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Ethik-Test-3D-Simulation: Würden sie eine Person töten, um fünf zu retten?

Philosophen fragten Testpersonen: "Würdest du eine Person töten, um fünf andere zu retten?" Normalerweise präsentieren sie diese Frage, die ein moralisches Dilemma darstellt, als eine Art abstrakten Denksport. Unter einer neuen 3D-Simulation entschieden sich Testpersonen, die fünf zu retten.

Ein herannahender Zug ist im Begriff, fünf Menschen zu töten, die auf den Schienen spazieren gehen. Du kannst den Zug umleiten und die fünf Menschen retten. Aber das wird dazu führen, eine Person zu töten, die auf dem anderen Gleis spazieren geht.

Forscher versuchten, das Dilemma viel realer zu gestalten. Sie fügten 147 Themen in eine virtuelle, dreidimensionale Umgebung. Testpersonen standen vor dem Gleis-Schalter, um zwei Gleise zu kontrollieren. Neunzig Prozent der Teilnehmer schalteten die Weichen so, dass die fünf Leute gerettet wurden.


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WebReporter: fuxxy
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Test, 3D, Person, Simulation, Ethik
Quelle: www.scientificamerican.com

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33 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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04.12.2011 19:06 Uhr von shane12627
 
+10 | -8
 
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Manchmal muss man Opfer bringen, um andere zu retten. Würde mich sofort für die fünf Menschen entscheiden, wenn es keine Alternativen geben würde.
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04.12.2011 19:11 Uhr von alphanova
 
+33 | -6
 
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würde es nicht auch davon abhängen, was das für Personen sind?

Zum Beispiel ein Kind auf dem einen Gleis gegen 5 alte Menschen, die ein schönes Leben gelebt haben.

viel wichtiger ist aber die Frage, warum zur Hölle die Leute auf den Gleisen spazieren gehen? und soweit ich weiß, hat jede Lokomotive auch ne ordentlich laute Hupe an Bord (die Wahrscheinlichkeit, dass alle Spaziergänger gehörlos sind, ist ziemlich klein).

Meiner Meinung nach besitzt dieses "Experiment" keine wirkliche Aussagekraft, was die ethischen Richtlinien angeht.
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04.12.2011 19:11 Uhr von Exilant33
 
+7 | -3
 
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Das Errinnert mich ein bißchen an den Kobayashi Maru Test! Der war auch "unlösbar" und Moralisch eher Fragwürdig..
Die Frage ist Ja, was ist besser, 5 Tote oder ein Toter...kp
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04.12.2011 19:20 Uhr von Didatus
 
+16 | -2
 
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Na ja .. blödes Beispiel Das Beispiel ist irgendwie blöd gewählt, da es hier nicht nur auf das sichtbare ankommt. Gerade bei einem Zug hat es schon seinen Grund, warum es auf dem einen Gleis fährt und nicht auf dem anderen. Was ist, wenn ich den Zug umleite, die fünf rette, der eine stirbt und dann kommt auf einmal ein Zug auf dem neuen Gleis und beide Züge kollidieren? Sieht schon schlechter aus. Einige denken kurzfristig, andere längerfristig, aber letztendlich wird bei weitem nicht bei allen Menschen nicht mehr die Frage sind "Einer oder Fünf?" sondern was ganz was anderes, weil es einfach zu viele Faktoren gibt, welche die Situation beeinflussen könnten.
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04.12.2011 19:41 Uhr von Again
 
+6 | -1
 
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Genau: diese Fragestellung ist der Klassiker unter den Ethik-Experimenten und keineswegs ein unsinniger Versuch. Normalerweise stellt man dazu noch andere Fragen, etwa ob man auch eine Person auf die Gleise stoßen würde, damit der Zug die fünf anderen nicht erwischt.

Warum die Leute da unterwegs sind ist absolut irrelevant. Wenn euch das so interessiert, stellt euch vor, dass es Gleisarbeiter sind und der Fehler nicht bei ihnen liegt.

Gibt auch andere Varianten;
http://en.wikipedia.org/...
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04.12.2011 19:51 Uhr von Perisecor
 
+2 | -2
 
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5 > 1, leichte Entscheidung.

Schwieriger wird es bei kleineren Unterschieden (3 vs. 2) oder 2 junge Ärzte vs. 3 alte und kranke Menschen o.ä.
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04.12.2011 19:53 Uhr von Exilant33
 
+6 | -3
 
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@Der_Kaiser_Von_China: Du brauchst diesen Test nicht mehr zu machen, weil du schon gezeigt hast wie deine Moral aussieht und deine Intelligenz insbesondere!!
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04.12.2011 19:56 Uhr von Again
 
+2 | -0
 
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Perisecor: "5 > 1, leichte Entscheidung."
Was ist mit meiner Variante?
"ob man auch eine Person auf die Gleise stoßen würde, damit der Zug die fünf anderen nicht erwischt."

