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EU-Beitritt: Island will nicht "in ein brennendes Hotel einziehen"

Rund zwei Jahre nach Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen werden die kritischen Stimmen immer lauter. So meinte die TV-Moderatorin und zeitweilige Präsidentschaftskandidatin Thóra Anórsdóttir vor Kurzem: "Wer möchte sich schon in einem brennenden Hotel einmieten"?

Auch die Präsidentschaftswahl Ende Juni konnte von den Beitrittsgegnern klar für sich entschieden werden. Wahlsieger wurde der bisherige Präsident Grímsson, der den Widerstand gegen eine EU-Mitgliedschaft zum zentralen Wahlkampfthema machte.

Schon jetzt steht die sozialdemokratische Regierungschefin Jóhanna Sigurdardóttir mit ihren EU-Beitrittsplänen zunehmend isoliert da. Nach den Parlamentswahlen im nächsten Frühjahr erwarten Beobachter das endgültige Aus; eine Rücknahme des Beitrittsgesuchs gilt als sehr wahrscheinlich.


WebReporter: Klecks13
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Politik, EU, Hotel, Island, Beitritt, EU-Beitritt
Quelle: www.handelsblatt.com

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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19.07.2012 13:21 Uhr von Klecks13
 
+7 | -2
 
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Widerstand gegen den EU-Einheitswahn und Jagd auf kriminelle Bankster
http://www.shortnews.de/...

Das Land wird mir zunehmend sympathischer :-)

Der geografische Abstand zum Festland scheint Vorteile zu haben: Offensichtlich ist die Reichweite des EU-Hirnerweichungsfiebers begrenzt :-)

[ nachträglich editiert von Klecks13 ]
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19.07.2012 13:27 Uhr von Katzee
 
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Ich kann: verstehen, wenn sich Länder gegen einen EU-Beitritt aussprechen. Ach, hätten es doch viele andere zuvor so gemacht ... Aber man sollte bedenken, dass Island das erste europäische Land war, dass pleite gegangen ist. Und eine Bankeneinlagensicherung gibt es in Island auch nicht. So haben die meist Anleger ihr isländische Bankguthaben endgültig verloren. Brennen tut also nicht nur "Hotel EU" sondern auch das isländische Kämmerchen.
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19.07.2012 14:23 Uhr von Klecks13
 
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@ Katzee: Im Prinzip schon richtig. Nur hat Island gar nicht erst versucht, "systemrelevante" Banken mit aberwitzigen Summen zu retten. Man hat sie einfach pleite gehen lassen. Ist Island deshalb etwa pleite?
In der EU hat man dagegen unfassbare Beträge in die Banken gepumpt, um solche Pleiten abzuwenden. Das ganze wurde dann auch noch "alternativlos" genannt. Ist die EU pleite? Nun, ich denke, zumindest sehr viel näher dran.

Mittlerweile geht es mit der Isländischen Wirtschaft wieder bergauf. Was zeigt, dass so ein Crash durchaus auch heilsam sein kann. Das blinde, grenzenlose Vertrauen in die Finanzwirtschaft ist jedenfalls weg.

Was die Einlagensicherung betrifft: Die erfasst bei uns auch nur einen Bruchteil der Sparvermögen. Abgesichert sind lediglich Bareinlagen, also Giro-, Spar- und Tagesgeldkonten. Und auch diese nicht unbegrenzt. Sparbriefe, Obligationen, Pfandbriefe usw. sind dagegen nicht(!) gesichert. Bei Festgeld sollte man deshalb genau hinschauen, ob der Vertrag den Charakter eines Sparkontos oder eher den einer Anleihe oder Sparbriefes hat.
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19.07.2012 14:23 Uhr von klartext4u
 
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nur der anfang: hm erst Türkei und nun auch Island, es möchten sogar einige austreten.

die EU war eine gute Iddee aber leider hat nicht jeder mitgezogen bzw war kein Land bereit wirklich aus mehreren Ländern ein einziges zu machen mit nur einem Anführer (nein nicht Hitler) wie die USA zb...mit dem Präsident
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19.07.2012 15:15 Uhr von Klecks13
 
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@ klartext4u: Europa ist aber nicht USA. Schau dir einfach mal die Mentalitätsunterschiede zwischen Nord und Süd, Ost und West an! Das ist absolut nicht wertend gemeint; jedes Volk hat seine regionalen Eigenheiten und das ist auch gut so. Mit deutschem Perfektionismus gäbe es kein italienisches Dolce Vita. ;-)

Trotzdem, das bekommt man nicht einfach so unter einen Hut. "Die Skandinavier" gibt es ebenso wenig wie "die Südländer". Ein Schwede tickt anders als ein Finne und ein Spanier ist kein Italiener. Bereits zwischen Holländern, Belgiern, Deutschen und Österreichern sind die Unterschiede schon deutlich; trotz ähnlicher Kultur und gemeinsamen ethnischen Wurzeln. Selbst innerhalb der einzelnen Mitgliedstaaten gibt es regionale Unterschiede, die immer wieder zu Spannungen führen.
Denkst du wirklich, das liese sich zentral regieren?

