12.12.11 13:33 Uhr
 455
 

Gesundheit: Arthrose nicht direkt operieren

Wenn ein Patient unter Arthrose leidet, sollte man zunächst versuchen, die Beschwerden mit Physiotherapie zu lindern. Dazu rät der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten. Eine Operation sollte nicht zu früh in Erwägung gezogen werden.

Durch gezielte Übungen könne man nicht nur Schmerzen lindern. Der Knorpelstoffwechsel könne ebenfalls angeregt werden und auch die Beweglichkeit der Gelenke könne stark verbessert werden. Einige häufig bei Arthrose angewendete Operationen zeigten keinerlei Erfolg.

Die Ergebnisse stammen aus dem diesjährigen Heilmittelreport der Barmer Krankenkasse. Bei Arthrose handelt es sich um eine Gelenkerkrankung, die sich durch den Rückgang des Gelenkknorpels und verringerter Gelenkflüssigkeit auszeichne. Ältere Menschen seien besonders betroffen.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: micluvsds
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Gesundheit, Heilung, Arthrose, Physiotherapie
Quelle: www.schwaebische.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

WHO-Studie: Weltweit sind 322 Millionen Menschen von Depressionen betroffen
Australien: Zehnjährigem höchste Spinnen-Gegengiftdosis aller Zeiten verabreicht
WHO-Studie: Mehr als 300 Millionen Menschen leiden an Depressionen

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

4 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
12.12.2011 19:02 Uhr von 338LM
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
@Separis: aha, bei einem ein Knorpelschaden 4. Grades mit Osteophyten, Gelenkserguss und starken Schmerzen im Knie, Valgusgonarthrose und Fehlstellung in Hüfte und und USD ist eine TEP natürlich total überflüssig ?
Damit kann man nicht die Beinachse wiederherstellen, nicht die Fehlhaltung korrigieren, nicht die Schmerzen beim Gehen behandeln ?

In den meisten asiatischen Ländern fehlen halt die 15.000 € die eine Knie TEP kostet, du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.

Schön dass du Physiotherapeut bist, dann bleib aber auch dabei. Operationsentscheidungen werden glücklicherweise von den Chirurgen mit den Patienten getroffen und ich kenne wirklich viele, wirklich sehr sehr viele Patienten mit Knie/Schulter/Hüft-TEP, denen damit ein ganz erhebliches Maß an Lebensqualität wiedergegeben wurde.

Du hast offensichtlich keine Ahnung aber dann halt dich auch mit solchen Behauptungen zurück.

Herr Physiotherapeut ^^
Kommentar ansehen
12.12.2011 23:48 Uhr von 338LM
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Separis: bitte belege die Behauptung "die meisten TEPs sind nicht nötig"

Ich halte das für ausgemachten Schwachsinn und ich habe sicher mehr als zweihundert Knie, Schulter und Hüftteps assistiert sowie die Patienten prä- und postop betreut.

Die Standzeit von TEPs überschreitet auch 20 Jahre (wenn der Patient dann noch lebt). Ein Wechsel ist zumeist nicht notwendig und wenn doch, so kann, gerade bei älteren Leuten der Wechsel ein Problem sein, da stimme ich zu.

Gelenkknorpel kann sich nur bis zu einem bestimmten Grad regenerieren, wie das mit bradytrophem Geweben numal ist. Auch Asianten altern, auch deren Mesenchym degeneriert, und erzähl mir nicht, es sei gesund am Tag 12 h in gebückter Haltung im Reisfeld zu stehen. Ich habe in Kambodscha, Vietnam und Laos viele alte Leute mit gravierenden Knochen-/Gelenkserkrankungen gesehen.

Falsch! Die Entscheidung zur OP trifft der Patient nicht alleine (denn er operiert sich auch nicht selbst), es ist eine Entscheidung des Operateurs MIT dem Patienten (wie ich übrigens geschrieben habe).
Deinen Beißreflex kannst du dir also sparen und stattdessen den Abschnitt in meinen vorherigen Post nochmal genau durchlesen.

