"Jobwunder" getragen von Billiglöhnen und unsicherer Beschäftigung
Deutschlands Arbeitsmarkt geht es trotz Weltfinanzkrise, Wachstumseinbruch und Euro-Schuldenkrise scheinbar bestens. Mit 41 Millionen Erwerbstätigen arbeiten so viele Menschen wie noch nie und mit einer Arbeitslosenquote in 2010 von 7,7 Prozent war man auf dem niedrigsten Stand seit 1992.
Doch Wachstum gibt es vor allem beim Niedriglohnsektor. Dieser wuchs dreimal so schnell wie der oberhalb der Niedriglohnschwelle. So stieg die Zahl von Billiglöhnern seit 2005 auf 4,278 Millionen an. 2010 ist jeder fünfte Beschäftigte im Niedriglohnsektor tätig, Tendenz steigend.
Die Leiharbeit ist auf 900.000 Beschäftigte angestiegen, in der drei Viertel zum Niedriglohn arbeiten. Vor allem Frauen seien die Leidtragenden. Trotz hoher Erwerbsneigung und guter Qualifikation werden sie in den Niedriglohnsektor gedrängt. Experten sprechen hier von "verschwendeten Ressourcen".