Die Idee der EU war übrigens, die politischen Voraussetzungen zum Ausbau des Wirtschaftsraumes(!) EWG zu schaffen. Politische und soziale Einheit war nie das Ziel.
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19.07.2012 15:21 Uhr von Klecks13
 
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@ Truth_Hurts: Keine gesetzlichen aber tariflich vereinbarte Mindestlöhne. Einem ungelernten Arbeiter stehen damit mindestens 1200,- € zu.

Hauptwirtschaftszweig mit rund 60% Anteil am BIP ist traditionell die Fischerei und damit verbundene Industrien. Auf Platz zwei liegt der Dienstleistungssektor. Auch Aluminiumverhüttung und Tourismus mausern sich zu tragfähigen Wirtschaftssektoren.

[ nachträglich editiert von Klecks13 ]
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19.07.2012 22:07 Uhr von Katzee
 
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@ Klecks13: In Island waren nicht nur die Banken bankrott sondern der gesamte Staat stand kurz vor der Staatspleite. Auch wenn es ganz langsam mit Island wieder aufwärts geht, wird es noch lange Zeit dauern, bis sich das Land von dem Beinahe-Gesamtbankrott erholt hat. Island profitiert momentan davon, dass die Einwohner sich auf einen sehr niedrigen Lebensstandard eingerichtet haben.
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27.07.2012 18:02 Uhr von shadow#
 
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Island brennt nicht: Zumindest nicht mehr.
Die haben mittlerweile ein Zelt auf dem Aschehäufchen aufgestellt das übrig ist, um beim Hotel-Vergleich zu bleiben.

@Klecks13
"Ist Island deshalb etwa pleite?"
Wie würdest du den Zustand denn sonst nennen?
In Island war nicht nur der Staat pleite und die Währung im Eimer, viele Bürger haben zudem neben ihrem Job auch noch ihre Immobilien und ihr gesamtes Sparguthaben verloren. Wenn du dir dann noch überlegst was beispielsweise der Verlust von Magma an ausländische Investoren bedeutet...
Aluminiumverhüttung? Die Natur dafür zu ruinieren dass für ein paar Arbeitsplätze Konzerne profitieren steht nicht auf der Wunschliste des typischen Isländers.

@Truth_Hurts
Ob es gesetzliche Mindestlöhne gibt weiß ich nicht auswendig. Ist auch nicht wirklich nötig durch das Steuersystem. Entweder man hat einen Job oder man hat keinen - dann reicht es immer noch für einen höheren Lebensstandard als H4. Das Problem ist aber, dass es nicht mehr besonders viele Jobs gibt.


Island braucht die EU nicht unbedingt. Was sie allerdings brauchen ist der Euro, da sie aufgrund der Größe der Wirtschaft sonst wieder den unkalkulierbaren Risiken der internationalen Finanzmärkte ausgeliefert sind. Solange sie alleine dastehen (und das tut Island international im Moment) kann das was passiert ist jederzeit wieder passieren. Im Moment haben sie nur das zweifelhafte Glück, dass der Fall weniger tief wird.
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27.07.2012 18:40 Uhr von hofn4rr
 
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die isländische regierung: hat den gläubigern die lange nase gezeigt und somit zugunsten der bevölkerung entschieden.
die entscheidung dazu fällte letztendlich die bevölkerung selber, mit einem volksentscheid.

mit 7% arbeitslosigkeit und einem BIP pro kopf von knapp 32000 euro ist island knapp hinter deutschland und noch vor england (quelle auswärtiges amt, stand 2011).

ansonsten steht für island der eu-beitritt zu recht kaum mehr zur debatte.

zumal seit 1994 ohnehin eine fast uneingeschränkte freihandelszone mit der eu besteht.

da island eine echte demokratie hat, dürfte ihnen auch weiterhin der euro und der einfluss der eudssr erspart bleiben.

@shadow
>> Was sie allerdings brauchen ist der Euro, da sie aufgrund der Größe der Wirtschaft sonst wieder den unkalkulierbaren Risiken der internationalen Finanzmärkte ausgeliefert sind. <<

sicherlich nicht, da die isländer ihren kapitalmarkt schützen, und international frühestens erst 2013 wieder mehr in internationale finanzgeschäfte einsteigen.

im übrigen sagt die größe einer volkswirtschaft nichts über deren erfolg oder misserfolg aus.

kein land muss sich an den zockereien am internationalen finanzmarkt beteildigen und sich deren risiken ausliefern.

es reicht vollkommen normal und vernünftig, mit gesundem menschenverstand zu haushalten, auf demokratischer basis.

von daher können wir uns ALLE eine scheibe von den isländern abschneiden.
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28.07.2012 12:09 Uhr von shadow#
 
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@hofn4rr: Dass die Bevölkerung massenweise pleite geht war mit Sicherheit nicht zugunsten der Bevölkerung - ganz im Gegenteil. Das einzige was sie entschieden haben war, den Gläubigerbanken im Ausland nichts zu geben und die Schulden nicht zu begleichen. Das hätte im Endeffekt auch mittelfristig den EU-Beitritt verhindert weil England und die Niederlande beleidigt waren.

