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05.02.12 13:31 Uhr
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Verfassungsrichter: Volksabstimmung über Euro möglich

Der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof, setzt sich für eine direktere Demokratie in der EU ein.

In einem Interview äußerte sich Kirchhof über die Möglichkeit von direkt vom Volk getroffenen demokratischen Entscheidungen über die Zukunft des Euro.

Derzeit werden Entscheidungen Kirchhof zufolge weit weg von den Bürgern getroffen. Die "Akzeptanz einer große europäische Idee", also der Europäischen Union, könne dadurch verloren gehen.


WebReporter: jaycee78
Rubrik:   Politik / Europa
Schlagworte: Euro, Demokratie, Bundesverfassungsgericht, Vizepräsident, Volksabstimmung, Verfassungsrichter
Quelle: www.welt.de
Meinung des Autors zum Thema:
 
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Es ist traurig, dass in der EU unter "Demokratie" allgemein nicht mehr die "Herrschaft des Volkes" sondern nur noch die "Herrschaft einiger mehr oder weniger gewählter Vertreter" verstanden wird.

Dies schwächt die rechtsstaatliche Ordnung und steigert die Unterstützung von Terroristen wie den NSU oder Breivik, die gegen die bürgerfeindliche Diktatur aus Berlin oder Brüssel kämpfen, in einem gefährlichen Ausmass.
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32 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen Also   
 
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05.02.2012 13:41 Uhr von 2red
Prinzipiell wären direktdemokratische Elemente auf europäischer Ebene für die Bürger natürlich wünschenswert. Mitspracherecht erscheint immer gut.

Nur gibt es folgendes Problem: Die Probleme sind hochkomplex. Gerade die Euro-Problematik lässt ja im Prinzip keine richtige Lösung zu, sondern höchstens eine, die am wenigsten falsch ist. Über eine mögliche Lösung sind sich keine zwei Experten (d.i. Volkswirtschafts-Wissenschaftler) einig. Wie soll ein Volk da durch eine Abstimmung eine bessere Lösung finden?

Außerdem ergänzen Vorurteile, Ängste und populistische Aussagen die Bereiche, in denen den Bürgern das Wissen fehlt, hochenergisch.
Daher gehe ich nicht nur davon aus, dass die "Beste Lösung" nicht nur nicht gefunden werden würde, die Entscheidung wäre eher irgendetwas konservatives, das jeglicher Logik entbehren würde und mehr das Produkt von Vorurteilen, Ängsten und Populismus wäre als das rationaler Erwägungen.

[ nachträglich editiert von 2red ]
Kommentar ansehen nota bene:   
 
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05.02.2012 13:47 Uhr von 2red
Kommentar ansehen Bin ich dagegen   
 
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05.02.2012 13:50 Uhr von sicness66
Kommentar ansehen Volksabstimmung   
 
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05.02.2012 13:54 Uhr von bertl058
1.) Soll Deutschland aus dem Euro austreten?

2.) Sollen die Verantwortlichen für den Billionenschaden aufkommen und bestraft werden?

(mit einem bloßen Austritt ist es nicht getan)
Kommentar ansehen die frage ist doch   
 
+33 | -1
 
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05.02.2012 13:57 Uhr von Aggronaut
wie gut oder wie schlecht würde es uns ohne den euro gehen?

das hier einige das denken und handeln gänzlich allein den politikern überlassen wollen halte ich für bedenklich.
Kommentar ansehen .........   
 
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05.02.2012 13:59 Uhr von Jonny0r
1 & 2 :)

Will ja auch nicht die komplette schuld in der Politik suchen, kann mir schon vorstellen das es teilweise wirklich schwerwiegende entscheidungen sind die es da zutreffen gibt.. aber es ist halt alles zu undurchsichtig für die Bürger und deshalb fühlen wir uns verarscht.. also zumindest ich..

