24.04.12 15:00 Uhr
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IWF-Chefvolkswirt Oliver Blanchard drängt Deutschland zu Eurobonds und Exportreduktion

Der französische Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) Oliver Blanchard fordert von Deutschland, Eurobonds zuzulassen. Denn mit dem Fiskalpakt gäbe es nun "Instrumente zur Haushaltsdisziplin" und damit eine Grundlage für die Ausgabe von europäischen Schuldenpapieren.

Verschuldete Krisenländer aus dem Süden Europas kommen durch Eurobonds an deutlich günstigere Zinssätze. Solide Staaten wie Deutschland müssten dann jedoch höhere Zinsen zahlen. Blanchard will die Eurobonds schrittweise einführen und sprach von einem "vorsichtigen Einstieg".

Blanchard kritisierte zudem Deutschlands hohe Exportüberschüsse. Um diese auszugleichen, solle Deutschland sich mit einer höheren Inflation abfinden. Die Bundesregierung will jedoch auf keine Exportreduktion hinwirken. Auch die Bundesbank sprach sich klar gegen die Eurobonds-Einführung aus.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Deutschland, Politik, Wirtschaft, IWF, Inflation, Eurobonds
Quelle: www.focus.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.04.2012 15:00 Uhr von no_trespassing
 
+13 | -1
 
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Was hier passiert ist im Prinzip ein Krieg - ein Wirtschaftskrieg. Ganz Südeuropa gegen Deutschland. Die anderen leben dann gut auf unsere Kosten.

Solche Ansätze haben mit dazu beigetragen, dass der 2. WK anfing. Deutschland sollte als Alleinschuldiger für den 1. WK geradestehen, das hat erst den Boden für den 2. WK bereitet.

Und was heißt eigentlich "Instrumente der Haushaltsdisziplin" gebe es erst mit dem Fiskalpakt? Was ist denn mit dem Maastricht-Vertrag? Hat keiner eingehalten!
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24.04.2012 15:26 Uhr von BoscoBender
 
+7 | -0
 
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Bin der Meinung von Adriano Das ist ein Wort...

Sollen die sich da drum kümmern wir in Deutschland haben unsere eigenen probleme die gelôst werden müssen da kônnen wir uns nicht noch um deren dreck kümmern weil es ja schon heisst Deutschland richtet es schon...
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24.04.2012 15:32 Uhr von artefaktum
 
+3 | -1
 
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no-trespassing: "Ganz Südeuropa gegen Deutschland. Die anderen leben dann gut auf unsere Kosten."

Das ist halb richtig, allerdings auch halb falsch: Unser extrem starker Export basiert auch auf unserer gemeinsamen Eurowährung. Da bleiben unsere Waren international schön billig (die schwächeren EU-Länder verhindern das aufwerten) während die schwachen Länder nicht abwerten können, und ihre Waren auf dem Weltmarkt zu teuer bleiben.

Denen ihre Defizite zahlen wir dann hintenrum wieder über die EU-Hilfszahlungen. Kurz: Verkehrte Welt. Für Merkel ist das allerdings zu schwierig zu verstehen.
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24.04.2012 15:36 Uhr von Joker01
 
+3 | -1
 
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"mit einer höheren Inflation abfinden": mit anderen Worten: Dieser Froschfresser hat die Absicht, eine neue Währungsreform einzuführen.
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24.04.2012 15:36 Uhr von CommanderRitchie
 
+4 | -0
 
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Hier noch ein Kommentar, den ich vor ein paar Minuten zu einem ähnlichen Thema abgegeben habe....

Jetzt haben wir schon Griechenland geholfen, für Spanien und andere Mitgliedsstaaten stehen wir bereit.... warum sollen wir nicht gleich als Zechenzahler aller Mitgliedsstaaten herhalten...
Auf Grund seiner Nazi-Vergangenheit wird sich Deutschland schon nicht großartig sträuben (wir wollen ja immer so liberal sein)... so oder ähnlich scheint wohl die Denkweise der EU-Verantwortlichen zu sein..

