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Griechenland droht: Freiwilliger Verzicht oder Schuldenschnitt kommt per Gesetz

Griechenlands Ministerpräsident Loukas Papademos hat den Gläubigern Griechenlands angedroht, einen Schuldenschnitt notfalls per Gesetz zu beschließen, falls nicht freiwillig auf einen Teilerlass eingegangen wird. Die Banken weigern sich, den 130 Milliarden Dollar schweren Forderungsverzicht mitzutragen.

Papademos betonte, dass er zuversichtlich sei, dass man sich auch ohne Gesetz einig werde. Die Verhandlungen mit dem Internationalen Bankenverband IIF seien gut vorangekommen. Der IIF unterbrach jedoch am Freitag die Verhandlungsgespräche.

Der Schuldenschnitt sieht vor, dass Gläubiger 50 Prozent der Forderung abschreiben. Ohne das Mitziehen der privaten Gläubiger, zu denen vor allem Banken gehören, ist dies jedoch kaum möglich. Im kommenden März muss Griechenland 14,5 Milliarden fällige Altlasten bedienen.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Wirtschaft, Griechenland, Gesetz, Verzicht, Schuldenschnitt
Quelle: www.spiegel.de

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23 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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18.01.2012 12:12 Uhr von no_trespassing
 
+56 | -9
 
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Es ist schon ungeheuerlich, mit welcher Dreistigkeit die Griechen erst konsumierten und Schulden anhäuften und nun den Gläubigern drohen.

Militär komplett auflösen, Goldreserven verkaufen, Staatsbeteiligungen privatisieren - das alles ist noch nicht gemacht worden.

Stattdessen kauft man teure U-Boote, fordert Goldverkauf von Deutschland und hält weiter am Beamtenapparat fest.

Mit dieser Strategie wird sich kein Privater je wieder Griechenland-Anleihen ins Depot legen.
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18.01.2012 12:15 Uhr von babisch
 
+34 | -4
 
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Wenn man dazu bedenkt: wie sie in die Eurozone aufgenommen wurden ... Da war doch was mit Bilanzfälschung..
tja..
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18.01.2012 12:35 Uhr von a.maier
 
+38 | -1
 
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warum sollen die Griechen raus dürfen? D soll raus, aus der EU und den Euroländern!
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18.01.2012 12:44 Uhr von Alice_undergrounD
 
+22 | -3
 
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wieso schuldenschnitt? pfänden is angesagt! wenn ich privatinsolvenz anmelde wird mir auch erstmal jedes vermögen genommen

ich glaub es hängt...
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18.01.2012 12:46 Uhr von sicness66
 
+6 | -3
 
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Und was: unterscheidet jetzt die Politik Papademos gegenüber der von Papandreou ? Alles nur noch eine Farce.

@Autor: "Militär komplett auflösen, Goldreserven verkaufen, Staatsbeteiligungen privatisieren - das alles ist noch nicht gemacht worden."

Dann kannste den Staat gleich auflösen...
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18.01.2012 12:56 Uhr von ArrowTiger
 
+8 | -1
 
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@bertl058: -- "sonst zahlen die Kreditausfallversicherungen nicht"

Jep, genau darum geht es den Banken doch: die CDS ausbezahlt zu bekommen. Denen reichen die 10-20% Gewinn, den sie bei einem 50%-Schuldenschnitt machen würden nicht, die wollen richtig absahnen. Daher wird auch verzögert, geblockt und gemauert!

Aus dieser Perspektive kann ich die Drohung der griechischen Regierung durchaus verstehen...
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18.01.2012 13:01 Uhr von LLCoolJay
 
+17 | -12
 
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Ihr seid alle von den Medien geblendet: Sieht man an den Kommentaren.


Die Banken in ihrer Gier sind es doch, die mit hauptverantwortlich sind für die Probleme.

Jetzt kommt bitte nicht mit "Rente mit 50" und so nen Mist.

Griechenland hat sicher sehr viel aufzuholen und hat keine weiße Weste.
Aber sie warens eben so gewohnt. Das war das ganz normale Leben dort.
Wir können unsere eigene Ideologie und Lebensweise nicht auf alle Länder übertragen.

