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Geringverdiener zahlen durchschnittlich die Hälfte ihres Einkommens an Miete

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zahlen Geringverdiener die Hälfte ihres Monatseinkommens für Wohnkosten. Als Geringverdiener gelten Haushalte mit weniger als 1.300 Euro im Monat. Damit hat sich der Wohnkostenanteil innerhalb von zehn Jahren um neun Prozent gesteigert.

Die Nachfrage nach kleinen Wohnungen, besonders in Ballungsgebieten, hat sich in dieser Zeit deutlich erhöht. Grund ist die wachsende Zahl der Single-Haushalte. Zudem haben sich die Preise von kleinen Wohnungen durch Luxussanierung, Verdrängung von Altmietern und Zuzug von Vermögenden stark erhöht.

Fachleute gehen davon aus, dass sich der Wohnungsmangel deutlich verschärfen wird. Besonders in Großstädten oder Einzugsgebieten von Universitäten sollen in den nächsten fünf Jahren etwa 825.000 Wohnungen fehlen. Energetische Sanierung wird den Markt von preiswerten Wohnungen zusätzlich belasten.


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WebReporter: Teffteff
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Wohnung, Miete, Einkommen, Hälfte, Geringverdiener
Quelle: humanicum.wordpress.com

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14.08.2012 11:46 Uhr von Nickman_83
 
+15 | -2
 
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sowas kommt am ende: eben bei rumm, wenn man in der politik nur halbdurchdachte gesetze erlässt.

Beispiel: Energetische Sanierung.
Dass das auf die Mieter umgelegt werden darf ist ein Frechheit und ist damit u.A. dafür verantwortlich, dass die Mieten gestiegen sind.
Und was kann damit im dümmsten Fall einhergehen?
Einmal könnten Studenten wegbleiben, was einer UNIStadt nicht gut täte, dann könnten neue Viertel entstehen, die von einfacheren Wohnungen und Menschen besiedelt werden etc.
Aber wehe das schreit einer zum Zeitpunkt der Gestzgebung, dann ist er ein Verschwörer/Spinner etc.

So, ich zahl dann mal meine Miete, schwitz.
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14.08.2012 12:14 Uhr von Schwertträger
 
+6 | -5
 
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@peterenis: Die Formel: Miete = 1/3 des Nettogehalts gilt für fette Zeiten und war damals eine Richtlinie, wieviel Wohnungen so kosten.
Das kann man aber andersrum nicht als Rechengrundlage für ein Nettogehalt nehmen.

Es war in der deutschen Geschichte eher so, dass die Miete den Hauptteil des Gehalts auffrass, danach kam die Nahrung, Strom, Kohle, Gas. Kleidung, Schuhe und solche Sonderausgaben brachten die Leute schon in Schwierigkeiten.

Somit ist also ein Mietpreis von der Hälfte des Nettogehalts aus der Sicht bereits Wohnlstand.
Und wenn man in der News liest, dass es sehr viele Single-Haushalte gibt, eine einzelne Person sich also eine eigene Wohnung leisten kann, dann ist das in der Tat Wohlstand.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich ärmere Personen, die sich auch mit mehreren Verdienern viele Wohnungen nicht mehr leisten können, da jene nobelsaniert, energetisch saniert oder einfach durch Anhebung des Viertels verteuert wurden. Diese Leute werden aus den entsprechenden Stadtteilen verdrängt.
Werden sie dort weiterhin als Arbeitskräfte benötigt, wird man ihnen wohl mehr zahlen müssen, denn das Pendeln können sie sich ja auch nicht leisten.

Insgesamt ist das Ganze ein Problem im Dunstkreis der Zentralisierung.
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14.08.2012 12:15 Uhr von SN_Spitfire
 
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Kann ich teilweise nachvollziehen: wir haben die Mieten in den letzten Jahren um maximal 5% angehoben, da wir ebenfalls energetische Sanierungen durchgeführt haben.
Dass diese irgendwo auch bezahlt werden wollen, scheint vielen Mietern nicht klar zu sein. Anstatt 450 € Miete zahlt man nun eben 470 € Miete, sofern die 5% angewendet werden würden.
Wir selbst praktizieren das aber nicht so und schlagen die Miete von jetzt auf nachher auf.

