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Griechenland: Forderung nach 89 Milliarden Euro und 50 Prozent Schuldenschnitt

Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos hat seine Landsleute in einer Neujahrsansprache auf ein schwieriges Jahr 2012 vorbereitet. Wenn Griechenland nicht bald bis zu 100 Milliarden Euro Schulden erlassen und 89 Milliarden Euro Hilfsgelder gezahlt bekäme, sei das Land pleite.

Statt eines Schuldenschnitts von nur 50 Prozent, über den sich Gläubiger und Schuldner immer noch nicht geeinigt haben, soll unbestätigten Meldungen zufolge erst der Verzicht auf 70 bis 80 Prozent ausreichen, um das Land wieder aus dem Abwärtsstrudel zu befreien.

Der griechischen Wirtschaft geht es miserabel. Im Sozialsystem und im staatlichen Sektor könnte es, falls die voraussichtlich von der Troika geforderten Reformen umgesetzt werden sollten, weitere drastische Kürzungen geben. 150.000 Beamte sollen binnen vier Jahren entlassen werden.


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WebReporter: culturebeat
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Griechenland, Hilfe, Milliarden, Schuldenschnitt
Quelle: www.welt.de

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20 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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02.01.2012 13:34 Uhr von culturebeat
 
+1 | -26
 
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02.01.2012 13:39 Uhr von culturebeat
 
+6 | -8
 
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Vergleich: Die Deutschen zahlen 50% ihres Bruttogehalts für Rentner, Arbeitslose, Kranke, Politiker und Länder wie Griechenland. Das ist schon hart genug.

Wenn sich die Deutschen jetzt plötzlich bereit erklären sollten, nur noch 20-30% von dem, was sie auf dem Papier verdienen, am Ende tatsächlich in der Lohntüte haben, wären sie etwas unwirsch und kaum bereit dazu. Die Gläubiger Griechenlands dürften das ähnlich sehen.

Die Schweizer zahlen übrigens nur 20-30% ihres Bruttogehalts.
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02.01.2012 13:51 Uhr von artefaktum
 
+12 | -0
 
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@culturebeat: "Aber wie sollen Anleger davon überzeugt werden, auf 70-80% statt nur 50% ihres Geldes zu verzichten?"

Wohl wie bei jedem Überschuldeten: Weil´s sonst u.U. gar kein Geld gibt. Ich schreib doch lieber 70 bzw. 80 Prozent ab als 100 Prozent.
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02.01.2012 14:01 Uhr von culturebeat
 
+1 | -4
 
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@artefaktum: Wenn auch nur ein Patriot ist, dem das Wohl des deutschen Volkes mehr am Herzen liegt und der deshalb mehr als 30% zurück haben will, was macht man dann?

Gehen dann 2 andere Gläubiger leer aus, damit der doch noch sein Geld bekommt?

Nein. Dann kommt der Vertrag nicht zu Stande.
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02.01.2012 14:07 Uhr von artefaktum
 
+3 | -0
 
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@culturebeat: Das ist ja nicht großartig anders als bei Privatinsolvenz oder Rettungsmaßnahmen für Unternehmen. Da wird eine Liste der Gläubiger erstellt und man versucht einen Kompromiss zu finden.
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02.01.2012 14:14 Uhr von culturebeat
 
+2 | -2
 
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@artefaktum: Habe ich das beim Zwegat falsch gelernt, oder sind bei Schuldnern, die ihre Schulden nicht zurückzahlen können, alle Gläubiger gleichberechtigt?

Der Zwegat ist doch immer zu den Gläubigern hingegangen und hat gesagt: Wenn ihr nicht auf xx Prozent verzichtet, geht der Schuldner pleite und ihr bekommt gar nichts mehr.

Die Pleite Griechenlands wäre genau das, was ein Gläubiger, dem sein Geld weniger wichtig ist als das Prinzip, wollen könnte. (besonders wegen den zu erwartenden weiteren Verpflichtungen für das Land)
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02.01.2012 14:18 Uhr von culturebeat
 
+3 | -2
 
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Beispiel: Nehmen wir mal an, GR hätte 100 Milliarden Schulden und davon 20 Milliarden bei mir.

Griechenland kann/will mir nur 20% davon (4 Milliarden) zurückgeben. Auf 16 Milliarden soll ich verzichten. Dazu bin ich nicht bereit und will die ganzen 20 Milliarden.

Griechenland zahlt nicht.

Ist Griechenland dann nicht sofort pleite, insolvent, bankrott und für viele Jahre für weitere Kredite vollkommen unwürdig?
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02.01.2012 15:12 Uhr von svizzy
 
+3 | -1
 
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mir ist: egal was mit den gläubigern ist. denn die sind schuld und sollen garnichts kriegen. es war ja auch deren risiko. pleite wäre mir lieb, weil vielleicht möchte ich mir gerne nen betrieb für nen appel und ein ei in gricheland kaufen.
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02.01.2012 15:15 Uhr von GLOTIS2006
 
+7 | -0
 
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Ich möchte kurz anmerken, dass die Insolvenz genau dann eintritt, wenn auch nur eine einzige offene Forderung NICHT FRISTGERECHT und IM VOLLEN UMFANG gezahlt werden kann.

Das heißt, dass Griechenland faktisch Pleite ist und zwar schon seit über einem Jahr.
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02.01.2012 15:20 Uhr von culturebeat
 
+3 | -0
 
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@GLOTIS2006 Danke: Ich dachte schon, ich hätte das falsch verstanden.

Insolvenzverschleppung wäre in Deutschland jedenfalls eine Straftat nach §15a Stgb:

http://www.gesetze-im-internet.de/...

"(4) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer entgegen Absatz 1 Satz 1, auch in Verbindung mit Satz 2 oder Absatz 2 oder Absatz 3, einen Insolvenzantrag nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig stellt."
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02.01.2012 15:39 Uhr von CoffeMaker