08.05.12 12:38 Uhr
 584
 

Urteil: Zahnarzt muss sich negative Internetbewertung nicht gefallen lassen

Das Landgericht Nürnberg hat einem Zahnarzt Recht gegeben, der eine einstweilige Verfügung gegen ein Internet-Portal erlassen hatte.

Auf der Webseite wurde der Arzt mit einer negativen Bewertung belegt, zudem warf ihm der anonyme User vor, nur Geld verdienen zu wollen.

Der Mediziner sah dies als Verleumdung an, der Internet-Portalbetreiber verwies auf freie Meinungsäußerung. Die Richter wiesen nun jedoch die Löschung des Kommentars an.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: mozzer
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Internet, Urteil, Zahnarzt, Löschung
Quelle: de.nachrichten.yahoo.com

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Kriminologe zu Freiburgmord: Flüchtlinge verhalten sich wie junge Männer überall
Norwegen: Unbekannter ersticht 14-Jährigen und 48-Jährige vor einer Schule
Clickbait-Falle Huffingtonpost

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

15 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
08.05.2012 12:40 Uhr von rubberduck09
 
+15 | -2
 
ANZEIGEN
Leider 0 Info, ob die Bewertung ned evtl. doch richtig sein könnte.

Schwarze Schafe gibts jedenfalls genug unter Ärzten jeglicher Art.
Kommentar ansehen
08.05.2012 12:45 Uhr von magnificus
 
+16 | -0
 
ANZEIGEN
Verleumdung? Wenn der Patient empfindet, dass der Arzt nicht gut war, darf er das nicht sagen? Dann soll er den Geldteil oder andere Beleidigungen weglassen.
Welche Richter sprechen da eigentlich "Recht" ?

[ nachträglich editiert von magnificus ]
Kommentar ansehen
08.05.2012 13:02 Uhr von artefaktum
 
+8 | -1
 
ANZEIGEN
"Auf der Webseite wurde der Arzt mit einer negativen Bewertung belegt (...)"

Das fällt wohl mal eindeutig unter das Recht auf freie Meinungsäußerung.

"(...) zudem warf ihm der anonyme User vor, nur Geld verdienen zu wollen."

Okay, das ist grenzwertig. Das geht nicht in Ordnung.

"Die Richter wiesen nun jedoch die Löschung des Kommentars an."

Warum den ganzen Kommentar? Das mit dem Geldverdienen kann man löschen, das man den Zahnarzt nicht gut findet kann man ja wohl stehen lassen.
Kommentar ansehen
08.05.2012 13:06 Uhr von Elektrosmog
 
+3 | -1
 
ANZEIGEN
Naja: ist schon nachvollziehbar.

Wenn bei diesen Portalen jeder einfach so einen Arzt bewerten kann -ohne jeglichen Nachweis, dass er von diesem Arzt auch tatsächlich behandelt wurde- macht das absolut keinen Sinn und der Manipulation ist Tür und Tor geöffnet.

[ nachträglich editiert von Elektrosmog ]
Kommentar ansehen
08.05.2012 13:08 Uhr von artefaktum
 
+16 | -1
 
ANZEIGEN
In der Quelle steht "Werden die negativen Bewertungen nicht gelöscht, droht den Machern des Portals ein Strafgeld in Höhe von 250.000 Euro pro negativen Eintrag."

???

Also darf man auf dem Meinungsportal nur noch positive Bewertungen abgeben? Das kann doch wohl nicht sein?!
Kommentar ansehen
08.05.2012 13:46 Uhr von magnificus
 
+4 | -0
 
ANZEIGEN
Ja Elektro: da ist natürlich was dran.
Aber deswegen gleich alle Negativen löschen? Es muss ein anderen Weg geben.
Kommentar ansehen
08.05.2012 13:48 Uhr von artefaktum
 
+4 | -1
 
ANZEIGEN
@Elektrosmog: "Wenn bei diesen Portalen jeder einfach so einen Arzt bewerten kann -ohne jeglichen Nachweis, dass er von diesem Arzt auch tatsächlich behandelt wurde- macht das absolut keinen Sinn und der Manipulation ist Tür und Tor geöffnet."

Denk das mal konsequent zu Ende: Dann dürfte im Internet niemand mehr negative Bewertungen vergeben, bis wir nicht ein Identifiktationssystem haben, dass Gerichte anerkennen. Das ist wie eine rechtliche Vorschrift, dass man nur noch loben oder neutral bleiben darf.
Kommentar ansehen
08.05.2012 16:36 Uhr von neinOMG
 
+3 | -0
 
ANZEIGEN
aber wie soll man sich sonst schützen vor solchen Ärzten? Bis der mal seine Zulassung verliert dauert es Jahre.
Kommentar ansehen
08.05.2012 17:26 Uhr von Sonny61
 
+3 | -0
 
ANZEIGEN
Genau so funktioniert die Demokratie in diesem Lande!
Kommentar ansehen
08.05.2012 21:48 Uhr von Jolly.Roger
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
Details: Ganz entscheidend war wohl, dass die Bewertung anonym abgegeben wurde. Es ist also gut denkbar, dass es auch einfach nur ein anderer "Kollege" von ihm war.
Desweiteren konnte der Zahnarzt wohl belegen, dass er keine Kundenbeschwerde in dieser Richtung vorliegen hatte, also der Richter wohl annahm, dass diese eine Bewertung manipuliert ist.

