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Pilotprojekt "anonym bewerben" - namhafte Firmen steigen aus

Mit der Möglichkeit, sich anonym zu bewerben, wollte man die Chancen von Frauen, Migranten und älteren Arbeit Suchenden am Arbeitsmarkt erhöhen. Ein Pilotprojekt lief über ein Jahr. Die Bundesregierung zieht daraus ein positives Fazit. Man habe Chancengleichheit hergestellt, so die Aussage.

Teilnehmende Unternehmen sehen das entschieden anders. Etliche Firmen aus NRW steigen aus dem Projekt aus. Die Deutsche Telekom hält auch ihr normales Bewerbungsverfahren für diskriminierungsfrei. Anonyme Bewerbungen hätten nichts gebracht sondern eher interessante Lebensläufe verwaschen.

Auch die Deutsche Post und L´Oréal Deutschland sehen keinen Gewinn in anonymisierten Bewerbungen. Man habe durch die Teilnahme an der Studie die Erkenntnis erlangt, dass die bisherigen Verfahren alle wichtigen Punkte der Chancengleichheit schon berücksichtigen.


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WebReporter: darkchylde-
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Nordrhein-Westfalen, Diskriminierung, Firmen, Pilotprojekt
Quelle: www.derwesten.de

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15 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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18.04.2012 20:22 Uhr von Multiversal
 
+31 | -25
 
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namhafte Firmen setzen ja auf Leihsklaverei: Bmw und Co. halt.
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18.04.2012 22:06 Uhr von ThomasHambrecht
 
+8 | -8
 
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Gerade mit einer Bewerbung will man ja auch durch gezielte Fotos und spezielle Farbtönen auf sich aufmerksam machen.
Ich hab meiner Freundin und einigen Bekannten zu nahezu jedem Bewerbungsgespräch verholfen, in man Fotos vom letzten Arbeitsplatz nahm (z.B. telefonierend am Schreibtisch). Funktioniert überraschend gut.
Manche Firmen achten auch darauf, dass das Alter im Team stimmt. Je kleiner die Firma, desto wichtiger ist auch der erste Symphatie-Eindruck den die Bewerbung ausstrahlt.
Ein schlechtes Foto, billiger Tintenstrahldruck, 0815-Standardbewerbung lässt die ganze Person als schlappig und langweilig erscheinen.
Speziell meine Freundin macht immer Empfangsdienst. Da will man doch ein Foto sehen, von jemandem der auf Kunden Vertrauen erregt und freundlich lächeln kann. Wie sage ich einer anonymen Bewerberin im späteren Gespräch, dass sie unfreundlich und unsymphatisch wirkt - und gleich wieder gehen kann?

[ nachträglich editiert von ThomasHambrecht ]
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18.04.2012 22:18 Uhr von Jonny0r
 
+5 | -3
 
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uhm also ich ich sehe das zwie gespalten, sicher stimmen die argumente von Thomas und co..

ABER..

was ich dagegen wieder bemängeln muss das in vielen grossen firmen älter gleich ausgeschlossen werden weil sie zuviel kosten würden, deshalb nehmen sie sich gleich junge oder leih arbeiter und fertig.. die können sie noch mit einer handvoll euros abspeisen und da fallen ältere menschen gleich durchs gitter..

2cents..usw..
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18.04.2012 22:19 Uhr von TheRoadrunner
 
+5 | -3
 
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Interessant In der Sueddeutschen sieht man das recht positiv: http://www.sueddeutsche.de/...

Auch die Einwände von bastB und digitalkaese werden da addressiert:
"Erst vor dem Bewerbungsgespräch durften die Chefs Namen und Zeugnisse sehen. Dann aber haben die Bewerber nach Einschätzung der Forscher bereits die entscheidende Hürde überwunden, denn im persönlichen Gespräch wucherten Klischees weniger."
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18.04.2012 22:21 Uhr von Chronos93
 
+3 | -3
 
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Ich bin zwar der Meinung, dass anonyme Bewerbungen schon etwas bringen würden, aber in der Realität ist es aus den oben genannten Gründen kaum durchsetzbar (Vorstellungsgespräche, oder über Hobbies die in der Bewerbung angegeben sind etc.).

Nimmt man z.b. jemanden der tätowiert ist, hat er in vielen Stellen schon mal die Arschkarte gezogen, obwohl es nichts über seinen Charakter oder Qualifikation aussagt.
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19.04.2012 07:54 Uhr von Djerun
 
+5 | -0
 
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wie anonym: können bewerbungen ernsthaft sein?

lebenslauf:
schule + abi
bundeswehr
studium
etc.
das gibt genug anhaltspunkte um den bewerber einzuschätzen
und um sachen wie alter, geschlecht usw herauszufinden
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19.04.2012 08:56 Uhr von ulkibaeri
 
+0 | -3
 
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@Djerun: Du musst doch keine Daten hinschreiben.