[ nachträglich editiert von Jonny0r ]
Kommentar ansehen tja   
 
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05.02.2012 14:05 Uhr von 54in7
das nennt man eine Autokratie die wir Grade haben ^^

denn während der Demokratie sind wir eingeschlafen -.-
und in der Autokratie leben wir nu
Kommentar ansehen @2red   
 
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05.02.2012 14:08 Uhr von deraufdersucheist
Ich kann dem nicht ganz zustimmen.

Das Wichtigste an der "direkten Demokratie" ist, dass der Entscheid des Volkes, egal wie er ausfällt, danach vom Volk getragen wird. Wenn die Regierung "Euro ja" sagt, heisst das noch lange nicht, dass das Volk dazu auch ja sagen würde. Das Problem dabei ist jetzt, dass das Volk den Entscheid der Regierung zwar dulden muss(te) - aber über kurz oder lang wird sich Widerstand regen, weil der Entscheid nicht vom Volke getragen wurde.

Klar sind Argwohn, Vorurteile, Ängste und Propaganda mit von der Partie wenn jeder Bürger seine Entscheidung in die Urne legt. Hier stellt sich jedoch grundsätzlich die Frage: was ist falsch daran? Wäre es manchmal nicht sinnvoller mit ein bisschen mehr Angst seine Entscheidungen zu fällen? Wenn eine Regierung einen Entscheid fällt, dann sind da völlig andere Faktoren massgebend. Ist ein solcher Entscheid dann wirklich "volksgerecht"?

Es gibt Politiker und andere die der Meinung sind das Volk habe nicht das notwendige Rüstzeug gewisse Entscheidungen zu fällen, da das Wissen dazu nicht ausreichen würde. Nun, die Damen und Herren von den Kommissionen und Regierungen sind zum Glück alles Professoren und Gelehrte in dem Gebiet in welchem sie Entscheidungen fällen und neue Gesetze machen! Bullshit! Jedes Thema kann einem Volk so unterbreitet werden, dass jeder es versteht, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass jede Vorlage mit Pro und Kontras versehen wird um dem Bürger eine Entscheidung zu vereinfachen.

Ich denke die Schweiz ist hierfür ein leuchtendes Beispiel. Ohne Volksabstimmung wäre die Schweiz seit 1993 Mitglied der EU, die Regierung wollte es so, das Volk aber nicht. Dieser Entscheid wurde bis heute vom Volk getragen und die Meisten sind froh nicht Mitglied der EU zu sein.
Kommentar ansehen bertl058   
 
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05.02.2012 14:11 Uhr von sicness66
Perfektes Beispiel, wo jeder die Antwort kennen würde, aber keiner sie auch nur ansatzweise stichhaltig begründen könnte. Und schließlich stellt sich dann die nächste Frage: Und jetzt ?
Kommentar ansehen Hätte man damals ...   
 
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05.02.2012 14:19 Uhr von Lordkacke-WOB
... eine Volksabstimmung über den Euro abgehalten, hätte es diese Krise in dem Ausmaß überhaupt nicht gegeben.

Aber schön zu sehen, wie viele hier den Blödsinn von "Deutschland profitiert", oder "Der Euro bedeutet Frieden und Wohstand" noch glauben - da haben die Medien ganze Arbeit geleistet und aus normal denkenden Bürgern Papageien gemacht.
Kommentar ansehen @ 2red   
 
+18 | -3
 
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05.02.2012 14:22 Uhr von Zeus35
"Wie soll ein Volk da durch eine Abstimmung eine bessere Lösung finden?
Außerdem ergänzen Vorurteile, Ängste und populistische Aussagen die Bereiche, in denen den Bürgern das Wissen fehlt, hochenergisch."

Das sind genau die Argumente der Leute die unter keinen Umständen Macht abgeben wollen, und weiterhin ihr Süppchen hinter verschlossenen Türen köcheln wollen.

Die Realität ist doch so, dass Politiker von den Sachthemen AUCH KEINE Ahnung haben.
Sie holen sich dann ihr Wissen bei "SPEZIALISTEN", dies sind aber in der Regel Lobbyisten, welche durch gezielte "Beratung" die Ziele ihrer Auftraggeber aus der Wirtschaft durchsetzen.

