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USA: Republikaner klagen gegen Barack Obamas Einführung einer Krankenversicherung

Barack Obama ist der erste amerikanische Präsident, der es seit 70 Jahren geschafft hat, eine Krankenversicherung für alle einzuführen.

Nun scheint dieser Kraftakt des "Patient Protection and Affordable Care Act" am Ende doch noch scheitern zu können, denn die Republikaner wollen gegen die Krankenversicherung klagen und sind vor den Obersten Gerichtshof gegangen.

Die radikalen Republikaner verunglimpfen die Versicherung als "Obamacare" und einen "europäischen Sozialismus".


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WebReporter: tante_mathilda
Rubrik:   Politik
Schlagworte: USA, Einführung, Republikaner, Krankenversicherung
Quelle: www.spiegel.de

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18 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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26.03.2012 11:21 Uhr von Air0r
 
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als "europäischen Sozialismus": getroffene Hunde bellen. Lieber sollen die armen Leute weiter malochen, als dass ganz oben jemand auf einmal auf seine Viertvilla in den Kanaren verzichten muss...
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26.03.2012 11:47 Uhr von smoke_
 
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26.03.2012 12:21 Uhr von Kappii
 
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@DerBelgarath: und was würde das bringen? Menschen die auf jeden Cent achten müssen, würden wieder bei KV sparen und wenn dann wirklich was ist, haben sie die Schulden für eine Chemo o.ä. an der Backe.
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26.03.2012 13:35 Uhr von DerMaus
 
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Dear Republicans: you keep using the word socialist. I do not think you know what it means...
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26.03.2012 13:43 Uhr von Kappii
 
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@DerBelgarath: Ja leider, es ist wie H311dr1v0r bereits sagte, die Mentalität der Amerikaner: "Entweder ich schaffe das allein oder ich versage komplett"

Es gibt so Sachen die man meiner Meinung nach Menschen aufdrücken muss, da viele nicht in der Lage sind länger als drei Monate im vorraus zu denken. Ist bei mir nicht anders.

Zudem sind die Beiträge zur KV günstiger wenn sie Pflicht ist.
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26.03.2012 13:56 Uhr von Timmer
 
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@H311dr1v0r: Ja hast recht, andere Länder andere Sitten...aber das muss nicht heißen, dass andere Sitten nicht besser/schlechter sind.

Klar ist so eine Gesundheitsreform eine Bombe für den Geldbeutel der Regierung, allerdings können wir uns das leisten (auch wenn wir Krisen haben) weil wir keine großen Kriege treiben...
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26.03.2012 14:46 Uhr von irykinguri
 
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der arme obama: erst als marionette hinsetzen, und dann gnadenlos untergehen lassen.....

wo ist das problem bei der kv? in pennsylvania hat man vor 4 jahren noch 350 dollar die woche von der wohlfahrt bekommen....
also 1400 dollar sozialgeld im monat, obwohl die usa was ja immer so oft erwähnt wird ja angeblich kein sozialsystem haben


da frage ich mich z was die wohlfahrt gezählt wird....

die bekommen sogar mehr geld als hier im paradies deutschland
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26.03.2012 14:51 Uhr von ArrowTiger
 
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Obamacare? In einem Land, in dem barbarische Sitten, wie z.B. Zwangsarbeit ("workfare") als normal betrachtet werden (zumindest von den Konservativen), wundert mich eine solche Nachricht nicht wirklich...

Ist ja keine neue Sache, seit Nixon den von Kennedy geplanten Ausbau von MediCare zugunsten der Privatwirtschaft verhindert hatte.

Den amerikanischen Volk muss man allerdings zugute halten, daß die Mehrheit eine gesetzliche Krankenversicherung haben möchte. Es hängt halt mal wieder an korrupten Politikern und ihrer finanzstarken Lobby, ob das diesmal gelingt.
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26.03.2012 14:54 Uhr von LLCoolJay
 
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smoke_, DerBelgarath: Genau das ist ja das Problem. Eine gesetzliche KV kann nicht funktionieren, wenn man es sich aussuchen kann ob man eintritt oder nicht.

Es ist ein Grundpfeiler einer modernen sozialen Gesellsichaft sich nicht nur für sich selbst zu interessieren sondern auch für andere einzustehen.

