks" glaubst, bitte.
...denken wir doch mal an die Aussagen von ehemaligen Mitarbeitern über ihren Chef und dessen "Führungsstil" und Selbstverständnis (Stichwort: Openleaks-Streit, Daniel Domscheit-Berg,...).
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19.08.2012 20:03 Uhr von Dracultepes
 
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@sonikku @ Raskolnikow: "Es ist laut schwedischer Gesetze Vergewaltigung, und genau das hörst du in den Medien"

Keine Angst weiss ich

"Damit ihn keiner mag" ist hier gar nicht so das Ziel, eher das man ihn "legal" unschädlich macht."

Das hat Raskolnikow behauptet ich habe es nur aufgegriffen und "wiederlegt"

@ Raskolnikow
"Wenn du mal berücksichtigst, wie viele Feinde sich Assange auf dem internationalen Politbankett bereits gemacht hat und die bekannte Skrupellosigkeit dieser Männer mit einbeziehst, "

Dann könnte ich mir vieles vorstellen aber nicht das sie 2 Frauen auftreiben die sagen:" Der hats mir ohne gemacht". Das hat fast was von Kindergarten.
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19.08.2012 20:58 Uhr von derNameIstProgramm
 
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@ElChefo: " Die Vorwürfe sind in diesem Land nun mal ein Delikt, da reicht es nicht, zu sagen, das es sonst nirgends verfolgt wird."

Habe ich auch nicht. Es ist vollkommen ok dass Schweden das ganze verfolgt und natürlich auch einen Auslieferungsgesuch an Großbritannien stellt. Damit habe ich kein Problem.

"erklärt die Vehemenz, mit der der Fall in Großbritannien verfolgt wird."

Vehemenz in allen Ehren. Aber die Androhung der Stürmung einer Botschaft? Tut mir leid, aber wenn Assange nun nach Ecuador geflüchtet wäre (was anderes ist das Hoheitsgebiet der Botschaft auch nicht wirklich), würde jetzt Großbritannien Ecuador den Krieg erklären, einmaschieren und Assange extrahieren? Weil Sie Schweden die Auslieferung versprochen haben? Ist jetzt nicht Schweden wieder dafür zuständig, die Auslieferung bei Ecuador zu beantragen?

"Das Auslieferungsabkommen der EU, das Assanges´ Vorwürfe an die schwedische Justiz und Politik ad absurdum führt, ist von 2009"

Ich weiss. Die Aktion die sich Schweden 2001 erlaubt hat war aber auch damals gegen geltendes Recht, d.h. das Vertrauen darin dass sich Schweden diesmal an geltendes Recht hält ist zu recht erschüttert. Daher ist viel Medienrummel gut, um ein korrektes Vorgehen sicherzustellen.

"Das die USA an einer Auslieferung Assanges´ interessiert seien"

Klar, das nun zu machen wäre ja das dümmste was sie tun könnten. Immerhin hat die amerikanische Regierung gesagt, dass sie noch nicht wissen ob sie einen Antrag stellen, d.h. alles ist offen. Die Untersuchungen der USA scheinen ja momentan in die Richtung zu gehen zu untersuchen ob Assange gegen den "Espionage Act" verstoßen hat. Dieser hat als Maximalstrafe die Todesstrafe. Sollte die USA eine Schuld Assange sehen und ihn anklagen, ist der Auslieferungsantrag die logische und notwendige Konsequenz.
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20.08.2012 01:00 Uhr von ElChefo
 
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derNameIstProgramm: "Damit habe ich kein Problem."

...aber...?

"Aber die Androhung der Stürmung einer Botschaft?"

Wenn es das britische Recht nun mal gebietet? Dessen war sich Ecuador bei Errichtung einer diplomatischen Vertretung auch mit Sicherheit bewusst. So, wie ich mir bewusst bin, welche Passi in meinem Mietvertrag stehen. Die Drohung ist ungefähr genauso "fies" und "unmenschlich", wie wenn mir mein Vermieter schreibt, das er mir kündigt, wenn ich den Bestimmungen des Mietvertrages nicht nachkomme. Oder ich ihm schreibe, das ich ihm die Miete kürze, wenn er seinen Verpflichtungen nicht nach kommt. Das Ecuador sich da instrumentalisieren lässt, naja, eigene Schuld. Fast so, wie Manning sich hat instrumentalisieren hat lassen.

"(...) einmaschieren und Assange extrahieren?"

Nö. Aber Assange hat sich mehr oder minder bewusst genau diese Bühne ausgesucht und sich (qua seiner causa) dummerweise mit den falschen Juristen angelegt, die eben noch über diese Hintertür verfügen.

"Ist jetzt nicht Schweden wieder dafür zuständig, die Auslieferung bei Ecuador zu beantragen?"

Nö, wieso? Schweden hat seine Pflicht getan, Großbritannien auch - der einzige, der sich querstellt, ist Assange mit seinem Possenspiel. Wie schon mehrfach erklärt, nicht aus den Gründen, die er offensichtlich preisgibt. Er geniesst die 15 Minuten Ruhm.

