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Der Anteil der Löhne am Nationaleinkommen ist stark gesunken

Nach einer Arbeitsmarktanalyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) driften die Löhne deutscher Arbeitnehmer immer weiter auseinander. Hauptgrund dafür ist, dass nur noch 62 Prozent der Arbeitsplätze tarifgebunden sind.

Gleichzeitig steigt der Anteil von Minijobs und anderer Beschäftigungsverhältnisse, welche nicht dem normalen Standard entsprechen. Aber auch tariflich beschäftigte Arbeitnehmer müssen immer häufiger Ausnahmeklauseln hinnehmen, auch werden Tarifverträge seltener auf alle Betriebe der Branche übertragen.

Weiterhin sank der Anteil von Löhnen und Gehältern gemessen am Nationaleinkommen stark. Er betrug zuletzt nur noch 62 Prozent, Anfang der 90er Jahre waren es noch 67 Prozent. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist die Arbeitslosenquote in Deutschland aber relativ niedrig.


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WebReporter: Kamimaze
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Tarif, Anteil, stark, Löhne
Quelle: www.spiegel.de

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5 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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10.07.2012 15:12 Uhr von zabikoreri
 
+27 | -0
 
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Wundert das jemand wirklich?
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10.07.2012 16:39 Uhr von Bibabuzzelmann
 
+18 | -1
 
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Ist ja auch nichts wichtiger als dass lol: "Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist die Arbeitslosenquote in Deutschland aber relativ niedrig."

Hauptsache der Schein nach aussen kommt gut rüber, ob die Leute davon leben können spielt keine rolle, Hauptsache sie haben Arbeit....das ist die Welt der Anderen, aber nicht Meine.
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10.07.2012 17:26 Uhr von artefaktum
 
+12 | -1
 
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Das Geld ist übrigens nicht weg, das haben nur einige wenige jetzt deutlich mehr.
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10.07.2012 18:23 Uhr von shadow#
 
+13 | -0
 
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Wundert mich nicht. Was dachten die Leute denn was passiert, wenn man die Union regieren lässt?
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10.07.2012 19:51 Uhr von Rheinnachrichten
 
+1 | -3
 
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Hmmm: Shortnews:
"Weiterhin sank der Anteil von Löhnen und Gehältern gemessen am Nationaleinkommen stark."

Original:
"Der Anteil von Löhnen, Gehältern und Lohnnebenleistungen am Nationaleinkommen ist laut der Analyse in Deutschland stark gesunken."

Was fehlt ist das Wörtchen "Lohnnebenleistungen".

In einigen bisher besonders üppig bedachten Branchen und Großunternehmen wurde hier in den vergangenen Jahren radikal gespart.

Aber wenn unanständig hohe Lohnnebenleistungen in einigen Hochlohnbereichen, z. B. in Banken, Versicherungen oder auch Energieversorgern (Vorsicht: Nicht nur die Spitzenkräfte im Vorstand sind gemeint!) nun wegfallen, reduziert das die Kernaussage des ganzen Artikels erheblich.

Was ebenfalls ein wenig verwundert, ist die Tatsache, wie nahezu sämtliche Medien die eigentliche Presseerklärung dramatisieren. Im Original hört sich das weit weniger spektakulär an:

"The OECD also calls for action to tackle other labour market challenges such as rising inequality. The labour share of national income has fallen, often sharply, in most OECD countries in recent decades. This trend is closely related to the overall increase in inequality and is being driven, among other factors, by technological change and greater international economic integration. Enhanced investment in education and skills and better targeted tax and transfer programmes can help to ensure that the fruits of economic growth are more broadly shared, says the OECD."

Kein Wort, dass die OECD die Deutschen für ihre Arbeitsmarktpolitik sogar gelobt hat (steht im Original, nicht in der Kurznachricht und nur am Rande und relativ weit hinten im Spiegel und der dpa-Meldung, wie sie von den meisten Tageszeitungen übernommen wurde).

Kein Wort - nirgendwo (außer im OECD-Original) ist zu lesen, warum der deutsche Arbeitsmarkt allen Unkenrufen zum Trotz unterm Strich Arbeitsplätze aufgebaut und nicht abgebaut hat.

Hierzu Folgendes aus dem Original:

"The German labour market “miracle” in the past few years demonstrates that structural policies matter for labour market resilience. Factors explaining the uniquely positive trend in unemployment in Germany include: (i) major structural labour market reforms before the crisis, which strengthened work incentives and improved matching of unemployed workers to jobs".

M.a.W.: Die OECD sieht für das vergleichsweise gute Abschneiden Deutschlands im europäischen Vergleich vor allem die Agenda 2010 als Ursache.

Paradoxerweise ist aber genau der damit weiter geöffnete Sektor der Arbeitsangelegenheiten (gemeint sind die arbeitsmarktpolitischen Instrumente) Ursache für das Auseinanderdriften des Arbeitsmarktes.


Und noch etwas zur Erklärung des 67 auf 62-Prozent-Freifall-Syndroms beim Anteil der Einkommen zum Nationaleinkommen, hierzu das Original:

"In Germany, the labour share fell from 67% in the early 1990s to around 62% lately. This has contributed to increasing income inequality during the past decade which, as in other OECD countries, mostly affected the low skilled."

Offenbar waren Spiegel, dpa und dem Rest der Meute diese nicht unerheblichen Informationen nicht mal im Ansatz wert darüber zu berichten. Im Original klingt das deutlich sachlicher, ruhiger und weniger aufgeregt. Aber wer will schon so langweilige Sachen wie ein Lob oder eine positive Entwicklung lesen, wenn die Katastrophe so nah und die Ungerechtigkeiten so groß sind. Da darf man gerne genau das weglassen, was zur Erklärung des nun Kritisierten führen kann und somit zum Erkenntnisgewinn beiträgt.

Möglicherweise sind aber auch Spiegel und dpa längst so weit ökonomisiert, dass sie sich eine fundierte Recherche und angemesse Berichterstattung nicht mehr erlauben können. Stattdessen werden die wenigen OECD-Brosamen des Zweifels und Kritik herausgepickt, aufgeblasen und mit Karacho in die Rotationspresse gefeuert! So macht man Quote, die alleingelassenen Leser dieser komplexen Materie aber nicht unbedingt klüger, nur deutlich aufgeregter. Dabei ist Bildung (nicht Wikipedia, Spiegel oder Bild-Zeitung, geschweige denn Shortnews) der Schlüssel. Und entspannt kann man besser lernen als mit "200er Puls".

Wer sich die Mühe machen will, sollte sich einen magenschonenden Salbeitee zubereiten, eine Duftkerze anzünden, die Füße hochlegen und Folgendes durchlesen:

http://www.oecd.org/...

Die vom Spiegel herausgepickten und künstlich aufgeblasenen Kritikpunkte muss man sich im Original schon aufwändig zusammensuchen. Denn dort gibt es fast ungeteiltes Lob für dieses Land und sein kleines "Jobwunder".

Mein Beitrag zur heutigen Medienkritik!
in Kürze auch im dazugehörigen Forum!

[ nachträglich editiert von Rheinnachrichten ]

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