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Klage: Ehefrau von inhaftiertem NPD-Funktionär Ralf Wohlleben fristlos gekündigt

Jacqueline Wohlleben ist die Ehefrau des NPD-Funktionärs Ralf Wohlleben, der derzeit inhaftiert ist, weil er im Verdacht steht die Zwickauer Zelle unterstützt zu haben.

Seine Frau arbeitete als Erzieherin in Jena bei dem Sozialunternehmen G. Heckel / Kinder- und Jugendhäuser GmbH Jena, das ihr nach der Festnahme ihres Mannes fristlos kündigte.

Jacqueline Wohlleben spricht nun von "Sippenhaft" und klagt gegen ihre Entlassung. Ihr Ex-Arbeitgeber spricht hingegen von ihrer politischen Gesinnung: "Es geht nicht darum, dass sie die Ehefrau von Ralf Wohlleben ist, sondern um ihre Vergangenheit bei der NPD und ihre persönliche Einstellung".


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WebReporter: mozzer
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Arbeit, Klage, NPD, Ehefrau, Kündigung, Funktionär
Quelle: www.spiegel.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.01.2012 16:57 Uhr von Bokaj
 
+6 | -10
 
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ein Traum: Ich möchte von NPD-Angehörigen und extrem rechts eingestellten Bürgern hören, wie sie die Morde dieses Trios verurteilen, wie sie das Grundgesetz einschließlich der Menschenrechte unterstützen und verteidigen.

Und zwar nicht nur dann, wenn sie meinen, dass ihre Gesinnungsgenossen diese Rechte nicht erhalten, sondern auch, wenn diese zum Beispiel Migranten vorenthalten werden.
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23.01.2012 17:26 Uhr von Neroll
 
+9 | -1
 
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@DerBelgarath: naja, die Einrichtung wird wohl auch ein wenig die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen haben, und zwar von den Eltern.

Ich möchte ja auch nicht, das mein Kind von jemanden mit links- oder rechtsextremen Ansichten erzogen wird. Und davon ist bei der Vorgeschichte der Dame ja auszugehen. (Zumindest legt es die Vermutung nahe, was einem Elter dann ja schon zum Handeln ausreicht.) Also würde ich in der Situation auch zum Betreiber gehen und sagen, entweder der Erzieher geht oder mein Kind. Lasst das mal einige Eltern androhen, dann bleibt denen schon aus finanz. Sicht nix anderes übrig.

Einzig bei der Begründung haben sie sich vertan, die hätten sie kreativer schreiben sollen.

[ nachträglich editiert von Neroll ]
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23.01.2012 18:37 Uhr von sooma
 
+1 | -6
 
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@DerBelgarath: "Per Gesetz ist eine Ungleichbehandlung und erst Recht eine Kündigung, die in der Weltanschauung oder politischen Einstellung des Arbeitnehmers begründet ist, "eigentlich" verboten."

Das stimmt so nicht ganz. Nach §§ 8 bis 10 AGG kann eine Benachteiligung wegen der Religion oder Weltanschauung zulässig sein, wenn sie "erforderlich" ist.

Hier kann ich die Kündigung durchaus nachvollziehen.

Selbstdarstellung der KJH-Jena:
"Politisch und konfessionell unabhängig arbeitend, bietet das Unternehmen als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe zeitgemäße und bedarfsgerechte Erziehungshilfen auf der gesetzlichen Grundlage des SGB VIII an."

[ nachträglich editiert von sooma ]
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23.01.2012 18:48 Uhr von Neroll
 
+3 | -2
 
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@DerBelgarath: jaja die Unschuldsvermutung...

die wird immer gern vergessen oder bewusst nicht berücksichtigt. In dem Punkt stimm ich dir auch zu, eigentlich müsste sie gelten - egal was jemanden vorgeworfen wird.
Ein Punkt, der je nach Vorwurf aber auch nicht immer leicht zu berücksichtigen ist, gerade wenn man wie in diesem Fall noch jemanden zu schützen hat.

Aus dem Grund bin ich in meinem Kommentar auch bewusst mein fiktives Kind als Argumentationshilfe gewählt. Weil man hier für einen anderen entscheiden muss und die Folgen der Entscheidung u.U. nicht sofort mitbekommt.
Hier müsste ich mich (fürs Unschuldsprinzip) täglich mit reinsetzen, um zu erleben, ob die Dame die Kinder auch ohne jegliche politische Gesinnung behandelt. DANN könnte ich mir das Unschuldsprinzip leisten.
Da dazu aber im Regelfall die Zeit fehlt, muss ich zum Schutz des Kindes von der Schuld ausgehen und das Kind dem Einflußbereich entziehen.
Denn auch wenn es erstmal keine Beschwerden gab, die Angst, dass meinem Kind irgendeine Ideologie in den Kopf gepflanzt wird, die ist da - und für mich als Elternteil würde die für die Handlung ausreichen - mit vollem Bewusstsein der Unschuldsvermutung übrigens.
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23.01.2012 19:25 Uhr von sooma
 