Für die Menschen dort war es ganz normal den Arzt zu bestechen um behandelt zu werden.
Es war normal keine oder fast keine Steuern zu zahlen.

Wenn die Ratingagenturen Griechenland nicht abgestuft hätten und Griechenland dadurch Zinsen noch und nöcher zahlen müsste, wäre es zu dieser aktuellen Katastrophe doch gar nicht gekommen.
Es wären noch Jahrzehnte ins Land gegangen bevor Griechenland in der selben Situation wie jetzt wäre. Und bis dahin hätte sich durch die Verbindung mit der EU noch sehr viel bewegt.

Die Banken in ihrer Gier haben aber als weiter gemacht. Sie haben einem Pleitegeier weiterhin Geld in den Arsch geblasen.

Würdet ihr jemanden, der chronisch pleite ist immer wieder neu Geld leihen, nur weil ihr damit rechnet, dass wenn er ausfällt sein reicher Onkel zahlt?


Bevor die empörte Gutmenschen-Minusklicker-Fraktion jetzt hier ankommt...

Ich heisse das unumsichtige Denken der Griechen bezüglich Finanzen nicht für gut.
Aber man muss es in Relation setzen.

Wo ist das Problem darin mit 50 in Rente zu gehen? Sollte man hier auch machen (oder zumindest Altersteilzeit). Dann könnten mehr junge Arbeitnehmer aufrücken.

Sie warens halt so gewohnt. Würdet ihr euch nicht über Rente mit 50 freuen und euch ärgern wenn diese durch Brüssel gestrichen wird?

Für die Griechen war es ganz normal Steuern zu hinterziehen. Das würden auch hier in Deutschland sehr viel mehr tun, wenn es nicht so streng verfolgt werden würde.
Die Griechen sind nicht reich. Sie haben das was sie hinterzogen haben in ihr monatliches Budget mit eingerechnet, weil sie sonst nicht leben könnten.

Selbiges gilt für Rente für tote Verwandte, usw.

Der Staat hat es verpasst für Disziplin zu sorgen und vernünftige Löhne durchzusetzen (bzw. Gewerkschaften haben das versäumt).

Der Bürger selbst hat sich nur beholfen so gut es eben möglich war.
Keiner dort ist wirklich reich alleine durch Rente und Steuerhinterziehung.


Wie würdet ihr euch fühlen, wenn Brüssel sagt ihr müsst sparen und bekommt kein Elterngeld mehr, keinen Lohnsteuerausgleich und in Rente geht ihr erst mit 72?

Würdet ihr das so sang- und klanglos hinnehmen? Oder würdet ihr euch wehren und versuchen das abzumildern so gut wie möglich?

Die Sichtweise der Griechen ist nicht, dass sie faul sind. Sie sehen es so, dass Ihnen von einem fremden Staat etwas weggenommen werden soll was sie über Jahrzehnte gewohnt waren.

Denkt mal drüber nach.
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18.01.2012 13:04 Uhr von ArrowTiger
 
+5 | -2
 
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@Autor: -- "Militär komplett auflösen, Goldreserven verkaufen, Staatsbeteiligungen privatisieren - das alles ist noch nicht gemacht worden."

...und das wäre erst Recht der Untergang des Staates Griechenland.

Ich kann ja nachvollziehen, daß viele hier auf die "Schwäbische Hausfrau"-Propaganda herienfallen, Makroökonomie ist schließlich keine einfach zu verstehende Sache.

Aber so viel Vernunft sollte schon sein, daß man nicht vor lauter "Geschieht-euch-recht"-Denke eine ganze Nation in den Bankrott treiben will. (Zumal der "gemeine Grieche" für die Schulden seines Landes nun mal so viel kann, wie wir für die teils unfassbaren Entscheidungen unserer Politiker.) Vernünftig wäre dies übrigens alleine schon aus dem Grund, daß ein Staatsbankrott innerhalb des Euro-Raums auch uns selbst schwer treffen würde.
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18.01.2012 13:24 Uhr von no_trespassing
 
+3 | -8
 
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@LLCoolJay und ArrowTiger: >>Aber sie warens eben so gewohnt. Das war das ganz >>normale Leben dort. Wir können unsere eigene Ideologie >>und Lebensweise nicht auf alle Länder übertragen.

