03.08.12 16:08 Uhr
 486
 

Niveau von Gymnasiasten reicht nicht aus - Vorsemester für Studenten gefordert

In den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern haben immer mehr Studienanfänger Probleme in der Mathematik. "Das Niveau, das viele Gymnasiasten an die Universität mitbringen, reicht nicht aus", so Hannovers Uni-Präsident Erich Barke.

Barke forderte deshalb wegen der Mathematikdefizite ein verpflichtendes Vorsemester an den Hochschulen, um die hohen Abbruchquoten in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern zu senken. Extrem hohe Durchfallquoten bei Klausuren zeigen die Defizite, so Barke weiter.

An der hannoverschen Uni beispielsweise haben 90 Prozent der Teilnehmer eine Elektrotechnikgrundlagenklausur nicht bestanden. Unterstützung bekommt Barke von den neun führenden deutschen Technik-Universitäten. Der mangelnden Vorbereitung an Schulen widersprach das Kultusministerium.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: 3Pac
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Universität, Bildung, Niveau, Mathematik
Quelle: www.haz.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Seltenes Wetter: Hawaii ist schneebedeckt
Großbritannien: Schule verbietet das Aufzeigen bei Fragen der Lehrer
Großbritannien: Neues Gesetz könnte Pornos für Frauen und Queers zerstören

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
03.08.2012 16:24 Uhr von R4V3R
 
+4 | -2
 
ANZEIGEN
Das: hat mit Schulen und Lehrern kein bisschen zu tun.
Wenn das Kultusministerium in den letzten Jahren so viel scheiße baut, muss man sich echt nicht wundern.
Anstatt Geometrie und Analysis zu lernen, kriegt man beigebraht wie hoch die Chance ist, einen 6er im Lotto zu gewinnen.
Da sollte sich zuerst einmal was ändern.
Danach sind die Universitäten an der Reihe an ihrem Lehren mal etwas zu ändern!!!!
Kommentar ansehen
03.08.2012 16:38 Uhr von sicness66
 
+13 | -0
 
ANZEIGEN
So ist das eben: Wenn man durch eine neoliberal finanzierte Studie der OECD (auch PISA genannt) das ganze Schulsystem in Deutschland über den Haufen wirft und eine ganze Generation als Versuchskarnickel nutzt, um herauszufinden, mit welchen Methoden man die Schüler und Studenten am schnellsten durch die Ausbildung schleust, um neues Humankapital auf dem Markt billig erwerben zu können.
Kommentar ansehen
03.08.2012 16:40 Uhr von quade34
 
+4 | -0
 
ANZEIGEN
also der Wunsch ist doch: Bespielung im Mutterbauch, höherwertige Erziehung in der Krippe zu Förderung der Kitatauglichkeit. Vorschule mindestens 3 Jahre vor der Einschulung. Sonderschuljahr vor dem Gymnasium und dann ein 14. Jahr zur Erlangung der Unireife. Und zwischendurch in den Ferien reichlich Lerncamps. Nur so läßt sich eventuell der Fleiß der Asiaten einholen.
Kommentar ansehen
03.08.2012 17:01 Uhr von Politikkritiker
 
+11 | -4
 
ANZEIGEN
Also das Problem ist doch, und das ist Fakt, dass die Lehrpläne immer wieder an das niedriger gewordene Niveau der Schüler angepasst worden sind um weiterhin die Quoten zu erfüllen.

Anhand dieser Fesstellung muss man sich die Frage stellen warum das Niveau der Schüler in einem solchen Ausmaß so nachgelassen hat, dass man zu solchen Schritten greift.

Für mich gibt es da nur eine logische Antwort, für die ihr mich jetzt gerne Steinigen dürft: Immer mehr Ausländer!

Das ist keine plumpe Hetze - es ist einfach Fakt, dass durch Sprachdefizite das Lerntempo deutlich reduziert ist, eigentlich gute Schüler ausgebremst werden und somit das Gesamtniveau sinkt.
Um dennoch die Quote zu erfüllen werden die Lehrpläne korrigiert und das böse Erwachen kommt dann an der Hochschule.