Es geht auch nicht darum die Goldzähne von xy zu finanzieren, sondern darum zu verhindern, dass man wegen gesundheitlicher Probleme noch tiefer fällt.
Es ist problemlos möglich wegen Krebs, der behandelbar ist, mit mehreren 1000 Dollar in einen Schuldensumpf zu geraten.

Oder man brütet eine Grippe aus aber geht aus Angst vor den kosten und vor Entlassung nicht zum Arzt. Als Konsequenz verschleppt man dann diese und stribt mit 40 an einem Herzinfarkt.

Epedemien und andere Dinge könnten ebenfalls schneller in den Griff bekommen werden, wenn man sich nicht erstmal Sorgen darum machen müsste wie man die Behandlung bezahlt.

@smoke_:
Ja, man wird dazu gezwungen ein "Produkt" zu kaufen. Wobei selbst dann die freie Wahl des "Herstellers" besteht.
Aber dies nicht aus rein kapitalistischen Gründen, sondern aus sozialer und für die Gesellschaft wichtiger Veranlassung.

Die GEZ hat mit einer gesetzlichen KV recht wenig zu tun.
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26.03.2012 19:29 Uhr von smoke_
 
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@LLCoolJay: "Eine gesetzliche KV kann nicht funktionieren, wenn man es sich aussuchen kann ob man eintritt oder nicht."

Warum nicht? Etwa weil die Leistungen der gesetzlichen Versicherungen unter aller Sau sind?
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26.03.2012 21:36 Uhr von Perisecor
 
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Ich bin ein gegner staatlicher Krankenkassen.


Warum?

Eigentlich ganz einfach. Man zahlt sehr viel Geld für ein Paket, welches auf mehrere (in den USA: mehrere hundert) Millionen Menschen passen muss.

Menschen sind aber nicht gleich. Manche haben genetisch bedingt schlechte Augen, andere schlechte Zähne, andere wiederum schlechte Knochen usw.


Deutschland:
Eine gute Brille kostet, selbst mit wenigen Dioptrien, zwischen 200€ und 1000€. Davon übernimmt die Krankenkasse - nichts.

Ein kleines Loch im Zahn wird zwar von der Krankenkasse gezahlt, möchte man aber ein besseres Füllmittel, muss man dieses selbst zahlen. Das sind ebenfalls 50-200€.

Monatlich zahlt man etwa 320€. Das macht 3840€.


Ich z.B. habe das Glück, dass ich relativ gesund bin - maximal 2 Arztbesuche pro Jahr und dann eigentlich auch nur wegen der coolen Medis.

Meine Augen hingegen sind nicht optimal und verschlechtern sich, ich brauche also mindestens jährlich neue Brillengläser.


Mit der gesetzlichen Krankenversicherung hätte ich exakt jetzt verloren. Brillen, die ich brauche, werden nicht gezahlt oder bezuschusst. Anti-Allergikum, welches ich möchte und brauche, wird ebenso weder bezahlt noch bezuschusst.
Dafür habe ich eine Ärzte- und Behandlungsflatrate, die ich nicht mal ansatzweise brauche.



USA:
Dort habe ich eine auf mich zugeschnittene Krankenversicherung. Diese beinhaltet die volle Übernahme von bis zu drei Arztbesuchen und allem, was sich daraus ergibt. Als Zusatzoption habe ich lediglich eine 75% Unterstützung für weitere medizinische Behandlungen, so lange diese im Jahr einen bestimmten Höchstwert nicht überschreiten.

Eine Grundsicherung - falls man also einen Autounfall hat oder eine schwere Krankheit etc.- ist natürlich ebenfalls dabei, in der Höhe unbegrenzt.


Ich muss nur - genau wie in Deutschland - meine Brille und meine Medis selbst zahlen, kann dafür aber den Großteil der 3840€ nutzen, die ich in Deutschland quasi verbrennen würde.



Ein aus meiner Sicht noch wichtigeres Argument ist jedoch, dass man die Wahl hat.
Möchte ich x Geld für eine Versicherung ausgeben oder möchte ich das Geld lieber in Urlaub, Fernseher oder Auto investieren?

Ich möchte nicht, dass mein Land mir diese Antwort aufzwingt.




In den USA muss aber, trotz gegenteiliger Propaganda in Deutschland, niemand qualvoll verrecken. Grundsätzliche Notbehandlungen werden vom Staat übernommen bzw. bei eigener Schuld ausgelegt, z.B. bei einem Autounfall.