Komischerweise akzeptierten das unsere Mieter, da deren Nebenkosten teils drastisch sinken durch die Sanierung. Von Abzocke kann man daher also in unserem Fall nicht sprechen.
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14.08.2012 12:26 Uhr von Andreas-Kiel
 
+3 | -3
 
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@peterenis: "ausgeleerte Kaufmänner" ??? You make my day, aber Du meintest sicherlich "ausgelernte", aber Danke für den Lacher.

Zum Thema: Vielleicht sollten sich die Klugscheißer, die immer sagen, "wenn man auf dem Lande wohnt und sich die Spritkosten nicht mehr leisten kann und daher in die Stadt ziehen soll", diesen Bericht mal genau ansehen, dann wird wohl klar, das das keine Lösung wäre sondern die Probleme noch mehr verschärfen würde.
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14.08.2012 12:28 Uhr von Schwertträger
 
+7 | -0
 
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@Nickman_83: >Dass das auf die Mieter umgelegt werden darf ist ein Frechheit und ist damit u.A. dafür verantwortlich, dass die Mieten gestiegen sind.<

Wir vermieten das ehemalige Wohnhaus der Oma.
Wenn wir die Kosten der mehr oder weniger vorgeschriebenen energetischen Sanierung nicht auf die Miete umlegen könnten, müssten wir das Haus verrotten lassen (kaufen tut das dort auch niemand). Es ist also im Prinzip schon richtig, dass das auf die Miete umgelegt werden darf. Man müsste das Ganze nur zeitlich mehr entzerren.
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14.08.2012 12:31 Uhr von shape0
 
+9 | -18
 
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+Peterenis und Andere: Wo ist eigentlich euer aller Problem mit dem Geld? Ich bin selber Student und komm bei weiten nicht an 1500€ pro Monat ran. Ich beziehe kein Bafög und erhalte keine sonstigen Unterstützungen, abgesehen vom Kindergeld (184€). Dazu kommt ein 400€ Job (jede Woche 13 Stunden arbeiten) und mein Studium. Das sind 584€ - dazu ab und an eine Nachhilfe, so dass ich auf 650€ komme. Wie ich lebe? Sehr gut. Ich bezahle für eine ganz kleine Wohnung 350€. 120€ für Essen pro Monat - der Rest ist für Studiensachen, Partys, Kleidung da. Wie verkorkst muss man bitte wirtschaften, wenn man nicht mit 1500 hin kommt?
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14.08.2012 12:39 Uhr von saccara2
 
+22 | -4
 
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gebe shape teilweise recht, aber: du hast z.B. ein Semesterticket für die öffentlichen und keine Kinder und Familienversichert?!? Nen Freund verdient trotz das er Spezialschweißer ist nur 1200 Euro netto, da er alleinerziehend ist und dadurch keine Schichten/Montage machen kann...jetzt rechnen wir mal 500 warm+40 Strom + 150 Sprit + 200 Kindergarten + 50 Versicherungen + 100 Kfz Versicherung/Reperatur/Steuern + 50 Telefon HT/Mobil/Internet/Fernseh...so 1090€ dh 110€ im Monat für alles andere inkl. Essen für beide!!!!!!!! Da ist Null Reserve für defekte Haushaltsgeräte oder das Auto, wenn das im Arsch ist kann er die 35 km mit Fahrrad fahren... Aber Hauptsache die Bonzen können Champus saufen! Das ist das Problem! Aber anstatt die Erbschaftssteuer zu erhöhen, die Konzerne mehr besteuern und den Spitzensteuersatz hochschrauben, beuten wir lieber den Pöbel aus damit die Lobby weiter die dicken Kisten fahren kann!

