Handelsblatt: EZB-Dreijahrestender gleicht Staatsfinanzierung via Druckerpresse
Über ein Sonderrefinanzierungsgeschäft gewährte die EZB am Dienstag Banken in der Eurozone extrem billige Zentralbankkredite mit dreijähriger Laufzeit. Die Banken saugten daraufhin mit fast einer halben Billionen Euro doppelt so viel EZB-Geld, wie ursprünglich erwartet (ShortNews berichtete). Die Methode hat Kalkül, so das Handelsblatt, da Steuerzahler haften.
Diese "beispiellose" Aktion diene nur vordergründig der Liquiditätsbereitsstellung. Tatsächlich werde hier per Notenbankpresse in großem Stil Geld in Schuldenhaushalte gepumpt, indem Geschäftsbanken unbegrenzt EZB-Gelder zum Aufkauf maroder Staatsanleihen zur Verfügung gestellt werden.
Mit den günstigen Krediten könnten nicht nur Interbankenkredite abgelöst, sondern auch Anleihen hoch verschuldeter Staaten - auf Risiko der Steuerzahler - aufgekauft werden. Denn es sei davon auszugehen, so das Wirtschaftsblatt, dass aufgrund beständig sinkender Standards für hinterlegte Wertpapiere genau diese wieder von der EZB als Sicherheiten akzeptiert werden könnten.