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Fiskus will 5.000 Euro, weil Bäcker an Tafel spendet

Roland Ermer ist ein Bäcker mit Herz. Was er abends nicht verkauft hat, das spendet er an die örtliche Tafel. Dort sind Bedürftige, die das brauchen. Ein gutes Werk, sollte man meinen. Das Finanzamt sieht das anders.

Obwohl die nicht verkaufte Ware abends wertlos ist, unterstellt das Amt den Verkaufspreis weiterhin als Wert, schätzt die Herstellungskosten auf 50 Prozent und will vom Bäcker Umsatzsteuer, so als ob er nicht gespendet, sondern verkauft hätte - rückwirkend über einen Zeitraum von fünf Jahren: 5.000 Euro.

Das Gesetz sei eine europäische Regelung, die allein in Berlin gar nicht geändert werden könne, behauptet das Bundesfinanzministerium. Ermers Berufskollegen verkaufen jetzt ihre Spende für einen symbolischen Euro. Der Gefahr der vorsätzlichen Steuerverkürzung entgehen sie dadurch nicht.


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WebReporter: opwerk
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Euro, Spende, Bäcker, Tafel, Fiskus
Quelle: www.kompetenznetz-mittelstand.de

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23 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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19.07.2012 20:13 Uhr von opwerk
 
+39 | -3
 
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Es gibt nichts, was es nicht gibt. Wir haben in Deutschland zehntausende Seiten Steuergesetze, wir haben leere Staatskassen und viele Hilfsbedürftige in ganz Europa. Irgendwo muss das Geld ja herkommen ...
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19.07.2012 20:18 Uhr von erw
 
+74 | -3
 
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Bismarcks Erbe auf lange Sicht in Stücke gerissen. Langsam aber sicher wird das Erfolgsmodell des Sozialstaats aufgeweicht, der Öffentlichkeit mittels Propaganda als notwendig verkauft und am Ende vielleicht privatisiert. Dann haben wir Zustände wie in Amerika.
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19.07.2012 20:34 Uhr von sicness66
 
+18 | -2
 
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Soll er doch: die Spende als Sonderausgabe in Einkommensteuererklärung angeben...
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19.07.2012 20:43 Uhr von ThomasHambrecht
 
+62 | -2
 
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Eine logische Folge wäre dass alle deutschlandweit nicht mehr an die Tafel spenden - dafür konsequent die Lebensmittel entsorgen. Leute die "containern" begehen also Steuerhinterziehung.

100 Milliarden Hilfspaket an spanische Banken - aber armen Leuten das Essen, das eh auf den Müll kommt, wegnehmen. So habe ich mir Europa nicht vorgestellt.
Kann man den Verstand der Verantwortlichen durch Elektroschocks und Abspritzen mit eiskaltem Wasser retten?
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19.07.2012 20:59 Uhr von Jack9183
 
+46 | -0
 
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Sozial alles klar da fällt mir nix mehr zu ein.Ein Busfahrer der eine Frau vor einer Vergewaltung schützt bekommt eine Anzeige weil er den Täter zu "brutal" von seiner Straftat abgehalten hat.Und ein Bäcker mit weichem Herz der den Armen das nicht verkaufte Gut schenkt und so für volle Mägen sorgt wird Steuerhinterziehung vor geworfen?WO zum Teufel sind wir?Was ist das für ein beschiessenes Deutschland.Kein wunder das es keine Zivilcourage oder Spenden gibt,man muss ja bei allem Angst haben vom Staat noch einen auf den Sack zu bekommen.
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19.07.2012 21:09 Uhr von Bud_Bundyy
 
+6 | -1
 
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So einfach ist es nicht Er hat sich wohl nicht belegen lassen wie viel er gespendet hat.

Denn behaupten kann man viel.
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19.07.2012 21:43 Uhr von ITler84
 
+2 | -0
 
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Kuchen auf der Müllkippe ist keine Leistung. Ach nein? Immerhin ernährt er damit umsonst die Millionen von Ratten in der Stadt. Dafür sollte man auch Schwarzspendensteuer zahlen. An sich finde ich es ja gut das nicht zuviel produziert werden soll.
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19.07.2012 23:18 Uhr von shig
 
+5 | -0
 
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@lamor200: ""wiedereinmal schreibt uns die EU sachen vor aber warum dürfen die das?""Die macht geht vom volke aus"""


Von welchem Volke? Das Deutsche Volk ?
Lach mich tot.
Die Jungs da oben wissen mit wem die sowas machen können.
Also, nicht jammern. Sondern auch öffentlich zeigen wer das Volk ist und nicht immer nur hinterm PC.
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19.07.2012 23:25 Uhr von Katerle
 
+4 | -0
 
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hoffentlich: werden nun endlich den euro und eu fanatikern die augen geöffnet. wie menschenverachtend das ganze gebilde doch ist
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19.07.2012 23:36 Uhr von Alois_Besenstiel
 
+4 | -16
 
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19.07.2012 23:44 Uhr von Alice_undergrounD
 
+2 | -1
 
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nicht verkauft -> keine umsatzsteuer: jeder winkeladvokat schafft abhilfe

der geschätzte verkaufswert darf hier nicht herangezogen werden.
wohlgemerkt: umsatzsteuervorabzugsberechtigung besteht logischerweise für die zur produktion der spende eingesetzten güter nicht.

