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Hungerstreik gegen Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch

Bereits seit dem 08. Juni 2012 ist Norbert Denef vom Verein NetzwerkB im Hungerstreik. Damit protestiert er gegen die Verjährungsfrist von zehn Jahren bei sexuellem Missbrauch. Am Montag schlossen sich vier weitere Personen dem Hungerstreik an.

Grund des Protests ist vor allem, dass nach einer Vorlesung von Norbert Denef auf einem SPD-Parteitag im Dezember letzten Jahres die vollmundige Zusage getroffen wurde, sich für die Belange der Missbrauchsopfer einzusetzen. Nachträglich wurde dem eine Abfuhr erteilt.

Opfer sexuellen Missbrauchs können meistens nicht in der vorgegebenen Verjährungsfrist Strafanzeigen erstatten, weil sie physisch oder psychisch nicht dazu in der Lage sind. Nicht selten bedarf es erst einer jahrelangen Therapie. Beispiel hierfür ist der Missbrauch an der Odenwaldschule.


WebReporter: Regenbogenwald
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Missbrauch, Streik, Forderung, Frist, Hungerstreik, Verjährung
Quelle: www.regenbogenwald.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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13.06.2012 16:37 Uhr von Regenbogenwald
 
+2 | -1
 
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Hungerstreiks werden in Deutschland meist nur beachtet, wenn sie im Ausland stattfinden. Bequem, weil es keinen direkten Handlungsbedarf gibt. Jetzt geht es aber um eine Forderung, die einen Großteil unserer Gesellschaft betrifft! Immerhin werden ca.. 14.000 Straftaten jährlich zur Anzeige gebracht, aber nach einer Dunkelfeldstudie werden jährlich über 300.000 Kinder sexuell missbraucht! Diese Kinder mussten lange genug schweigen.
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13.06.2012 17:43 Uhr von Regenbogenwald
 
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Negative Bewertungen: Ich frage mich gerade, warum dieser Beitrag konsequent negativ bewertet wird. Geht es dabei um den ungeübten Schreibstil oder um den Inhalt, daß die Forderung gesellschaftlich unerwünscht sei?

Missbrauchte Kinder durchleben nach der Tat oft ein jahrzehntelanges Trauma und müssen darüber hinaus für Therapien kämpfen, die sie oft erst in die Lage versetzt Strafanzeigen zu erstattebn. Der Gesetzgeber läßt ihnen aber nur 10 Jahre Zeit dafür.

Damit sich die Politik endlich zu einer menschlichen und kinderfreundlichen Regelung der Verjährungsfristen bekennt, sind seit einigen Tagen 5 Menschen in den Hungerstreik getreten und es wird keine Notiz von ihnen genommen. Es geht immerhin nur um Kinder und nicht um FiFa und Co.
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13.06.2012 19:58 Uhr von Hawkeye1976
 
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Die Verjährungsfrist trägt ja auch dem Aspekt rechnung, dass nach einer gewissen Zeit der Vorfall schlicht nicht mehr klärbar ist bzw. eben die Schuld nicht mehr eindeutig nachgewiesen werden kann.
Übrigens beginnt diese Frist bei Minderjährigen erst mit erreichen der Volljährigkeit. Also ein Mädchen, das mit 10 Jahren vergewaltigt wurde, kann den den Täter bis zu ihrem 28 Lebensjahr anzeigen, also 18 Jahre nach der Tat.
Und von erwachsenen Menschen kann man erwarten, dass sie sich innerhalb von 10 Jahren dazu durchringen können, Anzeige zu erstatten oder nicht.

Selbst nach 10 Jahren dürfte es meist schon schwer sein, die Schuld eindeutig festzustellen, da in der Regel nur Aussage gegen Aussage steht.
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13.06.2012 21:31 Uhr von Regenbogenwald
 
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Mal was dazu sage Hallo Clematis,

Die Quelle (die Community und Vereinsseite regenbogenwald.de) hat an dieser Stelle selbst auch nur berichtet. Die Aktion wird vom Vorsitzenden des Vereins NetzwerkB e.V. und mehreren Mitgliedern bewerkstelligt und stehen in keiner Beziehung zu Regenbogenwald e.V. ausser der thematischen.

und Hawkeye, sachlich ist das soweit richtig ausser der Tatsache, daß die Verjährung eine Folge der verlierenden Beweisbarkeit sei. Eine Verjährung erfüllt regelmässig den Zweck, daß die Staatsanwaltschaft zu schnellen Ermittlungen angespornt wird und dass davon ausgegangen werden kann, dass ein Interesse an einer Strafverfolgung nach bestimmten Zeiten nicht mehr gegeben sein kann. Siehe hierzu evtl. auch den Kommentar des RA Heinrich Schmitz unter dem Artikel http://www.regenbogenwald.de/... wo es ziemlich gut beschrieben wurde.