[ nachträglich editiert von saccara2 ]
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14.08.2012 12:42 Uhr von Skizzler
 
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Zeiten ändern sich ich selbst bin derzeit Azubi und habe noch ziemliches Glück, zwar hänge ich selbst relativ an der Untergrenze von i.welchen Vorzügen und nehme nun auch noch einen Nebenjob an - es ist ziemlich witzig, wieviel heutzutage verlangt wird und wie wenig einem dafür als ausgleich gegeben wird... das ist schon lächerlich - aber hey, das ist deutschland
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14.08.2012 12:56 Uhr von shape0
 
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+ saccara2: Mein sogenanntes Studententicket kostet marginal weniger als normale 6-Monats-Karten. Das sind pro Semester 150€ und dazu noch bei Semesterende 2 Monate jeweils einzeln 30€. Das macht dann 300+60+60€, die auf das Jahr verteilt werden - erschwinglich. Das Problem deines Freundes ist nicht, dass er zu wenig verdient, sondern, dass er anscheinend alle Kosten übernimmt und deswegen so wenig hat. Wo bleibt da die Freundin/Frau? Wenn die nur 800€ verdienen würde, würde sich das schon sehr viel besser aufteilen - oh, wunder - es wäre auf einmal Geld für Theater, Museum etc.pp drin. Man darf nicht immer pauschal die Arbeitslosigkeit des einen Parnters auf die Kosten des anderen Partners schieben und dann behaupten, man käme mit dem Geld nicht hin. Dazu kommt dann noch: Mietteilung, 1 Auto für eine Person ....; Nehm es mir nicht übel, aber das sieht für mich, aus der Perspektive, nach einem selbst gemachten Problem aus.

Ich lebe in Österreich und war zuvor Student in Deutschland. Hier sind die Lebenshaltungskosten höher und die Mietpreise auch; Ein Hungerhaken? Wie wäre es mit ausgewogener und gesunder Ernährung - wenn man sich mal anstrengt, dann wird man feststellen, dass Fastfood einfach nur teurer ist. Eine Gemüsemischung (1kg) für 2,19€ sollte mit Kartoffeln und einem Salat dabei mit einem Getränk + Soße etc.pp reicht ja wohl. Zum Frühstück Äpfel,Bananen,Haferflocken + Semmel. Ja, ich komme auf 120€ und finde, dass es oftmals Faulheit einiger ist, sich nicht gesund und bewusst zu ernähren. Klar, wer 5,19€ (Preis hier) für Dr.Oetker Pizzen ausgibt, der ist doch selber schuld. Dann noch zwischendurch den Lieferservice beim Asiaten fuer 16€. Kein Wunder, dass man es so nicht schafft.

[ nachträglich editiert von shape0 ]
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14.08.2012 13:02 Uhr von Schwertträger
 
+9 | -3
 
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@peterenis: >Sich eine Wohnung zu leisten ist für dich Wohlstand?<

Nicht polemisch werden, bitte.
Sich als Single eine Wohnung in zentrumsnaher Lage leisten zu können, ist sehr wohl Wohlstand.

Was normal ist?
Als Arbeiter und einziger Verdiener der Familie in einer Arbeitersiedlung am Rand der Stadt neben der Fabrik zu wohnen. Das ist heute zum Glück selten, aber es ist Wohlstand.
Auch ein Fernseher ist Wohlstand. Nichtsdestotrotz hat so gut wie jeder Haushalt einen. Darüber sollte man ab und an mal nachdenken, anstatt einfach alles für selbstverständlich zu halten.

>Wie willst du bitte mit 1500€ Netto ein eigenes Leben finanzieren?<

Frag das die Leute, die ihr Leben mit 650 EUR netto finanzieren. Ein Leben mit 1500 EUR netto sieht sicher nicht so aus wie eines mit 3000 netto, aber das erreicht nun mal nicht jeder. Es gibt keinen Anspruch auf letzeres.
Keinen.
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14.08.2012 13:09 Uhr von ZuVieL
 
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@shape0: Deine Rechnung haut in meinen Augen nicht hin. Außer du hockst nur in deiner Bude rum und lernst, aber du sagst ja das du dein Geld für Partys, etc ausgibst..
Einkommen..................650

Ausgaben
Miete...........................350
Essen..........................120
MonatsTicket................35
Versicherungen?
Handy?
Internet?