Dazu gibt es bereits sehr umfangreiche medizinische Grundprogramme für aktuelle und ehemalige Angehörige der Streitkräfte und deren Familie, für Rentner und für sozial schwache Menschen.




Zum Abschluss finde ich jedoch eines merkwürdig:

Bei Beitragserhöhungen in Deutschland wird, auch hier bei Shortnews, immer massiv gelästert und gehetzt. "Mehr zahlen für weniger Leistung".
Gleichzeitig wird sich gegen Zwangsabgaben wie z.B. die GEZ massiv gewehrt.

Anderen Ländern wollt ihr aber unbedingt das System, über das ihr euch ständig beschwert, aufdrücken und beleidigt die Einwohner dieser Länder sogar noch, weil sie das garnicht wollen.
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26.03.2012 21:38 Uhr von Perisecor
 
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@ ArrowTiger: Wöllte die Mehrheit diese gesetzliche Zwangsversicherung, gäbe es diese schon längst.


Es hängt auch nicht an "korrupten Politikern und ihrer finzanzstarken Lobby", sondern am republikanischen Kongress (deshalb ist Obamacare auch sehr abgespeckt) und der jetzigen Verfassungsklage.

Der republikanische Kongress wurde demokratisch gewählt und hat vor der Wahl auch angekündigt, Obamacare nicht zuzustimmen.


Fraglich also, wie du hier auf Korruption kommst, denn diese Politiker haben exakt das gehalten, was sie vor der Wahl versprochen haben.
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26.03.2012 21:41 Uhr von Perisecor
 
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Nachtrag zu meinem ersten Beitrag: Wer sich in den USA, warum auch immer, gegen eine Krankenversicherung entscheidet und das Geld anderweitig ausgibt, anstatt ein finanzielles Polster aufzubauen, hat im Fall der Fälle schlicht pech.

Es ist meiner Meinung nach der Allgemeinheit nicht zuzumuten, für den exzessiven Lebensstil anderer aufkommen zu müssen - mir zahlt ja auch niemand die Yacht, nur weil ich mein Geld lieber im Casino rausgehauen habe.
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28.03.2012 14:57 Uhr von ArrowTiger
 
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@Perisecor: -- "Fraglich also, wie du hier auf Korruption kommst, denn diese Politiker haben exakt das gehalten, was sie vor der Wahl versprochen haben."

Politische Korruption in dem Sinne, daß von Seiten der Lobby und der Politik Propaganda gegen eine gesetzliche Versicherung gemacht wird. Klar wollen die PKVen ihre Goldquelle nicht kampflos aufgeben. Die USA haben nicht umsonst das teuerste KV-System der Welt! (Aber dennoch lange nicht das beste...)

Und zu deinem vorhergehenden Beitrag:

-- "In den USA muss aber, trotz gegenteiliger Propaganda in Deutschland, niemand qualvoll verrecken."

"USA: 45 000 Tote wegen fehlender Krankenversicherung": http://www.aerztezeitung.de/...

Eine Harvard-Studie! Und da geht es "nur" um Tote, nicht um die vielen Kranken, die längt gesundet sein könnten, gäbe es in den USA ein vernünftiges KV-System.

So gesehen macht es manchmal schon Sinn, die Menschen zu ihrem Glück zu zwingen, wie es bei der GKV ja in den meisten Industrieländern ja auch der Fall ist. Und da geht es gemeinhin nicht um die Frage, ob ich mir lieber eine KV oder einen Urlaub leisten möchte. Es geht dabei eher ums leisten können...

Wenn dann noch hinzukommt, daß manche Versicherte erst mal um die Kostenübernahme streiten müssen, weil viele Versicherer aufgrund diversem Kleingedruckten Leistungen nicht oder nicht vollständig erbringen wollen, bin ich gottfroh über unser System.

Wäre das in den USA alles so rosig mit der PKV, wäre die Frage nach einer Einführung einer GKV sichern nicht aufgekommen. ;-)

-- "mir zahlt ja auch niemand die Yacht, nur weil ich mein Geld lieber im Casino rausgehauen habe"

Seltsamer Vergleich! Luxus-/Privatvergnügen mit Grundversorgung gleichzusetzen.

[ nachträglich editiert von ArrowTiger ]
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28.03.2012 22:18 Uhr von Perisecor
 
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@ ArrowTiger: "Eine Harvard-Studie! Und da geht es "nur" um Tote..."