"Die Aktion die sich Schweden 2001 erlaubt hat war aber auch damals gegen geltendes Recht, d.h. das Vertrauen darin dass sich Schweden diesmal an geltendes Recht hält ist zu recht erschüttert."

Folge?
...die Sache würde direkt in Brüssel landen. Ohne Umweg. Das würde noch mehr PR erzeugen und niemand könnte mehr wegschauen. Er hätte auf einmal ganz Europa hinter sich - sogar Teile der Zweifler-Fraktion (zu der ich mich auch zähle) die ihn für einen aufgeblasenen Selbstdarsteller halten.

"Daher ist viel Medienrummel gut, um ein korrektes Vorgehen sicherzustellen."

Den hat er auch schon vorher gehabt. Allein schon wegen dem Gehabe rund um Manning. Korrektes Vorgehen kann man nach der Aktion nicht mehr erwarten - zumindest nicht durchgehend. Selbst die "Androhung" Großbritanniens, sein geltendes Recht auch umzusetzen ist ja mittlerweile mit der Kolonial-Keule zerschlagen worden. Sollte es korrekt vonstatten gehen, sollte er sich den Vorwürfen stellen und mit den Behörden zusammenarbeiten um sie auszuräumen. Anders geht es nicht.

"Klar, das nun zu machen wäre ja das dümmste was sie tun könnten."

Haben sie nun oder haben sie nicht? Niemand ist verantwortlich für das, was er irgendwann mal tun könnte. Weder juristische noch natürliche Personen noch Staaten.

"Die Untersuchungen der USA scheinen ja momentan in die Richtung zu gehen zu untersuchen ob Assange gegen den "Espionage Act" verstoßen hat. Dieser hat als Maximalstrafe die Todesstrafe."

Was dazu führt, das Schweden, Großbritannien, Griechenland, Spanien, Deutschland usw. ihn wohl nicht ausliefern würden. Einfach genug, oder?
...wie gesagt: Mr. Assange braucht einen Medienhype, weil er nach dem Streit mit Domscheit-Berg totgesagt war.

"Sollte die USA eine Schuld Assange sehen und ihn anklagen, ist der Auslieferungsantrag die logische und notwendige Konsequenz. "

Nö.
Erstmal müsste die USA (besser gesagt: ihre Strafverfolger) genug Material haben mit genug Ansatzpunkten, um ein Verfahren eröffnen zu können. DANN, und NUR dann können sie einen Auslieferungsantrag stellen. Dann wird ein Jurist hingehen und prüfen, ob nach den Anklagepunkten eine Todesstrafe möglich ist ... und bei "ja" die Auslieferung ablehnen.

...und meine rein persönliche Meinung:
Wer so derbe zappelt wie dieser gute Herr und dazu noch ein derart eitler Egozentriker ist, der kann auch gerne mal dort verhört werden, wo seine Bedingungen ignoriert werden.


@franz.g

Wäre dem so, wäre er schon lange tot. Ist er aber nicht.

Also, entweder sind die USA inkompetent (und damit lange nicht so bestialisch brutal wie du es sagst, sondern nur blöd) oder sie wollten es gar nicht (und damit wären sie lang nicht so bestialisch brutal wie du sagst, sondern im Gegenteil). Spannend, oder?

[ nachträglich editiert von ElChefo ]
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20.08.2012 03:22 Uhr von ElChefo
 
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franz.g: Schaust du dir den gesamten Zeitstrahl zwischen Veröffentlichung des War Diary, der amerikanischen Depeschen und schliesslich der Aufnahme, Niederlegung und Neuaufnahme des Verfahrens wegen sexueller Verfehlungen an, muss doch auffallen, das da viel zu wenig scripted Reality am Start ist.

Soviele Pannen, Rückschläge, Mängel und Unbedachtheiten hätte es doch wohl bei einer Schmierenkampagne zur Diskreditierung und schlussendlich Auslieferung zum Verschwindenlassen in einem amerikanischen Folterkeller wohl kaum gegeben, meinst du nicht?

...die Amerikaner haben bis heute ja nicht mal das passende Gesetz gefunden, gegen das Assange verstossen haben soll. Da sind die Schweden schon deutlich weiter. Liegt es vielleicht daran? Weiss Assange, das man ihm wegen wikileaks kaum etwas kann, ist sich selbst aber durchaus bewusst, wieviel Dreck er am eigenen Stecken am kleben hat?
...nutzt er vielleicht tatsächlich seinen PR-Gott-Status als Kämpfer gegen die unfreie westliche Welt aus, um sich vom Nimbus des Schmuddelverbrechers reinzuwaschen?
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20.08.2012 14:20 Uhr von ElChefo
 
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franz.g: Kopp? Ich... ach, hör auf. Demnächst wirft man mir noch vor, ich wäre ASR-Fanboy.
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21.08.2012 10:13 Uhr von derNameIstProgramm
 
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@ElChefo: "Wenn es das britische Recht nun mal gebietet? Dessen war sich Ecuador bei Errichtung einer diplomatischen Vertretung auch mit Sicherheit bewusst. So, wie ich mir bewusst bin, welche Passi in meinem Mietvertrag stehen."

