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Warten bis der Notarzt kommt: Rettungssanitäter dürfen keine Medikamente geben

Der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Rettungszweckverband München hat beschlossen, dass Rettungssanitäter nicht mehr eigenmächtig Medikamente und Spritzen verabreichen dürfen.

Bisher taten das manche Sanitäter, wenn der Notarzt noch nicht eingetroffen war, obwohl laut Gesetzt nur dieser das darf.

Ein "in München tätiger, wohnhafter und besorgter Notarzt" sieht die Regelung dennoch mit Sorge. Schließlich treffe der Sanitätswagen immer früher ein, als ein Notarzt. Wertvolle Zeit könne so verstreichen.


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WebReporter: mozzer
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Medikament, Spritze, Notarzt, Sanitäter, Warten
Quelle: www.sueddeutsche.de

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17 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.07.2012 12:32 Uhr von deereper
 
+16 | -2
 
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ich: bin Sanitäter in Österreich. Ohne bestimmte kompetenzen dürfen wir auch nichts verabreichen und durften das auch noch nie!
da hat sich sicher jmd was dabei gedacht!
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03.07.2012 12:47 Uhr von chackyo
 
+8 | -2
 
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@deerper Bei mir zu 100% das Selbe.
Ich bin froh, dass wir das nicht dürfen.
Was ist, wenn ungeahnte Nebenwirkungen auftreten und dem Patienten erst durch die Medikamentengabe etwas passiert?
Zwar ist die Ausbildung des Rettungssanitäters in Dland zwar anders und dauert länger, aber vor Fehlern ist niemand sicher...
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03.07.2012 12:49 Uhr von ProHunter
 
+1 | -0
 
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Als Sani kann man in Ö eig. nichts machen außer vielleicht Defibrilator,Herzmassage,Stabile seitenlage und krankentransporte
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03.07.2012 14:15 Uhr von l.l.l.l.
 
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03.07.2012 14:17 Uhr von bmx2505
 
+5 | -0
 
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Menschen die mit Kindern arbeiten dürfen auch keine Medikamente verabreichen.

Ich bin bei einer Jugendorganisation Leiterin einer Kinderstufe (10 - 13 Jahre) und wenn wir mit den Kids im Sommer wegfahren müssen die Eltern so nen Info-Zettel ausfüllen und angaben zu Medikamenten machen, die ihr Kind regelmäßig nehmen muss.

Wir als Leiter/Betreuer dürfen selbst diese Medikamente den Kindern nur in der Verpackung geben.

Auf der einen Seite ganz gut, dass man aus der Verwantwortung genommen wird (bzgl. falscher Dosierung o.ä.) auf der anderen Seite denke ich, dass ein 10-jähriges Kind nicht unbedingt weiß, wie es ein Medikament richtig nimmt.

Also alles ein zweischneidiges Schwert.

Zu den Sanitätern: Ich weiß nicht ob ich das positiv oder negativ werten soll. Es kann, wie schon gesagt, unter umständen Leben retten, wenn der Sanitäter etwas verabreicht. Es kann aber auch genauso nach hinten losgehen. Zum "Glück" habe ich einen anderen Beruf und allle Achtung für die, die täglich solche Entscheidungen treffen müssen.
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03.07.2012 14:30 Uhr von xBloody
 
+12 | -0
 
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Notkomeptenz: Als Sanitäter darf man eig. sowieso nichts...

Der Rettungsassistent (2jährige ausbildung) darf schon mehr..
ABER nur :
- Glucose 40 %, 2 x 10 ml über einen sicher laufenden peripher-venösen Zugang, bei
Blutzucker unter 40 mg/dl,
- Suprarenin, 3 mg auf 10ml mit NaCl 0,9% verdünnt über Tubus oder 1 mg über
peripher venösen Zugang bei Asystolie, gemäß Leitlinien zur Reanimation
- Berotec DA, 2 x 2 Hübe bei bestehendem Asthma-Anfall bei Erwachsenen
- Nitrolingual Pumpspray, bis zu 2x 2 Hübe bei Blutdruck systolisch > 120 mmHg, nur
bei Angina pectoris, nicht zur Blutdrucksenkung,
- Diazepam Rektiole 5 mg bei Kindern, 10 mg bei Erwachsenen bei noch
bestehendem Krampfanfall und Blutzucker über 60 mg/dl, einmalige Anwendung
-und natürlich auch Sauerstoff (darf man auch als RS
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03.07.2012 14:39 Uhr von Boon
 
+3 | -0
 
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man: muss halt schon unterscheiden zwischen notfall und notfall.
Wenn es wirklich um leben und tod geht, dann haben die meisten sanitäter doch die ausreichenden kompetenzen.

Alles was 20-30min später noch medikamentös behandelt werden kann, hat dann auch zeit bis der notarzt eintrifft.

Weiters kommt es ja darauf an wo man sich befindet. In zivilisierten europäischen großstädten ist es üblich, dass die rettung in weniger als 10min an jeder stelle ist.

Da die sanitäter den hauptteil der blaulichteinsätze übernehmen, sind hoffentlich meistens genug notarzt ressourcen vorhanden um rechtzeitig einzutreffen.

