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"Stille SMS": Deutsche Behörden setzen massenhafte Handyüberwachung ein

Eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag brachte den massenhaften Einsatz von sogenannten "stillen SMS" durch deutsche Behörden zutage. Dieses Verfahren wird Tausende Male am Tag eingesetzt um Aufenthaltsorte oder Bewegungsprofile von Handybesitzern festzustellen.

Demnach wurde Handyortung im Jahr 2010 durch den Zoll 237.000 Mal eingesetzt. Verfassungsschutzbehörden setzen "stille SMS" 108.000 Mal und das Bundeskriminalamt 96.000 Mal ein. Bei dieser Methode werden an die Handys unbemerkte SMS verschickt, die eine Kommunikation zu einer Funkzelle auslösen.

Auch auf Landesebene wird die Handyortung bereits täglich tausendfach eingesetzt. Die rasante Einsatzsteigerung dieser Technik hat bei Bundestagsabgeordneten und Datenschützern Bestürzung ausgelöst. Der Chaos Computer Club sieht "stille SMS" als "Ortungswanzen" an.


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WebReporter: Teffteff
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Einsatz, SMS, Behörde, Überwachung, Stille
Quelle: www.fr-online.de

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31 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.01.2012 11:30 Uhr von blabla.
 
+41 | -0
 
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Ist eine "stille SMS" dann eine SMS die zwar abgeschickt wird aber nicht auf dem Display erscheint?
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03.01.2012 11:34 Uhr von Jaecko
 
+19 | -1
 
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@blabla: So in etwa. Allerdings ist das in meinen Augen sinnloser "Luxus". Die Basisstationen wissen auch ohne die SMS, wo sich das Handy befindet bzw. zuletzt eingebucht hat. Das mit der SMS legt nur nochmal einen drauf, ob das Handy denn jetzt auch tatsächlich da aktiv ist.
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03.01.2012 11:34 Uhr von sumpfdotter
 
+111 | -3
 
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Wie früher in der DDR nur neueste technik. Aber in der Sache kein Unterschied.

Frag mich nur, warum sie immer noch auf den alten Stasi-Spitzeln rumhacken, aber hier wird mit 2erlei Maß gemessen ...
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03.01.2012 11:37 Uhr von xevii
 
+34 | -0
 
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Sowas sollte es nicht geben. Störtebeeker wurde auch geschnappt ohne son Mist und 99% der Menschen "leiden" dadrunter!
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03.01.2012 11:46 Uhr von usambara
 
+14 | -0
 
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öfter mal ausschalten Maßnahme:
http://hp.kairaven.de/...
Gegenmaßnahme:
http://opensource.srlabs.de/...
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03.01.2012 11:57 Uhr von derNameIstProgramm
 
+18 | -0
 
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@Jaecko: Nicht ganz. Im Mobilfunknetz unterscheidet man zwischen Location Areas und Funkzellen. Eine Location Area beinhaltet dabei normalerweise eine größere Anzahl an Funkzellen. Solange sich das Handy innerhalb der Funkzellen einer Location Area aufhällt, braucht es sich nicht zu melden solange es nichts möchte. Daher kann in diesem Fall nur eine Ortung auf die Location Area durchgeführt werden, d.h. man kann nur sagen dass es sich irgendwo in der Location Area aufhält.

Möchte man aber auch noch die Funkzelle herausfinden um eine höhere Genauigkeit zu erreichen, dann muss man das Handy dazu bringen sich bei seiner Funkzelle zu melden. Und dies erreicht man sehr einfach mit Hilfe einer SMS, die das Handy ja vom Netz abholen muss.

Technisch gesehen kann man sich das ganze dann so vorstellen: Die SMS wird verschickt, der Mobilfunkprovider schaut nach in welcher Location Area sich das Handy befindet und alle Funkzellen innerhalb der Location Area schicken ein Signal raus dass sich das Handy melden soll. Das Handy bekommt dieses Signal und meldet sich zur Abholung der SMS an der stärksten Funkzelle an. Mit der Information über die Funkzelle und derren Antennenstandort und vielleicht auch noch mit Hilfe der Signalstärke kann man nun den Standort des Handys ziemlich gut eingrenzen.

[ nachträglich editiert von derNameIstProgramm ]
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03.01.2012 12:06 Uhr von PanikPanzer
 
+23 | -1
 
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Stille SMS: Hmm.. Mir stellt sich grad die Frage ob es sein kann, dass das aufleuchten meines Handydisplays ohne mein zutun damit zusammenhängen könnte..
Dabei kommen weder Anrufe noch SMS an. Nur ein kurzes aufleuchten..