Dummer Vergleich. Das Gesetz auf dem sich da die Britten berufen wurde verabschiedet um besetzte Botschaften wieder befreien zu können. Es wurde nicht dafür verabschiedet, um Verdächtige aus dem Territorium eines anderen Landes zu extrahieren.

"den falschen Juristen angelegt, die eben noch über diese Hintertür verfügen"

Ja, wenn man den Aussagen der Experten vertraut, werden diese Juristen diese Karte wohl eh nicht ausspielen, weil dann das Risiko für alle britischen Botschaften auf dieser Welt einfach zu groß wäre.

"Nö, wieso? Schweden hat seine Pflicht getan, Großbritannien auch"

Ich wiederhole nochmal meine Frage: Wäre Assange nun nach Ecuador geflüchtet, würde Schweden dann immernoch von Großbritannien die Auslieferung verlangen oder würden sie sich dann an die Regierung Ecuadors wenden müssen? Ich denke du hast noch nicht den Status einer Botschaft verstanden...

"Einfach genug, oder?"

Ja aber natürlich, so einfach ist es.
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21.08.2012 23:21 Uhr von ElChefo
 
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derNameIstProgramm: "Dummer Vergleich."

Öhm... inwiefern jetzt dumm? Du liest doch Verträge, die du unterschreibst, oder? Pacht, Miete, Dienstleistung, alles derselbe Schmuh.

"Das Gesetz auf dem sich da die Britten berufen wurde verabschiedet um besetzte Botschaften wieder befreien zu können. Es wurde nicht dafür verabschiedet, um Verdächtige aus dem Territorium eines anderen Landes zu extrahieren."

Solange die dafür zuständigen Profis das anders sehen, mache ich mir da keine Gedanken um die Stichhaltigkeit meiner Argumentation. Der Gesetzestext dreht sich nebenbei _auch_ um den Fall, das konsularische Einrichtungen mit CD-Status für andere als die durch die entsprechenden Abkommen gedeckten Tätigkeiten genutzt werden. Das Verstecken von per Haftbefehl gesuchten Personen unter fadenscheinigen Begründungen ("könnte ausgeliefert werden", "könnte Todesstrafe drohen", könnte... könnte... könnte...) gehört nicht unbedingt zum Selbstzweck einer Botschaft.
...wäre ja direkt ne Marktlücke: Ich gehe in ein Land, begehe ein Verbrechen auf das dort die Todesstrafe steht und suche mit der Begründung, mein Leben würde bedroht, politisches Asyl in der Botschaft eines Landes, das dieses Verbrechen per eigenem Strafrecht gar nicht kennt.
...spannende These.

"Ja, wenn man den Aussagen der Experten vertraut, werden diese Juristen diese Karte wohl eh nicht ausspielen, weil dann das Risiko für alle britischen Botschaften auf dieser Welt einfach zu groß wäre."

...weil?
Will man dann aus Trotz mal britische Botschaften angreifen? Schaut man in gewisse Teile der Welt, ist diese implizite Drohung (ja, ich weiss, du magst das nicht mal so gemeint haben) direkt langweilig, weil altbacken.

"Ich wiederhole nochmal meine Frage: Wäre Assange nun nach Ecuador geflüchtet, würde Schweden dann immernoch von Großbritannien die Auslieferung verlangen oder würden sie sich dann an die Regierung Ecuadors wenden müssen?"

Irrelevant, weil hätte-hätte-Fahrradkette. Assange IST nach Großbritannien gegangen und sollte legal (....was mehrinstanzlich festgestellt wurde...) nach Schweden überstellt werden. Wieso, weshalb, warum geht da niemanden mehr etwas an, da die rechtliche Zulässigkeit als absolut gegeben festgestellt wurde. Das Schmierentheater danach ging einzig und allein von Assange aus, Großbritannien hatte zur Wahrung seiner Kredibilität, Rechtstaatlichkeit und Selbstverpflichtung durch richterliches Dekret mehrerer Instanzen gar keine andere Wahl.

"Ich denke du hast noch nicht den Status einer Botschaft verstanden."

Ich denke aber doch. Es ist doch wohl eher so, das Ecuador da etwas falsch verstanden hat - und sich allzu gerne vor den Wagen einer Anti-Amerika-Kampagne (wohlgemerkt, ohne, das Amerika überhaupt diese Bühne betreten hat) spannen lässt.
Assange, da beisst die Maus keinen Faden ab, missbraucht den Status dieser Botschaft. Ecuador lässt es willfährig zu.
...und natürlich braucht der nette Herr Correa auch die große Bühne, um von seinem sonst eher pressefeindlichem Handeln abzulenken.

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