25.06.12 23:42 Uhr
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Urteil: Wer Kinder aus religiösen Gründen beschneiden lässt, macht sich strafbar

Wird ein Kind aus religiösen Gründen am Penis beschnitten, so handelt es sich dabei um eine strafbare Körperverletzung. Das entschied das Landgericht Köln. Für die Ärzte besteht somit Rechtssicherheit, was sie dürfen.

Muslimische und jüdische Glaubensgemeinschaften verteidigten bislang die Beschneidung von Jungen und bewerten ein Beschneidungsverbot als "schweren Eingriff in das Recht auf freie Religionsausübung". Auch in den USA, in der noch die Mehrzahl aller Jungen beschnitten wird, gibt es zunehmend Widerstand.

Im vorliegenden Fall hat ein muslimischer Arzt einen vierjährigen Jungen beschnitten, weil seine Eltern das so wollten. Die Staatsanwaltschaft erfuhr davon und leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den Arzt ein. Im Berufungsverfahren stellte das Landgericht eine irreversible Körperschädigung fest.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Politik
Schlagworte: USA, Urteil, Arzt, Religion, Beschneidung
Quelle: www.ftd.de

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33 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.06.2012 23:42 Uhr von no_trespassing
 
+80 | -12
 
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Völlig zurecht! Solange keine medizinische Indikation gegeben ist, ist alles andere Körperverletzung. Die Eltern können sich aus Glaubensgründen so viel wegschneiden lassen, wie sie wollen - alles andere haben die Kinder zu entscheiden.

Genauso die Taufe, die Kinder werden oft gar nicht gefragt. Aber wenigstens fehlt dabei hinterher am Körper nix.
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26.06.2012 00:00 Uhr von Pils28
 
+11 | -33
 
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26.06.2012 00:28 Uhr von TeKILLA100101
 
+11 | -41
 
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26.06.2012 00:40 Uhr von Bud_Bundyy
 
+10 | -26
 
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26.06.2012 01:44 Uhr von 50I50
 
+8 | -32
 
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26.06.2012 01:51 Uhr von xenonatal
 
+28 | -9
 
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@TeKILLA100101: Immer dieses hirnlose Hygiene Scheinargument.
Braucht man(n) sich dort dann also weniger oft waschen weil keine Vorhaut (bei der sich die Natur schon was "gedacht" hat) da ist ?
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26.06.2012 01:53 Uhr von Floppy77
 
+34 | -4
 
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Wenn kein Arzt die religiöse Beschneidung: vornimmt, dann lassen die das nachher einen Quaksalber machen oder schnippeln gar selbst dran rum. Dann gibts Infektionen und mehr.

Nicht nur der Arzt sollte dafür bestraft werden, auch die Eltern die sowas ihren Kindern antun sollten vor den Kadi kommen und die Strafe sollte richtig weh tun.
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26.06.2012 02:12 Uhr von azru-ino
 
+5 | -24
 
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26.06.2012 02:29 Uhr von KELEBEK-
 
+6 | -4
 
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wenn: andere muslimische Ärzte das anders sehen dann klagt man sich durch die Instanzen und landet vor dem BGH und da gehts dann richtig ab, genauso wie die Sache mit dem geschächteten Fleisch!
Die Eltern werden sich einen Arzt suchen der " unter der Theke" die Vorhaut entfernt! ...
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26.06.2012 06:38 Uhr von Odysseus999
 
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26.06.2012 07:12 Uhr von MacGT
 
+24 | -3
 
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Frechheit: Noch viel schlimmer finde ich, dass z.B. hier in der Schweiz ein Christ, welcher aus medizinischer Notwendigkeit beschnitten wird, seine Operation selbst bezahlen muss (bei uns bezahlen die Krankenkassen sowas nicht zu 100%), während ein Moslem die selbe Operation umsonst bekommt, wenn sie einen religiösen Hintergrund hat (zumindest in einigen Krankenhäusern). Soviel zur Gleichstellung aller...
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26.06.2012 07:15 Uhr von TeKILLA100101
 
+6 | -28
 
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26.06.2012 07:19 Uhr von General_Strike
 
+7 | -7
 
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@franz.g Intim-OP vs. Beschneidung: Es besteht ein grosser Unterschied zwischen einer Korrektur übermässig grosser Schamlippen und dem Herrausreissen der Klitoris.
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26.06.2012 07:50 Uhr von Byzax
 
+36 | -4
 
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@TeKILLA100101: Du unterschätzt die Evolution. Wenn die Vorhaut sinnfrei oder gar schlechter wäre als ein Penis ohne Vorhaut, dann hätte die Evolution schon lange dafür gesorgt, dass die Gene für die Vorhaut aus dem Genpool der Menschheit verschwinden. Da sie jedoch noch da ist, muss sie zumindest bis vor kurzer Zeit noch einen Selektionsvorteil mit sich gebracht haben.

