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Transaktionssteuer: Paris will Ausnahme für seine Bonds - Zahlt Berlin nun allein?

In der Frage der Finanztransaktionssteuer möchte Paris Schuldentitel des französischen Staates ausnehmen. Frankreichs Finanzminister Francois Baroin erklärte, die Abgabe solle nicht für Staatsanleihen, sondern nur für Aktien und Derivate gelten.

Bislang setzte sich die Grande Nation für eine gemeinsame Finanztransaktionssteuer ein. Doch angesichts der jüngsten Herabstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor´s und rund 178 Milliarden Refinanzierungsbedarf alleine im Jahr 2012 möchte es eigene Investoren offenbar nicht verschrecken.

Wie die "Deutsche Mittelstands-Nachrichten" bissig anmerkt, könnte Wolfgang Schäuble am Ende der einzige europäische Finanzminister bleiben, der die Finanztransaktionssteuer tatsächlich entrichtet.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Berlin, Paris, Bonds, Ausnahme, Transaktionssteuer
Quelle: www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.01.2012 13:50 Uhr von vmaxxer
 
+1 | -0
 
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Nuja: Wenn NUR die Staatsanleihen ausgenommen sind ist es ja ok.
Auf alle anderen Produkte wird ja gezahlt.
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23.01.2012 14:45 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
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@DerBelgarath: Großer Irrtum:

Die Finanztransaktionssteuer sollte zum 1. Jan. 2014 - laut ursprünglicher Pläne der EU-Kommission - 0,1 Prozent auf den Handel von Aktien und Anleihen und 0,01 Prozent für Derivate von Aktien und Anleihen betragen. Sie ist - ähnlich der MwSt und anders als bei der Bankenabgabe - als durchlaufender Posten zu verstehen, der letztlich nicht von den Banken, sondern vom Endkunden – ergo den Bürgern - getragen wird. Für die Banken hat Deutschland bereits eine mäßige Bankenabgabe realisiert, durch die Bankeninsolvenzen künftig anders abgewickelt werden können.

Durch eine Finanztransaktionssteuer jedoch würde der Finanzplatz Deutschland selbstverständlich zugunsten weniger regulierter Märkte geschwächt, die diese Finanztransaktionssteuern nicht erheben. Deswegen ist die Gefahr von Verlagerungen des Anleihe-Handels auf andere Finanzplätze in der Tat berechtigt.

Wenn wir uns erinnern, wofür die Einnahmen dieser "europäischen Finanztransaktionssteuer" letztlich dienen sollen, wäre Schäuble bei einer ungleichen Besteuerung tatsächlich am Ende der einzige, der auf Kosten des Handelsplatzes Deutschlands in die letztlich gemeinsame Risiko- und Krisen-Vorsorgekasse einzahlen lässt. Für Paris – ähnlich wie für London – sicher eine willkommende Einladung für Investoren, sich künftig andere Marktplätze auszusuchen.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Finanztransaktionssteuer ja – aber der Effekt wäre nur abstrakt und einseitig auf Kosten des Standorts Frankfurts, wenn diese nicht europaweit eingeführt würde.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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23.01.2012 15:07 Uhr von ArrowTiger
 
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So ein Quark! Da der Hochfrequenzhandel inzwischen auch nicht vor Staatsanleihen halt macht, halte ich diese Idee für kontraproduktiv.

Unproblematisch wäre dies nur, wenn solche Daytrades auf Anleihen dennoch besteuert würden, und nur Anleihen mit ausreichender Mindesthaltedauer steuerfrei blieben. Allerdings wäre die Steuerbelastung für diese dann ohnehin unmerklich gering. (Die Steuer bringt vor allem beim riskanten Hochfrequenzhandel/Daytrading was ein!)

Der Vorschlag von Baroin spricht also eher dafür, daß er entweder keine Ahnung von der Materie hat, oder eben Daytraden durch die Hintertür ermöglichen will. Also quasi vordergründig populistisch für die Steuer zu sein, hintergründig diese aber zugunsten der Finanzindustrie zu boykottieren.
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23.01.2012 15:12 Uhr von ArrowTiger
 
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@Baron-Muenchhausen: -- "Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Finanztransaktionssteuer ja – aber der Effekt wäre nur abstrakt und einseitig auf Kosten des Standorts Frankfurts, wenn diese nicht europaweit eingeführt würde."

Ich würde noch weiter gehen und behaupten, daß diese Steuer nur etwas bewirkt, wenn sie weltweit eingesetzt würde.

Letztendlich soll diese Steuer ja im Wesentlichen ein Kontrollinstrument gegen den riskanten Hochfrequenzhandel sein, diesen also unattraktiv machen. Normale Finanztransaktionen werden die Steuer kaum zu spüren bekommen. Da ist jede Bankgebühr deutlich teurer... ;-)
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23.01.2012 15:26 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
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@Der Belgarath: Dann interpretieren wird das wohl doch gleich, wie die Quelle das mit dem "Schäuble" verstanden haben wollte.

Sorry, ;-)

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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23.01.2012 17:05 Uhr von DerMaus
 
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Wenn hier doch jeder sein eigenes Süppchen kocht können wir auch direkt auf die EU sche´ßen. Dann müssen wir zumindest nicht einspringen wenn der Franzose die weiße Flagge vor Banken und Investoren schwenkt.

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