Ausgaben gesamt..........505
Differenz........................145

Dir bleiben in der Woche 36 € zum leben.
Davon kannst du Studiensachen, Partys und auch noch Kleindung zahlen? Du hast kein Handy und auch keinen Internetanschluss? In einer eigenen Wohnung sollte man auch eine Hausratversicherung haben.

[ nachträglich editiert von ZuVieL ]
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14.08.2012 13:20 Uhr von shape0
 
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+ ZuVieL: Da hast du natürlich Recht. So würde sie nicht hinhauen ;) In den 350€ ist Wlan für 12€ inkludiert. Handys benutzt hier kaum noch einer und wenn, dann bezahlst du pro Monat einen 3,99 Tarif (sowas wie in Deutschland Prepaid nur nennt sich das vertragliche Wertkarte ohne Kündigungsfrist). Ich benutze mein Smartphone eh meist über Skype, Google+/Mail, Fb und erreiche damit meine Freunde, Familie sowie Ärzte etc.pp (online Regierung nennt sich das hier) (da die auf den Zug aufgesprungen sind). Versicherungen läuft über die Familie - klar, dass ich hier Einsparungspotential habe, was hier manche Forenteilnehmer nicht haben, doch die verdienen eben auch nicht 650€ sondern 1200-1500€.

Meine 145€ die ich frei zur Verfügung habe, die gebe ich für mal einen Kaffee da, mal eine Kiste Bier hier und ab und an feiern aus. Ich kann es mir von meinem Studium aus auch nicht leisten, immer feiern zu gehen. Daher bezahle ich in der einen Woche weniger, in der Anderen eben mehr. Wenn ich mehr Nachhifle gebe, komme ich vllt. auch auf 700€. So baut man sich, wenn man weniger ausgibt, ein Polster auf, dass man irgendwann für was Größeres nutzt.

Ich wollte auch nicht durch mein anscheinend minimales Geld allen aufzwingen, so zu leben. Aber wenn jemand mehr als das Doppelte hat, dann ist es fraglich, wieso das bei ihm nicht funktioniert.

Edit: Ich konnte mir schon vorstellen, dass meine Beiträge nicht unbedingt auf Zuspruch stoßen. Manche schaffen es einfach nicht, nicht alleine in einem Audi A4 zu sitzen, 10l pro 100km zu verbraten und sich dann fragen: "Was kann ich denn bloß tun, es ist wie es ist :(". Und wie bereits gesagt, die ungesunde Ernährung kostet extrem viel Geld (P.S. mein Gemüse wird mir 1x pro Woche in einer Kiste vorbei gebracht (Biogemüse))

[ nachträglich editiert von shape0 ]
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14.08.2012 13:29 Uhr von ZuVieL
 
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@shape0: Na klar funktioniert es, aber das ist nicht das was man möchte.
Ich gehe über 40 Stunden die Woche arbeiten und verdiene ca. das dreifache von dir. Und trotzdem kann man sich keine großen Sprünge leisten. Wenn ich ALLE meine Fixkosten gezahlt habe, dann bleiben mir noch ca 400 Euro zum leben über. Man kommt über die Runden,.. aber ein schönes, ausgiebiges Leben hat man nicht. Vielleicht erwarte ich zu viel, aber dafür das ich jeden Tag arbeiten gehe erwarte ich mehr.
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14.08.2012 13:38 Uhr von SN_Spitfire
 
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@saccara2: Alleinerziehende erhalten Kindergeld.
Alleinerziehende erhalten Unterhalt vom anderen Elternteil, sofern da etwas zu holen ist usw.
Also da sollte doch noch ein 500er mindestens drin sein, oder?
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14.08.2012 14:27 Uhr von Schwertträger
 
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@saccara: Wo schweisst denn Dein Freund, wenn die Lobby keine dicken Kisten mehr fährt und keine Spezialschweissaufträge mehr gibt?