[ nachträglich editiert von Alice_undergrounD ]
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19.07.2012 23:44 Uhr von MamboKurt
 
+2 | -0
 
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weiss doch jeder: "Tue nichts Gutes, dann passiert dir nichts Schlechtes."
so isses.. leider

*kotz*
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20.07.2012 00:05 Uhr von Katerle
 
+8 | -1
 
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@Alois_Besenstiel: man sollte dich für deine überhebliche ansicht sofort enteignen um dir mal zu zeigen, dass es auch leute gibt die absolut nichts haben und vor allem nichts dafür können
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20.07.2012 00:13 Uhr von TK-CEM
 
+9 | -0
 
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Eigentlich . . . . . . wurde schon alles gepostet. Wer in Deutschland etwas soziales oder was Gutes tut, wird bestraft - und zwar mit der vollen Härte des sogenannten Gesetzes.

Gewaltverbrecher wie Vergewaltiger und Kinderschänder aber bekommen Bewährungsstrafen und werden in teure psychiatrische Programme gesteckt, obwohl die Rückfallquote hier immer noch extrem hoch liegt.

Deutschland mutiert moralisch immer mehr zum dekadenten Morast der menschlichen Zivilisation.

Und für alle, die meinen, mich hier wieder anpöpeln zu müssen: es ist ausschließlich MEINE Meinung.

Danke - Bitte - Servus
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20.07.2012 01:26 Uhr von EIKATG
 
+5 | -0
 
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Tja: um mal einen Buchautor zu zitieren: "Deutschland schafft sich ab" und das in Rekordgeschindigkeit!
Einestages stehen die Leute auf der Straße und dann bekommen einige was sie verdienen. Die Frage ist nur wann es ist... Für diesen Fall gehe ich aber mal von Zuständen wie zur Zeiten der franz. Revolution aus,

Ich weiß nicht wie es euch geht... aber ich freu mich schon drauf :)
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20.07.2012 01:48 Uhr von AMB
 
+4 | -0
 
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Wieso? irgend wie muß mir das jemand erklären. Wenn jemand das Finanzamt betrügt, dann wird er bestraft.
Wenn ein Gesetz mehr tut als die Freiheit eines einzelnen gegen die Freiheiten anderer abzugrenzen, so habe ich schon von klein auf gelernt, handelt es sich um das gezielte ausnutzen von Bürgern oder die Schaffung von Schiebereien durch Lobbiisten.

Das dies nicht immer zu verhindern ist erscheint völlig klar.
Daß der Bürger jedoch vom Finanzamt betrogen werden sollte, sollte in Gesetzen völlig verhindert werden, denn man könnte sonst auf den Gedanken kommen, daß hier jemand Gesetze erläßt, der bewußt Bürger betrügt und somit eigentlich Verrat an unserem eigenen Volk übt - selbst, wenn es nur ein kleiner Kreis an betroffenen sein sollte, denn so viele Bäcker wird es wohl nicht betreffen.

Allerdings muß man sich darüber im klaren sein, daß, sollte wir uns mal im Krieg befinden auf den Verrat am Volk die Todesstrafe angemessen ist. Sie kann wohl in Friedenszeiten etwas davon abweichen aber es ist verständlich, wenn Verrat am Volke nicht einfach so hingenommen werden muß.

Mich würde also interessieren wie man diese Veräterische Handlung gerechtfertigt, denn einen Sozialen Menschen für sein soziales Verhalten steuerlich zu bestrafen, kann nicht im Sinne der Bürger sein. Leider kenne ich mich in den Gesetzen nicht so aus, als daß ich eben nachvollziehen kann, ob hier nur Willkür und Übereifer der Beamten greift, eventuell Betrug seitens des Bäckers, wobei man schon nachweisen können sollte, wie viel gespendet wurde, oder ob die gesetzliche Regelung schlechthin nur undurchdacht verwerflich ist, denn eine Mutwillige Verratshandlung an uns Bürgern kann man wohl vermuten, stelle ich jedoch zumindest im Glauben an Gutes erst mal in Frage.

Würde mich also freuen, wenn jemand mal breittreten könnte, wieso überhaupt der Bäcker bestraft werden soll.
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20.07.2012 02:15 Uhr von 2red
 
+2 | -0
 
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@Alois_Besenstiel: Du darfst hier niemals, wirklich niemals Ironie ohne [Ironie]- oder [Sarkasmus]-Tags verwenden, das versteht der Pöbel so nicht
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20.07.2012 07:23 Uhr von DerMaus
 
+1 | -0
 
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Deutschland AG - Die beste Demokratie, die man für Geld kaufen kann!
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20.07.2012 07:31 Uhr von TK-CEM
 
+2 | -0
 
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@AMB: "Mich würde also interessieren wie man diese Veräterische Handlung gerechtfertigt, denn einen Sozialen Menschen für sein soziales Verhalten steuerlich zu bestrafen, kann nicht im Sinne der Bürger sein."

