20.07.12 07:48 Uhr
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Spanien beschließt Sparmaßnahmen in Höhe von 65 Milliarden Euro - Volk in Aufruhr

Das spanische Parlament hat gestern ein großes Sparpaket verabschiedet. Die Opposition stimmte als Gesamtheit dagegen, jedoch ohne Erfolg. Das Sparpaket beinhaltet eine drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer, die Abschaffung des Weihnachtsgeldes für Beamte sowie die Kürzung des Arbeitslosengeldes.

Es kam zu großen Protesten. Alleine in der Hauptstadt Madrid demonstrierten gestern 100.000 Menschen, darunter auch Beamte und Polizisten. Spanienweit kam es zu weiteren Protesten, an denen sich Hunderttausende beteiligten.

Spanien befindet sich in einer Rezession mit mindestens 5,6 Millionen Arbeitslosen. Das Land hat Milliarden-Hilfen für seinen schwachen Bankensektor geordert. In Deutschland stimmte man gestern über eben so eine Hilfe für Spanien ab. Mit Mehrheit wurde die Hilfe verabschiedet.


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WebReporter: Ganker
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Euro, Wirtschaft, Bank, Spanien, Volk, Aufruhr
Quelle: www.spiegel.de

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20.07.2012 07:48 Uhr von Ganker
 
+4 | -0
 
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Zum Glück merken wir hier in Deutschland nicht all zu viel. Hoffentlich trifft es uns nicht dann erst in 2-3 Jahren...
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20.07.2012 08:13 Uhr von Phyra
 
+15 | -0
 
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vorallem die ausrede unserer lieben politiker:
"Wir helfen nicht den banken, wir helfen den staaten ihren banken zu helfen"
Welcher idiot soll denn bitte denken, dass es da einen unterschied gibt?
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20.07.2012 09:07 Uhr von Ranji
 
+2 | -1
 
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Was hier gestern los war, war an sich nicht schön.
Dass man hier, genauso wie bei uns, in quasi jeder Demo irgendwelche radikalen Deppen dabei hat und dass die Polizei entsprechend auf diese reagiert, ist an sich ja normal.
Das Problem hier ist im Moment, dass es eben nicht nur "die üblichen Verdächtigen" sind, die wirklich stinkig werden sondern alle und auf der anderen Seite die Sicherheitskräfte, welche da stehen müssen, an sich genauso sauer sind, weil ihnen ja genauso alles gestrichen wurde die letzten Tage...
Alles ziemlich brenzlig...

In den deutschen Nachrichten kommt ja an sich kaum was, vor den Ministerien wird hier aber schon seit ein paar Wochen jeden Tag demonstriert, Strassen blockiert etc...

Auf der einen Seite durchaus verständlich, wenn man auf einmal solche Kürzungen aufgedrückt bekommt, auf der anderen Seite (und das sehen viele meiner Freunde und allgemein der Leute hier langsam auch ein-zumindest die mit bisl Grips), dass man jahrelang oder jahrzehntelang deutlich über allen Verhältnissen gelebt hat und das jetzt nur die logische Konsequenz ist...

Ich bin mal gespannt, wie dass hier alles weiter geht, ich befürchte leider, dass es vor allem bei den "funcionarios" nicht bei Lohnkürzungen bleiben wird sondern auf kurz oder lang auch Leute gehen müssen... Was angesichts des irrsinnigen Beamtenapperates hier auch nur naheliegend ist (Beispiel: 1 Arzt auf 300 Spanier aber 3 Politiker auf 100 Spanier)... Und wenns soweit kommt wird´s sicher unschön...

Übrigens, bevor ich hier hergezogen bin, hatte ich an sich keinerlei Vorstellung, was es heisst, "in der Krise" zu stecken. Die Leute hier, vor allem U30, wissen es (und ich seh´s halt)... Da relativiert sich die Nörgelei und Jammerei bei uns zuhause relativ schnell...
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20.07.2012 09:13 Uhr von verni
 
+7 | -1
 
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WANN ENDLICH: gehen hier alle auf die Strasse um gegen diese Verbrecher zu demonstrieren oder noch besser -> Sie gleich ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Ich habe ebenso die Bilder über Twitter von Spanien gesehen und wie es dort gerade zugeht....all das wird in den Medien hierzulande gar nicht gesendet! Ich komme mir hier langsam vor wie 1933 oder wie in der späten DDR....es wird Zeit dass sich der schlafende Michel erhebt und endlich aufwacht bevor es zu spät ist.
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20.07.2012 09:22 Uhr von Mainzlmaennchen
 
+1 | -4
 
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Hört sich hart an, aber Siesta, Bunga-Bunga und Fakilaki als Lebenseinstellung kann nicht ewig gut gehen!

Von Schuld will ich hier nicht sprechen.

Aber genau wie wir dafür verantwortlich sind, wen wir wählen, sind auch die Spanier dafür verantwortlich, wen sie gewählt haben.

Und wenn es Parteien und Abgeordnete sind, die Wohlstand über Kredit finanzieren wollen oder zumindest zulassen, dass Wohlstand über Kredit finanziert wird, braucht sich niemand wundern, wenn die Blase platzt!

Dass das Volk (und nicht nur die Politiker) sich - solange möglich - nimmt was es kriegen kann, sei es das Blindengeld oder die Rente für Tote, der unbesicherte Immobilienkredit, oder die gut bezahlte Beamtenstelle, liegt in der Natur des Menschen. Dass er hinterher jammert, auch. Das ist die Logik dahinter.