Versteh mich nicht falsch, ich bin durchaus der Meinung, dass viele Jobs nicht vernünftig bezahlt werden (im Sinne von schlecht bezahlt und andererseits im Sinne von viel zu gut bezahlt).
Aber auch wenn es dringend benötigt wird, ist ein Auto bereits Luxus. Ebenso wie ein Kindergarten.
Sicher ist dieser Luxus für uns heute selbstverständlich und man sagt "geht´s noch? Wie soll es ohne funktionieren?", aber natürlich würde es irgendwie anders funktionieren (eben 35km mit dem Fahrrad und die Kinder bei der Fremdomi nebenan). So hat es bereits funktioniert, als es den Leuten wesentlich(!) schlechter ging als heute.

Man arbeitet um zu überleben. Das ist die allererste Prämisse. Wenn dabei auch noch ein wenig Leben abfällt, ist das schön. Um so besser. Aber es ist eben nicht selbstverständlich.

Ich habe alles mitgemacht. Selbstständigkeit, Arbeitslosigkeit, Schulden, einen guten Job. Daher weiss ich, dass man auf rein gar nichts einen Anspruch hat, höchstens auf´s Verhungern.
Wenn man 17 Stunden benötigt, um sich und sein Kind über die Runden zu bringen und mit 45 Jahren fertig ist und mit 50 stirbt, dann ist das halt so.
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14.08.2012 14:30 Uhr von ThomasHambrecht
 
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Was mich noch mehr wundert ist, dass viele Gutverdiener in geförderten Sozialwohnungen sind, die Stadt oder Staat einmal in den 70er Jahren gebaut haben. 1970 waren sie einmal Geringverdiener - sind aber heute gut bezahlte Beamte, Stadtangestellte usw. im Bereich von 4.000 bis 8.000 Brutto. Zahlen aber nur 450 Euro für 90 qm. Vor der Tür steht dann der fette Daimler oder BMW.
In den freien Wohnungen (50qm) drucksen sich dann die kleinen Verdiener rum und zahlen mit 1000.- netto eine Wohnung mit 650.- Euro, worauf noch Strom und Heizung kommen. Weil man billiger gar nichts bekommen kann.
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14.08.2012 14:38 Uhr von KingPiKe
 
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@Schwertträger: Das kommt darauf an, wie du Luxus definierst und wo bei dir der Standard liegt.

Luxus ist für gewöhnlich ein abheben vom Standard.
Auto und Fernseher sind in unserer Gesellschaft nun mittlerweile zum Standard geworden. Auf den Fernseher hat man sogar einen Anspruch beim Amt.
Dazu gibt es da natürlich auch unterschiede zwischen alter Röhre und rostigem Golf zu 50" LED-TV und 7er BMW.

Aber es ist nun nicht alles Luxus, was man nicht zum Überleben braucht.

[ nachträglich editiert von KingPiKe ]
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14.08.2012 14:59 Uhr von hujiko-san
 
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@peterenis: Das ist aber Wohlstand, und nichts anderes hat Schwertträger geschrieben. Einmal jährlich in den Urlaub fliegen? Im weltweiten Vergleich, bedeutet das, in privilegierten Verhältnissen zu leben. Frage doch einfach mal deine Großeltern, wie man in den 60ern noch in den Urlaub fuhr, und ob man sich ein paar Jahre früher überhaupt einen Urlaub hätte leisten können.

Als Single zentrumsnah in einer Großstadt eine Wohnung haben? Na klar ist das Wohlstand. Wer

@steffi78
>>Für dich wäre es also ok wenn wir wie anno dazumal arbeiterviertel haben wo die ganzen fabrikarbeiter dann direkt neben den schloten mit ihren familien leben können für nen appel und ein ei und die anderen dann die schicken wohnungen in der stadt in beschlag nehmen, is schon klar ich glaub echt du bist im falschen film gelandet.<<
Es ist nicht einmal ganz 50 Jahre her, da sich der deutsche Arbeiter aus eben diesen Verhältnissen gelöst hat. Was die Generation seinerzeit noch stolz als absolutes Privileg empfand, wird heutzutage achtlos als Selbstverständlichkeit hingenommen.