Und ob wir das können! Die Länder wollen von genau den mit der anderen Lebensweise nämlich alimentiert werden.
Im Prinzip kann man festhalten: Entweder die anderen Staaten übernehmen die deutsche oder nordeuropäische Mentalität oder sie müssen die Währungsunion verlassen.


>>Für die Menschen dort war es ganz normal den Arzt zu >>bestechen um behandelt zu werden. Es war normal keine >>oder fast keine Steuern zu zahlen.
>>Wenn die Ratingagenturen Griechenland nicht abgestuft >>hätten und Griechenland dadurch Zinsen noch und nöcher >>zahlen müsste, wäre es zu dieser aktuellen Katastrophe >>doch gar nicht gekommen.

Wer ist denn Schuld? Die Bestecher und Nichtsteuerzahler oder die Ratingagenturen? Mit welchem Recht sollen Nordländer für die Mentalität der Südstaaten zahlen?

>>Die Banken in ihrer Gier haben aber als weiter gemacht. >>Sie haben einem Pleitegeier weiterhin Geld in den Arsch >>geblasen.

Ich bin auch gegen das Zinssystem, aber es ist nicht schuld der Banken, wenn die Staaten permanent mehr Geld brauchen, als sie dem Steuerzahler abknöpfen können oder wollen. Nicht die Banken sind an Griechenlands Lage schuld, sondern der Staat selbst.

>>Würdet ihr jemanden, der chronisch pleite ist immer >>wieder neu Geld leihen, nur weil ihr damit rechnet, dass >>wenn er ausfällt sein reicher Onkel zahlt?

Aber sicher doch! Kann mir doch egal sein, wer am Schluss den Kredit bedient. Hauptsache, er wird bedient. Ob das der reiche Onkel ist, der am Schluss dafür eintritt macht nix.
Entscheidend ist die Bedienung der Verbindlichkeit.

-----------------------
>>..und das wäre erst Recht der Untergang des Staates Griechenland.

Das Land Griechenland kann sich die teure Infrastruktur aber nicht leisten.

>>Aber so viel Vernunft sollte schon sein, daß man nicht vor >>lauter "Geschieht-euch-recht"-Denke eine ganze Nation in >>den Bankrott treiben will. (Zumal der "gemeine Grieche" >>für die Schulden seines Landes nun mal so viel kann, wie >>wir für die teils unfassbaren Entscheidungen unserer >>Politiker.

Was heißt in den Bankrott treiben? Das Land IST bankrott und wird nur durch Nordstaaten-Zahlung über Wasser gehalten.

Und wer außer den Griechen selbst kann denn was für die Schulden? Natürlich hat das griechische Volk die Schulden angehäuft. Hat LLCoolJay ja gesagt, dass das an deren Mentalität liegt. Und genauso ist es. Jetzt sich hinstellen und zu sagen: Ätsch, wir zahlen eure Rechnung nicht, sollte in jedem Fall harte Konsquenzen haben.

Mit etwas Böswilligkeit könnte man sogar vorsätzlichen Staatsbetrug unterstellen. Sprich: Die hatten von vornherein nie vor, die Rechnungen zu begleichen, konsumierten aber weiter trickreich. Privatleute würden für so etwas wegen Betrugs den Prozess gemacht bekommen.
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18.01.2012 13:57 Uhr von Joker01
 
+3 | -0
 
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solange die Bundesferkel bereit ist, Kohle in den Arsch der Griechen zu blasen, wird sich auch bei denen nichts ändern.