Jop, Leute, die z.B. aufgrund fehlender Versicherung keine Transplantation oder Folgebehandlungen erhalten.

Ich schrieb jedoch von "qualvoll verrecken" und habe dies mit Beispielen verdeutlicht.



"Es geht dabei eher ums leisten können"

Wer es sich (unverschuldet) garnicht leisten kann, weil schlicht zu arm, hat doch heute schon die Möglichkeit zur staatlichen Unterstützung auf Landes- und Bundesebene.



"bin ich gottfroh über unser System"

Das ist doch in Deutschland nicht anders. Die Familie meiner Frau liegt gerade mit der größten deutschen gesetzlichen Versicherung im Rechtsstreit, weil diese sich weigert, einem Beinamputierten einen Rollstuhl zu zahlen, der durch deutsche Standardtüren passt.
Und dann gibt es so und so nur gebrauchte Rollstühle - von den ganzen anderen Zuzahlungen mal ganz zu schweigen.

Der Mann war nie krank in seinem Leben, hätte er sich das Geld, welches er jeden Monat zahlen musste, ansparen können, könnte er heute alleine von den Zinsen seine medizinische Behandlung und seinen Lebensunterhalt sowie den seiner Frau bezahlen.



"Wäre das in den USA alles so rosig mit der PKV, wäre die Frage nach einer Einführung einer GKV sichern nicht aufgekommen"


Das Thema kommt seit vielen Jahrenzehnten immer wieder auf.
Wie breits erwähnt - wöllte die Mehrheit der Bevölkerung dies, hätten wir es schon lange.



Es geht letztlich auch nicht um die Versicherung oder die Leistung, sondern darum, dass der Staat einen zu etwas zwingt.




"Seltsamer Vergleich! Luxus-/Privatvergnügen mit Grundversorgung gleichzusetzen."


Warum? Erstens sehe ich eine luxuriöse Gesundheitsumsorgung nicht als Grundversorgung an. Zweitens meine ich, wer sein Geld statt für ein finanzielles Polster oder direkt eine Krankenversicherung für irgendetwas anderes ausgegeben hat, idR eben Luxusartikel, der darf nicht darauf hoffen, dass der Steuerzahler ihn rettet.



Mir ist bewusst, dass gerade letzter Gedanke - egal was ich verbocke, der Staat wird´s schon richten - in Deutschland aufgrund des extremen sozialen Netzes verbreitet ist.
Beziehe das aber bitte nicht auf die restliche Welt.
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29.03.2012 13:35 Uhr von ArrowTiger
 
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@Perisecor - Teil 1: -- "Ich schrieb jedoch von "qualvoll verrecken" und habe dies mit Beispielen verdeutlicht."

Ach, darum geht es doch gar nicht. Auch wäre mir entsprechende Propaganda von europäischer Seite nicht bekannt. Es geht um den allgemein desolaten Zustand eures KV-Systems. Klar, wer es sich leisten kann, wird auch damit glücklich. Solidarisch ist das aber nicht.

Aber Solidarität ist dir vermutlich zu "Old-School"? ;-)

Komm, ein Teil meiner Familie lebt in den USA, ich schau mir nicht nur Michael Moore an. ;-) Und die finden das System auch nicht prickelnd, obwohl sie durchaus zur reicheren Mittelschicht gehören.

-- "Wer es sich (unverschuldet) garnicht leisten kann, weil schlicht zu arm, hat doch heute schon die Möglichkeit zur staatlichen Unterstützung auf Landes- und Bundesebene."

Aber mit sehr starken Einschränkungen. Jedenfalls schlechter als bei uns in DE.

-- "Das ist doch in Deutschland nicht anders."

In dem Ausmaß? Sicher gibt es auch bei uns viele zweifelhafte Verweigerungen der GKV, das will ich gar nicht abstreiten. Der Patient hat vor den GKVen m.E. aber auch eine stärkere Rechtsposition.

-- "Der Mann war nie krank in seinem Leben, hätte er sich das Geld, welches er jeden Monat zahlen musste, ansparen können, könnte er heute alleine von den Zinsen seine medizinische Behandlung und seinen Lebensunterhalt sowie den seiner Frau bezahlen."

Oder seine Versicherung hätte den Kapitalstock durch die Finanzkrise verloren. ;-) Ok, das Thema betrifft eher Pensionen, als die KVen.

