21.01.12 09:31 Uhr
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Tariflohnerhöhungen wurden 2011 vollständig durch Inflation zunichte gemacht

Erneut blicken deutsche Arbeitnehmer am Ende einen Arbeitsjahres auf ein Realminus. Trotz Lohnzuwächse von im Schnitt plus zwei Prozent, infolge der sich auf das vergangene Jahr auswirkenden Tarifabschlüsse 2010 und 2011, schrumpfte der Reallohn in den vergangenen zwölf Monaten um durchschnittlich 0,3 Prozent.

Der Grund: Die Abschlüsse lagen unter der Teuerungsrate. 2011 betrug die Inflation satte 2,3 Prozent. Für die Branchen variierten die Tarifabschlüsse. Erhielten Finanzdienstleister im Schnitt 1,1 Prozent mehr Nominallohn, waren es bei den privaten Dienstleistungen bis zu 2,8 Prozent.

Die Daten betreffen laut Hans-Böckler-Stiftung insgesamt 16,6 Millionen Beschäftige, für die durch die Gewerkschaften laufende Lohn- und Gehaltstarifverträge, im Schnitt mit einer Laufzeit von 22,8 Monaten, in 2010 und 2011 ausgehandelt wurden.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Politik, Wirtschaft, Lohn, Inflation, Tariflohn
Quelle: www.augsburger-allgemeine.de

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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21.01.2012 09:31 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+19 | -2
 
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Unglaublich, wie spielend der Politik es gelingt, das Gegenteil zu propagieren: Die Löhne in Deutschland seien kräftig gewachsen, Deutschland profitiert vom Euro & XXL-Wachstum. Doch das Gegenteil ist seit 11 Jahren der Fall. So etwa stellte die FAZ im November fest, dass die Reallöhne in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren um satte 7 Prozent (!) gesunken sind (Siehe: http://is.gd/...). Nun also die neuesten Werte, abermals schuftet der hiesige Arbeitnehmer für ein Realminus.
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21.01.2012 10:22 Uhr von Golan
 
+19 | -1
 
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Die oberen 10000 wollen halt gefüttert werden Gestern musste ich schon wieder lesen dass ein Fußballer einen Vertrag abgelehnt hat, weilt ihm das zu wenig Geld war.
Ich muss 26 Jahre !!! arbeiten um dasselbe zu verdienen wie er in einem Monat bekommen hätte.

Und UNS wird immer wieder vorgehalten wir wären zu gierig bei unseren Lohnforderungen und sollen Stromsparlampen benutzen wenn der Strom zu teuer wird.

Ich habe schon gar keine Lust mehr Nachrichten zu lesen weil ich danach immer so frustriert bin...
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21.01.2012 10:23 Uhr von Selina90
 
+11 | -1
 
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Das Bild: zur News ist großartig!
Zeit für nen Systemwechsel würd ich sagen. Neoliberaler Kapitalismus ist sowas von 90er.
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21.01.2012 11:09 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+10 | -2
 
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Hohn: Arbeitgeber kritisieren Lohnerhöhungen 2011: Nochmal zu Erinnerung an diesen Artikel vom 16. Januar 2012, der den mächtigen Einfluss der neoliberalen Arbeitgeberlobby auf den Niedergang der hiesigen Lohnkultur deutlich macht:
"Deutschland ist nach Ansicht des arbeitgebernahen IW-Instituts ein teurer Industriestandort" (Siehe: http://de.reuters.com/...)

--------------
Zitat:

IW-Boss Michael Hüther sprach sich für die kommende „indirekt für moderate Abschlüsse aus. Im vorigen Jahr, als die deutsche Konjunktur drei Prozent zulegte, habe der gesamtwirtschaftliche Verteilungsspielraum drei Prozent betragen. "Dieses Jahr ist der Spielraum deutlich geringer", sagte Hüther, ließ sich aber keine konkrete Zahl entlocken. Die schwächere Konjunkturentwicklung müsse berücksichtigt werden“.