Oder wie es in der letzten Zeit durchgängig geschieht, Politiker lassen sich sofort die Gesetze von den "Spezialisten" aus der Wirtschaft schreiben, weil´s einfacher ist und Zeit spart.

Und das soll besser sein als eine öffentliche Diskussion die dann auch von Bürgerverbänden und NGO getragen wird, und die Politiker zwingt die Karten aufzudecken?!

Das jetzige System behalten kann nur jemand wollen, der am bestehenden System extrem gut partizipiert, ganz einfach.
Kommentar ansehen @jaycee78   
 
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05.02.2012 14:33 Uhr von Sir_Waynealot
"Es ist traurig, dass in der EU unter "Demokratie" allgemein nicht mehr die "Herrschaft des Volkes" sondern nur noch die "Herrschaft einiger mehr oder weniger gewählter Vertreter" verstanden wird."

stimme ich zu 100% zu


"Dies schwächt die rechtsstaatliche Ordnung und steigert die Unterstützung von Terroristen wie den NSU oder Breivik, die gegen die bürgerfeindliche Diktatur aus Berlin oder Brüssel kämpfen, in einem gefährlichen Ausmass. "


dieser aussage aber eher nicht


trotzdem ein +
Kommentar ansehen Genau so ist es gewollt   
 
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05.02.2012 14:51 Uhr von Fixiebaer
@ 2red,
deine Einstellung ist mehr als traurig.
Das zeigt einem, dass es Menschen gibt, die Verantwortung und Selbstentscheidung gerne anderen überlassen, damit sie wahrscheinlich mehr Zeit zum schauen von Sendungen wie Superstar, Schungelcamp, usw. haben. Ihre Informationen nur über Mainstream-Propaganda beziehen und das auch noch in Ordnung finden. Lass Dir doch gleich unter Vormundschaft stellen, dann brauchst du dir überhaubt keine Gedanken mehr machen. Damit möchte ich dich nicht persönlich angreifen, sondern dir nur schreiben, dass es Pflicht ist, sich zu informieren, um selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die die Entscheidungen treffen, sind nicht gewählt und die die gewählt sind, haben nichts zu Entscheiden! Du befindest dich in einer Fantasiewelt, wach auf! Es ist einfach Fakt, dass die BRD-GmbH seit einführung des Euro wirtschaftlich wie sozial im Abstieg ist. Nicht umsonst verweigert man "Deutschland" den Friedensvertrag und Souverenität, so bleiben wir die Melkkuh für Europa und ...

[ nachträglich editiert von Fixiebaer ]
Kommentar ansehen das Problem   
 
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05.02.2012 14:57 Uhr von Floetistin
ist nicht der Euro an sich. Auch nicht die EU.

Das Problem ist in erster Linie die mangelnde Vorbereitung auf eine gemeinsame Währung, die quasi uneingeschränkt handelnden Banken bzw. Finanzagenturen und die extrem schlechten Lösungsansätze.

Was helfen würde wäre:

1. Nationalstaaten beibehalten, incl. deren Sourveränität vor allem bezüglich des Inneren und der Währungt.
Zusätzlich die Möglichkeit entweder per Volksbeschluss mit absoluter Mehrheit oder alle x Jahre (z.b. alle 10 oder 20 ) durch einfache Mehrheit aus dem Staatenbund auszutreten.

2. Eine gesamteuropäische, theoretische, Währung an die alle anderen gekoppelt sind. Handel zwischen den Mitgliedsstaaten kann wahlweise direkt oder via diese Zwischenwährung erfolgen. Bedeuted für den Handel zwar Kosten in Gebührenhöhe aber quasi keinen Wertverlust.

3. Feste, vertraglich fixierte Zusammenarbeit in einem Staatenbund.
Dies betrifft vor allem den privaten Reiseverkehr, den gewerblichen Transit zu Land, Luft oder Wasser.
Anpassung von Gesetzen, die nicht regional unterschiedlich sein müssen (z.B. Verkehrsregeln, Maut, Bußgeldkatalog, etc.)