Operiert werden Patienten auch nicht nach Röntgenbefunde, sondern nach klinischer Symptomatik.
D.h. selbst wenn der Gelenkspalt völlig aufgehoben ist und Ergüsse bestehen, kommen einige Patienten damit noch gut klar während andere fast in Ohnmacht fallen, wenn sie auftreten.

Bei den TEPs wird die Achsenfehlstellung miteinbezogen und durch die Gelenkstellung angeglichen.
Eine Valgusgonarthose lässt sich SEHR WOHL chirurgisch korrigieren.

Natürlich ist eine TEP nur ein schlechter Ersatz für ein echtes Gelenk, denn es ist eine Prothese.

Darum geht es aber nicht, denn das ist kein Eingriff aus Jux und Dollerei, die Patienten haben so einen hohen Leidensdruck, dass sie sich diesen großen Eingriffen und der anschließenden Reha unterziehen.
Das ist dann keine Gonarthrose im Anfangsstadium mehr, dass ist dann schon der Zustand, in dem der Patient kaum noch gehen kann vor Schmerzen und dann gibt es bis lang noch keine sinnvolle Alternative zur TEP.

Aber vielleicht kannst du ja durch Handauflegen hyalinen Knorpel da wachsen lassen, wo nur noch Verdichtungszonen sind ?

Physiotherapeuten haben mit Sicherheit eine Daseinsberechtigung.
Allerdings sind Physiotherapeuten auch keine Chirurgen für Orthopädie/Unfallchirurgie und sollten hinsichtlich ihrer Kommentare zu einem operativen Gebiet vielleicht doch etwas weniger selbstsicher auftreten.

[ nachträglich editiert von 338LM ]
Kommentar ansehen
13.12.2011 15:53 Uhr von 338LM
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Separis: Knorpeldegeneration in Deutschland ist in den meisten Fällen mit Alter und Übergewicht vergeselschaftet.
Die jüngeren Fälle die ich kenne sind fast ausnahmslos Ballsportler mit VKB Ruptur/Unhappy Trias.
Vielleicht sollten sie mal ein Pathologiebuch zur Hand nehmen und sich nochmals ausgiebig mit Knorpeldegeneration, besonders der Arthrose, beschäftigen.

Ich nehme mir die Freiheit und zitiere einen Abstract der Uni Erlangen:

"Im Gegensatz zur Arthritis, bei der der zerstörende Gelenkprozess primär auf eine Synovialitis zurückzuführen ist, basiert die Gelenkdestruktion bei der Arthrose primär auf einer Knorpeldegeneration. Diese kann ohne erkennbare Ursache meist im höheren Lebensalter als sog. primäre Arthrose entstehen oder - dann häufig auch schon früher - als sekundäre Arthrose auf Ursachen wie z.B. eine posttraumatische Gelenkfehlstellung oder eine angeborene Gelenksdysplasie zurückzuführen sein. Sekundäre Arthrosen können darüber hinaus auf Grund der Knorpelschädigung auch auf dem Boden primär entzündlicher Gelenkerkrankungen entstehen, wie es umgekehrt bei primär degenerativen Prozessen auf Grund der Gelenkfehlstellung und des Knorpeldetritus zu einer Entzündungsreaktion an der Synovialis kommen kann.[..] Während bei entzündlichen Gelenkerkrankungen meist der ganze Gelenkspalt betroffen ist, ist für die Arthrose eine Betonung der Belastungszonen des Gelenkes typisch. Der Knochen reagiert auf die geringer werdende Stoßdämpferwirkung des erkrankten Knorpels mit einer reaktiven Osteosklerose (subchondralen Sklerosierung), die sich im Röntgenbild als Verdichtungszone im Bereich des subchondralen Knochens zeigt. In den entlasteten Gelenkanteilen an den Gelenkrändern entstehen knöcherne Randanbauten (Osteophyten), die als Versuch des Knochens interpretiert werden können, die Belastungszone zu verbreitern. Hält der Knochen der zunehmenden Belastung auf Dauer nicht stand, entstehen Mikrofrakturen im Bereich der gelenknahen Spongiosa und es kann zu einem Eintritt von Synovialflüssigkeit in den eingebrochenen Spongisaraum kommen. Es bilden sich sog. "Geröllzysten" die im Röntgenbild als rundliche, ev. randsklerosierte Aufhellungen zu sehen sind. Auch bei der Arthrose kann es im Spätstadium zu Gelenkdeformierungen mit Fehlstellungen bis hin zu Mutilationen kommen."