„In der deutschen Industrie gingen die Lohnstückkosten zwischen 1999 und 2007 zunächst um 16 Prozent zurück, während sie in den anderen Euroländern um 3,5 Prozent stiegen. In der Finanzkrise verzichtete die hiesige Wirtschaft aber auf Massenentlassungen und setzte auf Kurzarbeit. "Die Industrie hat dafür einen deutlichen Anstieg ihrer Lohnstückkosten in Kauf genommen", betonte Hüther. Seitdem habe sich ein Plus von 19 Prozent entwickelt.

Das gewerkschaftsnahe IMK-Institut kommt zu einem anderen Ergebnis: Seiner Studie zufolge stiegen die Arbeitskosten der deutschen Privatwirtschaft zwischen 2000 und 2010 nominal um durchschnittlich 1,7 Prozent im Jahr, im Schnitt des Euro-Raums um 2,8 Prozent. Das IMK bezeichnete Deutschland in einigen Branchen als "Billiglohnland".

HÜTHER: VERTEILUNGSSPIELRAUM FÜR TARIF-RUNDE 2012 GERINGER

Kräftige Lohnerhöhungen, die den Privatkonsum ankurbeln könnten, lehnt Hüther ab. Entscheidend für den Konsum sei vor allem eine stabile Beschäftigung, ein höheres Einkommen hingegen weniger.“

-----------
Offenbar spielt Hüther nicht nur mit fraglichen Zahlen, sondern er ignoriert offenbar gänzlich, dass der hiesige Binnenmarkt überhaupt nicht vom Export profitiert. Im Gegenteil:
Die Beschäftigten – ohnehin in einer viel zu schwachen Währung bezahlt - sollen fortan auch noch für die enormen Kosten, die im Kontext mit dem "innereuropäischen Handelskrieg" (Agenda 2010, Lohn-, Sozial- und Rentendumping) in der Eurozone geführt wird, aufkommen (Transferleistungen, Schuldenschnitte, Target-Forderungsverluste, Inflation).

Vollkommen neu in Deutschland ist die Situation, dass Inflation trotz Stagnation und Rezession im Währungsraum herrscht.

Normalerweise gehen Inflation und überhitztes Wachstum Hand in Hand - wachsen die Löhne schneller als die Inflation, wächst die Kaufkraft der Löhne dennoch. Das findet mit dem Euro nun ein Ende. Daher ist die Aussage, der Euro sei "stabiler als die DM" nicht nur ein Schnellschuss (das dicke Ende kommt noch), sondern eine bewusste Täuschung:

Was für die Masse der Arbeitnehmer zählt ist die Kaufkraft ihres Lohnes. Und die war unter der DM sowohl nach "innen" (Binnenmarkt) - erst recht nach "außen" (global) deutlich höher. Seit Einführung des Euros schrumpften die Reallöhne in Deutschland kontinuierlich - während sie in der Euro-Peripherie enorm stiegen.

Kurze Erklärung zum IW, auf dessen Aussagen der oben genannte Reutersartikel fußt:

Das IW-Institut als Teil der „Initiative neue Marktwirtschaft (INSM)“ ist die Medien-Waffe des neoliberen Arbeitgeber-Kartells schlecht hin. Hier wird Entsozialisierung der Gesellschaft propagiert und Begriffe wie „sozial“ durch Endloskassetten neu belegt („Sozial ist, was Arbeit schafft“). Zu ihren subtilen und aggressiven Methoden dieser kurze NDR-Beitrag: http://www.youtube.com/...

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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21.01.2012 11:13 Uhr von hboeger
 
+0 | -9
 
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@Golan: Der Fussballer kann aber nicht 26 Jahre spielen.

[ nachträglich editiert von hboeger ]
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21.01.2012 11:38 Uhr von Selina90
 
+9 | -1
 
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@hboeger: Aber er muss ja nun auch nicht nach zwei Monaten wieder aufhören, oder?
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21.01.2012 11:48 Uhr von Twaini
 
+6 | -0
 
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grrrrrrrrrrrr: @WegMitFerkel gut geschrieben und erkannt, was ich mich nur frage warum das leider Gottes zu wenige so durchblicken?