Andersherum gesehen... wir kommen auch ohne die EU klar... aber die EU nicht ohne uns !!

Deshalb dürfen sich unsere Regierungsvertreter nicht unter Druck setzen lassen und auch nicht zu allem "Ja und Amen" sagen !!
Normal ist ja wohl, dass der Gläubiger sagt was Trumpf ist... und nicht die Schuldner !!

Andererseits.... unter bestimmten Vorraussetzungen...
Wenn die Staaten ihre Selbstbestimmung ablegen, den dortigen politischen Verantwortlichen jede Entscheidungsmöglichkeit genommen wird, der Name "europäische Union" in "Groß-Germanien" umbenannt wird und die in diesen Staaten erwirtschafteten Bruttosozialbeträge zum größten Teil direkt in die deutsche Staatskasse fließen... .

[ nachträglich editiert von CommanderRitchie ]
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24.04.2012 16:49 Uhr von sicness66
 
+7 | -3
 
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Tja: Wer einen gemeinsamen Währungsraum schafft, muss auch gleiche Bedingungen schaffen. Aber das hat Europa und vor allem Deutschland noch immer nicht begriffen. Kann man wunderbar am Osten sehen. Erst die Filetstücke rausschneiden, abwirtschaften und sich dann über "Hilfszahlungen" beschweren.

Dass man Länder unter eine Währung gebracht hat, die nicht ansatzweise die gleiche Leistungsfähigkeit besitzen, war der Kardinalfehler schlechthin.

Man kann natürlich die schwachen und starken Länder unter jeweils eine Währung bringen. Hat aber ein Europa der zwei Geschwindigkeiten zu Folge, in dem die schwachen Länder weiter abgehängt werden. Südliche Verarmung, Zuwanderung und Protektionismus wären die Folge. Also eigentlich das worauf wir jetzt schon zusteuern.

Der französische Vorschlag bedeutet eine Verschlechterung der Position Deutschlands. Aber um die kommen wir sowieso nicht herum. Es ist geradezu lächerlich von anderen zu fordern, sie sollten ihre Wettbewerbsfähigkeit (Gr, Sp, Por) verbessern. Was passiert denn dann, wenn andere besser werden ? Wir werden schlechter. Und eine Zinsangleichung ist schon lange überfällig.

Das Deutschland seine Exportüberschüsse nicht eindämmen will, zeigt wie sehr es unserer Regierung wirklich um ein gemeinsam starkes Europa geht - gar nicht. Dass das natürlich volkswirtschaftlicher Schwachsinn ist und auf Crash hinausläuft sollte endlich mal bis in die letzten Hirnwindungen gedrungen sein.

Europa arbeitet tagtäglich daran, seine Position weiter zu verspielen und Deutschland ist als Krösus maßgeblich dran beteiligt. Aber der CDU und Merkel ist eben mehr daran gelegen die nächste Wahl zu gewinnen anstatt ihren Eid ernst zu nehmen.
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24.04.2012 17:50 Uhr von no_trespassing
 
+1 | -2
 
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@sicness: Was erwartest du denn? Umverteilung?

Was kann Dt. dafür, wenn die anderen nicht an Stärke gewinnen?
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24.04.2012 18:41 Uhr von Lordkacke-WOB
 
+1 | -3
 
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@sicness66: Selten soeinen Käse gelesen.

z.B, "Hat aber ein Europa der zwei Geschwindigkeiten zu Folge, in dem die schwachen Länder weiter abgehängt werden."

Genau anders herum ist der Fall. Wenn Deutschland vorneweg dampft, dann folgen auch die schwachen Länder schneller hinterher, weil sie selber sehen, wie es geht. Das hat selber ein Pole vor Jahren einmal zugegeben, das ein schnellwachsende Wirtschaft Deutschlands auch für Polen von Nutzen ist.