Beruflich gesehen hatte ich sehr oft damit zutun und es gab selten probleme.
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03.07.2012 14:52 Uhr von Sag_mir_Quando_sag
 
+2 | -1
 
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"Paramedic" (USA): wäre eine Alternative.
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03.07.2012 15:13 Uhr von chackyo
 
+2 | -1
 
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@BastB Viel hast du nicht mit dem Rettungswesen zu tun?
Ich könnte dir empfehlen, Medizin zu studieren und Notarzt zu werden. Dann gibts einen mehr!!!
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03.07.2012 15:16 Uhr von DerMaus
 
+2 | -0
 
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Man sollte eine Art zusätzlichen Lehrgang anbieten, der die Rettungssanitäter in Erstversorung soweit unterrichtet und abschließend prüft, dass eine Verabreichung häufig genutzter Notfallmedikamente durch die geschulten Erstversorger genehmigt werden kann, ohne die Verunfallten damit unnötigem Risiko auszusetzen.
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03.07.2012 15:39 Uhr von Amandil
 
+2 | -0
 
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@DerMaus: In Österreich heißt der Notfallsanitäter, gibts ja schon.
Der Notfallsanitäter darf Medikamente in Ö/Sbg verabreichen ohne Notarzt.

Ein normaler RS (Rettungssanitäter) in Ö/Sbg darf nur Sanitätshilfe leisten, also die richtige Lagerung, Verabreichung von Sauerstoff, Verbände, Schienen und Defi + Larynxtubus einsetzen.
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03.07.2012 16:54 Uhr von Destroza
 
+2 | -1
 
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@xBloody: Im Grunde dürfen Rettungsassistenten und Rettungssanitäter gleich viel bzw gleich wenig. Vom RA wird halt nur erwartet, dass er deine Liste beherrscht, weil er 2 Jahre Ausbildungszeit hat im Gegensatz zu den 3 Monaten zum RS. Plus natürlich das vertiefte med. Hintergrundwissen.
Die von dir angegeben Liste ist übrigens nur eine Empfehlung der BAND. Diese ist also nicht verbindlich, wird nur gerne als Diskussionsgrundlage herangezogen.

Zum Verbot der Med-Gabe in München:
Sehe ich persönlich sehr kritisch. Kristalloide Infusionen + Sauerstoff ist das einzige was gegeben werden darf.
Heißt im Umkehrschluss:
- Unterzuckerung mit Bewußtlosigkeit kann nicht mehr behandelt werden --> Keine Ausschließbaren Folgeschäden
- Kein Adrenalin bei einer Reanimation --> Nicht im geringsten Leitlinienkonform
- Krampfanfälle nicht durchbrechen --> Folgeschäden auf cerebraler Ebene

Ich bin mal gespannt, ob mal ein Patient gerichtlich gegen so eine Unterlassene Med-Gabe vorgeht. Die anwesende Besatzung darf sich dann mit dem Vorwurf der Unterlassenen Hilfeleistung ggf. sogar der vorsätzlichen Tötung verantworten ... Verbot hin oder her!
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03.07.2012 18:29 Uhr von Dracultepes
 
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Wenn sie den RTW Besatzungen die Möglichkeiten zur ersthilfe nehmen, dann sollten sie vllt auch dafür sorgen das der Notarzt vor oder mit dem RTW eintrifft und nicht danach.

Aber das würde mehr kosten.
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04.07.2012 10:19 Uhr von Esidor
 
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hmmm Einfach mal eine Frage an die Rechtsexperten hier. Könnte man dann nicht im Umkehrschluß auf unterlassene Hilfeleistung klagen, sollte man Folgeschäden aufgrund der zu späten Hilfe behalten ?
Stelle mir das bildlich schon merkwürdig vor, da sitzen 2 Sanitäter, hätten evtl. alles notwendige dabei und schauen einen dann an, wie man evtl so langsam das weiße Licht sieht.
Im Falle des Falles sicher menschlich und ethisch schwierig zu vermitteln, aber wie gesagt, ich habe da keine Ahnung, wie das rechtlich aussieht.
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04.07.2012 11:27 Uhr von Alice_undergrounD
 
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gilt das auch: für mittel, die gegen eine akute allergische reaktion helfen? auch manch andere sachen sind sicher wichtig, dass man sie auf jeden fall schnell bekommt...das wäre ja eine katastrophe
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04.07.2012 12:14 Uhr von Destroza
 
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@Esidor: Ist ein ganz schwieriges Rechtskonstrukt, und auch der Grund warum nach 20 Jahren das Rettungsassistentengesetz novelliert wird.

Im Grunde ist die Gabe von Medikamenten den Ärzten vorbehalten. Jedoch ist der Rettungsassistent im Rahmen der sog. "Notkompetenz" dazu verpflichtet Maßnahmen zu ergreifen (die normalerweise Ärzten vorbehalten sind) um Gefahr und Schäden für Leib und Leben abzuwenden.
Es gibt jedoch keine verbindlichen Richtlinien was man darf und was nicht. Ich formuliere es mal so: Bisher ist noch kein Rettungsassistent für die Gabe von Medikamenten jedweder Art verurteilt worden...

Sollte er die Gabe jedoch unterlassen, und im nachhinein festgestellt werden, dass er aufgrund seiner Ausbildung das ganz beherrschen sollte, so sind wir nicht mehr bei unterlassener Hilfeleistung, sondern bei (schwerer) Körperverletzung
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04.07.2012 12:38 Uhr von Esidor
 
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@Destroza: Danke für die Info ! Die Jungs/Mädls sind da wahrlich nicht zu beneiden. :-(

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