02.03.12 16:11 Uhr
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Nach EZB-Geldschwemme: EU-Chefs wollen von Krise nichts mehr wissen

Nachdem die EZB mit ihrer Euro-Bazooka die Brandherde kriselnder Banken und Staaten mit rund einer Billionen Euro eingedämmt hat, herrscht bereits wieder Euphorie bei den europäischen Regierungschefs. "Wir müssen jetzt umstellen von Krise auf Wachstum", so EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

In dem 15-seitigen Abschlussprotokoll des EU-Gipfels vom Freitag fällt das Wort Krise nur ein einziges mal, die Forderung nach "Wachstum" hingegen 15 mal. Auch der im Wahlkampf stehende französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy schwärmt, nun sei Zeit ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Einzige Spielverderberin war Angela Merkel. Sie warnte vor einem Schleifenlassen der Zügel. Man habe sich durch die Flutung der Märkte mit EZB-Geld etwa zwei Jahre Zeit für Reformen erkauft, mitnichten gebe es nun einen Anlass zur Entwarnung. Nochmals werde es die EZB-Bazooka nicht geben.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Politik
Schlagworte: EU, Krise, EZB, José Manuel Barroso
Quelle: www.spiegel.de

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02.03.2012 16:11 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+21 | -0
 
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Ökonomen sind sich sicher, dies war nicht die letzte EZB-Geldschwemme. Schon im zweiten Halbjahr 2012 könnte es erneut so weit sein.

Da die Kanzlerin in den ersten acht Wochen des Jahres bereits viermal mit ihrem strikten "Nein" umgekippt ist und mittlerweile kontinuierlich absegnet, was die Südachse fordert, ist die Euphorie der Regierungschefs kriselnder Euro-Staaten nur allzu verständlich.

Niemand glaubt, es werde keine weitere Bazooka geben, zudem liegen die Sanktionen beim Verletzen des neuen Fiskalpakts mit 0,1% des BIP weit unter den Vorteilen neuer Schulden auf Gemeinschaftskasse. Längst refinanziert Südeuropa seine Defizite gewohnheitsmäßig äußerst günstig über das Targetsystem und LTROs, zu Zinsen unterhalb der Inflation. Die Transferunion ist – zumal vor dem Hintergrund ebenfalls aufgestockten und nun gut gefüllten ESM – nun unumkehrbar eingeläutet. Der große Sieger heißen Nicolas Sarkozy, Mario Monti und Mario Draghi. Die große Verliererin ist Angela Merkel, nur fällt es hierzulande - allen voran der Hofpresse - noch recht wenigen auf.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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02.03.2012 16:49 Uhr von Lordkacke-WOB
 
+11 | -0
 
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Was sind das bloß für Leuchten

Die Weichen sind gestellt, in die Inflation zu gehen mit Pauken und Trompeten und die EU-Chefs freuen sich, das sie das eigene Volk enteignen.

Und die gesteuerten "Staatsmedien" jubeln mit.