Die Größe einer Volkswirtschaft sagt übrigens erst mal nur eines aus: Ihre Anfälligkeit gegenüber Währungsspekulanten.

Da hilft auch Vernunft nicht weiter, von der zudem nicht alle Isländer etwas abbekommen haben.
Sonst wäre es denen die den Deal mit Huang Nubo gemacht haben, schon lange so ergangen wie dem durchschnittlichen "isländischen" Eisbären...
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28.07.2012 12:40 Uhr von hofn4rr
 
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@shadow: >> Die Größe einer Volkswirtschaft sagt übrigens erst mal nur eines aus: Ihre Anfälligkeit gegenüber Währungsspekulanten. <<

island läßt derzeit keine spekulanten mit ihrem geld spielen, und umgekehrt wird auch nicht gezockt.

und wie ich bereits schrieb, muss sich kein land an dden zockereien beteildigen um erfolg haben zu können, siehe island
nach der pleite.

>> Dass die Bevölkerung massenweise pleite geht war mit Sicherheit nicht zugunsten der Bevölkerung ... <<

die bevölkerung ist nicht massenhaft pleite gegangen, eben weil sie sich nicht den forderungen der gläubiger aussetzten.

oder hast du dazu nachrichten von einem anderen land gelesen?
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28.07.2012 13:50 Uhr von shadow#
 
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@hofn4rr: "island läßt derzeit keine spekulanten mit ihrem geld spielen"

Das letzte Mal als ich nachgesehen habe, konnte jeder sein Geld in Kronen tauschen der das wollte...
Ich rede nicht von Finanzgeschäften, ich rede von der Währung.

"die bevölkerung ist nicht massenhaft pleite gegangen, eben weil sie sich nicht den forderungen der gläubiger aussetzten."

Der Staat ist nicht die Bevölkerung. Zumindest nicht an dem Punkt an dem sie getrennte Bankkonten haben.
Was genau glaubst du ist mit den Konten der Isländer passiert, die ihr Geld bei Kaupthing hatten? Mit den Aktienkursen? Glaubst du eine Währungsabwertung um die Hälfte ist witzig, wenn quasi alles (außer Schafen, Fisch und Obst) importiert ist?

"oder hast du dazu nachrichten von einem anderen land gelesen?"

Nachrichten? Ich habe mich beispielsweise bei dieser Gelegenheit mit Betroffenen unterhalten: http://i.imgur.com/...
Da wurde nicht für besseres Essen demonstriert...
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28.07.2012 14:41 Uhr von hofn4rr
 
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@shadow: >> Das letzte Mal als ich nachgesehen habe, konnte jeder sein Geld in Kronen tauschen der das wollte...
Ich rede nicht von Finanzgeschäften, ich rede von der Währung. <<

also ich rede auch von der währung...

der grund warum derzeit die währung stabil gehalten werden kann und nicht mehr gezockt wird liegt daran, das der "gesamte" bankensektor verstaatlicht wurde.

währungs an- und verkäufe unterliegen demnach staatlicher kontrolle.

>> Was genau glaubst du ist mit den Konten der Isländer passiert, die ihr Geld bei Kaupthing hatten? <<

durch den einlagensicherungsfond wurden die kunden nahezu komplett entschädigt, im in- und ausland.
(siehe wiki)

>> Glaubst du eine Währungsabwertung um die Hälfte ist witzig, wenn quasi alles (außer Schafen, Fisch und Obst) importiert ist? <<

das ist richtig, jedoch die abwertung, die übrigens noch höher war, gab der isländischen wirtschaft die gelegenheit die früheren außenhandelsbilanzdefizite abzufangen.

eine abwertung war daher ohnehin längst überfällig.

>> Da wurde nicht für besseres Essen demonstriert... <<

natürlich nicht.
aber anders als in resteuropa werden die verantwortlichen bankster und politiker verhaftet, und die restlich verbliebenen auch noch weiterhin gejagt.

ein verdienst der dortigen gesellschaft, in der investigativer journalismus besonderen schutz im mediengesetz genießt.

von daher ist es auch kaum verwunderlich, das die isländer einen eu-beitritt ablehnen, wenn sie von den medien nicht verarscht werden.
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28.07.2012 19:50 Uhr von shadow#
 
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@hofn4rr: "nahezu komplett entschädigt"

Die die nur 20.000 angelegt hatten, ja...


"werden die verantwortlichen bankster und politiker verhaftet"

Die die sich nicht mit ihrer Kohle aus dem Staub gemacht haben.


"wenn sie von den medien nicht verarscht werden. "

ROFL! Also der war echt mal gut...
Weißt du wer David Oddsson ist?

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