Es muss ja keiner wisen, ob du 2 oder 8 Jahre bei McDonalds gearbeitet hast.
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19.04.2012 09:07 Uhr von Schaumschlaeger
 
+5 | -1
 
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Immerhin kriegt der Arbeitgeber bei uns noch keine Probleme, wenn man seine Daten angibt (siehe USA). Wie soll man sich denn ein Bild von einem Bewerber machen, wenn man nur seine fachliche Qualifikation kennt? Zu einem guten Arbeitnehmer gehört halt doch mehr als nur fachliche Kompetenz. Es ist ja in der Regel nicht so, dass man in einem Unternehmen allein arbeitet.
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19.04.2012 09:44 Uhr von KingPiKe
 
+4 | -1
 
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Jugend diskriminiert? Wird denn durch anonyme Bewerbungen nicht die Jugend diskriminiert?
Denn diese hat ja, gerade kurz nach der Ausbildung, kaum sonstige Erfahrungen, Lehrgänge oder Zertifikate vorzuweisen, im Gegensatz zu älteren Menschen, die eben mehr Berufserfahrung haben.
Durch anonyme Bewerbungen kann man sich aber eben nicht sicher sein, ob es nun daran liegt, dass der Bewerber noch jung ist, oder der Bewerber einfach nur faul und uninteressiert war.

Oder sehe ich das falsch?
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19.04.2012 10:20 Uhr von IceWolf316
 
+2 | -4
 
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Was unsere: Bundesregierung so zu sagen hat...

Ich denke für diese Regierung gilt: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!

Und das nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, diese vollpfosten haben unser Land doch wunderbar an die EU verkauft, Soziale Ungerechtigkeit weitergefördert usw usw...

Ich sage nach wie vor: Revolution ist notwendig!
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19.04.2012 10:41 Uhr von artefaktum
 
+2 | -2
 
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@BastB: "Spätestens beim Bewerbungsgespräch werden dann die ausgesiebt, die man sonst schon aufgrund der normalen Bewerbung in den Papierkorb verschoben hätte."

Aber man wird zumindest eingeladen. Und da kann man dann unter Umständen einen ganz anderen Eindruck bekommen.
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19.04.2012 11:21 Uhr von Alh
 
+4 | -2
 
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Ich: lass mir doch nicht vordiktieren wen ich warum einstelle.
Ich such mir meine Bewerber sowie die daraus resultierenden Angestellten immer noch selber raus.
Anonyme Bewerbung? Schwachsinn!
Beim ersten persönlichen Kontakt sind die Würfel gefallen.
Und was die Bundesregierung resümiert geht mir sowas am A... vorbei.
Draußen in der Realität sieht ja alles ganz anders aus. Aber das Realitätsbewußtsein ist unseren Volkstretern im Laufe der fetten Jahre komplett abhanden gekommen. Gesindel!
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19.04.2012 11:40 Uhr von ThomasHambrecht
 
+5 | -1
 
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Man sollte auch anmerken dass wohl bei einem sehr großen Teil der Firmen die Alarmglocken angehen, wenn da eine anonyme Bewerbung eingeht. Da sitzen meist erfahrene Personaler zwischen 40 und 65 Jahre alt, die sich fragen, warum zwischen 250 normalen Bewerbungen 30 anonyme liegen. Und da kommt als erstes die Frage: Was will uns derjenige verbergen. Als nächstes vermutet man hinter anonymen Bewerbungen irgendwelche supersensiblen Leute.
Man reagiert doch ähnlich wenn in einer Zeitungs-Stellenanzeige nur eine Telefonnumer steht - und die Firma ihren Namen nicht nennt (Superverdienst, leichte Tätigkeit 0124 xxxxx). Da muss doch was faul sein wenn man nichts erfährt.
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19.04.2012 12:00 Uhr von ArrowTiger
 
+0 | -0
 
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Bewerbungsfotos? Inwieweit sind denn diese Bewerbungen anonym?

In vielen Ländern sind zumindest Bewerbungsfotos unüblich, in Schweden und den USA sogar verboten! Was auch durchaus sinnvoll ist, um zumindest eine Diskriminierung oder Bevorzugung hierüber auszuschließen.

Es ist ja auch so, daß viele sich in ihrer Vorauswahl von der Optik eines Bewerbers beeinflussen lassen. Die ist aber für die meisten Jobs völlig unerheblich - außer vielleicht, wenn es um Präsentationsjobs geht...
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19.04.2012 16:47 Uhr von omar
 
+1 | -1
 
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Bescheuerte Erfindung Wozu soll das gut sein?
Beim Bewerbungsgespräch wird erneut ausgesiebt.
Dann haben beide Seiten ihre Zeit verschwendet.

Allerdings ist es schon richtig, dass z.B. es Migranten bei Bewerbungen meist schwerer als "Ur-Deutsche" haben, weil oft (teilweise unterbewusst) Vorurteile bei der Bewertung der Bewerber mit reinspielen.
Das liegt nunmal in der Natur der Menschen, und man kann höchstens durch Zwang (Quoten) direkten Einfluss darauf nehmen. Ob das allerdings zielführend ist, wage ich zu bezweifeln.

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