"Einer der Hauptgründe für das Schuldendesaster der Griechen ist, dass Griechenland der beste Kunde der deutschen Waffenschmieden ist. Kein anderes Nato-Land mit Ausnahme der USA gibt in Relation zur Wirtschaftsleistung so viel für die Rüstung aus wie Griechenland."
Quelle: handelsblatt.com
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18.01.2012 14:48 Uhr von ZzaiH
 
+7 | -0
 
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geil: entweder ihr erlasst uns die schulden oder wir zahlen sie nicht...
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18.01.2012 15:01 Uhr von Wurstachim
 
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ich hab ne idee: Warum ändern wir die gesetzeslage nicht einfach so das griechenland keine schulden mehr hat
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18.01.2012 15:28 Uhr von tafkad
 
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Irgendwie verstehe ich das jetzt nicht: wie kann ich durch ein Gesetz erwirken das Fremde Banken automatisch einen Schuldenschnitt machen? Also ich mein ja nur, wenn ich als Bank nicht in dem Land sitze interessieren mich die Gesetze erstmal herzlich wenig, ich will mein Geld wieder und da ziehe ich dann vor die EU mit.
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18.01.2012 15:32 Uhr von tafkad
 
+2 | -3
 
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@LLCoolJay: >> Die Sichtweise der Griechen ist nicht, dass sie faul sind. Sie sehen es so, dass Ihnen von einem fremden Staat etwas weggenommen werden soll was sie über Jahrzehnte gewohnt waren.

Ist doch kein Problem, dann sollen Sie auch das Geld was wir nun da reingepumpt haben wieder an uns zurückgeben. Ernsthaft, ich habe keine Lust mit 70 noch arbeiten zu gehen nur weil unser Staat das Geld den Griechen gibt. Vielleicht sollte das auch mal klar sein.
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18.01.2012 16:17 Uhr von 338LM
 
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wieso: beschließt der Europarat eigentlich kein Gesetzt, mit dem Griechenland zu proportionalen Teilen auf seine Gläubiger aufgeteilt wird.

Wir errichten eine Sonderwirtschaftszone in der Sonne, unsere Tourismusbranchhe profitiert und die Senioren können dort unter angenehmeren klimatischen Bedingungen leben. Und das noch viel billiger als im Mutterland. Die Griechen können wir ja dann mit Rente ab 67, 40 h Woche und allen anderen deutschen "Vorzügen" anstellen.
Gebt uns Peleponnes! ^^
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18.01.2012 19:03 Uhr von Floetistin
 
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@LLCoolJay: du hast vollkommen Recht. Leider verstehen das hier einige nicht.

Die Griechen wollen unser Geld doch gar nicht.

Es geht auch nicht um die Einschneidungen, die tatsächlich notwendig sind.

Es geht um das "wie".

Griechenland ist nicht pleite weil die Bevölkerung über ihr Verhältnis gelebt hat, es ist pleite weil die Ratingagenturen für extrem hohe ZInsen gesorgt haben.

Wie ist es bei euch? Zahlt ihr euer Haus ab? STellt euch mal vor die Bank könnte einfach mal eben eure Zinsen von 3% auf 20% anheben.
Ohne euer Einverständnis oder sonstwas.

Könntet ihr das bezahlen?
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18.01.2012 19:27 Uhr von 338LM
 
+5 | -2
 
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@Floetistin: "Griechenland ist nicht pleite weil die Bevölkerung über ihr Verhältnis gelebt hat, es ist pleite weil die Ratingagenturen für extrem hohe ZInsen gesorgt haben."

und wie die Bevölkerung über ihre Verhältnisse gelebt hat.
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18.01.2012 19:51 Uhr von Serverhorst32
 
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looool @Autor no_tresspassing: "Goldreserven verkaufen"

Hast du nicht gelesen, dass Griechenland mit den Geldgeschenken aus Deutschland unter anderem Gold zugekauft hat und somit den eigenen Goldbestand aufgestockt hat?

:D

Die Griechen lachen sich eins ... die du***em Deutschen und anderen Euroländer müssen jetzt deren Schulden zahlen und fertig.
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18.01.2012 23:11 Uhr von Draco Nobilis
 
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@GrafZahl: Du hast 0 Argument dazugegeben. Daher ist deine Aussage auch 0 Wert.