-- "Das Thema kommt seit vielen Jahrenzehnten immer wieder auf. Wie breits erwähnt - wöllte die Mehrheit der Bevölkerung dies, hätten wir es schon lange."

Zumindest ist diese Einstellung des öfteren zu lesen. Abgesehen davon glaube ich nicht, daß es in den USA sehr viel anders aussieht als bei uns, wenn es um die Erfüllung des Willens der Mehrheit geht. In DE sind z.B. über 70% der Bevölkerung gegen Hartz 4 und die Agenda-Politik, dennoch wird sie nicht abgeschafft - und wird es wohl auch künftig nicht, solange SPD, die Grünen und CDU/CSU das Sagen haben. Ähnliches beim Fiskalpakt, der "Bankenrettung" (von wegen Systemrelevanz: ein Trennbanksystem mit Fallenlassen des Inverstmentbank-Anteils wäre weit billiger und sicherer gewesen), etc.pp.

Oder: In Hamburg wurden fast alle kommunalen Krankenhäuser an einen Privatinvestor (Asklepios) verkauft. Ein vorhergehender Volksentscheid, in dem über 76% der Hamburger Bevölkerung dagegen waren, wurde schlichtweg mit dem Hinweis ignoriert, daß Formfehler beim VE vorlagen! Als wenn die Form etwas mit dem Willen der Bevölkerung zu tun hätte. Gerade in diesem Fall ist übrigens stark von politischer Korruption auszugehen! (Ich hatte durch den Job meiner Ex bedingt Einblick in die Geschichte.) Ich muss wohl nicht näher erwähnen, daß die Qualität der Häuser "dank" Outsourcing, Stellenabbau und Gehaltskürzungen massiv nachgelassen hat. Und Asklepios hat die Häuser durch Kungelei und trickreiche Vertragsgestaltung für nahezu lau bekommen.

Und so was passiert überall... Aber ich schweife ab. Ich denke du verstehst, was ich sagen will.

-- "Es geht letztlich auch nicht um die Versicherung oder die Leistung, sondern darum, dass der Staat einen zu etwas zwingt."

Das wäre ein Argument gegen alles, was nur entfernt mit "Staat" oder "Gemeinschaft" zu tun hat, seien es Steuern, Kommunalwesen, Infrastruktur, etc. Solidarität ist eine gesellschaftliche Errungenschaft, keine Einschränkung persönlicher Rechte!

...
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29.03.2012 13:36 Uhr von ArrowTiger
 
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@Perisecor - Teil 2

-- "Warum? Erstens sehe ich eine luxuriöse Gesundheitsumsorgung nicht als Grundversorgung an. "

Als was denn sonst? Es geht hier nicht um eine UMsorgung, sondern um notwendige Bereitstellung von Maßnahmen zur Gesundung für ALLE. Für eine UMsorgung mag es dann gerne Zusatzversicherungen geben.

-- "Zweitens meine ich, wer sein Geld statt für ein finanzielles Polster oder direkt eine Krankenversicherung für irgendetwas anderes ausgegeben hat, idR eben Luxusartikel, der darf nicht darauf hoffen, dass der Steuerzahler ihn rettet."

Nochmal: es geht nicht um die, die zahlen könnten, aber nicht wollen.

-- "Mir ist bewusst, dass gerade letzter Gedanke - egal was ich verbocke, der Staat wird´s schon richten - in Deutschland aufgrund des extremen sozialen Netzes verbreitet ist. Beziehe das aber bitte nicht auf die restliche Welt."

Wieso "verbocken"? Lass doch bitte mal die Schundrhetorik. Wir zahlen für diese Versorgung in die GKV schließlich alle Geld ein, was die Kosten für den Einzelnen senkt. Und das manche Menschen nun mal kranker sind als andere, ist ja wohl meist Schicksal. Soll ich denen sagen, tja Pech gehabt?

Überhaupt: "die restliche Welt" ist gut! Die meisten Industrienationen haben ein solches Modell wie wir. Selbst in Staaten wie Kuba ist die Versorgung sogar kostenlos. (Über die Qualität der kubanischen Ärzte muss ich dir sicher nichts sagen.)