Herrgott, in anderen Teilen der Welt verhungern täglich Menschen, aber der deutsche Michel hat nichts weiter im Kopf als fressen, fressen, fressen, und sich dann vor den Fernseher auf ein Laufband zu schwingen, damit er noch mehr fressen kann.

Meine Frau und ich haben zusammen knapp über 1500€ netto, wohnen relativ zentrumsnah in einer Großstadt, und haben genug Geld für allen möglichen Luxus. Wir ernähren uns abwechslungsreich, gesund und lassen auch mal was kommen vom Lieferdienst. Wir fahren in den Urlaub, haben beide nicht allzu günstige Hobbys, und kaufen beinahe monatlich Anziehsachen, oh Wunder, ab und an fällt sogar mal Designerware ab.
Das Einzige worauf wir bewusst verzichten, sind Autos... der diesbzgl. Bedarf lässt sich ohne Weiteres per Autovermietung befriedigen, ansonsten nutzen wir die Öffis und vor allem das Fahrrad. Tja, und, wir rennen hier nicht dauertippend mit einem iPhone durch die Gegend. Wir benötigen aller paar Monate mal eine Aufladung für die Prepaid-Karte, ansonsten kann ein Anruf durchaus auch warten, bis ich wieder in der Nähe meines Festnetztelefons bin.

Je nach Einkommen muss man halt Abstriche machen. Das ist halt so. Vor 70 Jahren zog der Arbeiter (im Übrigen nicht nur 40h/Woche) noch eine Zinnwanne in die Küche, wenn Badetag war... heutzutage glauben Hinz und Kunz, sie hätten Anspruch auf ein Tageslichtbad mit bequemer Eckbadewanne. Anderswo hieße es, für ein Vollbad fünf Tage Wasser kilometerweit schleppen zu müssen.

Anderswo arbeiten Menschen nicht nur lächerliche 40 Stunden, und haben trotzdem Mühe, sich ausreichend mit Nahrung zu versorgen. Betrifft im Übrigen auch genügend Menschen in den restlichen Industrienationen. Hier glaubt der Pimpf, er hätte Anrecht auf zwei Mal Welttournee pro Jahr, und kriegt gleich einen Burn-Out, wenn er das nicht haben kann.

Empört euch ruhig... empören ist gut, aber setzt da an, wo es sinnhaltig ist, gibt genug Baustellen, wo eure ehrliche Empörung viel besser hinpassen, und vielleicht sogar etwas bewegen könnte.
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14.08.2012 15:05 Uhr von neminem
 
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@peterenis: ich glaube an deinem post merkt man dass die krise in deutschland noch nicht angekommen ist. wenn dich das verhältnis zwischen einnahmen und ausgaben in deutschland schockt, schau es dir mal im weltweiten vergleich an. und bitte mal etwas weiter denken als, ja die anderen sind halt arm, das weiß ich ja, ist halt so, die sind das nicht anders gewohnt, und deutschland ist ja was anderes. im weltweiten vergleich sind wir alle das obere 1%. und bis vor 50 jahren war es auch alles andere als normal, dass ein kleiner arbeiter mal eben mit seiner familie mit dem FLUGZEUG irgendwo hinfliegt. aber heute ist das scheinbar selbstverständlich. aber glaube mir, das wird menschheitsgeschichtlich nur ein sehr kleiner ausschnitt gewesen sein, in dem das möglich war. besser du hast es genossen.

wahrscheinlich kassier ich dafür ein haufen minus und unverständnis, weil es sich aus eurem universum, eurer ich-perspektive einfach nur unlogisch anhört. aber ich persönlich bin da skeptisch, dass wir mal eben in 200 jahren industrialisierung auf einmal alle wie kaiser und pharaonen leben dürfen. aber das alleine ist ja noch nicht alles. klar, wir haben mehr verdient, und es wär auch mehr drin, das geld ist ja bei den superreichen zu holen. aber auf der anderen seite, wird uns vieles aufgequatscht, was wir gar nicht brauchen, sondern einfach nur wollen. und das ist auch fraglich. mal kurz nach malle zum sonnen, saufen, was noch? muss das? klar, es gibt unternehmen die machen sowas möglich und verlockend ist es auch. alles verständlich. an die umweltprobleme dabei noch gar nicht gedacht. aber ist das nicht einfach nur ein (amerikanischer) traum der uns da verkauft wird?
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14.08.2012 15:11 Uhr von Schwertträger
 