Genau DAS ist der Punkt, den wohl kaum ein normal denkender Bürger dieses Landes versteht. Das Schlimme daran ist ja, dass durch solche hirnrissigen Aktionen weitere Bürger davon abgeschreckt werden, gegenüber sozial schwächeren Mitmenschen in irgend einer Form Gutes zu tun, weil sie Angst haben müssen, von der Obrigkeit bestraft oder in irgend einer Weise sanktioniert zu werden.

Vermutlich ist der hier bekannt gewordene Bäcker nur ein Beispiel von vielen solchen Kurriositäten. Möchte nicht wissen, wieviele Sozialhelfer tatsächlich schon in ähnlicher Weise bestraft wurden. Die Obrigkeit macht es dem Volk anschaulich vor: es zählt ausschließlich und nur der Mammon - die höchste Gottheit unserer sogenannten Zivilisation.

Übrigens: das Volk sind wir alle - also auch die Knalltüten vom Fiskus. ABER die Obrigkeit sind u.a. diejenigen, die uns diesen ganzen Mist immer wieder einbrocken - vom Fiskus bis zur Regierungselite.

Der Bäcker hingegen gehört einmal zum Volk, aber auch zu den Personen, die als Selbständige von der Obrigkeit gegeiselt und gemolken wird wie eine Milchkuh. Nur wie lange das noch so durchführbar ist, bleibt abzuwarten, denn wie Du schon richtig bemerkt hast ist das Verrat am Volk, der irgendwann bitterböse gerächt wird - hoffentlich.

Zum Schluss wie immer: alles nur MEINE Meinung.
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20.07.2012 08:58 Uhr von jpanse
 
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@Herrensocke: Danke für den Link, es ist echt unglaublich.
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20.07.2012 09:50 Uhr von Mainzlmaennchen
 
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Fadenscheinige Ausrede der Finanzamts. Natürlich gibt es im deutschen Steuerrecht Mittel und Wege, das gewünschte Ergebnis zu erlangen. Nur werden Behörden und Gerichte die normalen Menschen nicht gewähren.

Hier gäbe es folgende Möglichkeiten:

1. am einfachsten: so tun, als hätte man die Besteuerungsgrundlagen nicht erkannt, bis die Festsetzungsfrist jeweils rum ist

2. Abweichende Steuerfestsetzung, § 163 AO

3. Nach Festsetzung: Steuererlass, § 227 AO

Insb. 2. und 3. sind aber nur theoretischer Art, da man wohl nicht davon ausgehen wird, dass der Bäcker bei Erhebung der Steuer pleite wäre.

Der Verkauf für 1 Euro bringt ihnen leider auch nichts. Der symbolische Euro stellt gem. § 42 AO wohl eine Umgehung der Entnahmebesteuerung gem. §§ 3 Ib Nr. 1, 10 IV UStG dar.

Bis vor kurzem dachte ich immer, der symbolische Euro wäre grundsätzlich eine Umgehung und würde nicht anerkannt. Ausnahme seit kurzem: man heißt VW/Porsche und es geht nicht um 5.000 Euro, sondern um 1.500.000.000 Euro. :-(

[ nachträglich editiert von Mainzlmaennchen ]
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20.07.2012 10:03 Uhr von Zerberus76
 
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Einfache Lösung: Den Wert der Brötchen mit NULL Euro angeben. Das ist wohl richtig und legal. Wenn das Finanzamt den Wert auf 50% des Verkaufspreises schätzt, sollen sie das auch belegen.
Ich finde 100% Gewinnspanne beim Bäcker eh etwas wenig...

Für 5000 Euro würde ich nen Rechtsstreit riskieren.
Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Finanzbeamten einleiten. Gibt sicher genügend Gründe dafür. Glaube kaum das der Beamte sich mit Brötchenverkauf auskennt...

Die Lösung: Versteigern! wenn nur die Tafel 1 Euro bietet kann er ja nichts dafür und ist nen Beleg für den Marktwert der Brötchen....

Wenn ein Händler ein teures Gerät für 1 Euro versteigert (Tippfehler oder eben nur Pech) muss er ja nicht auf den Marktwert steuern zahlen sondern nur auf den 1 Euro?!!!
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21.07.2012 13:00 Uhr von opwerk
 
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Angeblich hat jetztdas Bundesfinanzamt entschieden: aber auf Rückfrage war es nur ein "Vorschlag" zur Diskussion nach der Sommerpause. http://www.kompetenznetz-mittelstand.de/...

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