So trottet Deutschland mit der Masse mit, wird regelrecht ausgebremst. Selbst das Markenzeichen von Inflation sollen wir übernehmen, was man nur kannte aus Griechenland, Italien usw.

Zum Schluss: Konkurierende Wirtschaften beflügeln das System, was aber mit diesem EU-Einheitsbrei nicht möglich ist. So verliert auch Deutschland auf internationaler Ebene immer mehr an Boden. Vom Exportweltmeister sind wir schon auf den 4 oder 5 Platz abgerutscht und es geht weiter bergab, dank dem Kunst-Rubel und der EU - auch wenn man sich immernoch aufgeilt, die Wirtschaftkraft Nr. 1 zu sein in Europa, nur Europa ist krank und kein Maßstab mehr.
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24.04.2012 18:53 Uhr von Lordkacke-WOB
 
+2 | -1
 
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PS: Noch vergessen zu erwähnen: Griechenland z.B. erhält schon seit über 20 Jahren !!! Transverzahlungen aus dem EU-Topf von ca 40 Milliarden jährlich !!! Was hat das bisher gebracht - NIX, überhaupt NIX.

Das Gegenteil ist der Fall, mit dem Geld haben die sich ein Beamten-Paradies eingerichtet, da träumt jeder Beamte in Deutschland von, dazu Korruption ohne Ende. Wirtschaftlicher Aufschwung - FEHLANZEIGE.

Genauso kommt es mit den "Eurobonds", die verpuffen ohne Wirkung.
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25.04.2012 14:10 Uhr von ArrowTiger
 
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Exportreduktion wird erzwungen: -- "Die Bundesregierung will jedoch auf keine Exportreduktion hinwirken"

Daran wird sie nichts ändern können, wenn unsere Kundenländer durch sie aktuelle Krisenpolitik und (Gott bewahre!) dem geplanten Fiskalpakt kaputtgespart wurden.

So billig können wir uns gar nicht lohndrücken, ohne das dies in einer Katastrophe endet.

Ist wie im Theater: steht die erste Reihe auf, müssen alle anderen Reihen auch aufstehen, um was sehen zu können. Der Effekt: wie vorher, nur deutlich unbequemer...
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25.04.2012 14:16 Uhr von ArrowTiger
 
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@no_trespassing: -- "Was kann Dt. dafür, wenn die anderen nicht an Stärke gewinnen?"

Weil die Forderungen der einen immer die Schulden der anderen sind? Simple VWL-Wahrheit.

Ist etwas komplexer, ich weiß... Hat auch was mit den unterschiedlichen Inflations- und Wachstumsraten der EU-Länder zu tun. "Schuldenbremsen" und fehlende Eingriffsmöglichkeiten durch Währungsumwertungen tun ihr übrigens. So bleibt einen Staat nur noch die Möglichkeit des Lohndumpings... bis der nächste lohndumpt... etc pp
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25.04.2012 14:23 Uhr von ArrowTiger
 
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@Lordkacke-WOB: -- "Griechenland z.B. erhält schon seit über 20 Jahren !!! Transverzahlungen aus dem EU-Topf von ca 40 Milliarden jährlich !!! Was hat das bisher gebracht - NIX, überhaupt NIX."

Ds mag für Griechenland stimmen. Begründet aber nicht, warum z.B. Spanien jetzt in einer ähnlichen Situation ist. Spanien hatte die letzten Jahre deutliche Haushaltsüberschüsse generiert!

Die Gründe liegen woanders und sind maßgeblich in der Finanzkrise gegründet. Alle Länder waren vor der Krise nicht anders aufgestellt als jetzt. Erst als die Spekulation richtig losging und crashte, kam es auch zu der "Staatsschuldenkrise".

(Natürlich haben wir nach wie vor die Finanzmarktkrise - das ganze Geblubber von "Schuldenkrise" dient nur der Ablenkung von den tatsächlichen Verantwortlichen...)

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