Du kannst davon ausgehen, dass sämtliche Körperteile einen Zweck erfüllen - der jedoch in unseren heutigen hygienischen Standards und unserem Sozialsystem vielleicht etwas an Bedeutung verloren hat, zumindest bei uns in den reicheren Ländern.

Die Vorhaut zum Beispiel schützt die Eichel vor Verletzungen und Reibung. Wenn du bedenkst, wie wichtig der Penis für die Fortpflanzung ist, ist das schon sinnvoll. Es ist beispielsweise sicherlich ein Unterschied, ob dir ein Insekt in die Eichel beißt/sticht oder in die Vorhaut.... ja, schon solche kleinen Eventualitäten sind für die Evolution von Bedeutung.

Bei deinem Beispiel mit dem "Blinddarm" meinst du sicherlich den Wurmfortsatz, der sich oft entzündet und folgenlos entfernt werden kann. Ja, das stimmt. Wie die Mandeln. Dennoch sind beide Organe nicht funktionslos - wir in Ländern mit höheren hygienischen Standards können bloß auch gut ohne diese Funktionen überleben. Beide Organe haben eine für die Immunabwehr relevante Funktion. In Afrika sind beide Organe noch sehr wichtig - bei uns nicht mehr so sehr.

Es ist jedenfalls falsch zu sagen, dass irgendwelche Organe am Körper total sinnlos sind und grundsätzlich keinen Zweck erfüllen.
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26.06.2012 07:58 Uhr von uhrknall
 
+15 | -5
 
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wurde auch mal Zeit dass Körperverletzung auch als solche gesehen wird. Manche Kinder müssen halt vor ihren Eltern geschützt werden.

Eigentlich sollten Erwachsene ja vernünftig handeln. Aber wenn sie wegen eines imaginären Freundes (oder einem anderen scheinbaren Grund) das Genital ihrer Kinder verstümmeln, ist das für mich nicht normal.
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26.06.2012 08:21 Uhr von Senor_Incognito
 
+22 | -4
 
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@Byzax: Hätte nicht erwartet jemanden mit Verstand auf Shortnews anzutreffen.

Immer dieses Gefasel von "Wenn die Evolution so toll ist, warum haben wir dann einen nutzlosen Blinddarm und Mandeln". Das sind so typisch dumme Fragen die nur jemand aus der Überflussgesellschaft fragen kann.

Der Blinddarm sichert unter anderem das Überleben von für uns sehr wichtigen Darmbakterien nach Durchfall. Die Mandeln sind eine Art erster Schutzmechanismus gegen Bakterien, die durch den Mund eindringen.
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26.06.2012 08:34 Uhr von Mingo82
 
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26.06.2012 09:36 Uhr von zocs
 
+10 | -0
 
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Ein paar Info: 1. in muslimischen Kreisen ist es oft üblich, aber nur weil man es dem Propheten Mohammed nachmachen will. Nach historischen, aber nicht wirklich gesicherten, Vorlagen war er angeblich beschnitten, bzw. hat sich angeblich selber beschnitten. So ganz gesichert ist das meiner Meinung nach nicht. Und weil quasi alle Muslime Mohammed als Vorbild haben, machen sie dies nach (siehe auch Hadith Sahih Muslim). Einen Zwang gibts da aber eigentlich nicht und auch im Koran gibt es keine eindeutige Aufforderung. Höchstens ein Hinweis dem Weg Abrahams zu folgen, was viele auch als Begründung nehmen.
Das Sünnet wird meist im alter zwischen 4 und 7 Jahren gemacht und sollte bis spätestens zum 13. durchgeführt werden.

2. im jüdischen ist es der Bund mit Jahwe, der damit geschlossen wird und es nennt sich Brit Mila -> http://de.wikipedia.org/...
Wird meistens zwischen dem 4 und 8 Tag nach der Geburt durchgeführt.

3. medizinische Begründungen gibts z.B. in der Phimose, Vorhautverengung.
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26.06.2012 10:08 Uhr von LoneZealot
 
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26.06.2012 10:10 Uhr von gravity86
 
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Zeus35: "Wird es wirklich Ärzte geben, die sich der deutschen heiligen Kuh widersetzen, und das verstümmeln ihrer Kinder ablehnen und zur Anzeige bringen werden?"

Wenn sie nicht wegen Körperverletzung angezeigt werden wollen, dann JA. Genau das soll ja dieses Urteil bewirken, es soll den Ärzten Rechtssicherheit geben. So kann der Arzt klip und klar sagen: "NEIN, es ist illegal und strafbar!"

Was im Ausland passiert, kann man natürlich nicht mehr beeinflussen aber nur weil in anderen Ländern andere Gesetze gelten, heißt das ja nicht, dass Deutschland nicht mit gutem Vorbild vorangehen sollte.