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@steffi78: >Für dich wäre es also ok wenn wir wie anno dazumal arbeiterviertel haben wo die ganzen fabrikarbeiter dann direkt neben den schloten mit ihren familien leben können für nen appel und ein ei <

Die Frage, ob das für mich okay wäre oder nicht, stellt sich doch gar nicht!
Die Sache ist die, dass es reiner Zufall ist, ob man einer von den glücklicheren Nutzniessern ist, oder jemand, der sein Leben mit Einfacharbeit bestreiten muss.

In welcher Zeit und auf welchem Planeten?
Schon im Hier und jetzt, aber mir ist als (mittlerweile) Bewohner des Ländlichen bewusst, dass Leute früher zwölf Stunden auf Hof und Acker geschuftet haben, dann zwei Stunden zum Essen und für ein Pfeifchen hatten und den Rest zum Schlafen benötigten. Das zusammen reichte dann zum Überleben.
Heute ist vieles zum Glück anders, aber das bedeutet nicht, dass deshalb heutzutage irgendein Recht gäbe, irgendeinen Luxus zu haben.
Wir haben zwar heutzutage in der Tat glücklicherweise mehr von beidem, aber dummerweise halten wir´s auch für selbstverständlich. Das ist es aber nicht.

Und wenn andere die schicken Wohnungen in der Stadt belegen, ergibt sich daraus trotzdem kein Recht für Dich, auch eine schicke Wohnung selbst am Stadtrand zu bekommen.
Du träumst da von Gerechtigkeit oder Gleichheit, die es aber nicht gibt und nicht geben kann.
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14.08.2012 15:15 Uhr von KingPiKe
 
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@hujiko-san: Sorry, aber aus meiner Sicht sind deine Vergleiche mit "früher" einfach nur belanglos und unnötig. Denn "früher" gab es auch schon ein "früher", also lebte man "früher" schon im Luxus und Wohlstand im Vergleich zu "früher"?

Die Gesellschaft entwickelt sich nunmal weiter. Die Ansrpüche steigen. Das ist sogar gut so, denn sonst würde Stillstand herrschen. Ob du es glaubst oder nicht.

Deine polemischen Bezeichnungen der Menschen hier bringt die Diskussion nun auch nicht wirklich voran...

Was die Entwicklungsländer angeht, da hast du sicherlich recht. In diesem Vergleich führen wir wirklich ein Luxusleben und können uns eigentlich nicht beschweren.
Nun sollte man sich selbst aber trotzdem nie vergessen. Es ist doch verständlich, dass jeder sein Leben so angenehm wie möglich führen will oder etwa nicht?
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14.08.2012 15:19 Uhr von saccara2
 
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@shape was war an alleinerziehend jetzt nicht zu verstehen...es gibt keine Frau....
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14.08.2012 15:24 Uhr von KingPiKe
 
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@Schwertträger: Was du über Recht und Selbstverständlichkeit schreibst, kann ich so eigentlich nur bestätigen.

Das Problem ist, dass es eben als Selsbtverständlich angesehen wird, jenes und dieses machen zu können. Ist es aber eben nicht. Deshalb muss man dafür Kämpfen. Jeden Tag aufs neue. Wenn es aber selbstverständlich geworden ist, dann beachtet man es nicht mehr. Man merkt es erst, wenn es nicht mehr da ist...

Deshalb ist es eigentlich nur ok, dass sich die Leute aufregen. Und auch wenn es nicht viel bringt, hier auf SN zu mausern, so weckt es doch immerhin schonmal die Erinnerung daran.
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14.08.2012 15:32 Uhr von Teffteff
 
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@Schwertträger: "Wenn man 17 Stunden benötigt, um sich und sein Kind über die Runden zu bringen und mit 45 Jahren fertig ist und mit 50 stirbt, dann ist das halt so..."