Man sollte die Bewertungsportale dazu bringen, dass die Kommentare und Bewertungen eben nicht komplett anonym abgegeben werden können, damit man die im Zweifelsfall auch mal verifizieren kann.
Klar, 100%ig wirds nie gehen, aber das jeder einfach anonym irgendwas über jeden schreiben kann, hat wenig mit Meinungsfreiheit zu tun. Wer eine Meinung hat, sollte die auch vertreten. Mit Namen und Adresse.
Kommentar ansehen
08.05.2012 21:59 Uhr von Multiversal
 
+0 | -1
 
ANZEIGEN
Dummstudiert und mit Doktortitel: und im Mauschelland und Vetternwirtschaftsstaat bist du immun.
Da helfen nur noch Mittelalterliche Methoden mit Fackeln und Stöcken bewaffneter "Pöbel"

das mit dem Geldverdienen darf man nicht löschen!

Den Ärzten auf den Zahn fühlen
Die Kassen wollen auch den Teil der Zahnarztrechnung überprüfen, den der Patient selbst bezahlen muss. Damit wollen sie die Patienten vor überhöhten Rechnungen schützen.
http://www.taz.de/!91235/
Kommentar ansehen
09.05.2012 11:04 Uhr von Elektrosmog
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
@artefaktum: "Denk das mal konsequent zu Ende: Dann dürfte im Internet niemand mehr negative Bewertungen vergeben, bis wir nicht ein Identifiktationssystem haben, dass Gerichte anerkennen. Das ist wie eine rechtliche Vorschrift, dass man nur noch loben oder neutral bleiben darf."

Konsequent zu Ende gedacht komme ich nur zu einem Ergebnis: Solche Bewertungs-Portale sind totaler Schwachsinn.

Das wäre wie wenn man bei eBay einen User bewerten könnte, mit dem man weder als Käufer noch als Verkäufer zu tun hatte.

So nützlich wie ein Stock im Ar...
Kommentar ansehen
09.05.2012 16:58 Uhr von Miem
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Auf solchen Portalen: habe ich auch schon Bewertungen abgegebem. Allerdings fundiert und mit Beispielen. Wenn sich der eine Arzt, dem ich zwar hohe Kompetenz und netten Umgang bescheinigt habe, aber auch sehr lange Wartezeiten, sich beschweren will - das Portal weiß, wer ich bin und die langen Wartezeiten können die anderen Patienten auch bestätigen ....

Aber einfach zu schreiben, "der arbeitet schlecht und will nur Geld" ist eine böswillige Unterstellung. Löschen muss man das aber kaum, denn ich zumindestens weiß, mit wem ich es bei dem Bewerter zu tun habe, wenn ich in dem Tonfall Geschriebenes lese.
Kommentar ansehen
09.05.2012 19:15 Uhr von Suffkopp
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Mensch Leute: lernt doch lesen bevor ihr schon wieder spekuliert und die heilige Meinungsäußerung in Gefahr seht oder Richter verteufelt. Was steht im Artikel?

"Auf der Internetseite hatte ein anonymer Nutzer dem Zahnmediziner vorgeworfen, nicht sorgfältig zu arbeiten und nur auf Umsatz aus zu sein. Während die Betreiber des Portals anführten, es handle sich um eine freie Meinungsäußerung, glaubte der Arzt an einen frei erfundenen Eintrag."

Und jetzt denkt nochmal nach
Kommentar ansehen
10.05.2012 09:36 Uhr von Seravan
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Nunja: aber Hotelbetreiber müssen schlechte Bewertungen im Internet über sich ergehen lassen dürfen diese aber gerichtlich löschen lassen. Urteile gibts zu Hauf.



(Az. 5 U 51/11)
OLG-Urteil: Hotelbetreiber müssen Bewertungsportale dulden

Hotelbetreiber müssen Kommentare über ihre Unterkunft in Bewertungsportalen im Internet nach einem Gerichtsurteil dulden. Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) wies die Berufung einer Klägerin ab, die in Berlin ein Hotel und ein Hostel unter einem Dach betreibt (Az. 5 U 51/11). Die Unterkünfte waren schlecht beurteilt worden. Das OLG-Urteil ist rechtskräftig, Revision zum Bundesgerichtshof wurde nicht zugelassen.

Die Frau aus Berlin wollte erreichen, dass ihre Unterkünfte nicht mehr öffentlich bewertet werden dürfen: Es handele sich um einen «virtuellen Pranger», in dem jeder - egal, ob er im Hotel war oder nicht - anonym und risikolos alles schreiben könne. Auf dem Reiseportal hatten Nutzer über Mängel in den Unterkünften der Frau geklagt.

Das OLG entschied jedoch, ein umfassender Unterlassungsanspruch stehe der Klägerin nicht zu. Sie sei «unzutreffenden und für ihren Hotelbetrieb abträglichen Bewertungen nicht schutzlos ausgeliefert, da sie deren Löschung verlangen und dies gegebenenfalls auch gerichtlich durchsetzen könne», erklärte ein Gerichtssprecher.

Ein allgemeines Bewertungsverbot führe dazu, dass das Betreiben einer Hotelbewertungsplattform unmöglich gemacht werden könnte - und das sei nicht im Interesse der Allgemeinheit. Auch anonym abgegebene Kommentare stünden unter dem Schutz der Meinungs- und Kommunikationsfreiheit, hieß es. Die Klägerin war bereits vor dem Landgericht Hamburg gescheitert.


aber im Umkehrschluss.
Es ist schneller 10 Bewertungen einzustellen, als nur eine Einzige löschen zu lassen...



[ nachträglich editiert von Seravan ]

Refresh |<-- <-   1-15/15   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Polizist droht Strafe: Kanzlerin auf AfD-Veranstaltung "kriminell" genannt
Kriminologe zu Freiburgmord: Flüchtlinge verhalten sich wie junge Männer überall
Fall Freiburg: Kanzlerin warnt vor pauschaler Verurteilung von Flüchtlingen


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?