Nun ich möchte nur mal kurz darauf aufmerksam machen was sich unsere so genannten Volksvertreter so vergönnen, für detaillierte Infos einfach mal in den link schauen, da wird einem schlecht was man da alles so liest:

"Die steuerpflichtige Abgeordnetenentschädigung, wie die Diäten seit 1977 offiziell heißen, erhöht sich am 1. Januar 2012 um 292 Euro auf 7960 Euro im Monat. Aufs Jahr hochgerechnet sind dies 95 520 Euro. Anfang 2013 steigt das Einkommen der Volksvertreter nochmals um 292 Euro auf 8252 Euro im Monat. Das ergibt ein Jahresgehalt von 99 024 Euro. Zum Vergleich: Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente in Deutschland im ersten Quartal 2011 durchschnittlich 3264 Euro brutto im Monat.

Des einen Freud ist des anderen Leid: Denn für die Steuerzahler bedeuten die höheren Diäten Mehrausgaben in Millionenhöhe. 2012 sind es 2,96 Millionen Euro, im Jahr 2013 sogar 5,91 Millionen Euro.
...
Diäten-Erhöhung: So viel verdienen die deutschen Politiker - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/..."


Und diese so genannten Volksvertreter wollen uns erzählen wie wir mit unseren Löhnen auskommen sollen?
Wer von uns verdient schon soviel und hat dabei noch x vergünstigungen "UND VOR ALLEM WELCHER ARBEITNEHMER KANN SELBST ENTSCHEIDEN WIEVIEL ER VERDIENT?"

[ nachträglich editiert von Twaini ]
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21.01.2012 11:57 Uhr von Perisecor
 
+0 | -8
 
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Hachja, euch geht´s ja allen so mies... ihr müsst sogar einen Computer und das Internet benutzen, um eurem Ärger Luft zu machen.

Da wären somalische Verhältnisse natürlich viel toller.



Mein Gehalt ist übrigens wieder kräftig gestiegen. Vielleicht solltet ihr also den Fehler nicht im System suchen, sondern in eurem eigenen Dasein.
Wer für 360k Euro tatsächlich 26 Jahre arbeiten muss, sollte sich doch bitte nicht anmaßen, sich mit einem Top-Fußballer zu vergleichen. Untere Kreisklasse dürfte das Niveau sein, welches für Vergleiche geeignet wäre.
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21.01.2012 12:24 Uhr von Golan
 
+6 | -0
 
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@Perisecor: Ohne jetzt eine Fußballdiskussion lostreten zu wollen, offenbar hast du nicht verstanden was ich damit andeuten wollte. Es geht mir um die Verhältnismässigkeit.
Jemandem der regelmässig einen Ball in ein Loch schiesst wird für nur einen Monat seiner Zeit genau so viel Geld angeboten wie einem Handwerker in 26 Jahren Arbeitszeit. Und das ist dem noch NICHT GENUG!

Ich habe auch nie behauptet dass ich hungere, nur dass hier eine wirklich absurde Unverhältnismässigkeit herrscht.
Das betrifft Fußballer ebenso wie Politiker und Wirtschaftsbosse. Zudem werden die Kosten für den abschweifenden Lebensstil einiger weniger immer dem hart arbeitenden "dummen Pöbel" auferlegt. Natürlich erzeugt sowas Frust.

Edit:
"Wer für 360k Euro tatsächlich 26 Jahre arbeiten muss, sollte sich doch bitte nicht anmaßen, sich mit einem Top-Fußballer zu vergleichen."
Aja, genau die Einstellung ist es die diese "Spitzenleute" immer an den Tag legen. Ich muss 26 Jahre lang Häuser bauen damit ich annähernd so viel wert bin wie ein guter Fußballer. Was haben Leute wie Du eigendlich für Prioritäten?
Ausserdem waren es 120k Euro pro Woche die er ausgeschlagen hat.