4. gemeinsame Wahrnehmung von allgemeinen Interessen als Bund.
Z.B. Militär, Aussenhandelsbeziehungen, Förderung von Wirtschaft und Bildung, Steuerfahndung, etc.


Es gibt kein System, dass einen Idioten (z.B. Banken) davon abhält ein Idiot zu sein.
Aber man kann es einschränken. Steuern auf Geldgeschäfte ab einem bestimmten Betrag pro Jahr, Begrenzung der Zinsgeschäfte, usw.
Kommentar ansehen ...   
 
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05.02.2012 16:11 Uhr von 2red
Kommentar ansehen @2red   
 
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05.02.2012 16:38 Uhr von werasd
Ist es für dich so schwer zu verstehen was Prof. Schachtschneider über die EU-Diktatur schreibt?

Außerdem haben wir ein Europa der Konzerne und Banken und nicht ein Europa der Menschen.
Kommentar ansehen @ 2red   
 
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05.02.2012 17:03 Uhr von Zeus35
"In dieser Frage wird man auch nicht großartig von Konzernlobbying beeinflusst, es ist eine fundamentale politische Entscheidung, in der die politische Klasse (sic..) weitestgehend auf sich gestellt ist."

Das kann doch wirklich nicht dein Ernst sein? Wenn du das wirklich glaubst bist naiver als ich je für möglich gehalten hätte.

SÄMTLICHE Wirtschafts- und Finanzpolitik in Europa und/oder Deutschland wird von Konzernen und Banken voran getrieben.
Glaubst du wirklich Merkel baut diese Rettungsschirme für den einfachen Bürger?
Kommentar ansehen @Zeus35   
 
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05.02.2012 17:10 Uhr von 2red
Interessensintegration =/= "böses Konzernlobbying"
Kommentar ansehen gut   
 
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05.02.2012 19:31 Uhr von karlkutter
etwas mehr mitbestimmungsrecht fürs volk ist doch prima.so haben unsere führungseliten die möglichkeit im zweifelsfall das volk entscheiden zu lassen!...und wenns dann nach hinten losgeht können wir uns den schwarzen peter selber zuschieben :-) :-) ...und gerade jetzt wäre es doch bestens das volk entscheiden zu lassen wie es mit dem euro weitergehen soll.die stimmung ist fast perfekt um den euro los zu werden!die politik selber ist am ende...also solls das volk richten mit ner volksabstimmung :-)
Kommentar ansehen @Sir_Waynealot   
 
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05.02.2012 19:57 Uhr von jaycee78
Es gibt in Norwegen eine erschreckend hohe Zahl von Menschen, die das, was Breivik getan hat, gut finden. In den Medien und Foren wird jetzt offen gegen Muslime Stimmung gemacht, was zuvor als politisch inkorrekt galt und verpönt war.

Auch die sehr viel sinnloseren Taten der Döner-Mörder, die in Deutschland vollkommen unschuldige Menschen ermordet haben, werden in gewissen Kreisen gut geheissen und werden gewiss Nachahmer finden. Man kann nur hoffen, dass es nicht wieder Unschuldige trifft.
Kommentar ansehen @ 2red   
 
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05.02.2012 20:42 Uhr von Zeus35
Interessensintegration, aha.

So so, von wem denn und zu welchem Zweck?

Oh, und BITTE nicht die absurden FDP-Plattitüden, von wegen wenn es den Firmen gut geht, dann geht es auch den Menschen gut.

Ich denke, die letzten 10 Jahre haben deutlich das Gegenteil bewiesen.
Kommentar ansehen @Zeus35   
 
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05.02.2012 21:26 Uhr von 2red
Hallo,
wirf mal einen Blick in irgendein politikwissenschaftliches Buch. Da geht dir vielleicht ein Lichtlein auf.

Auf unsere Politik, wie in jede Politik, wirken unglaublich viele Kräfte ein. Das sind Verbände, Interessensgruppen und auch Konzerne, ja.

