11.07.12 08:30 Uhr
 802
 

Weg aus der Euro-Krise: Wohlhabende Bürger sollen Kredit gewähren

Experten vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) haben eine neue, ungewöhnliche Idee entwickelt, wie der Schuldenkrise in Europa die Stirn zu bieten ist. Zu diesem Zweck soll wohlhabenden Bürgern ein so genannter "Zwangskredit" abgenötigt werden, wie "Handelsblatt Online" berichtet.

Davon versprechen sich die Forscher einen Gewinn von rund 230 Milliarden Euro. Betroffen sind alle Bürger, die über ein individuelles Vermögen von 250.000 Euro verfügen. Im Falle von Ehepaaren wird diese Summe auf eine halbe Millionen Euro verdoppelt. Das sind die oberen acht Prozent der Gesellschaft.

Neben Geld sollen auch Immobilien nicht sicher vor einem staatlichen Zugriff sein. Das Konzept erinnert an die "Reichensteuer", die in Deutschland für heftige Kontroversen gesorgt hat. Auch in den aktuellen Krisenländern wäre diese Reform wohl sinnvoll, da sich Vermögen hier sehr partikular konzentriert.


WebReporter: Raskolnikow
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Euro, Krise, Bürger, Weg, Kredit
Quelle: www.spiegel.de

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Haushaltsplan 2018: EU streicht mehr als 100 Millionen Euro für Türkei
Nach Steuerskandal: Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon gibt Rücktritt bekannt
Ex-"Bild"-Chef Kai Diekmann gründet "digitalen Vermögensverwalter"

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
11.07.2012 09:33 Uhr von Phyra
 
+5 | -2
 
ANZEIGEN
einerseits ist es garnicht so schlecht, dass dann viele personen zahlen muessten, die mit horrendenden lohndifferenzen in ihrer firma reich geworden sind, andererseits muessten auch viele personen darunter leiden die hart dafuer gearbeitet haben, und es kann einfach nciht sein, dass jemand der sehr hart arbeitet um sihc spaeter ein haus mal ohne kredit oder sonstiges kaufen zu koennen noch mehr fuer den staat zahlen muss.

Besserer vorschlag: fuehrt ein maximalgehalt vom 50fachen, was der schlechtbezahlteste arbeiter in unternehmen oder subunternehmen verdient ein und alles was darueber ist kann ja gern der staat erhalten.
Kommentar ansehen
11.07.2012 10:14 Uhr von Raskolnikow
 
+5 | -4
 
ANZEIGEN
Dem strengen liberalen Gedanke a la John Rawls wird damit natürlich übel mitgespielt. Jedoch hat dieser in der Vergangenheit nur zu gut bewiesen, dass er nicht in der Lage ist, eine funktionierende Gesellschaft zu erzeugen, geschweige denn zu bewahren. Das große Experiment Liberalismus, in seiner scharfen Form eine Ausgeburt der gesellschaftspolitischen Frage, die der Sozialismus aufgeworfen hat, ist, wie dieser, leider zum Extrem geraten, obschon er anfänglich nur als Schutzwall gegen das "kommunistische Übel" gedacht war. Erst heute, Jahrzehnte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, wird den Menschen so langsam bewusst, was das schöne Theorem für ein Gesellschaftsganzes überhaupt bedeutet. Momentan ist die Anti-Kapitalismus-Bewegung ganz groß, was einst als Gegengift gedacht war, vergiftet nun selbst, man schimpft auf Manager, Privatversicherungen und Menschen, die ihren Wohlstand eigenständig erwirtschaftet haben und nun scheinbar unvernünftig damit haushalten (siehe pelztragende, hinter Kosmetik-Maskeraden versteckte Mitsechziger in St. Moritz). Dies alles ist nur aus der Not der USA und des Westens geboren, dem gemeinschaftsdienlichen Konstrukt des Kommunismus (ich spreche hier von der "Idee Kommunismus", nicht von der Art und Weise, wie diese umgesetzt wurde) ein verlockendes System entgegen zu setzen - entstanden ist eine Gesellschaft, die nun Mängel an dieser vermeintlichen Waffe gegen den Ostblock, an der Stärkung des Individuums entdeckt und zu protestieren beginnt.
Sollten die, die durch dieses System einen Vorteil erlangen konnten, somit eine gewisse Lebensqualität gesichert wissen und recht sorglos in die Welt schauen können, nicht einen entsprechenden Dank an das übrige Volk entrichten und quasi etwas "zurückzahlen"? Sie wurden in ihrem Wohlstand doch überhaupt erst von den Schultern dieser Mitbürger in die Höhe gestemmt. Dem ein oder anderen Yacht-Besitzer tun so ein paar Millionen sicher nicht weh. Außerdem, und dies gewagt gedacht, könnte ich mir vorstellen, dass auch die Kriminalität auf diese Art und Weise eingedämmt werden könnte. Wenn wir ehrlich sind, finden wir die kriminellsten Menschen unter den Ärmsten und den Reichsten - wobei erstere oft aus reineren Motiven kriminell werden - zwecks Existenzsicherung, nicht um aus fünf Millionen sechs zu machen.
Ich bin generell dafür, die enorme Wohlstandskluft, die die ganze Welt, sei es inner- oder außerhalb einer Gesellschaft, scheidet, mit dem Geld der "Reichen" zu ebnen. Es berührt mich ehrlich gesagt emotional sehr, dass manche Nationen Menschen für hunderte Millionen von Euro ins Weltall entsenden, um fremde Planeten zu erforschen, während Menschen in anderen Ländern des eigenen Planeten ihren Kindern keine Mahlzeit bieten können, weil nicht genug Nahrung da ist. Also warum nicht den Wohlstand angleichen? Warum sollten nicht mal die Wohlhabenden geben? Ein Bill Gates, sei er, trotz seines wohltätigen Engagements als Musterbeispiel herausgegriffen, könnte mit fünf Milliarden auf dem Konto ebenso gut leben, wie mit 40. Die ganze Idee, auf nationale Ebene gestellt, könnte einiges bewirken und mit dieser "Hm, da können wir jetzt auch nichts machen"-Einstellung mal ein wenig aufräumen. Reiche Nationen sollten den gewohnten Lebensstandart etwas zu senken bereit sein, um den ärmerer Nationen zu heben - das gebietet einfach die Nächstenliebe.
Aber davon will ja keiner mehr was hören...
Kommentar ansehen
11.07.2012 10:47 Uhr von ThomasHambrecht
 