[ nachträglich editiert von Mainzlmaennchen ]
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20.07.2012 09:44 Uhr von Sag_mir_Quando_sag
 
+5 | -0
 
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Klärungsprozess: "Zum Glück merken wir hier in Deutschland nicht all zu viel. Hoffentlich trifft es uns nicht dann erst in 2-3 Jahren..." (Ganker)
Genau das ist zu befürchten, wenn das Target2-System nicht reformiert wird. Endlos wird das nicht funktionieren.

Der Unterschied zu den Spaniern ist ja wohl, daß es keine so strukturierte Genehmigungspraxis von Baukrediten im deutschen Finanzsystem gab. Auch wenn ein Baukredit an das Objekt und nicht an die Person gebunden ist, ist ein Objekt kein Akteur an sich, da es nicht am Bewertungsprozess im Markt teilnimmt. Die Akteure selbst nahmen in einem solchen Zusammenhang an einem extatisch geformten Marktprozess teil, ohne die dafür erforderlichen persönlichen Fähigkeiten einer realistischen Marktbewertung zu besitzen. Vielleicht wollte sie dies auch gar nicht wissen, wer weiß? Diese durch das U.S.-amerikanische Steuersystem verursachte Übertragung amerikanischer Verhältnisse (Foreclosure - also bei Nichtzahlung lediglich Rausschmiß aus dem Immobilieneigentum und keine persönliche Haftung des Eigentümers) auf den spanischen Markt über juristische Personen sind der Hintergrund der derzeitigen Verhältnisse.
Die Proteste sind legitim, aber wer ist denn der Adressat? Sind die eigentlich Verantwortlichen überhaupt politisch erreichbar, wenn sie im Ausland sitzen?

Die breite Bevölkerung sorgt für stabile Verhältnisse, die dann anonym vom Kapital verwertet werden.

Wenn also von der europäischen Finanzschuldenkrise die Rede ist, ist es tatsächlich eben auch eine U.S.-amerikanische Krise, die lediglich nach Europa ausgelagert wurde. Nach Griechenland (Goldman Sachs) ist nun Spanien von Fehlspekulationen (U.S.-amerikanische Steuerabschreibungen) betroffen, deren Last bereits auf die dortige Bevölkerung durch Übertragung von Eigentumsanteile an Banken sozialisiert wurden. Dies bedeutet, daß die dortigen Bevölkerungen jetzt die negativen Seiten der Globalisierung tragen, und da die Last dort unerträglich wird, der europäische Verbund mit reingezogen wird.

Wann wird Deutschland von diesen Verflechtungen betroffen, wo es beispielsweise über das Cross-Boarder-Leasing mit den USA verflochten ist?

Der Zusammenbruch des Interbankenhandels hat also konkrete Gründe: Es wird abgewartet, bis die öffentliche "Hand" die Last von den Banken genommen hat. Deshalb ist die Forderung nach Neubewertung dieser Lasten so legitim. Diese Lasten haben sich zu Luftschlösser - auch im Zuge des völlig unkontrollierten Derivatemarktes - aufgebaut, deren fiktiver Wert gar nicht "marktfähig" ist.

Nachdem also simple "Drucker" nicht mehr repariert werden, und neu gekauft werden müssen, ist die Wirtschaft in ihre nächste Phase eingetreten: die Vermüllung von Immobilien.

[ nachträglich editiert von Sag_mir_Quando_sag ]
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20.07.2012 12:48 Uhr von cyrus2k1
 
+6 | -0
 
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Gummigeschoße auf Demonstranten: Und das in einem EU-Land. Ich konnte mir diese extreme Gewalt gegen Demonstranten bis vor kurzem in der EU nicht vorstellen und habe sowas nur von Diktaturen erwartet.

So weit haben uns die Banken schon gebracht.

Europa geht unter.
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20.07.2012 13:21 Uhr von ArrowTiger
 
+3 | -0
 
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@Ranji: -- "dass man jahrelang oder jahrzehntelang deutlich über allen Verhältnissen gelebt hat und das jetzt nur die logische Konsequenz ist..."

Gerade für Spanien trifft dies aber nicht zu! Bis zum Ausbruch Finanzkrise hatte Spanien bessere wirtschaftspolitische Zahlen als England, Frankreich oder Deutschland (höheres Wirtschaftswachstum, Haushaltsüberschüsse, geringere Verschuldung). Zu Beginn der Krise lief dank einer guten Konjunkturpolitik auch noch alles ganz gut - bis die EU ein Austeritätsprogramm über Spanien verhängte und zudem die Immoblase platzte.

Nicht nachvollziehbar ist auch, warum Spanien trotz besserer Wirtschaftsleistung höhere Bankzinsen aufgedrückt bekam, als deutlich defizitärerer Länder?

"Über seine Verhältnisse" hat gerade Spanien also sicher nicht gelebt! Gerade an Spanien sieht man sogar ganz deutlich, wie an sich gesunde Volkswirtschaften "totgespart" werden können.
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20.07.2012 13:26 Uhr von ArrowTiger
 
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@Mainzlmaennchen: -- "aber Siesta"

Laß mal die Siesta raus! ;-) Zur Mittagszeit kann bei der dort üblichen Hitze kein Mensch arbeiten, daher gibt es die auch. Dafür wird dort bis in die späten Abendstunden gearbeitet - Feierabend um 20-21 Uhr ist nicht unüblich, bei einem Arbeitsbegin ab ca. 9 Uhr. Es gibt allerdings einen Trend zu verkürzten Siesta.

[ nachträglich editiert von ArrowTiger ]
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21.07.2012 12:45 Uhr von opheltes
 
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groel: Ich habe gar keine Zeit auf die Strasse zugehen :p

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