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DIW-Chef: Wer arm ist, verschenkt seine Einzahlungen auf den Riester-Vertrag

Massive Kritik an der Riesterrente äußert der Direktor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gert Wagner. Wer wenig verdient und trotzdem Beiträge zahlt, geht am Ende womöglich leer aus.

Er fordert, dass bei dem Thema Altersvorsorge noch politisch "umgesteuert werden muss". Erträge aus der Riesterrente könnten nämlich bisher auf die Grundsicherung angerechnet werden, sagt Wagner in einem Interview.

Allein eine Grundsicherung, die explizit über Hartz-IV liegt, sei bei der Umgestaltung der Altersvorsorge nicht hilfreich. Eine Lösung wäre, dass die Riesterrente bei Beziehern der Grundsicherung nicht angerechnet wird, wenn sie "unterhalb des Niveaus der Grundsicherung" liegt, so Wagner.


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WebReporter: Havelmaz
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Chef, Vertrag, DIW, Riester
Quelle: www.maerkischeallgemeine.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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28.12.2011 14:17 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+43 | -1
 
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Das ist bei der staatlichen Rente nicht anders: Nach einer 1998er-Studie in Deutschland (siehe: http://www.welt.de/...) sterben männliche Arbeiter mit durchschnittlich 70,63 Jahren (im Vergleich kommt ein Beamter auf fast 77 J.).

Die Franzosen, wo die Menschen durchschnittlich etwas älter als in Deutschland werden, führen genauer Statistik: Demnach haben die geringste Lebenserwartung bei den Männern die ungelernten Arbeiter mit 69,3 Jahren, es folgten die Facharbeiter (72,5 Jahre), die Landwirte (75,3 Jahre), die Lehrer (76,1 Jahre) und schließlich die Ingenieure (77,3 Jahre).

Laut jüngsten Daten (wenige Wochen alt) der deutschen Rentenversicherung - durch die Bundesregierung nur ungern auf Anfrage der Linksfraktion herausgerückt - ist entgegen dem allgemeinen Trend die Lebenserwartung von Geringverdienern in den letzen 10 Jahren dank Agenda 2010 sogar noch massiv gesunken: Im Westen um 2 Jahre, im Osten gar um 4 Jahre (siehe: http://www.taz.de/!83579/).

Kurzum: Wer männlich ist, hart arbeitet und geringe Bildung hat, stirbt durchschnittlich nahe am Zeitpunkt des gesetzlichen Renteneintrittsalters von 67 Jahren.

Mit anderen Worten: Er wird nicht nur ausgeplündert, sondern zahlt zeitlebens für Beamte, Akademiker und Besserverdienende - deren Alterruhe kontinulierlich wächst - in die Rentenkasse ein.

Nun sehen wir, dass es bei der Riesterrente nicht anders läuft.

Das ist ein Skandal, der von der Regierung schon im Ansatz vertuscht wird, indem keine Statistiken nach Berufsgruppen erstellt werden. Doch müsste dieser Faktor unbedingt in eine Rentenformel Eingang finden. Doch es ist so wie immer: Die Kleinen opfert man den Interessen der Großen.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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28.12.2011 14:28 Uhr von End-Of-West
 
+12 | -0
 
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Die Politik hat versagt die steuert nur wenn sie selbst gesteuert wird...
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28.12.2011 14:33 Uhr von Bibabuzzelmann
 
+4 | -10
 
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@Baron: Also im Durchschnitt werden die am ältesten, von denen es am wenigsten gibt ^^
Liegt vermutlich an der Masse, würde es so viele Ingenieure wie Facharbeiter geben, würde dieser Schnitt wieder ganz anders aussehn....für mich persönlich ist das nicht aussagekräftig, auch wenn es den Anschein erweckt, dass Leute die mehr Geld verdienen und leichtere Arbeit haben, länger leben.

Wenn von 5 Leuten 2 richtig alt werden, dann ist der Schnitt eben besser, als wenn von 10 Leuten 2 richtig alt werden ^^

Richtig alt wurden aus beiden Gruppen 2 Leute, aber es gab eben unterschiedlich viele Leute in der Gruppe, was den Druchschnitt um eine grosse Prozentzahl verändert :)

Naja, so irgendwie....aber es ist schon klar, dass Leute die sich weniger Körperlich kaputt machen, im Alter evtl weniger Probleme haben, da stimm ich zu.

Hab dir mal ein "+" gegeben, weil eigentlich seh ich es nicht viel anders...man kann schon sagen, dass es denen besser geht, auch wenn ich diesen Zahlen nicht ganz traue ^^

[ nachträglich editiert von Bibabuzzelmann ]
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28.12.2011 15:50 Uhr von 338LM
 
+2 | -11
 
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@Baron-Muenchhausen: du siehst das nicht ganz richtig.

Gut verdienende Akademiker zahlen häufig ein mehrfaches an Steuer wie der "ungebildete körperliche arbeitende, einfache männliche Arbeitnehmer". Letztlich zahlen die gut verdienenden für die geringverdienenden mit, dafür gibt es ja den Sozialstaat. Der "ungebildete, körperlich arbeitende männliche AN" verursacht auch die höheren Gesundheitskosten, da bei der genannten Gruppe gesundheitsschädigendes Verhalten und körperliche Probleme durch die Arbeit deutlich mehr zu Buche schlagen als bei den meisten Akademikern.
Lebensalter und Bildung korrelieren, das ist schon lange bekannt. Die Hauptgründe hierbei liegen auf der Hand:
Höhere Konsum von Genußgiften (Alk, Nikotin...), seltenere Arztbesuche und Verzicht auf Vorsorgeuntersuchung, geringeres Gesundheitsbewusstsein und schlechtere Ernährung.
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28.12.2011 17:47 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+5 | -1
 
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@338LM ich bin erschrocken über so wenig kritische Distanz zu den gängigen "(neo-)liberalen" Parolen.

Im Übrigen ist es ein typisches deutsches Laster, dass das Wort "verdienen" im Kontext mit "Geld verdienen" und "Gerechtigkeit" gebraucht wird.

In allen anderen Ländern ist dies anders - dank dieser entgegenkommenden verbalen Ungenauigkeit fällt es gewissen Gruppierungen in Deutschland immer wieder leicht, von der "Höhe des Einkommens" auf "Gerechtigkeit" zu schließen und auf diese Weise den Menschen in Deutschland Ausbeutung plausibel zu machen.

Doch Du siehst ja selbst, wohin die Reise bei soviel Gier und Öffnung der Einkommensschere geht - mit diesem Land geht es nicht ohne Grund stillschweigend immer weiter bergab und Ökonomen verweisen immer wieder auf den fatalen Irrtum, damit ginge es der Gesellschaft in der Summe besser.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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