+6 | -2
 
ANZEIGEN
Die vielleicht bessere Überlegung wäre einen Negativ-Zins einzuführen. Geld (über 100.000 Euro), das 2 Jahre nutzlos auf der Bank - oder in Kapitalanlagen usw. liegt, müsste jährlich 20% ** verlieren **.
Um dem Negativ-Zins zu entgehen: Das Geld wird dem Staat für begrenzte Zeit geliehen, oder das Geld geht in direkte Kredite für Firmen, sodass das Geld in Arbeit investiert wird. Der Staat müsste dann für diese zertifizierten Kredite aber bürgen.
Sinn ist, dass Geld nicht mehr Geld macht. Man quasi nicht mehr von den Zinsen seiner 3 Millionen auf dem Konto leben kann. Sondern Geld in Wirtschaft und Güter zwangs-investiert wird. So hat der normale Bürger auch etwas davon.

[ nachträglich editiert von ThomasHambrecht ]
Kommentar ansehen
11.07.2012 11:47 Uhr von ollyhal
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
Geldflucht: was wäre denn die Konsequenz aus einer "Reichen-Steuer"?
Auf einmal sind alle hoch-verschuldet, weil sie gerade einen neuen Flugzeugträger für die Tochter gekauft haben. Steuerschlupflöcher gibt es doch genug - da wird nie was draus.
Kommentar ansehen
11.07.2012 11:50 Uhr von Odysseus999
 
+3 | -3
 
ANZEIGEN
Eine sehr gute Idee: So kann man auch wohlhabenden Mitmenschen
dazu hinführen, eine gute und selbstlose Tat zu verbuchen,
indem sie beispielsweise in Zeiten der Not ein oder zwei ihrer Immobilien bedürftigen Menschen Unterkunft zu gewähren,

es ist ja so, dass Menschen sich normalerweise instinktiv dagegen sträuben, wenn sie einmal selbst geben sollen, anstatt sich nonstop zu bereichern, aber diejenigen, die sich dann überwinden und doch tun, werden schnell bemerken, wie gut sie sich dabei fühlen,
also diese zwar auf den ersten unorthodoxe Idee wird zunächst auf Widerstand stoßen, jedoch wird sie sich etablieren, ein sehr wichtiger Schritt, die Menschen zum Verständnis dahingehend zu bewegen, dass alle zueinander gehören und sich gegenseitig unterstützen sollten
Kommentar ansehen
11.07.2012 12:08 Uhr von sicness66
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
Lächerlich: Das ist doch totaler Unsinn. Schlussendlich profitieren die Reichen auch noch davon. Die sollen genauso bluten wie alle in einer Solidargemeinschaft. Und das geht nur über höhere Einkommenssteuern. Einen Kredit bei jemand Vermögenden aufzunehmen, bedeutet, dass jener am Ende der Kette noch reicher wird. Das kann ja nicht das Ziel sein.
Kommentar ansehen
11.07.2012 12:28 Uhr von Phillsen
 
+0 | -1
 
ANZEIGEN
@Thomas Hambrecht: Genau das sehe ich auch als beste Lösung an.
Ich hab von der Idee in ähnlicher Form das erste mal um 2008 rum gehört. Verbinde das jetzt irgendwie mit der PdV.
Muss ich mich grad nochmal reinlesen. ^^
Kommentar ansehen
11.07.2012 12:42 Uhr von onecryeu
 
+2 | -2
 
ANZEIGEN
@Raskolnikow: So einfach ist das aber nicht.. Auch wenn ich mich unbeliebt mache, zwangswegnehmen finde ich jetzt den falschen Weg.. aber ok.