Fakt ist aber bei sexuellem Missbrauch auch, daß die Verjährung mit Erreichen des 28. Lebensjahrs des Opfers nicht ausreichend ist. In einer deutlichen Überzahl der Fälle beginnen viele Betroffene erst in dem Alter überhaupt, sich mit dem gewesenen Missbrauch auseinander zu setzen oder nicht selten wird dann erst der Missbrauch offensichtlich (Erinnerungsverlust - Flashbacks - Psychotherapie, die die Erinnerung zurück holt). Wie schon angesprochen war das ja auch bei vielen Opfern des Missbrauchs an der Odenwaldschule der Fall und aufgrund der Verjährung konnte deswegen kein Strafverfahren mehr eingeleitet werden, in hunderten Fällen! Das ist aber tatsächlich keine Ausnahme, das ist die Regel!
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14.06.2012 02:21 Uhr von shila72
 
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Ich bin entsetzt! Hallo Zeus35,
mich entsetzt dein Kommentar! Es ist wie eine Ohrfeige für Betroffene, ich rede da nicht von Betroffene, die mit ihren Vater gebadet haben. Aber es spiegelt wieder, wie die Reaktionen von außerhalb sind! Ich bin selber Betroffene und nicht weil ich mit meinen "Vater" in der Badewanne saß! Sexueller missbrauch ist keine Modeerscheinung! Rate mal warum so wenige darüber reden können.. genau weil sie auf solche Reaktionen stoßen, wie du sie auch geschrieben hast!
Ähnelt der Aussage meiner damaligen Grundschullehrerin, ihre Tochter hätte es auch behauptet, dass sie sexuell missbraucht wurde, ist wohl mode zur Zeit! Und dann wird sich darüber gewundert warum Betroffene, viele Jahre später erst darüber reden können? Ganz davon abgesehen, daß Betroffene dissoziieren, wenn der missbrauch zu traumatisch ist. Es erst später durch verschiedene Auslöser erst wieder hochkommt, worüber der Betroffene keine Ahnung hat! Das kann sogar erst sein mit 65 Jahre!
Das was du aber geschrieben hast ist eine Ohrfreige für jede/n Betroffene/n!
Und nein, du hast nicht Recht! Die Erinnerungen sind nicht 20 Jahre alt. Für viele ist es einfach weg. Sie haben keine Erinnerung an den Missbrauch, sie gehen zu Therapeuten, weil sie Panik kriegen, Essstörungen und so weiter! Und meistens dort wird es erst aufgedeckt.. und sicherlich ist nicht der Fall weil der Vater mal mit den ihnen gebadet hat!
nimm es mir nicht krum, aber was du von dir gelassen hast.. finde ich nicht klasse.. sogar sehr negativ! Weil du genau, das geschrieben hast, womit sich jeder Betroffene Tag täglich auseinander setzen muss! Das sie auf unverständniss stoßen! Genau deshalb ist auch die Dunkelziffer so hoch! Selbst wenn man was sagt, wird man angegangen.. wer macht das, wenn es einen schon beschießen geht? Niemand!
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14.06.2012 02:57 Uhr von Regenbogenwald
 
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@Zeus: Boah, Zeus, Du triffst den Nagel sowas von auf den Kopf... Irgendwie habe ich beim Lesen Deines Kommentars nur noch auf den Satz gewartet "Und einen Holocaust gab es auch nie"...

Dunkelfeldstudien haben bestimmt nichts mit Kaffeesatzlesereien zu tun, sondern sind wissenschaftliche Studien über das Verhältnis von angezeigten zu veraschwiegenen Straftaten und die gibt es in allen Deliktbereichen, nicht nur beim sexuellen Missbrauch.

Und was Du "Medienterror" nennst scheint der Spiegel der Gesellschaft zu sein. Unbequeme Dinge lasse ich nicht an mich heran, dann gibt es sie auch nicht (Scheuklappenprinzip). Was damit genau provoziert wird (und damit meine ich Deine Ansicht und nicht ein traumatisches Badeerlebnis) ist, dass die Opfer lieber Schweigen und Missbrauch ertragen als sich der Öffentlichkeit zum Spot preisgeben.

Eben diese "Kaffeesatz-Studie" hat ergeben, dass bei Kindesmissbrauch z.B. in der Familie nicht einmal 2% aller Fälle bekannt (angezeigt) werden. Da ca. 30% aller Missbrauchsfälle innerhalb der Familie stattfinden (von 14.432 angezeigten Fällen im Jahr 2011 sind das demnach etwa 4.330 Fälle = 2%) bleiben also rund 216.000 Fälle unentdeckt! Der überwiegende Grund dürfte dafür sicherlich die emotionale Nähe zum Täter / zur Täterin sein, aber an zweiter Stelle steht die öffentliche Meinung. Nicht umsonst werden z.B. im Iran Missbrauchs- und Vergewaltigungsopfer sogar hingerichtet!

Was mir zu Deinem Kommentar nur einfällt: Was ist für Dich ein Kinderleben wert? ...
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14.06.2012 07:19 Uhr von Regenbogenwald
 
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Weitere Hintergründe: Nicht nur für zeus empfehlenswert zu lesen:

http://www.regenbogenwald.de/...

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