Da ist es für die meisten dann schon schwieriger. Oder nochmal etwas anders, aber wieder 5:1 =>
Du bist Arzt und hast fünf Patienten, die jeweils ein kaputtes Organ haben. Würdest du einem gesunden Patienten die Organe entnehmen (er stirbt dann natürlich) um die anderen fünf zu retten? Um es schwer zu machen: Alle sechs sind gleich alt und die fünf sind nach der Operation topfit.



[ nachträglich editiert von Again ]
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04.12.2011 19:57 Uhr von Babykeks
 
+4 | -7
 
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5 Menschen retten und 1 dafür zu opfern ist nur 5 Menschen retten und 1 dafür zu opfern ist nur der erste Schritt in Richtung einer Rechtfertigung, arme Menschen weniger wichtig (bzw. opfernswerter) einzuordnen als reiche Menschen.

Die Reichen nutzen der Gesellschaft nämlich viel mehr als die Armen - und das ist genau so eine einfache Rechnung wie 5 gegen 1. Der Mittelstand wäre dann die Entsprechung des oben genannten Verhältnisses 3 gegen 2.

Schöne Welt...

Edit Typo

[ nachträglich editiert von Babykeks ]
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04.12.2011 20:00 Uhr von Again
 
+1 | -0
 
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Babykeks: "ist nur der erste Schritt in Richtung einer Rechtfertigung, arme Menschen weniger wichtig (opfernswerter) einzuordnen als reiche Menschen."
? Wo geht denn in der Fragestellung der soziale Status oder ähnliches ein? Da übertreibst du imho. Du kannst lesen, was ich an Perisecor geschrieben habe. Bei meinen Beispielen wären viel weniger Leute bereit die fünf Menschen zu retten.

"Die Reichen nutzen der Gesellschaft nämlich viel mehr als die Armen - und das ist genau so eine einfache Rechnung wie 5 gegen 1."
Ich denke eher, dass den meisten Menschen da die Menschleben im Vordergrund stehen.
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04.12.2011 20:17 Uhr von Kappii
 
+7 | -0
 
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@Perisecor: "5 > 1, leichte Entscheidung."

So leicht ist die Entscheidung nicht. Die fünf Menschen die sterben würde, hättest du nicht aktiv zu verantworten, aber bei der einen Person hättest du dann aktiv entschieden das Sie sterben wird.
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04.12.2011 20:56 Uhr von Dracultepes
 
+5 | -0
 
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Nichts rücken.

Auf Gleisen läuft man einfach nicht.
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04.12.2011 21:44 Uhr von SilentPain
 
+2 | -0
 
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hmm ich würde wenn ich alle Fakten hätte
nichts machen
es ist nicht an mir über Leben anderer zu entscheiden
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04.12.2011 21:52 Uhr von mitTH_RAW_Nuruodo
 
+3 | -0
 
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Man könnte auch einfach laut rufen : "Runter von: den Gleisen!" und keiner stirbt. Am Ende kämme man wahrscheinlich sowieso in den Knast, wenn man die Gleise einfach umstellt. Und wer weiß, vieleicht entgleist der Zug ja auch auf den andern Gleisen, oder er kolliediert sogar mit einem anderen Zug, was dann noch mehr Menschen töten würde...
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04.12.2011 21:58 Uhr von alphanova
 
+1 | -0
 
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@Again: "Normalerweise stellt man dazu noch andere Fragen, etwa ob man auch eine Person auf die Gleise stoßen würde, damit der Zug die fünf anderen nicht erwischt."

irgendwie bezweifel ich, dass ein hunderte Tonnen schwerer Zug, der mit 100km/h unterwegs ist, sich von einem auf die Gleise gestoßenen Menschen nennenswert verlangsamen lassen würde... aber vielleicht denk ich auch einfach zu rational.. bzw unethisch ^^
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04.12.2011 22:03 Uhr von Jlaebbischer
 
+5 | -1
 
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Machen wir es wi Captain Kirk wir programmieren einfach ein 3. Ausweichgleis und freuen uns über den Wutausbruch des Testleiters ;)
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04.12.2011 22:04 Uhr von Floetistin
 
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Pansy: Das Beispiel ist sinnbildlich durchaus realistisch. Du kannst dir auch ne andere Situation vorstellen.

Eine enge Straße, du fährst im Auto und auf einmal läuft von rechts zwischen parkenden Autos eine Personengruppe hervor , die offensichtlich nicht auf den Verkehr achtet.

Du könntest auf den Fussgängerweg links von dir ausweichen (wie gesagt, die Straße ist eng), überfährst dann aber einen Spaziergänger.

Fürs Bremsen ists zu spät.

Was tust du?

Und komm nicht mit Vollbremsung, gegen parkende Autos fahren oder so nen Scheiß. Es geht allein um die moralische Entscheidung.


Die Poster her, die 5 Menschenleben höher einschätzen als ein Einzelnes sind leider auf einer niedrigeren Evolutionsstufe hängen geblieben.

Kein Menschenleben ist mehr oder weniger wert als andere. Egal ob das Verhältnis 1:1 oder 1:9 Milliarden ist.