Alles was Du schreibst wäre wirklich sehr glaubhaft - aber sorry, wenn man sieht wie auf der anderen Seite maßloser Reichtum angehäuft wird, dann ist das keinesfalls "halt so" hinzunehmen. Es ist in Deutschland sowohl genug Geld, als auch Waren und geistige Ressourcen vorhanden um allen ein angenehmes Leben zu bieten. Leider ist das mittlerweile weder von Politik noch von Wirtschaft erwünscht. Die Gründe dafür sind zahlreich. Wie schon mehrfach in der Geschichte zeichnet es sich ab, dass die ganze Sache wieder gewalttätig enden wird.
Also alles ist eine Frage der Verteilung und mir braucht auch niemand einzureden, dass Vermögende ihren Reichtum "verdient" hätten. Leider produziert nicht Arbeit Kapital und Wohlstand, sondern Kapital produziert Kapital. Das ist der große Beschiss der uns als Gesellschaft der unbegrenzten Möglichkeiten vorgelogen wird.
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14.08.2012 15:46 Uhr von hujiko-san
 
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@KingPike: Es geht um Dankbarkeit, und um Selbstverständlichkeit, welche dem Erreichten gegenüber empfunden wird. Insofern sind meine Vergleiche zu früheren Zeitabschnitten keineswegs belanglos. Dankbarkeit dem Ist-Zustand gegenüber zu empfinden, und trotzdem etwas "Besseres" anzustreben ist möglich.

>>Die Gesellschaft entwickelt sich nunmal weiter. Die Ansrpüche steigen. Das ist sogar gut so, denn sonst würde Stillstand herrschen. Ob du es glaubst oder nicht.<<
Dem liegt wiederum der Irrglaube zu Grunde, dass eine Entwicklung immer mit Fortschritt und der allgemeinen Verbesserung der Lage einher gehen müsse. Eine Gemeinschaft kann in vielerlei Hinsicht in Stagnation oder gar Regress übergehen, und nötigt dem Einzelnen auch in diese Richtung eine Anpassungsleistung ab. Wer sich allzu sehr auf den Fortschritt verlässt, kann auch allzu leicht schon morgen zu den Gestrigen zählen. :P
Es geht auch weniger darum, was du willst, sondern mehr darum, was du bekommen kannst. Liberté, Egalité, Fraternité... Laber, Rhabarber. Das du ein möglichst angenehmes Leben haben möchtest, ist nur allzu verständlich. Du hast darauf aber kein natürliches Anrecht. Darum geht es.

>>Denn "früher" gab es auch schon ein "früher", also lebte man "früher" schon im Luxus und Wohlstand im Vergleich zu "früher"?<<
Dieser Aussage liegt die irrige Annahme zu Grunde, dass Geschichte linear verliefe. Bis zum Einsetzen der Industriellen Revolution kann von kontinuierlicher Verbesserung der Lebensbedingungen gar keine Rede sein.

>>Deine polemischen Bezeichnungen der Menschen hier bringt die Diskussion nun auch nicht wirklich voran.<<
Voran? Wohin denn? Als ob ein Kommentarthread bei SN zu irgendeinem Ergebnis führen könnte. :D Der gemeine Arbeiter sitzt allgemeinhin doch nur allzu gern in seinem Suppentellerchen, genießt die Aussicht auf den bunt bemalten Rand, frönt und suhlt sich in seinem I-Ah-Syndrom.

Letztlich, und nur darum geht es mir, ist das alles nichts als Jammern auf höchstem Niveau. Wenn mir etwas an meiner Lebenslage nicht passt, dann ändere ich etwas, erwarte aber nicht, dass sich meine Umwelt meinen Wünschen anpasst.

Und pardon: Ich bleibe dabei... wer als Single nicht mit 1500€ netto bequem auskommt, grenzt beinahe an Lebensunfähigkeit.

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