Das Hausbeispiel ist gut.
Noch schöner wäre es wenn Deutschland statt ca. 2% Zinsen auf einmal 20% Zinsen hätte wie Griechenland.
Da würde man instant Pleite gehen.
Wären ja nur 400 Milliarden Zinsen im Jahr xD

Aber ja, ich freu mich schon, dieses Jahr werden in den PIGS Ländern noch >1 Billion an Krediten abgelöst werden müssen(1 Billion allein durch 3 Staaten in denen Griechenland NICHT dabei ist).
Diese sind niedrigverzinst gewesen.
Dank des tollen Ratings dieser Staaten und der "Aufbruchsstimmung" wird jeder Rettungsschirm auch direkt zusammenklappen da die neuen Zinsen deutlich über den alten liegen werden.

Das wird soooo episch^^
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19.01.2012 08:10 Uhr von fromdusktilldawn
 
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*redeyeroll*: der schuldner droht dem gläubiger, ...tztztz
was für eine dreistigkeit, wir helfen den griechen, hier fehlt die kohle, und dann sowas? wenn ich mal jmd aus der klemme helfe und der droht mir dann an schuldenerlass oder es setzt hiebe, was macht man dann ? richtig, man kündigt die freundschaft und es gibt auf`s maul, aber bei unseren korrupten politikern wundert mich nix
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19.01.2012 12:31 Uhr von LLCoolJay
 
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-GrafZahl-: ich bin erstaunt, dass es doch einige gibt, die die Misere verstehen.

GrafZahl gehört leider nicht dazu.

Die Ratingagenturen haben wohl die Krise an sich nicht verursacht, haben sie wohl aber ausgelöst.

Die Griechen haben Jahrzehntelang jede nur mögliche Nische ausgenutzt um Steuern nicht zu bezahlen, haben bestochen, betrogen und gelogen (wohlgemerkt sich selbt).

Aber es hat funktioniert. Nicht astrein, nicht ruckelfrei aber es hat geklappt. Die Griechen konnten so leben und es war in Ordnung.

Dann aber kam die EU und Globalisierung und das System kam ins wanken.

Die Griechen haben sich Geld von anderen Staaten geliehen, von Banken, Unternehmern und anderen Investoren. Aber immer noch war alles okay. Die Raten wurden beglichen, kein Problem.

Erst als die Ratingagenturen Griechenland extrem herabgestuft haben, haben die Banken ihre Kreditzinsen extrem angehoben und auf die Staatspapiere wurden unerträglich hohe Zinsen fällig.


Wer ein Haus finanziert kennt das. Du hast eine fixe Rate pro Monat mit der du gut leben kannst.
Lass mal die Rate durch steigende Zinsen in die Höhe schnellen und kaum jemand kommt damit klar.

Es ist ein großer Unterschied ob du 600 Euro pro Monat an die Bank zahlst oder 900 oder 1200 Euro.

Wer 600 Euro zahlt und ein festes Einkommen hat, kommt damit vermutlich ganz gut klar. Aber wie siehts mit 900 Euro aus? Oder mit 1200?

Und das ist den Griechen passiert. Ohne ihr eigenes Zutun und ohne einen tatsächlichen Grund (die Raten wurden ja alle beglichen) schnellten die Zinsen in die Höhe.

Und erst das war es, was Griechenland in die Scheisse geritten hat.


Die Griechen hätten sicher wesentlich mehr Verständnis für die Situation und für Kürzungen, etc. wenn sie mit einer offenen Erklärung und einer ordentlichen Reform einhergehen würde.

Aber das wurde versäumt. Man sprach nur noch davon Raten zu bezahlen, von neuen Krediten, vom Rettungsschirm, usw.

Was aber mit den Menschen? Diejenigen, die aufgrund der miesen Gesundheitsversorgung, geringen Arbeitsplätzen, etc. auf Steuerhinterziehung und gut verdienende Angehörige angewiesen waren?
Das hat keine Sau interessiert. Alles sollte sich von jetzt auf nachher und von heute auf morgen ändern.

Da wundert es irgendjemanden, dass die Griechen aufbegehren?

Schlimmer noch. Die "Reformen" zielten nur darauf aus die Banken zu befriedigen, nicht den Bürgern ein gesundes und gutes Leben ohne die Notwendigkeit von Betrug zu ermöglichen.
Die Veränderungen wurden noch nicht mal von der eigenen Regierung angerührt, sondern werden von einer fremden Regierung diktiert, die sich Null und Nix für die Bürger selbst interessiert.