[ nachträglich editiert von PanikPanzer ]
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03.01.2012 12:12 Uhr von Pilot_Pirx
 
+29 | -4
 
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(nicht) erstaunlich, daß solche interessanten Fakten immer durch Anfragen der "bösen" Linkspartei herauskommen...
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03.01.2012 12:42 Uhr von skipjack
 
+13 | -2
 
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Nur die Handys??? Was bitte ist letztendlich mit den Navy`s???

Nicht zu missachten, dass einige Mobiles mittlerweile auch Navys haben...

Es wäre schön, wenn die Cyber DDR 3.0 mit ihrer Cyber St.asi nur ne Vision wäre..
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03.01.2012 13:00 Uhr von derNameIstProgramm
 
+5 | -10
 
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@Pilot_Pirx, @skipjack: @Pilot_Pirx
"(nicht) erstaunlich, daß solche interessanten Fakten immer durch Anfragen der "bösen" Linkspartei herauskommen... "

Naja, wenn sich einer mit Überwachungsmöglichkeiten auskennt dann wohl die Linkspartei.

@skipjack
"Was bitte ist letztendlich mit den Navy`s???"

Wenn Navi´s eine Mobilfunkkarte beinhalten dann gilt für sie das gleiche wie für die Handys, ansonsten sind diese nicht ortbar.
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03.01.2012 13:16 Uhr von skipjack
 
+2 | -3
 
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@derNameIstProgramm: "Wenn Navi´s eine Mobilfunkkarte beinhalten dann gilt für sie das gleiche wie für die Handys, ansonsten sind diese nicht ortbar."

>Navis müssen zwangweise auch kommunizieren und sind mit modernen Kfz`s sicherlich genauso zu orten, wie Handys.

Haben die modernen Kisten nicht auch schon nen RFID, oder son anderen vorläufer für die KfZ Maut???
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03.01.2012 13:27 Uhr von Python44
 
+5 | -1
 
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Navis: sind noch wesentlich leichter ortbar als Handys ! Sie bergen allerdings 2 Probleme für die Behörden: erstens sind sie ohne Registrierung nicht einwandfrei einem Benutzer zuzuordnen, zweitens hat kaum jemand sein Navi ständig dabei und eingeschaltet !
Das mit den Handys und der stillen SMS ist ein stinkalter Hut. Jedesmal wenn das Handy (ohne selbst bewegt/benutzt zu werden) das typische tackernde Geräusch z.B. in einem Radiolautsprecher auslöst, hat der Sendemast gecheckt wo das Handy ist. Entsprechend gab es von Anfang an beim BND die Direktive vor konspirativen Treffen das Handy ganz auszuschalten, ggf. sogar den Akku heraus zu nehmen ... warum wohl ?
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03.01.2012 13:33 Uhr von skipjack
 
+3 | -0
 
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@Python44: "Entsprechend gab es von Anfang an beim BND die Direktive vor konspirativen Treffen das Handy ganz auszuschalten, ggf. sogar den Akku heraus zu nehmen ... warum wohl ?"

Nicht ganz richtig:

*Handy ausschalten, Akku heraus nehmen UND SIM-Karte entfernen...

Allerdings setzt sowas schon fast ein James Bond Niveau voraus...
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03.01.2012 13:42 Uhr von derNameIstProgramm
 
+3 | -0
 
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@skipjack, @Python44: @skipjack
"Navis müssen zwangweise auch kommunizieren und sind mit modernen Kfz`s sicherlich genauso zu orten, wie Handys."

Ja, wie gesagt, sobald die Navis Zugang zu einer Mobilfunkkarte haben, können sie natürlich genauso geortet werden. In teureren modernen Fahrzeugen ist dies der Fall, genauso in den teureren Navis. Aber das normale 0815 Navi erhält Informationen zu Staus etc. immernoch über TMC und damit rein durch Empfang, da wird gar nichts versendet.

Wieso müssen denn Navis zwangsläufig kommunizieren?

@Python44
"Navis sind noch wesentlich leichter ortbar als Handys !"

Nur wenn sie einen Zugang zum Mobilfunknetz haben

[ nachträglich editiert von derNameIstProgramm ]
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03.01.2012 14:14 Uhr von Python44
 
+2 | -6
 
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@ derNameIstProgramm: LOL und du meinst nicht die Daten würden viel einfacher zentral über den Satelliten abgegriffen werden ? Denk dran, das GPS-System wurde für das amerikanische Militär entwickelt ;o))) Man bräuchte nur die Seriennummer des zu verfolgenden Gerätes, wie die IMEI Nummer eins Handys oder die mac-adresse im Netzwerk ...

@ skipjack

Stimmt, die SIM sollte auch raus ^^

[ nachträglich editiert von Python44 ]
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03.01.2012 14:15 Uhr von bip01
 
+1 | -0
 
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wobei man jetzt herausfinden müsste, wofür genau geortet wurde. Einfach nur eine große Zahl bringt nichts. Schließlich wird auch versucht vermisste Personen so zu orten.
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03.01.2012 14:27 Uhr von >rno<
 
+4 | -0
 
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@Python44: Warum muss die SIM-Karte auch raus?
Was kann eine stromlose SIM-Karte verraten?

