09.12.11 13:32 Uhr
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Klinik ließ Frühchen wegen rechtlicher Grauzone sterben - Eltern klagen nun

Frühchen können weit vor dem neunten Geburtsmonat zur Welt kommen. Selten gibt es Extremsituationen, wo das Baby mit deutlich unter einem halben Kilo Gewicht in der 22. Schwangerschaftswoche geboren wird. So wie die kleine Charlotte. Sie lebte nur ganze 54 Minuten.

Die Mutter kam in die Kölner Frauenklinik Holweide, die eigentlich zu 138 Kliniken in Deutschland gehört, die auf Frühchen-Geburten spezialisiert ist. Doch dort wollte man dem Baby nicht helfen, weil Geburten zwischen der 22. und 23. Schwangerschaftswoche an der Grenze der Lebensfähigkeit liegen.

Erst nach der 23. Woche sind Ärzte verpflichtet, das Frühchen im Brutkasten und mit Apparaten durchzubringen. Die Eltern klagen nun gegen die Klinik. Ihnen geht es nicht ums Geld, sondern um eine rechtliche Grundsatzentscheidung, ab wann Leben erhalten werden muss.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Baby, Eltern, Klinik, Medizin, Sterben, Frühchen
Quelle: www.spiegel.de

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21 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.12.2011 13:32 Uhr von no_trespassing
 
+16 | -17
 
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Es kommt vermutlich auch auf den Versicherungszustand an. Bei gesetzlicher wo man nur das nötigste abrechnen kann, laufen Kliniken Gefahr, draufzulegen.

Deshalb wird anbetracht der immer älter werdenden Bevölkerung auch "auf der anderen Seite", nämlich bei den über 80/90-Jährigen auf Druck der Kassen die Diskussion aufkommen, ob Kliniken verpflichtet sein müssen, jemand in dem Alter noch monatelang im Koma zu belassen.

Aber leider nicht aus ethischen, sondern aus wirtschaftlichen Aspekten.
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09.12.2011 13:53 Uhr von andi_25
 
+24 | -6
 
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@Author: Dann Kommentar ist nicht Richtig.

Die Privaten warten zwar mal länger auf einen Termin, oder müssen halt das Medikament nehmen mit dem das Pharam Unternehmen einen Vertrag hat.

Ärzte sind vom Gesetz her Verpflichtet Leben zu Retten und zu erhalten.

Wenn das Kind nur einen Hauch einer Überlebenschance gehabt hat, hätten die Ärzte alles dafür tun müssen.
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09.12.2011 14:04 Uhr von Themania
 
+11 | -18
 
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Willkommen: in Deutschland, wo ein Leben kein Wert mehr hat.
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09.12.2011 14:10 Uhr von Stigma_Bln
 
+6 | -24
 
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09.12.2011 14:21 Uhr von Dracultepes
 
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Muss man auf Teufel komm raus alles an Maschinen anschließen?
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09.12.2011 14:34 Uhr von BlauerFritz
 
+2 | -9
 
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Wirschaftliche Aspekte und Menschenleben: standen schon immer im Gegensatz aber ich hab das Gefühl das schon seit einiger Zeit das ganze eher Schlimmer also zu ungunsten der Menschenleben sich verschiebt ...

Denkt doch nur an Gerichtsurteile wo es um Geld/Urheberrechte geht und auf der anderen Seite aus langeweile Totgeprügelte Menschen.
Meldungen das "Forschung und Lehre" dem Wirtschaftsministerium unterstellt werden soll. Den Euro unsere Rolle und dem Ergebniss das der einfache Mensch das hier rausarbeiten muss wärend bei unseren Nachbarn schon mal zu hören ist nicht um den Preis der Menschlichkeit.

Nochmal zum Thema : in einigen Ländern gibt es glaube ich ab 60 Jahren z.b. keine Hüft OP oder ähnl. weil es sich nicht mehr lohnt. Oder Punktesysteme für Intensivmedizin nach denen Computergestützt ein "Lohnt es sich noch" beurteilt wird aber manchmal schaffen es die Patienten dann doch. Ob in diesem Fall das ganze Wirtschaftlich motiviert war ist schwer zu sagen. Aber gerade bei einem Neugeborenen/Früchen sollte man es doch auch auf der Kippe eher Versuchen.

Zitat :„Wenn das Überleben eines Menschen von wirtschaftlichen Gründen abhängig gemacht wird, dann sind wir ethisch da, wo die Nazis aufgehört haben.“ (http://www.transplantation-information.de/...)

Unsere Gesellschaftliche Entwicklung geht über in den Sturzflug ich hoffe das wir auch noch mal eine Besinnung erleben dürfen. Aber dazu wäre die Bevölkerung gefragt die wird aber "Ruhig" gehalten.