Was aber die Entscheidung durchaus beeinflussen kann:
1. kennt man die Personen?
2. wie ist das persönliche Verhältnis zu ihnen?
3. die persönliche Entscheidung aktiv 1 Person zu töten oder etwas geschehen zu lassen und 5 Personen sterben zu sehen.


Meine Entscheidung: Die Weiche auf die 1 Person umstellen, einen der Steine vom Gleisbett auf diese Person werfen und sie warnen.

Oder alternativ (da der Einwand mit dem später möglichen Auffahrunfall nicht ganz unberechtigt ist): Gleis sicherheitshalber umstellen, zu der 1 Person hinrennen und versuchen auf dem Weg dorthin durch zurufen und Zeichen geben die 5 zu alamieren und ihnen zu verstehen geben, dass sie das Gleis verlassen sollen und die Weiche wieder umstellen.
Im Besten Fall funktionierts, im Schlimmsten wird durch die WEichenumstellung automatisch die Gleisüberwachung informiert und ein evtl. entgegenkommender Zug könnte abgebremst werden.


In meinem Beispiel: Volle Bremsung und versuchen auf die rechts parkenden Autos aufzufahren. Das bremst zusätzlich. So besteht wenigstens die kleine Chance die Personengruppe "nur" zu verletzen anstatt sie zu töten.
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04.12.2011 22:22 Uhr von Nerdi
 
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gute nacht, träumt was schönes: auf einem gleis läuft deine frau, auf dem anderen deine kinder......was nun?
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04.12.2011 22:25 Uhr von dragoneye
 
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falsches Dilemma: Dieser Test ist ein falsches Dilemma. Es wird suggeriert, daß man nur 2 Möglichkeiten hat. Tod eines gegen Tod von anderen.
In der Realität hat man aber immer viele Möglichkeiten bzw. es gibt viele Paramter die die mögliche Entscheidung beeinflussen würden.

In einer abstrakten Welt, wo es nur die beiden Gleise, die Weiche und der Zug existiert, entscheide ich mich für den Tod des Einzelnen und rette fünf.

Währe ich General und müsste abwägen, eine Kompanie zu opfern, aber dafür sicher eine Division retten; ich würde die Menschen in den Tod schicken.

Aber in einem Wirklichkeitskonstrukt, in der es schon mehr zu beobachtbare Parameter existieren, kann man auch anders entscheiden. Vieles wurde hier schon erwähnt, z.B. wieso hat der Zug keine Bremsen?
Wieso hat der Zug keine Hupe?
Würden Menschen in dem Zug sterben und wie viele?
Wieso bin ich nun veranwortlich, wieso nicht der Zugbetreiber?
Wieso laufen Menschen auf den Gleisen?
Dementsprechend würde ich mich dann wohl so entscheiden, das ich den Tod der Fünf in Betracht ziehen würde, um nicht den Tod vieler im Zug zu riskieren.

Wieso hab ich soviel Zeit über diese Weiche nachzudenken, aber kann den Einen mit einem Zuruf auf dem Gleis nicht warnen?

Aber in der Realität würde ich wohl gar nicht die Weiche betätigen. Ich würde die Feuerwehr alarmieren. Denn derjenige der eine Entscheidung fällt, egal welcher Art, derjenige der Zivilcourage aufbringt, wird oft noch im Nachhinein genau dafür bestraft bzw. es wird noch versucht, diesen in Misskredit zu bringen z.B. Dominik Brunner.
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04.12.2011 22:30 Uhr von XaLox
 
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Über Moral und Ethik entscheiden doch meisten die anderen, wenn man selber etwas entscheidet, oder nicht? Also wäre doch die richtige Moralische- und Ethischeantwort; Selbstlos zusein und sich selber Opfern für alle?! Wer möchte schon entscheiden, ob einer oder fünf Menschen ihr Leben lassen.Niemand möchte damit Leben diese Entscheidung getroffen zu haben oder?

[ nachträglich editiert von XaLox ]
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04.12.2011 22:45 Uhr von Nerdi
 
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es gibt eine klare vorgabe, und keine anderen möglichkeiten.
rumeiern zwecklos.
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04.12.2011 23:46 Uhr von CrashThis
 
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"congratulations, the person you saved from drowning was pregnant with adolf hitler".

http://www.thedailyshow.com/...

ab 2:30, aber ganzes bit ist lustig...
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05.12.2011 01:54 Uhr von Floppy77
 
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Münze werfen oder Abzählreim, bis man fertig ist: sind auf allen Gleisen alle Spaziergänger tot und das Dilemma hat sich von selber aufgelöst.
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05.12.2011 07:58 Uhr von Again
 
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dragoneye: "Dieser Test ist ein falsches Dilemma. Es wird suggeriert, daß man nur 2 Möglichkeiten hat. Tod eines gegen Tod von anderen."
Nein, es ist kein "falsches Dilemma", sondern ein Gedankenexperiment.
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05.12.2011 08:04 Uhr von Again
 
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