25.07.12 09:58 Uhr
 415
 

Nordeifel: Gericht verpflichtet zwei Grundschüler zum Religionsunterricht

Ein Sorgerechtsstreit zwischen den Eltern führte in der Nordeifel zur gerichtlichen Teilnahmeverpflichtung zweier Grundschüler am Religionsunterricht und an Schulgottesdiensten.

Die Eltern der Kinder sind konfessionslos. Die Mutter wollte den Kindern die Entscheidung über die Teilnahme am Religionsunterricht überlassen. Die Kinder lehnten den Besuch des Unterrichts ab. Der Vater verlangte hingegen die religiöse Bildung.

Das Amtsgericht Monschau schränkte daraufhin das Sorgerecht der Mutter ein und verpflichtete die Schüler zur Teilnahme am Religionsunterricht und den Schulgottesdiensten. Das Gericht argumentierte, dass die meisten Kinder am Religionsunterricht teilnehmen, auch wenn sie konfessionslos sind.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: Teffteff
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Gericht, Sorgerecht, Religionsunterricht, Konfession
Quelle: www.taz.de

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Hameln: Frau, die an Auto durch Stadt geschleift wurde, kann wieder sprechen
Großbritannien: Hunderte Polizisten wegen sexueller Übergriffe angezeigt
Altkanzler Helmut Kohl will fünf Millionen Euro Schmerzensgeld von Ghostwriter

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
25.07.2012 10:05 Uhr von Noseman
 
+19 | -4
 
ANZEIGEN
Verpflichtende: Teilnahme an Gottesdiensten geht überhaupt nicht.

Mindestens dieser Punkt ist schonmal völlig rechtswidrig.


Selbst in einer Republik, in der die Bundesregierung Körperverletzung von Kindern aus religiösen Gründen weiterhin schützen will.
Kommentar ansehen
25.07.2012 12:56 Uhr von artefaktum
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
@wok! "Der Richter folgte den Argumenten des Vaters, die Kinder würden von der Gemeinschaft und vielen Veranstaltungen ausgeschlossen, was wohl auch stimmen kann.
Da kann das schon sinnvoller sein am Religionsunterricht teilzunehmen (zumal ja der christliche Grundgedanke - Nächstenliebe etc. - nicht grundsätzlich falsch ist)."

Das mag ja auch alles richtig sein. Aber kann man daraus einen Zwang ableiten?
Kommentar ansehen
25.07.2012 13:10 Uhr von artefaktum
 
+5 | -0
 
ANZEIGEN
@ wok! Hier geht´s um Religionsunterricht. Einen Glauben kann der Staat (im Gegensatz zu einer allgemeinen Bildungspflicht) niemandem vorschreiben.
Kommentar ansehen
25.07.2012 22:25 Uhr von Sonny61
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
Diktatur der Kirche. Wen wundert´s!
Kommentar ansehen
26.07.2012 12:51 Uhr von bjoernc
 
+0 | -3
 
ANZEIGEN
Religionsmündigkeit: die Richter haben korrekt entschieden.

Vater und Mutter teilen sich das Sorgerecht und haben in dem Punkt RELIGIONSUNTERRICHT unterschiedliche Auffassungen.

Der Vater will die Teilnahme weil die Kinder in einer ländlich-katholischen Umgebung aufwachsen und er fürchtet das diese gesellschaftliche Nachteile haben könnten.

Die Mutter will die Entscheidung den Kindern selbst überlassen, was zwar löblich ist jedoch nicht von Belang ist.

Kinder erweben erst mit 10. Jahren die erste Religionsmündigkeit und können erst ab 12 selbst erste Entscheidungen treffen.

Das Gericht hat daher nur die Meinung der Eltern zu berücksichtigen nicht die Meinung der Kinder. Und ist den Argumenten des Vaters gefolgt und hat Ihm das Sorgerecht im Bezug auf den Besuch des Religionsunterrichtes übertragen. Daher kann man nicht davon sprechen, das die Kinder durch das Gericht zum Besuch dieses Unterrichts gezwungen werden sondern durch den Vater.