Eben genau dadurch wird Akzeptanz und eine ausgewogene Entscheidung sichergestellt. Neben Akteuren wie den achso bösen Konzernen, gibt es Akteure wie die Gewerkschaften o.ä., die auch Lobbying betreiben.

In der Theorie ist das Pluralismus. Dummerweise hat das System in der echten Welt viele Fehler, die sich entwickelt haben. Wie es am besten weitergeht weiß ich nicht.

Ich kann dir nur sagen, dass die Faktoren "Hohe Verflechtung der Welt" und "Hohe gesellschaftliche Komplexität" es sehr schwierig machen, eine zentralistische Regelung zu treffen, ohne dass es schief geht. Unter zentralistische Regelung fällt in meiner Argumentation auch ein einfaches Volksbegehren, dem kein ausgewogener und echter Diskurs voraus ging, da viele Faktoren da unbeachtet bleiben.

Wenn man eine Entscheidung vom Volk treffen lassen würde, ist die Gefahr gegeben, dass die relevanten Interessensgruppen sich nicht artikulieren können und es dadurch an Entscheidungsqualität mangelt.

Willst du "das Volk" bei oben genanten Risiken echt ungefiltert darüber abstimmen lassen, wie es mit dem Euro weitergeht?
Und besser noch: Im Prinzip sollte ja gar nicht unser Volk alleine abstimmen, sondern alle europäischen Völker. Eben die Europäer. Jetzt sieh dir mal an, wie unterschiedlich die Forderungen und die Unterstützung an das System generell und speziell bzgl. Europa sind.

Tendenziell muss ich einfach sagen, dass Volksentscheide nicht immer das beste sind und würde mich freuen, wenn man meine Argumentation mal versucht nachzuvollziehen, anstatt auf mich Einzuhämmern oder kommentarlos ein Minus verteilt. Ich bin weder naiv noch plappere ich irgendwas Hohles nach.

[ nachträglich editiert von 2red ]
Kommentar ansehen ich sehe das so,   
 
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05.02.2012 21:41 Uhr von jupiter12
Wir haben in Deutschland eine palamentarische Demokratie.
D.h. das die Gewaehlten Volksvertreter in der Regierung die Entscheidungen treffen.

Wenn jetzt ein Volksentscheid kommen wuerde, gewinnt derjeniger der am lautesten Schreit. Unabhaengig von jeder Sachlogik.
Der muendige Buerger kennt aber gar nicht alle Fakten und Begebeheiten ueber die er abstimmen darf. Also kann er gar nicht objektiv entscheiden was richtig und falsch ist.


Was ist denn wenn der Volksentscheid nach hinten losgeht weil keiner seinen Arsch hoch bekommt und wahlen geht?
Wenn nur die pro Euro Lobby waehlen geht?

Ihr habt in regelmaessigen Abstaenden die Moeglichkeit politisch Einfluss zu nehmen - nutzt sie!
oder engagiert euch selber.

Gut Nacht Deutschland!
Kommentar ansehen @ 2red^^   
 
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05.02.2012 23:36 Uhr von Zeus35
"Tendenziell muss ich einfach sagen, dass Volksentscheide nicht immer das beste sind und würde mich freuen, wenn man meine Argumentation mal versucht nachzuvollziehen, anstatt auf mich Einzuhämmern oder kommentarlos ein Minus verteilt. Ich bin weder naiv noch plappere ich irgendwas Hohles nach.
"

Dem will ich gar nicht widersprechen, jedoch hat die Vergangenheit, und ich meine explizit den Zeitraum seit Fall der Mauer, gezeigt, dass das theoretische Funktionieren wie du es beschreibst völlig unterwandert wurde.
Es sei dahin gestellt ob es durch den Wegfall eines Systemkonkurrenten geschah oder aus anderen Gründen.

Wenn unser politisches System, incl. aller Verbände wie du es beschreibst, korrekt arbeiten würde dann hätte so etwas wie ACTA NIEMALS entstehen können!