Nirgendwo steht hier etwas von "zu geringer Belastung" als Ursache. Aber vielleicht sollten sie auch einfach die Literatur neu schreiben, da sie offensichtlich so viel mehr Wissen als der Rest der medizinischen Welt.
Kommentar ansehen
13.12.2011 15:53 Uhr von 338LM
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Separis II: Waren sie schon einmal in Asien ?
Ich schon, ich habe bis lang folgende Länder dort bereist:

Vietnam, Thailand, Kambodscha, Myanmar, Philippinen, Kirgisistan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Afghanistan, China, Indien, Russland, Indonesien und Malaysia.
Tatsächlich sind es sicher 3 mal so viele Länder, die zu Asien gehören und bitte erzählen sie mir nicht, dass die Leute dort alle so gesund sind, nur weil sie das romantisch verklärte Bild tibetanischer Bettelmönche im Kopf haben und feuchte Augen bekommen, wenn sie am Asia Imbiss vorbeigehen.

Gesundheit und Geld sind vergesellschaftet. Streiten sie das ab, so verschließen sie die Augen vor der Realität.
Ich habe bereits in Armenkrankenhäusern in 3. Welt Ländern praktiziert und kann ihnen versichern, dass den Menschen dort mit ein wenig finanzieller Zuwendung medizinische deutlich besser geholfen werden könnte.
Im Übrigen sollten sie bedenken, dass im Großraum Asien nur ein Bruchteil der Menschen das durchschnittliche Alter eines Mitteleuropäers erreicht.

Ich habe hier NIRGENDWO von einer TEP Notwendigkeit unter 50 gesprochen, vielleicht lesen sie nochmals ganz aufmerksam meine vorangegangenen Posts oder lassen sich eine Brille verschreiben.
Außerdem haben sie nach wie vor keinen Beleg für die Behauptung geliefert, die meisten TEPs wären unnötig.

Besteht ein operationsfähiges Genu valgum, sind in aller Regel Hüfte und OSG/USG längst mitbetroffen. Der Chirurg kann dann die Beinachse wiederherstellen und das Genu valgum operativ beheben.
Die anschließende Therapie mit Dehnung und Kräftigung der Muskulatur ist dann ihr Job, damit der Patient das Bein richtig belastet.

Wenn sie an eine generelle einfache Schmerzbehandlung glauben, dann glauben sie vermutlich auch an den Nikolaus.
Ich rate ihnen dringend mal eine Schmerzklinik zu besuchen und sich mit den behandelnden Ärzten dort auseinanderzusetzen. Gerade chronische Schmerzen lassens sich, im allerbesten Fall zu 70 % therapieren, in späten Fällen vielleicht noch zu 30%. Und wir reden hier von Schmerzspezialisten.
Und gerade bei den typischen Knie TEP Patienten: Weiblich, >60, BMI >30 , viertgradige Knorpelfehlstellung mit resultierender Kniefehlstellung (durch ungleiche Abnutzung und Kompression) werden sie mit muskulärer Kräftigung oder physiotherapeutischen Übungen nicht viel erreichen.
In den Anfangsstadien dagegen ist eine konventionelle Therapie sicher sinnvoller als eine OP.
Darum ging es jedoch nicht.

Ursache und Behandlung von Arthrosen sind Gegenstand medizinischer Forschung. Die Entstehung ist für uns Mediziner meist deswegen kein Thema, weil die generelle Ursache für die meisten Arthrosen schlicht unbekannt ist.
Aber vielleicht haben wir Normalsterblichen ja das Glück, dass sie demnächst die ganze Orthopädie revolutionieren, mit ihrem Geheimwissen um Entstehung und konventioneller Heilung von Gelenkserkrankungen.

[ nachträglich editiert von 338LM ]

Refresh |<-- <-   1-4/4   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Wirtschaftskrise: Türkei bittet jetzt Deutschland um Hilfe
Über 900 "No-GO-Areas" in Europa!
Die Perverse Lust eines Deutschen auf sein Kind


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?