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Niederlande: Geert Wilders befürwortet Verlassen der Eurozone

Geert Wilders, Chef der Partei für die Freiheit (PVV) und Koalitionspartner der Regierungspartei VDD, plädiert für ein Referendum über den Verbleib der Niederlande in der Eurozone. Dies verkündete der 48-Jährige über seinen Twitter-Account. Die Abstimmung, so Wilders, sollte möglichst zeitnah erfolgen.

Wilders, der derzeit mit dem niederländischen Premierminister Mark Rutte über tiefgreifende Haushaltskürzungen verhandelt, zweifelt am Nutzen des Euros: Einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie des Marktforschungsinstitut Lombard Street Research zufolge kostet der Euro den niederländischen Bürgern mehr, als er nutzt.

Die Niederlande drohen derzeit das zulässige Defizit zu überschreiten. Um die Finanzen des in der Rezession steckenden Landes steht es nicht zum Besten. Rutte kündigte daher ein schmerzhaftes 16-Milliarden-Sparpaket an. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy nannte die erforderlichen Einsparungen "nicht so groß".


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Niederlande, Eurozone, Geert Wilders, Verlassen
Quelle: www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de

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05.03.2012 20:51 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+19 | -4
 
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Schade, dass man in der deutschen Presse recht wenig über die Euro-Stimmung bei unseren niederländischen Nachbarn hört.
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05.03.2012 23:04 Uhr von thatstheway
 
+5 | -3
 
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Die Wahrheit gelassen ausgesprochen, ich denke das wird für die NL der richtige Schritt sein.
Es stellt sich dann nur eine Frage, lassen die anderen EU-Mitglieder Holland so einfach aussteigen ; obwohl
diese inzwischen ja auch wissen das der Euro am Ende ist.

Fakt ist, es wird nicht mehr lange dauern bis der Euro als Währung abgelöst wird und sein scheitern erklärt wird.
Aber bis dahin werden noch Milliarden verschleudert
und den einzelnen Staatswirtschaften dadurch noch mehr geschadet.
Am Besten fangen alle wieder bei Null an bzw. mit einer eigenen neuen Währung, dann könnten sich einige Länder wieder erholen.
Aber ist das so gewollt, das sich diese Länder wirtschaftlich wieder aufrappeln können ?
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06.03.2012 00:15 Uhr von shadow#
 
+1 | -3
 
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Ja, bitte! Alle Holländer abstimmen.
Auch über den EU-Austritt der unmittelbar damit einhergeht.
Dann hat der Rest Europas wenigstens was zu Lachen.
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06.03.2012 01:13 Uhr von Sag_mir_Quando_sag
 
+1 | -2
 
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Nutzen des Euros: "Wilders, (...), zweifelt am Nutzen des Euros: Einer von ihm in Auftrag gegebenen Studie des Marktforschungsinstitut Lombard Street Research zufolge kostet der Euro den niederländischen Bürgern mehr, als er nutzt."
Es ist letztlich wie mit dem Aktienkurs: Es kommt darauf an, welchen Zeitraum als Nützlichkeitsargument herangezogen wird.

Der Euro hat eine breitere Bedeutung als nur die Betrachtung auf einen Zeitraum von zehn Jahren. Würde man sich auf den Zeitraum bis 2007 beziehen, gäbe es vermutlich wenig Argumentationsgründe gegen den Euro. Erst die Krise führt in die Prüfung. Die Frage ist, wer ist fähig, die Strukturen des Euros weiter aufrechtzuerhalten. Gerade die Währungsspekulation hatte Asien in eine tiefe Krise geführt. Der Euro ist nicht nur eine Last, sondern auch die Voraussetzung für einen inneren Ruheraum in Europa. Was ist aber das richtige Rezept?

Die Krise weist all die Schwachstellen auf und zeigt letztendlich, wie wenig demokratisch das ganze europäische System legitimiert ist. Dies hat endlich und auch wieder der Präsident des Bundesverfassungsgerichts klargestellt.

Für eine breitere Basis Europas ist eine europaweite Diskussion über die Zukunft Europas längst überfällig. Thomas Mirow machte dies erst vor einiger Zeit in einem Interview mit der Wochenzeitschrift "DIE ZEIT" mehr als deutlich. Es fehlt eine breite Diskussion auf der Ebene des Volkes.

Diese wird gemieden, da sich der Ministerrat Entwicklungsoptionen nicht versperren lassen möchte. Kernargument wird wohl das Flexibilitätsbedürfnis für Krisenreaktionen auf EU-Ebene sein. Dies steht im Widerspruch zum Handling des Euro-Kontextes, der einen starren Rahmen der Unantastbarkeit bilden soll. Dieser Rahmen ist so heilig, daß ganze Länder in wirtschaftliche Depressionen verfallen, über die dann nicht diskutiert wird.

Unlängst stellte eine Tageszeitung im Kommentar fest: "Europa ist kein Selbstläufer mehr." Naja, jedenfalls nicht DIESES Europa.

Ich bin mir sicher, daß die europäischen Völker ein organisiertes Europa möchten, aber mit mehr Gestaltungseinfluß von unten. Was wäre denn die Alternative? Einen zeitlichen Weg in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, vor dem Ersten Weltkrieg wird es nicht geben, auch wenn geschichtliche Spannungen noch nicht aufgearbeitet worden sind.

Vor lauter Heiligkeit starrer Rahmen werden die menschliche Schwächen völlig ausgeblendet, die zum griechischen Drama geführt haben. Es gibt keinen Grund am Tabu Währungsaustritt festzuhalten. Griechenland dürfte seine Lektion gelernt haben.

Eine Tradition kollektiver Unterwürfigkeit wie sie in Deutsch-land üblich ist, gibt es in anderen Ländern Europas nicht.

Wenn auf politischer Ebene von "Mehr Europa" geredet wird, wird ja wohl vor allem "weniger Verantwortung" derjenigen erhofft, die gerade "Mehr Europa" fordern. Für das Volk wirkt dies diffus. Sven Giegold, Europa-Abgeordneter, zeigte, wie widersprüchlich das Hin und Her zwischen nationaler und europäischer Ebene wirkte: Er versuchte den EZB-Präsidenten Trichet für dessen nichtlegitimierte Entscheidungen in Schutz zu nehmen. Nur: Giegold hatte gar keine Legitimation, weil die entscheidenden Kompetenzen auf nationaler Ebene angesiedelt sind.

Diese Durchwurstelei kostet Glaubwürdigkeit.

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