Ich kann ja verstehen, daß du es nicht anders kennst, als US-Amerikaner auch ein eigenes Verständnis zum Thema persönliche Freiheit hast, vermutlich auch ausreichend finanzielle Mittel besitzt, und damit mit dem US-System gut klar kommst. Deinen nicht so gut aufgestellten Mitbürgern magst du dies aber nicht zugestehen?
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29.03.2012 13:59 Uhr von Perisecor
 
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@ ArrowTiger: "Aber Solidarität ist dir vermutlich zu "Old-School"? ;-)"

Nein, denn der Staat versichert diejenigen, die wirklich Unterstützung brauchen - Schwangere, Behinderte, Kinder, Rentner, richtig arme Menschen etc.


Wer aber sein Geld lieber anderweitig investiert hat, wird nicht unterstützt. Das wäre unfair denjenigen gegenüber, die auf diesen zusätzlichen Luxus verzichtet haben und stattdessen versichert sind.



"Und die finden das System auch nicht prickelnd"

Zu keiner Zeit habe ich das System als perfekt dargestellt. Ich sagte lediglich, dass ich gegen eine Zwangsversicherung bin und wieso.



"In DE sind z.B. über 70% der Bevölkerung gegen Hartz 4 und die Agenda-Politik, dennoch wird sie nicht abgeschafft"

Weil die Leute andere Prioritäten setzen.

Ich z.B. würde bei der nächsten Wahl die Demokraten wählen, obwohl ich gegen die Gesundheitsreform bin - andere Dinge überwiegen jedoch. Und so wird es sicherlich auch Menschen geben, welche die Reform gut finden, aber aus bestimmten Gründen doch eher die Republikaner wählen.



"Das wäre ein Argument gegen alles, was nur entfernt mit "Staat" oder "Gemeinschaft" zu tun hat..."

Und wie ausgeprägt dieses Denken in den USA ist, siehst du z.B. daran, dass jeder Staat seine eigenen Streitkräfte unterhält. Die National Guards in Verbindung mit dem Recht auf Waffenbesitz garantieren die letztliche Unabhängigkeit von der Bundesregierung.

Hier wird nämlich nicht differenziert: Obamacare ist ein Bundesprogramm. Die gemeinschaftlichen Bundes-/Länderprogramme kommen gut an, ebenso wie Länderprogramme selbst, z.B. in Pennsylvania.



"Es geht hier nicht um eine UMsorgung, sondern um notwendige Bereitstellung von Maßnahmen zur Gesundung für ALLE."

Wie bereits erwähnt. Für mich ist die Grundversorgung die Bereitstellung von Notoperationen oder lebenswichtigen Medikamenten.



"Soll ich denen sagen, tja Pech gehabt?"

Ich habe bereits zuvor meine persönliche Situation geschildert. Weder würde eine deutsche Krankenkasse meine Augenprobleme übernehmen (= Brille, Laser-OP oder auch nur eine normale OP), noch meine Allergieprobleme.

Ich würde also den Höchstsatz zahlen und hätte dann, ja, korrekt, Pech gehabt.

Natürlich könnte ich mich zusätzlich für weiteres Geld Zusatzversichern.

Dafür hätte ich dann eine für mich völlig unnütze Ärzte-Flatrate. Prima.



"Die meisten Industrienationen haben ein solches Modell wie wir."

Nein, eigentlich nicht. Die meisten Länder liegen dazwischen, von Öl-Geld-Oasen wie Norwegen mal abgesehen.



"Selbst in Staaten wie Kuba ist die Versorgung sogar kostenlos."

Das ist dann aber auch der einzige Pluspunkt Kubas. Außer natürlich, man ist Oldtimer-Fetischist.



"Deinen nicht so gut aufgestellten Mitbürgern magst du dies aber nicht zugestehen? "

Doch, deshalb unterstütze ich Programme, die wirklich notleidenden Menschen helfen.

Einfach nur irgendwie arm zu sein reicht für mich als Kriterium aber nicht aus, wobei auch nicht wenige nicht-arme Menschen keine Versicherung haben, weil sie das Geld lieber anderweitig nutzen.


Wäre ich nach dem Studium nicht zwangsweise über die Streitkräfte versichert worden, hätte ich mir wohl auch keine Versicherung gegönnt.


Überleg einfach nur mal für dich:
Was würdest du - oder jemand, der vielleicht weit weniger Geld hat - mit dem monatlich gesparten Geld anfangen?

Und dann überlege dir, wie jemand entscheidet, der vielleicht nicht deinen Bildungsstand oder deine Intelligenz und Voraussicht besitzt oder einfach jemand, der sich darauf verlässt, dass ihm als junger Mensch nichts selbstverschuldetes geschieht.

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