@LoneZealot: "In der Realität ist das Urteil so kaum durchsetzbar." Warum nicht? Der Arzt macht sich ja strafbar, er soll niemanden anzeigen, er soll es einfach nur nicht machen. Ich denke nicht, dass die Ärzte Geldstrafen und ggf. ein Berufsverbot riskieren werden, um irgendwelchen Eltern ihre perversen Verstümmelungsphantasien zu ermöglichen. Wie gesagt, es geht darum was deutsche Ärzte in Deutschland dürfen und was nicht.


[ nachträglich editiert von gravity86 ]
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26.06.2012 10:17 Uhr von erdengott
 
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@zeus: "Wird es wirklich Ärzte geben, die sich der deutschen heiligen Kuh widersetzen, und das verstümmeln ihrer Kinder ablehnen und zur Anzeige bringen werden?"
Zumindest widersetzen, welcher Arzt spielt leichtfertig mit seiner Zulassung?

"Wie will man denn die Kinder davor schützen? Wenn es in Zukunft nicht in irgend welchen Hinterzimmern passiert dann eben im Ausland."
So argumentiert müsste man viele sinnvolle Verbote aufheben: Warum darf ein Schlüsseldienst den Dieb bei Wohnungseinbrüchen nicht unterstützen, sonst macht das noch einer der viel mehr Schaden anrichtet.
Nein, es ist gut wenn anoffizieller Stelle nachzulesen ist, dass so ein Vorgehen hierzulande nicht geduldet ist. Sowas führt zum Umdenken, auch wenn es Zeit braucht.
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26.06.2012 10:22 Uhr von DonotReply
 
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Die: Kinderfolterei hat offiziell ein Ende, aber niemand muss meinen das sich Juden oder Moslems um deutsche Gesetze kümmern, denn für diese Leute sind wir eh nur unwissende nützliche Idioten und die werden halt ihre Kinder in Hinterhof Schlachtereien beschneiden.
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26.06.2012 10:25 Uhr von ZiemlichBelanglos
 
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- "Herr Doktor, Herr Doktor! Ich bekomme meine Vorhaut nicht zurück!"

- "Mensch! Sowas verleiht man ja auch nicht!"

:D

Ich wurde einst selbst beschnitten, ohne religiösen Hintergrund. Es sollte der Hygiene dienen und bisweilen konnte ich noch keine Einschränkung oder erhöhte Gefahr vernehmen. Bei der Beschneidung des femininen Geschlechtes sehe ich das aber anders. Da ist es meist eine Verstümmelung, die den Menschen ein Leben lang zeichnet.
Man sollte sich aber auch gewiss sein, dass Religion und Logos beides Bewusstseinsstrukturen generieren. Die religiöse Sicht kann genauso gut eine der Hygiene sein.
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26.06.2012 13:09 Uhr von Odysseus999
 
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@Kaanacke: "Keiner wurde beschnitten aber alle reden mit. "
Genau davon spreche ich,
die meisten Leute hier haben oft nur Erfahrung mit Nichts,
und davon eine ganze Menge

Lasst doch diejenigen sprechen, die bereits beschnitten sind,
wenn ihr etwas zu dem Thema wissen wollt, oder lasst euch zuerst selbst beschneiden, und wenn ihr dann immer noch etwas dagegen habt, dann könnt ihr es auch verbieten
im Prinzip ist es pro Individuum sowieso nur erlaubt, etwas zu verändern, wenn man die Erfahrung gemacht hat, und dazu gehört eben in diesem Fall, sich beschneiden zu lassen, um mitreden zu können,
weil man sonst eben nicht die geringste Ahnung hat,
was Sache ist, aber es scheint in Deutschland ja auch wirklich groß in Mode zu sein, zu jedem Thema eine Meinung zu haben, auch, wenn man keine Ahnung hat, wovon man spricht



@day-night
Rainer Unsinn

[ nachträglich editiert von Odysseus999 ]
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26.06.2012 13:59 Uhr von Odysseus999
 
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@trara: "Weil die Religion sagt, dass Unbeschnittene nicht in den Himmel kommen!"
Tatsächlich? Wusste ich gar nicht, aber ich verlange jetzt auch keinen Nachweis oder ähnliches, ganz einfach, weils mir egal ist

Na jedenfalls wirst Du wohl kaum einen Schaden davongetragen haben, und, so schlimm es jetzt auch für manche klingen mag:
Die rituelle Beschneidung des Sohnes inkl. anwesenden und betenden Gläubigen ist im Grunde unbezahlbar,
von der Bedeutung her so wie die Taufe im Christentum,
da wird das Kind ebenfalls "geschockt", es besteht wirktechnisch kein Unterschied zwischen der Taufe und der Beschneidung, und auch getaufte Menschen kennen den Unterschied zwischen vorher und nachher, also zumindest an der Stelle können sich Christen und Muslime die Hand reichen, ihr könnt es aber auch anders haben, wenn es unbedingt sein muss, alles ist möglich

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