Gebt den Griechen vernünftige Zukunftsperspektiven, baut dort die Wirtschaft auf, investiert in dieses Land und sorgt dafür, dass Schritt für Schritt Ruhe in das Chaos kommt.

Dann ist auch keiner mehr darauf angewiesen Steuern zu hinterziehen oder Rente von toten Angehörigen zu kassieren um zu überleben.


Wir jammern hier in Deutschland weil die EU uns die Form von Bananen und Gurken vorschreibt. Aber Verständnis für ein Volk dessen Leben durch Fremdbestimmung auf den Kopf gestellt wird haben wir nicht.

[ nachträglich editiert von LLCoolJay ]
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19.01.2012 13:36 Uhr von ArrowTiger
 
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@globi123, etc. -- "Man muss die Griechen echt bewundern, für so viel dreistigkeit! EIn normaler Bürger wäre schon längst wegen Betruges verurteilt, ein Unternehmen wegen Bilanzverschleppung schon längst vor Gericht!"

Na jaaaa.... Anderseits stellt sich natürlich auch die Frage, inwiefern die Gläubiger rechtmäßige Ansprüche haben. Wenn eine Bank von dir plötzlich überhöhte Zinsen verlangt, oder gar in deine Haushaltsführung eingreifen will, wirst du sicherlich auch auf die Barrikaden gehen. ;-)

In dieser ganzen Diskussion gehen die meisten vermutlich davon aus, daß die Banken in diesem Spiel die Guten sind. Gewagt, gewagt! Die Hedgefonds z.B. boykotieren derzeit eine schnelle Lösung per Schuldenschnitt, da sie mit den CDS (Kreditausfallversicherungen) deutlich mehr Geld verdienen, als mit dem Schnitt (100% vs. 10-20% Gewinn).

Wie sagte schon Berthold Brecht: "Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? [...]" (Dreigroschenoper)

Und man darf sich übrigens zu Recht fragen, was denn bitte Hedgefonds am Tisch der Gläubiger zu suchen haben? Die haben sich verspekuliert, und das ist dann eben deren Pech. Spekulation ist Glücksspiel, und somit eine Sache für den Arzt, nicht für den Staat.
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20.01.2012 11:06 Uhr von LLCoolJay
 
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-GrafZahl-: du hast es immer noch nicht verstanden.

Das war keine Blase. Es war ein intern funktionierendes System.

Die Menschen haben gar keine andere Wahl als zu bescheissen. Ansonsten hätte keiner genug zum Leben.

Und genau das passiert gerade. Man nimmt ihnen die Möglichkeit vernünftig zu leben.

Reformen, die nicht über Nacht kommen, sondern über Jahre, gar Jahrzehnte hinweg sind notwendig. Und nicht fremddiktiert, sondern von der eigenen Regierung herbeigeführt mit Unterstützung des Volkes.

So ist es doch kein Wunder, dass das Volk die Fremdbestimmung nicht mitmachen will.


Wie du schreibst, es hat viele lange Jahre funktioniert. Verändert hat sich die Situation lediglich durch die Bewertung der Ratigagenturen, die damit eine lange Kette von Ereignissen ausgelöst haben.

Es wäre sicher anders gekommen, wenn die Kreditfähigkeit der Griechen nicht herabgestuft worden wäre und damit die Zinsen in die Höhe geschossen wären.

Die EU hätte so oder so Druck auf Griechenland ausgeübt und dadurch hätten sich auch viele Dinge von alleine geändert. Die Zahlungsmoral, die Korruption, etc. Aber eben auch das Gesundheitssystem und soziale Absicherung.

Das geht aber eben nicht über Nacht. DAzu braucht es viel Zeit.

Durch die Herabstufung und nur dadurch konnte Griechenland nicht mehr alleine die Raten zahlen und brauchte Hilfe.
Die Hilfe kommt natürlich nicht ohne Bedigungen. Und so hat sich das hochgeschaukelt.

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