[ nachträglich editiert von Golan ]
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21.01.2012 13:32 Uhr von Perisecor
 
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@ WegMitFerkel

"die es nicht so leicht haben."

Als ob es solche Leute in Deutschland gibt. Hier kann doch jeder prima und auf sehr hohem Niveau leben.


@ Golan

"Es geht mir um die Verhältnismässigkeit. "

Ein wirklich erfolgreicher Fußballer oder Sänger begeistert nunmal mehr Menschen als ein Handwerker.

Dafür kann auch ein schlechter Handwerker von seinem Geld leben, während Fußballer das nur ab höheren Ligen und andere Sportler überhaupt nicht können.


"Was haben Leute wie Du eigendlich für Prioritäten? "

Leute wie ich verstehen, warum ein erfolgreicher Sportler wesentlich mehr verdient als ein Handwerker - oder auch so ein fieser Wirtschaftsboss, falls ich mich schon dazu zählen darf, wie ich.

Mit Stammtischparolen á la "Fußballer verdienen zu viel" ist niemandem geholfen, denn sie lassen außer acht, dass prozentual nur sehr wenige Spitzensportler von ihrem Gehalt leben können und das natürlich auch nicht von 18 bis 67.


Das mag letztlich aber auch an der fehlenden Weitsicht und dem Verständnis vom Zusammenhang der Dinge liegen.
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21.01.2012 13:43 Uhr von TeKILLA100101
 
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@Perisecor: ausserdem steht es doch jedem frei, politiker,sportler, manager oder sonst was zu werden?! ich frage mich auch immer was das gemecker soll...
für das eigene versagen werden andere verantwortlich gemacht. wäre zu schön, wenn die menschen mal mit dem zufrieden wären, was sie haben und nicht mit dem was andere haben und sie nicht...

zur news:
die leute mit tarifabschlüssen können sich doch noch glücklich schätzen, was ist denn mit denen, die keine tarifverträge haben? die müssen selber verhandeln mim arbeitgeber und kriegen eh immer wieder die gleiche ausrede zu hören, weshalb es nicht mehr geben kann... und die haben keine tolle gewerkschaft hinter sich, sodass sie mal eben streiken können
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21.01.2012 14:03 Uhr von Golan
 
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@Perisecor: Deine Einstellung ist an Arroganz kaum noch zu überbieten, Du hättest Politiker werden sollen.

Ohne all diese Menschen ohne Weitsicht hätten Leute wie Du nichts zu essen und müssten im Wald in einem Erdloch leben, weil sie zu blöd sind einen Nagel in ein Stück Butter zu hauen.
Spätestens dann wüsstet ihr was im Leben wichtig ist.

Wie Marie-Antoinette schon treffend gesagt hat: "...sollen sie doch Kuchen essen". Das entspricht etwa Deinem Weltbild, nicht wahr?

Aber da mir die Zusammenhänge der Dinge ja nicht klar sind höre ich jetzt auf zu diskutieren, ich will mich ja nicht lächerlich machen. Diskutieren macht bei Menschen wie Dir eh keinen Sinn. In eurer Welt gibt es schliesslich nur Herren und Sklaven.
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21.01.2012 17:03 Uhr von Perisecor
 
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@ Golan: "Deine Einstellung ist an Arroganz kaum noch zu überbieten"

Hachja, für dich da unten mag es wie Arroganz aussehen, hier oben aber nennt man das Realität.

Ich hab es ehrlich gesagt satt ständig mich und meine Qualitäten zurückhalten zu müssen, damit andere sich nicht auf den Schlips getreten fühlen.


"In eurer Welt gibt es schliesslich nur Herren und Sklaven. "

Das ist das einfache Weltbild, welches du dir einbildest. Dass du kein Interesse an einer ernsthaften Diskussion hast, hast du doch schon dadurch gezeigt, dass du dir keine hinreichenden Gedanken über Gehälter von Fußballspielern gemacht hast.

Für dich gibt es nur "uns da unten" und "die bösen da oben". Das ist letztlich auch der Grund, warum du und deinesgleichen eben "da unten" sind...

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