[ nachträglich editiert von BlauerFritz ]
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09.12.2011 15:17 Uhr von Djerun
 
+9 | -1
 
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was habt ihr: alle mit wirtschaftlichen gründen?
die "tragezeit" ist nicht aus lieber langeweile 9monate sondern dient der entwicklung des kindes in einer recht stabilen umgebung mit entsprechenden nähr-, hilfs- und schutzstoffen
je früher ein kind da raus muss umso schlechter für das kind
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09.12.2011 15:28 Uhr von bigX67
 
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@themania: lötzinn !
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09.12.2011 15:31 Uhr von Hullefu
 
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einfach nur bescheuert auf der einen Seite werden Stammzellenversuche verboten weil der Mensch nicht Gott spielen sollte und auf der anderen Seite soll Leben am leben gehalten werden.
Scheinheilige Argumentation
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09.12.2011 15:38 Uhr von BlauerFritz
 
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@Zweifler: Ich glaube es geht bei der "Auregung" hier primär um den Verdacht das es sich um Wirtschaftliche Interessen handeln könnte. Denn wenn man die Quelle liest so sieht man das in der Uni Klinik da eher die Frühchen behandelt werden und auch welche gut durchkommen. Also warum denn dort nicht? Warum nicht Medizinisch Versorgen in Absprache/Abstimmung und Aufklaerung mit den Eltern wenn das Kind lebend und Atmend auf die Welt kommt ? .. Was ist an diesen Überlegungen Falsch oder Verwerflich?

Wenn mir das passieren würde und mein Kind kähme durch wegen Med. Versorgung wäre ich überglücklich und wenn nicht hätten wir es wenigstens versucht .. aber von vornherein ne machen wir nich.

[ nachträglich editiert von BlauerFritz ]
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09.12.2011 15:50 Uhr von jo-82
 
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Wer: gegen Abtreibung und Stammzellenforschung ist, muss auch akzeptieren, daß Frühgeburten sterben.
-> Willkommen im Mittelalter dank Religiöser Fanatiker.
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09.12.2011 16:38 Uhr von Peter323
 
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sorry: aber die letzte Entscheidung, ob das Kind ne Chance bekommt, sollte eindeutig bei den Eltern und NICHT bei den Ärzten liegen! Vorher sollte abgeklärt sein, ob die Eltern überhaupt Willens sind, ein eventuell eingeschränktes Kind aufzuziehen.

Um das Finanzielle kann man sich im nachhinein immer noch einigen, da sind die Ärzte in der Vergangenheit meist sowieso diejenigen, die selten leer ausgingen...

Dass man den Willen der Mutter ignoriert hat und der Arzt sich durchgesetzt hat grenzt an ein Skandal, dafür haben Ärzte kein Eid auf das Leben geschworen...
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09.12.2011 16:50 Uhr von spencinator78
 
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die arme Maus :-(
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09.12.2011 17:53 Uhr von 338LM
 
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wie sich alle: hier echauffieren, ohne wirklich Fakten zu kennen.

Hier wird wild gemutmaßt und Verurteilt, aber niemand weiß, warum so entschieden wurde.
Vielleicht waren die Resourcen begrenzt und wurden einem Frühchen mit deutliche höherer Überlebenswahrscheinlichkeit zuteil

22. Woche, noch vor 10 Jahren hätte man sich die Gedanken gar nicht machen müssen, denn da wäre das Kind einfach gestorben.

Bevor jetzt also alle hier wieder die Fackeln anzünden, würde ich darauf warten, dass alle Fakten bekanntwerden und DANN erst urteilen.
Vor allem da der SPIEGEL ausschließlich die Eltern zu Wort kommen lässt und sich daher einseitige und reisserische Berichterstattung vorwerfen lassen muss.

[ nachträglich editiert von 338LM ]
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09.12.2011 20:51 Uhr von HansHose
 
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aha Tragisch...

Aber habt ihr schonmal drueber nachgedacht das es diese Regelund vl nicht umsonst gibt? Was bildet ihr euch eigentlich teilweise ein dass ihr der Meinung seit ueber Sinnhaftigkeit einer Behandlung besser urteilen zu koennen als der Gesetzgeber und noch schlimmer Aerzte die wahrscheinlich JEDE WOCHE mehrere solcher Faelle haben?

Natuerlich koennen wir in romantischer Happy End Manier alles auf Teufel komm raus mit Maschinen am Leben erhalten, nur woher kommen die Ressourcen? Die sind beschraenkt, und wer sagt das die Ressourcen die dieses eine Kind mit 90% Wahrscheinlichkeit NICHT durchbringen werden dafuer 3 anderen Kindern das Leben retten koennten? Genau DARUM gibt es solche Regelungen - nicht weil sie alle reich werden dadurch! Entweder man lebt damit das solche Entscheidungen getroffen werden oder man lebt damit das man 90% seines Gehalts als Steuern fuers Gesundheitssystem abgibt...