Bin sehr interessiert, aber Laie
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03.01.2012 15:10 Uhr von edv-pm
 
+4 | -0
 
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ähm.. Navis: können nicht direkt geortet werden, da sie ansich reine Empfänger sind. Man kann ja auch kein Radio orten. Aber es gibt einige Hersteller, wie etwa TomTom die ihren Navis ja Sendeeinheiten spendiert haben um so Staudaten und ähnliches zu übermitteln. Dafür wird an Autobahnen usw. ein extra Kommunikationsnetz (RFID?) installiert. Und damit kann man dann ja wirklich ein perfektes Bewegungsprofil erstellen.
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03.01.2012 15:22 Uhr von eini1
 
+4 | -3
 
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@>rno<: Als Vorsichtsmaßnahme.
1. Ausschalten bringt oft garnichts, der Wecker z.B. läuft ja auch weiter.
2. Akku raus ist schon mal besser, reicht aber nicht. Man weiß ja meistens nicht genau was die Hersteller alles in der Elektronik verstecken. Wenn z.B. große Elkos verbaut sind um Spannungsabfälle (schlechter Akku-Kontakt bei Stößen) zu überbrücken kann so ein Funkmodul schon noch eine weile weiterarbeiten bis die Elkos leer sind.
Ohne SIM-Karte ist das Handy aber nicht vom Netz zu indentifizeren, selbst wenn es weiter funkt.
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03.01.2012 15:34 Uhr von schubi14
 
+1 | -0
 
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Navi ohne Mobilfunkkarte: kann man nicht orten. Die Verlehrsfunkdaten werden entweder über einen UKW-Sender übertragen oder eben bei der Mobilfunkoption per Mobilfunknetz. Die Gerätchen an den Autobahnbrücken dienen der Ermittlung des Verkehrsflusses und werden beim TMC+ zwecks schnellerer und genauerer Stauwarnung genutzt (kostenpflichtig).
Übrigens kann man diese Sache auch für sich nutzen. Hat man etwas besonderes vor, kann man das Handy an den Platz seines Alibi-Ortes deponieren, dann hat man sein gewünschtes Bewegungsprofil...
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03.01.2012 15:48 Uhr von Python44
 
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@ >rno<: Du meinst ohne Akku wäre dein Handy stromlos ? Dann nimm doch mal den Akku raus und guck mal wie lange der draussen bleiben muss, bevor du die Uhr neu stellen musst ;o)))

@ eini1

Stimmt nicht ganz, auch die IMEI wird über das Handynetz mitgesendet ! Früher liessen sich darüber auch geklaute Handys für die einzelnen Netze sperren, unabhängig von der SIM... So lassen sich auch Notrufe OHNE SIM-Karte ganz eindeutig zuordnen !

[ nachträglich editiert von Python44 ]
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03.01.2012 15:53 Uhr von Python44
 
+0 | -4
 
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@ schubi14: Du wirfst da einiges durcheinander ;o)))
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03.01.2012 15:58 Uhr von Failking
 
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nicht nur zur Ortung: Mit einer stillen SMS kann man auch jedes Handy zur Wanze umfunktionieren. Die Gesetzgebung wird einfach den technischen Möglichkeiten angepasst, nicht andersherum.
Manche gratis Android-Apps können das auch. Jedem Depp sein App
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03.01.2012 17:05 Uhr von derNameIstProgramm
 
+7 | -1
 
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@Python44: "LOL und du meinst nicht die Daten würden viel einfacher zentral über den Satelliten abgegriffen werden ?"

Ähmm, ich hatte ehrlich gehofft in meiner Argumentation etwas übersehen zu haben, aber leider hat sich meine Befürchtung bewahrheitet und du hast von dem Thema GPS wirklich null Ahnung.

Eigentlich hat edv-pm schon alles zu GPS gesagt, es ist eine reine Empfänger-Technologie, d.h. die Satelliten senden Signale raus und mit Hilfe von diesen Signalen kann ein GPS Empfänger (ja, die heissen nicht umsonst GPS Empfänger) seine Position berechnen. Bitte informiere dich über Themen bevor du darüber redest, auch in schubi14´s Aussage finde ich keinen Fehler....

[ nachträglich editiert von derNameIstProgramm ]
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03.01.2012 20:37 Uhr von Dracultepes
 
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Wer dreck am stecken hat wird sich doch absichern.

Btw. sollte es nicht möglich sein z.b. einem Androidgerät einzutrichtern laut zu geben wenn der Mast ein Einloggen zwecks SMS verlangt und dann keine SMS eintrifft?

@python44
Lol Fail

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