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USA: Hinrichtung von geistig Behindertem verschoben (Update)

Der US-Amerikaner Warren Hill sorgte in seinem Heimatland in den vergangenen Wochen für hitzige Diskussionen. Dem als geistig behindert eingestuften Hill wurde zweifacher Mord nachgewiesen - das Urteil lautete: Todesstrafe (ShortNews berichtete). Seine Hinrichtung war eigentlich für heute angesetzt.

Die mit seinem Fall betraute Gefängnisbehörde im US-Bundesstaat Georgia war nun jedoch gezwungen, den Termin zu verlegen. Statt wie geplant am 18. Juli soll Hill erst am 23. Juli, dem kommenden Montag per Giftspritze exekutiert werden. Schuld an der Terminänderung ist die Beschaffung des Giftmittels.

Hill wurde von mehreren Gutachtern ein Intelligenzquotient von lediglich 70 Punkten attestiert. Damit gilt er nach der etablierten Theorie eigentlich als geistig behindert. Ein Gericht im Bundesstaat Georgia urteilte jedoch, die Behinderung sei nicht zweifelsfrei festzustellen.


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WebReporter: Raskolnikow
Rubrik:   Politik
Schlagworte: USA, Todesstrafe, Hinrichtung, Behinderung
Quelle: www.spiegel.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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18.07.2012 12:35 Uhr von magnificus
 
+4 | -0
 
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Im Zweifel: "urteilte jedoch, die Behinderung sei nicht zweifelsfrei festzustellen."

gegen den Angeklagten?
Schade, das der S.Court die Hinrichtung von Behinderten zwar untersagte, die Entscheidung aber, ob der Täter so einzustufen ist, den einzelnen Staaten überließ. So wird wahrscheinlich ein Gutachten immer so ausfallen, wie es dem Staat passt.

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis alle Bundes Staaten diesem mittelalterlichen Treiben ein Ende setzen.


[ nachträglich editiert von magnificus ]
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18.07.2012 12:43 Uhr von Raskolnikow
 
+0 | -0
 
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@magnificus: Im amerikanischen Rechtssystem herrschen einige Skurrilitäten vor... das ist meiner Meinung nach eine ganz und gar absonderliche.
Ich bin zwar selbst nicht unbedingt ein erklärter Feind der Todesstrafe an sich, aber da hat die "Welt-Polizei" doch enorm schlechte Arbeit geleistet.
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18.07.2012 12:44 Uhr von magnificus
 
+1 | -0
 
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Interessantes: "Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe konnte im Bundesstaat Illinois bei mehreren zum Tode Verurteilten die Unschuld bewiesen werden. Der scheidende Gouverneur George Ryan wandelte daraufhin im Jahre 2003 die Strafe aller 167 Todeskandidaten in Illinois in lebenslange Haft um. "
WIKI

Es gibt auch dort eine nicht kleine Bewegung, die sich für die endgültige Abschaffung einsetzt. Aber das ist halt noch zu wenig. Sowas geht nur über die Gouverneurs Wahlen. Wahlkampf! Und es braucht Zeit. Schade.

[ nachträglich editiert von magnificus ]
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18.07.2012 13:12 Uhr von AmadoFuentes
 
+1 | -0
 
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Der arme: ist genau im Mittelpunkt und alle großen Tiere reden über ihn, ohne das er weiß wies weitergeht
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18.07.2012 13:39 Uhr von Perisecor
 
+0 | -3
 
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News falsch! Er ist nicht geistig behindert.

Siehe hierzu auch die ursprüngliche Shortnews:
http://www.shortnews.de/...
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18.07.2012 13:46 Uhr von architeutes
 
+0 | -2
 
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Den Opfern wird der IQ wohl egal gewesen sein.Ich bin gegen die Todesstrafe ,aber
Dummheit ist keine Behinderung ,jeder kann sich
weiterbilden , und ein Mord ist nicht zu Entschuldigen.
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18.07.2012 13:59 Uhr von Raskolnikow
 
+3 | -0
 
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@BastB: Paragraphenreiter! Wenn ein Gericht in einem Fall mal die Sachlage der Notwehr nicht erkennt, hat der Betroffene dann auch als "verurteilter Mörder" kein moralisches Anrecht auf eine Behandlung, die von der üblichen abweicht?!
@Perisecor: da hat jeder eine andere Auffassung. Gerichtliche Gutachter halten ihn für nicht geistig behindert, Experten (siehe Quelle) tun es doch. Die News ist nicht falsch, die Fachgemeinde ist sich uneinig. Das hatte ich im ersten Abschnitt eigentlich auch deutlich gemacht, der wurde allerdings abgeändert... ins Negative

[ nachträglich editiert von Raskolnikow ]
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18.07.2012 14:03 Uhr von architeutes
 
+1 | -4
 
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@Autor: Ach komm ,der Titel der News ist ganz bewusst gewählt.
Hört sich ein bischen nach 3.Reich an ,Zufall ???
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18.07.2012 14:05 Uhr von Perisecor
 
+1 | -3
 
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@ Raskolnikow: "Gerichtliche Gutachter halten ihn für nicht geistig behindert..."

Oh, und das sind keine Experten?

Fakt ist, dass der Mann nach geltendem amerikanischen Recht kein Behinderter ist.

Man kann darüber diskutieren, ob diese Einschätzung richtig ist, aber die offizielle Auffassung ist absolut eindeutig und durch hohe gerichtliche Instanzen gefestigt.
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18.07.2012 14:53 Uhr von Raskolnikow
 
+2 | -0
 
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@Perisecor: Du tust mir Leid, da du nicht bereit zu sein scheinst, etwas kontrovers zu betrachten. Wo wären wir denn heute, wenn "offiziell eindeutige Auffassungen, die durch hohe gerichtliche Instanzen gefestigt" wurden, niemals angezweifelt worden wären? Richtig, im Despotismus.
Ich empfehle dir einen kleinen Exkurs in die Radbruch´sche Rechtstheorie, Stichwort "gesetzliches Unrecht und übergesetzliches Recht". Dann merkst du vielleicht, dass du mit "geltendem amerikanischen Recht" nicht argumentieren kannst, es sei denn, du schlägst dich auf die Seite der Rechtspositivisten, die Rechtsgehorsam einzig und allein aus der Tatsache ableiten, dass ein Gesetz irgendwann mal die Macht hatte, sich gegen konkurrierende Gesetze durchzusetzen.
Aus Macht folgt vielleicht ein Müssen, jedoch niemals ein Gelten und Sollen!
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18.07.2012 15:33 Uhr von Perisecor
 
+0 | -1
 
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@ Raskolnikow: Geltendes Recht ist nunmal das, was zählt. Das ist auch die herrschende Meinung, die du natürlich gerne weiter anzweifeln darfst.

Nochmal, es geht hier nicht darum, die Sache nicht kontrovers zu betrachten. Es geht darum, dass du als Tatsache hinstellst, dass der Mann geistig behindert ist und man darüber diskutieren sollte, ob er es nicht ist.

Fakt ist aber, dass die Realität genau anders herum ist: Der Mann ist nach geltendem Recht und diversen Prüfungen ganz normal und man kann darüber diskutieren, ob er nicht doch geistig behindert ist.

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