Unser Gesundheitssystem ist nunmal mittlerweile so weit fortgeschritten das derartige Entscheidungen getroffen werden MUESSEN!
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09.12.2011 22:55 Uhr von Bastelpeter
 
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Das Verbrechen hat schon nichts mehr mit Tragik zu: tun!
Der Autorenkommentar fasst eigentlich schon recht gut zusammen, was in Deutschland im Gesundheitswesen abgeht. Das System ist zusammen mit dem Versicherungssystem dermassen pervertiert, dass Menschenleben unter Umstaenden keinen Wert mehr darstellen. Diese Leben werden dann nicht mehr erhalten. Wir sind bald wieder bei der Euthanasie wie in Grossdeutschland. Absolut perverses System!
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10.12.2011 00:16 Uhr von thugballer
 
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hier merkt man wieder wie behindert: ihr shortnews user seid
über schwule rechtschreibfehler regt ihr euch auf
aber ein leben ist euch nichts wert
steckt euch eure moral in den ..... ihr hunde
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10.12.2011 00:20 Uhr von Tenchi6
 
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Also, das ist ja was zum Diskutieren hier, Also Frühgeburten sind ca. ab der 22. Woche erst lebensfähig und das ist schon ein Sprung, weil wenn wir von früher ausgehen, diese Grenze erst ab der 24. Woche oder gar 25. Woche gezogen wurde. Nun warum ist das so: Die Lungen dieser Kinder, fangen erst in diesem Zeitraum an, Gasaustauschende Räume zu bilden. Das heißt, kommen sie davor auf die Welt, können sie nicht Atmen....
Wieso geht kann heute schon ein Kind früher geboren werden, also in der 22. woche?
Weil Mütter Cortison kriegen, die das Lungenwachstum früher anregt.
rechtliche Grauzone hin oder her, Medizin kann man einfach nicht immer von Gesetzen und Regeln abhängig machen.
das hat einfach damit zu tun, das keine Situation gleich ist.
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10.12.2011 00:45 Uhr von Bastelpeter
 
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@Thugballer: kann nur zustimmen!
Wenn nach der 22. Woche eine Rettung unter Umstaenden moeglich gewesen war und nicht durchgefuehrt wurde, ist das in meinen Augen gelinde gesagt Mord! Motiv: Habgier der Versicherungen! Wie soll das Urteil fallen?
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10.12.2011 02:27 Uhr von thugballer
 
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und warum: ist von DEUTLICH UNTER EINEM HALBEN KILO die Rede,
wenn das Geburtsgewicht 460g waren???

[ nachträglich editiert von thugballer ]
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12.12.2011 14:11 Uhr von Krankenhaushasser
 
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Zweierlei Maß: Wenn irgendwo außerhalb eines Krankenhauses ein totes Baby aufgefunden wird, wird sofort die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Dann wird es als Allererstes obduziert um festzustellen, ob das Kind still geboren wurde oder ob es gelebt hat, bevor es im Blumentopf oder im Wald verscharrt oder aus dem Fenster in den Hinterhof geworfen wurde.

Wenn es gelebt hat ist das ein Tötungsdelikt, das dann entsprechend verfolgt wird.

Auch wenn ein Mensch zuhause stirbt wird von unabhängigen Menschen untersucht, ob es sich um einen natürlichen Tod gehandelt hat.

Im Krankenhaus sieht das anders aus:

Die behandelnden Ärzte beschließen, woran der Mensch gestorben ist und dass kein Behandlungsfehler vorliegt.

Aber das ist ja auch etwas ganz anderes – zuhause wurde der Mensch ja schließlich vorwiegend von Hobby-Medizinethikern und - Hobby-Medizinern versorgt.

In den Krankenhäusern handelt es sich hingegen um unsere immer unfehlbaren Ärzte, die sich immer akribisch die Hände desinfizieren und niemals einen Patienten mit bösen Krankenhauskeimen infizieren (und wenn doch mal, dann nur schicksalhaft), die immer einhundertprozentig die richtigen Medikamente verschreiben und denen auch sonst keinerlei Fehler unterlaufen.

Ist es nicht richtig, dass diese Übermenschen auch kritiklos entscheiden dürfen, wer noch zu jung oder wer schon zu alt ist, um noch behandelt zu werden? Ohne dass permanent die ahnungslosen Patienten oder Angehörigen dazwischensabbeln – mit ihrem gefährlichen Halbwissen?

Die Ärzte haben dass ja schließlich alle studiert!

Übrigens: „Euthanasie“ (schöner Tod) heißt nach wie vor weltweit „Euthanasie“. Nur in Deutschland wird aus verschiedenen Gründen dieses Wort mit dem Wort „Sterbehilfe“ umschrieben.

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