Das ist doch pervers: Aufgrund des politisch korrekten Multikulti-Wahns werden die deutschstämmigen Kinder ihrer Bildung beraubt und der Michel findet das im Gros auch noch gut...

Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel.
Kommentar ansehen
03.08.2012 17:26 Uhr von dinexr
 
+5 | -1
 
ANZEIGEN
Einseitiges Gemecker: Wenn man ein Mathematik-Studium beginnt, fängt man eig. bei 0 an (wirklich), nur gehts danach seeeeeehr viel schneller weiter, als noch in der Schule.

Da stellt sich dann die Frage, was die Schulen denn alles lehren sollen, damit der Übergang zur Uni besser läuft. Man kann da wohl beliebig viel fordern, aber das Abitur kann zum einen nicht allein wegen Mathematik ewig dauern, noch soll es das Studium ersetzen.

Ich studiere selber zwar (nur) Informatik, allerdings gibts dazu auch einige Mathematik-Vorlesungen (vorallem die Grundlagen), bei denen Erstsemester sehr gerne durchfallen. Das Problem was ich hatte, war aber viel mehr dass jeder Dozent einen recht eigenwilligen Lehrstil hatte, wobei wohl jeder für sich geglaubt hat, den ultimativen Weg gefunden zu haben. Das führt dann oft dazu, dass man sich an vermeintlich dummen Fragen aufhängt.

Manche fahren dann auch voll auf Präsenzaufgaben ab - das sind Aufgaben auf den Übungszetteln, die während der Übungsgruppe bearbeitet (nicht nur besprochen) werden. Nur was der Dozent evtl. für ziemlich einfach und schnell zu lösen hält, kann bei Erstsemestern ziemlich lange dauern. Ich hab schon oft erlebt, dass man in der Übungsruppe vlt. 1 1/2 von 2 solcher Aufgaben schafft, dann bleibt aber keine Zeit mehr für die Aufgaben, die man zuhause bearbeiten sollte und man hängt wieder in der Luft.

Ein weiteres Problem was ich persönlich immer habe ist: Ich kann entweder mitschreiben, oder mitdenken. Beides kann ich nur schlecht. Und zum mitschreiben gibts in Mathe Vorlesungen sehr viel, sodass man idR. die ganzen 90 Minuten durchschreibt. Ich schaffs immer so gerade, alles auf den Zettel zu bekommen, hab aber anschließend überhaupt keine Ahnung, was da gerade alles besprochen wurde. Beim Mitschreiben (Vorlesung oder Lösungen der Übungsaufgaben) kommts auch häufig vor, dass die Dozenten aus Faulheit (bei so viel Schreibarbeit durchaus verständlich) manche Details etwas großzügig notieren, die bei einem Erstsemester beim Nacharbeiten gern für Verwirrung sorgen. Oder wenn deren Handschrift nicht so toll ist und man gerade wegen dem Tempo kaum drüber nachdenken kann, was der Dozent da gerade macht, schreibt man z.T. irgend nen Mist ab und macht beim Nacharbeiten wieder ne lange Nase.

Das sind alles kleine und popelige Details, die in der Summe aber einem das Leben sehr viel schwerer machen können.

Solche Probleme hab ich in Informatik nie gehabt. Da gibts zu jeder Vorlesung das Skript, die Übungen so wie die Musterlösungen dazu online. Größtenteils geben die Dozenten in den Vorlesungen dann genau das wieder, was sie gerade per Beamer an die Wand werfen, nur nochmal in einer anderen Ausdrucksweise, die mehr zu ner Vorlesung passt. Wenn dann mal was schwierigieres kommt, gehen die auch zur Tafel und malen die irgendwas an oder erklärens noch mal extra ausführlich - das reicht vollkommen und spart Zeit, die man wieder ins Zuhören investieren kann.