Ab dem Alter von 14 Jahren dürfen Sie dann vollständig selbst entscheiden.

Das an den Schulen noch kofessions gebundener Religionsunterricht oder Veranstaltungen stattfindet sollte jedoch meiner Meinung nach abgeschafft werden. In dem Fall hätten die Richter wohl auch der Mutter recht gegeben da in dem Fall die Kinder nicht benachteiligt gewesen wären.
Kommentar ansehen
28.07.2012 09:32 Uhr von Noseman
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@D bjoernc: "Das Gericht hat daher nur die Meinung der Eltern zu berücksichtigen nicht die Meinung der Kinder. Und ist den Argumenten des Vaters gefolgt und hat Ihm das Sorgerecht im Bezug auf den Besuch des Religionsunterrichtes übertragen. Daher kann man nicht davon sprechen, das die Kinder durch das Gericht zum Besuch dieses Unterrichts gezwungen werden sondern durch den Vater."

Und deswegen hat das Gericht ja falsch entschieden, denn es hat das Sorgerecht (in diesem Punkt) dem Elternteil übertragen, welches Zwang ausübt und somit gegen das Kindeswohl handelt.

Dass hier Zwang im Spiel ist sieht man an der verpflichtenden Teilnahme am Gottesdienst. Das geht nochmal weit über den Zwang zur Teilnahme am Religionsunterricht drüber hinaus .

Man kann niemanden zur Teilnahme an kultischen Handlungen zwingen, auch nicht Kinder.

!!!!!

Die UN-Kinderrechtskonvention sieht in Art. 14. Religionsfreiheit auch für Kinder vor. Die Mutter achtet diese, obwohl sie persönlich gegen diesen Reliquark ist; der Vater will deren Umsetzung erzwingen.

(Die Kinder äußern sich ja gegen die Teilnahme am Reliunterricht und Gottesdienst)

Dass diesem aber das alleinige (!) Sorgerecht in Religionsfragen zugesprochen wurde (statt der Mutter) ist ein eindeutiger Bruch dieser Konvention.

Und GENAU HIER handeln die Richter rechtswidrig, da Deutschland diese Normen verbindlich spätesten seit 15. Juli 2010 einzuhalten hat!

!!!!!
Kommentar ansehen
29.07.2012 10:03 Uhr von bjoernc
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Noseman: Wenn es darum gehen würde das die Kinder in einer größeren Stadt aufwachsen würden würde ich dir vollkommen beipflichten. Da die Kinder hier gesellschaftlich Alternativen haben.

Aber die Kinder wachsen in einem Dorf "Kesternich" mit gerade einmal 1500 Einwohnern auf. Was meinst du wieviele Kinder es dort in deren Altersgruppe gibt? Und was meinst du wie die Kinder gesellschaftlich akzeptiert werden wenn Sie bei verschiedenen gemeinschaftlichen Veranstaltungen fernbleiben.

Ich glaube kaum das die Kinder in der Lage sind dies bei Ihrer Entscheidung gebührend zu berücksichtigen.

Und ich gebe allen Recht das man auch Kinder nicht zu einer Relegion zwingen sollte, das der Religionsunterricht wie bisher abgeschaft gehört. Stattdessen gehört ein Fach wo Religion / Ethik und Philosopie unterrichtet wird. Mit Religion meine ich in dem Fall die Vorstellung aller großen Welt Religionen. Aber leider ist dies nunmal nicht gegeben.

[ nachträglich editiert von bjoernc ]
Kommentar ansehen
21.08.2012 23:37 Uhr von aquilax
 
+0 | -1
 
ANZEIGEN
deutsche macht weiter und schafft euch endlich ab!

dann gibt es solche probleme nicht mehr.

Refresh |<-- <-   1-8/8   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2016 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Jeder zehnte Arbeitnehmer hat nur einen befristeten Job
Cyberangriff: ThyssenKrupp von Hackern angegriffen
USA: Einige Showrunner verbieten Vergewaltigungsszenen in Serien


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?