+1 | -0
 
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@DerBelgarath: Worauf sich die KJH-Jena beruft, ist sicher eher:

§ 9 Zulässige unterschiedliche Behandlung wegen der Religion oder Weltanschauung

(1) Ungeachtet des § 8 ist eine unterschiedliche Behandlung wegen der Religion oder der Weltanschauung bei der Beschäftigung durch Religionsgemeinschaften, die ihnen zugeordneten Einrichtungen ohne Rücksicht auf ihre Rechtsform oder durch Vereinigungen, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Religion oder Weltanschauung zur Aufgabe machen, auch zulässig, wenn eine bestimmte Religion oder Weltanschauung unter Beachtung des Selbstverständnisses der jeweiligen Religionsgemeinschaft oder Vereinigung im Hinblick auf ihr Selbstbestimmungsrecht oder nach der Art der Tätigkeit eine gerechtfertigte berufliche Anforderung darstellt.

(2) Das Verbot unterschiedlicher Behandlung wegen der Religion oder der Weltanschauung berührt nicht das Recht der in Absatz 1 genannten Religionsgemeinschaften, der ihnen zugeordneten Einrichtungen ohne Rücksicht auf ihre Rechtsform oder der Vereinigungen, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Religion oder Weltanschauung zur Aufgabe machen, von ihren Beschäftigten ein loyales und aufrichtiges Verhalten im Sinne ihres jeweiligen Selbstverständnisses verlangen zu können.

___

Aus der Quelle:
"Die Geschäftsführung habe das Gespräch mit Jacqueline Wohlleben gesucht, sagt Balan. Man habe Sorge gehabt, dass eine gewisse politische Gesinnung ihre Arbeit beeinflussen könne. Die Unterhaltung am 6. Dezember 2011 sei ernüchternd verlaufen. Die zweifache Mutter habe zugegeben, selbst in der rechtsextremistischen Szene aktiv gewesen zu sein. Von den Zielen der rechtsextremen Partei habe sie sich jedoch nicht distanziert.

Für das Sozialunternehmen sei dies nicht mit seinen Grundsätzen vereinbar: Als konfessionell und vor allem politisch unabhängiger Träger mit einem humanistischen Menschenbild seien ethische Werte und eine vorurteilsfreie Erziehung unabdingbar. Von den Arbeitnehmern werde erwartet, diese Grundsätze zu teilen, auch wenn dies nicht explizit im Arbeitsvertrag aufgeführt sei."

Deshalb - ich persönlich kann die Kündigung verstehen. Und würde sie wohl begrüssen, wenn mein Kind in einer der Einrichtungen wäre. Ich denke nicht, dass sie laut Naziparolen über den Gang gebrüllt hat, aber Indoktrinierung erfolgt subtil und unterschwellig. Und dass man seine Weltanschauung bei der Garderobe abhängt, ist doch Unsinn.
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23.01.2012 20:01 Uhr von sooma
 
+2 | -2
 
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@DerBelgarath: Rechtliche Zweifel habe ich da weniger als moralische... Weil: Entweder, oder... Eine Kita-Angestellte mit PDS-Vergangenheit und Zugehörigkeit zur Linken wäre mir wahrscheinlich noch mehr zuwider und suspekt.
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23.01.2012 22:43 Uhr von shadow#
 
+5 | -0
 
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Verständlich: Und in der Kindererziehung irgendwo auch begrüßenswert.
Für den Arbeitgeber war die fristlose Kündigung allerdings ein grandioses Eigentor - die Klage dürfte die Dame gewinnen.
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26.01.2012 15:55 Uhr von One of three
 
+1 | -1
 
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ROFL: Sehr angenehm wie sich hier Belgarath und sooma sachlich mit dem Thema auseinandersetzen - und typisch das gewisse Einzeller am Ende nicht mehr als "HÄ HÄ" hervorbringen.

Manchmal ist Intelligenz wirklich unfair verteilt ...
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05.02.2012 16:47 Uhr von dajus
 
+1 | -0
 
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@ Neroll: Nun, dein erster Kommentar zeigt, daß du dir nicht für eine Sekunde die Zeit genommen hast, die Quelle zu lesen.

Zitat:
"Die 31-Jährige galt als qualifizierte Betreuerin, von den Eltern geschätzt und bei den Kindern beliebt. Wer ihr Mann ist, sei allen bekannt gewesen, sagt ihr Rechtsanwalt Hendrik Lippold."

Das, denke ich, widerlegt deine Aussage gänzlich.

Sie hat ZWÖLF Jahre dort gearbeitet und plötzlich sollen ihre Erziehungsmethoden fragwürdig sein?

Ihre Begründung der Sippenhaft finde ich in diesem Fall schon nachvollziehbarer.

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