Das hat bei mir den Effekt gehabt, dass ich Analysis 1 erst dann geblickt hab, nachdem ich die theoretische Informatik (bestehend aus Diskrete Mathematik und Berechenbarkeitstheorie) hinter mir hatte - dann aber auch mit Leichtigkeit. Eigentlich ist das genau andersherum gedacht.

[ nachträglich editiert von dinexr ]
Kommentar ansehen
03.08.2012 19:44 Uhr von TheRoadrunner
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
Einwände: @ R4V3R:
Stochastik und das Verständnis von Wahrscheinlichkeiten ist ein wichtiger Teil des mathematischen Grundwissens. Natürlich sollte man die anderen Themen darüber nicht vernachlässigen.

@ sicness:
Ich habe 1997 mein Studium in München aufgenommen, und bereits damals gab es diese Klagen. Besonders schwer hatten es Abiturienten aus nördlichen Bundesländern, da dort gewisse Sachen, z.B. Integrale, einfach nicht zum Lehrplan gehör(t)en bzw. nicht gelehrt wurden.
Die PISA-Studien gibt es aber erst seit 2000.

@ Politikkritiker:
Ich würde eher sagen, die Lehrpläne sind zu dicht gedrängt. Dadurch bleibt nicht genug Zeit, die Themen in der nötigen Tiefe zu behandeln. Die Themen wurden damit zwar gelehrt und dem Lehrplan genüge getan, aber viele Abiturienten haben keine Ahnung davon.
Schon lustig, dass Migranten jetzt schon am schlechten Wissensstand von Gymnasiasten Schuld sein sollen. Um aufs Gymnasium zu dürfen, ist generell ein Durchschnitt von 2,33 im 4. Grundschuljahr nötig. Wenn tatsächlich (größtenteils deutsche) Lehrer Kindern, die kaum Deutsch können, so ein Zeugnis geben, dann würde ich das Problem eher bei diesen Lehrern sehen.
Kommentar ansehen
04.08.2012 14:40 Uhr von bigJJ
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
ich als student! Ich studieren in Berlin an der TU - Ingenieurwissenschaften. An der TUB liegt der Schwerpunkt auf Mathe - die Fak ist dafür bekannt, gut zu sein.
Als Beispiel, ich hatte im Abitur (2009) den MatheLK, aber wirklich was für die Uni gebracht hat er mir nicht. Das Niveau in der Schule müsste dermaßen stark angehoben werden, das ist kaum vorstellbar.

Ich hatte vorm Studium nix von Matrizen, Differenzialgleichungen höherer Ordnung etc. pp. gehört. Mein erstes Semester habe ich dementsprechend verhauen. Man muss da einfach erstmal entsprechende Grundlagen aufbauen. 80-90% Durchfallquote in einigen Mathefächern sind Fakt.
Als Autodidakt hab ich die Kurve bekommen und ab dem zweiten Semester waren diese Klausuren mit viel Lernaufwand kein Problem. Die schwierigste Prüfung (sagt man) ist Differentialgleichungen, die ich im Edneffekt mit 1.0 bestanden habe.

Man muss sich eben hinterklemmen. Oder man geht an die FH oder an eine Uni mit schwacher Mathe-Fak. - wenn ich mir einige Freunde so ansehe... die studieren zB hier in Berlin an der Beuth. Die schlauen von denen machen noch "Mathematik II", die meisten belassen es bei Mathematik I.
Meine Wenigkeit hat auf dem Lehrplan: Analysis I, II, III, Lineare Algebra, Differentialgleichungen, Integraltransformationen und Part. Differentialgleichungen sowie numerische Mathematik.

Dementsprechend wissen die dann nicht was ein Taylorpolynom ist, wie man eine DGL löst, oder was eine Fourier-Entwicklung ist.
Kanns ja irgendwie auch nicht sein... das regt mich persönlich noch mehr aus.

Ich mein, wenn heutzutage jeder Depp ein Abitur mit 1.0 bekommt und dann an die Uni geht und dort grausam verkackt, der ist eben weg vom Fenster.

Refresh |<-- <-   1-7/7   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?