Dass es dennoch in aller Heimlichkeit verfasst wurde und durch die meisten Instanzen geschleust wurde, zeigt eines ganz deutlich,

die parlamentarische Demokratie ist schon lange an ihre Grenzen gestoßen, und wird eigentlich nur noch von denen beherrscht die den "meisten Druck" ausüben können.
Jedenfalls gehören Bürgerverbände und Gewerkschaften nicht dazu.

Jeder soll sich selbst mal Gedanken darüber machen was es heißen könnte wenn z.B. die Content-Mafia "Druck" ausübt.

Gerade ACTA zeigt eines ganz deutlich, schlimmer kann es eine Volksabstimmung auch nicht machen.
Kommentar ansehen @Zeus35   
 
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06.02.2012 00:33 Uhr von 2red
"Wenn unser politisches System, incl. aller Verbände wie du es beschreibst, korrekt arbeiten würde dann hätte so etwas wie ACTA NIEMALS entstehen können!"


- ACTA ist noch nicht entstanden!
- Die Zivilgesellschaft hat sich doch des Themas angenommen und es wird dagegen demonstriert. Dadurch wird Kommunikative Macht (vgl. Habermas) aufgebaut, was - wenn genug davon geschaffen wird - dafür sorgt, dass ACTA eben nicht durchkommt.


Aber du hast Recht, die ökonomischen Sachzwänge sind zu dominant geworden. Nur hast du das Problem, dass die wirtschaftlichen Interessen durch ihre konsequente und sukzessive Bedeutungszunahme quasi zwangsläufig einen sehr hohen Stellenwert in der politischen Realität bekommen!

Neben der globalen Verflechtung (der sich nicht einmal das "sozialistische China" entziehen kann) der Wirtschaft ist es aber auch im Menschen selbst begründet! Die meisten der Leute die studieren, studieren um etwas bestimmtes arbeiten zu können, nicht mehr aus Leidenschaft. Da heißt es "Ich studiere ´Ingenieur´ weil es einen Facharbeitermangel gibt!" usw. Analog dazu die Ausbildung.
Die Menschen definieren sich über ihre Arbeit und über das Geld, dass sie verdienen.
Wenn man andere Menschen betrachtet, dann wertet man sie nach ihrem wirtschaftlichen Status.

Das ist doch die grundlegende Fehlentwicklung, die der Wirtschaft erst die nötige Macht gegeben hat, um diese perversen Druckspiele machen zu können. Das ist eine Krankheit unserer Gesellschaft und dadurch eine des Systems.

Dagegen helfen auch Volksentscheide nicht, so lange die Menschen sich von ihren Einkommensquellen abhängig machen und nicht begreifen, dass eine Wirtschaft ohne Arbeiter nicht funktionieren kann. (Umgekehrt auch..)

Glücklicherweise gibt es aber Einflussakteure wie die Zivilgesellschaft, d.h. die Medien und die neue bürgerliche Öffentlichkeit im Internet.


Die parlamentarische Demokratie ist nicht an ihre Grenzen gestoßen. Es üben viele Leute Druck aus. Das ist seit je her so!

Nur sollte man verstehen, dass die letzte Entscheidungsinstanz immer noch in der Politik selbst liegt. Eine mögliche Problembehebung wäre eine bessere Vergütung der Politik mit gleichzeitigem Verbot von weiteren Einnahmequellen. (Das ist natürlich nicht sehr populär, aber es würde funktionieren. Max Webers These vom "Leben für die Politik" greift in keiner gelddominierten Welt mehr.)


Allerdings gibt es auch Alternativkonzepte, die ich sehr spannend finde. Ich denke da an das Konzept der Liquid Democracy bzw. delegated voting. (Recherchieren dazu lohnt sich!)

Das blinde und unqualifizierte Schreien nach "mehr Volksbeteiligung" mag zwar immer gut sein fürs Bierzelt, aber (wie man aus meinen ganzen Textwänden hier vlt. schon erahnen kann) ist die Wirklichkeit sehr komplex, was nicht unbedingt ein Pluspunkt für Plebiszide ist.

[ nachträglich editiert von 2red ]

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