Zum dem Wohlstand angleichen, kleiner tipp wir sind 7 Milliarden Menschen auf der Erde, so makaber das klingt, aber wenn alle den selben Wohlstand wie wir hätten, dann wäre die Erde längst für die Tonne.

Es können nicht alle 7 Milliarden Menschen den gleichen Wohlstand haben, dazu sind wir einfach zu viele. Ja das will keiner hören, aber es ist leider so. Was denkst du warum Kriege geführt werden und warum man Afrika aushungern lässt, um wieder Platz zu schaffen.

Ist Moralisch sicher bedenklich, aber wer will das entscheiden, du bist zuviel und du nicht.

Aber von dieser Seite betrachtet das kaum einer..

So her mit dem Minus.. ich bin böse, aber das ist leider die Wahrheit.
Kommentar ansehen
11.07.2012 13:11 Uhr von Ranji
 
+1 | -3
 
ANZEIGEN
Ganz sicher nicht!
Soweit kommts noch, dass ich mein sauer verdientes und hart erarbeitetes Geld irgendwem zur Verfügung stelle. Am besten noch, wie hier schon vorgeschlagen, irgendwelchen Unternehmen und der Staat haftet dann... Das ist doch genau das gleiche wie wir jetzt mit den Banken haben, die Unternehmen machen was sie wollen, riskieren viel, verlieren viel aber macht ja nix, Papa Staat zahlt ja.
Und Negativzinsen sind genausolcher Scheiss. Wenn ich viel gearbeitet hab und was auf der hohen Kante hab, dann kann ich das Geld auch "für mich arbeiten" lassen und damit machen was ich will... Und wenn ichs in die Matratze einäh oder einfach verbrenn hats dem Staat auch egal zu sein, meins ist meins.

Punkt aus. Soweit kommts noch...
Kommentar ansehen
11.07.2012 21:16 Uhr von CoffeMaker
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
"Es können nicht alle 7 Milliarden Menschen den gleichen Wohlstand haben, dazu sind wir einfach zu viele. "

Das ist grundsätzlich falsch. Keine Ahnung woher diese Sprüche stammen das Armut einfach mal sein muss weil es nicht für alle reicht. Wenn jeder arbeiten muss, jeder produktiv ist dann reichen auch die produzierten Güter.
Richtig ist das wir nicht alle Millionäre sein können mit fetter Villa und Fuhrpark voller Benz aber für den normalen Lebnsstandard und ein Leben ohne Sorgen reicht es allemale. Allerdings bräuchte man eine kollektive Einstellung.

"Und wenn ichs in die Matratze einäh oder einfach verbrenn hats dem Staat auch egal zu sein, meins ist meins. "

Dir dürfte bekannt sein das das Geld nicht dir gehört sondern dem Staat. Du kannst dir was für das Geld kaufen und wegen mir diese Güter vernichten aber nicht das Geld. Das Geld wird dir nur zum erleichtern des Handelns vom Staat zur Verfügung gestellt.
Erst durch das Geld ist es möglich geworden ungeheuren Reichtum anzuhäufen, weil durch Tauschen einzelner Güter würdest du es nicht schaffen, da würdest du irgendwann auf 20 Tonnen Bananen sitzen die du nicht aufessen kannst oder die vergammeln weil keiner diese haben will und du sie nicht gegen was anderes eintauschen kannst.

Früher (also in der Anfangszeit der Menschheit) als es noch kein Geld gab haben die Menschen gearbeitet und die erzeugten Güter gegen das eingetauscht was sie brauchten. Keiner machte Profit in dem Sinne sondern erarbeitete alles selbst und der Preis wurde nicht durch die Nachfrage bestimmt sondern durch die investierte Zeit die man brauchte um die Güter zu schöpfen.
Heutzutage bestimmt die Nachfrage den Wert obwohl es in Wirklichkeit diesen Wert nicht hat , das ist nicht mehr als legalisierter Wucher. Von den ganzen Parasiten die unproduktiv zwischen Wertschöpfung und Konsumenten sich eingenistet haben bis zum solidarisieren von Bankverlusten (in denen ja über Jahre Gewinne ausgezahlt wurden die eigentlich nicht existieren = Betrug) will ich garnicht erst reden. Das System ist krank, je weniger die Leute arbeiten , je unwichtiger der Job, je mehr verdienen die Leute und die Leute die sich abschuften haben gerade mal das Überleben.

Refresh |<-- <-   1-10/10   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Fußball: Ultras von Rot-Weiß Oberhausen müssen Führerschein abgeben
Fußball: Ex-Trainer Friedel Rausch gestorben
Texas: Frau wird nach Beschwerden wegen Anti-Trump-Aufkleber verhaftet


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?