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Geldmenge wächst: EZB kann Stützungskäufe nicht mehr vollständig sterilisieren

Erstmals, seitdem im Rahmen des SMP-Programms seit August auch Schulden Italiens und Spaniens monetarisiert werden, scheiterte die EZB bei der vollständigen Sterilisierung der durch sie zur Verfügung gestellten Liquidität, das heißt die wachsende Geldmenge auf dem Markt konnte nicht mehr eingesammelt werden.

Zu Wochenbeginn bislang aufgelaufenen EZB-Stützungskäufen in Höhe von 203,5 Milliarden Euro (ShortNews berichtete) standen Gebote von 194,2 Milliarden Euro - bei gerade einmal 85 Bietern - gegenüber. Somit fiel das Verhältnis Gebote zu Bonds unter eins - das SMP-Programm droht somit aus dem Ruder zu laufen.

Obenauf geschah dies am Ende einer Woche, in der Banken mit 265,5 Milliarden Euro mehr Geld aufnahmen als im gleichen Zeitraum der vergangenen zwei Jahre. Dies signalisiert, dass die EZB über einer Schwelle von knapp unter 200 Milliarden Euro nicht mehr in der Lage ist, die Geldmenge einzudämmen.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Geld, Italien, Spanien, EZB, Liquidität
Quelle: www.zerohedge.com

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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30.11.2011 08:03 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
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Kurzum: Die EZB kann ihrem Versprechen, jede Intervention umgehend zu sterilisieren – d. h. zur Zeit primär über Ausgabe von Zentralbank-Anleihen/Termingeschäfte (andere Alternativen sind Erhöhung der Mindestreserven der Geschäftsbanken sowie eine Erhöhung der Einlagen der Euro-Regierungen – faktisch sind die Targetpositionen der Bundesbank (27,13% Anteil) längst mit GIPSI-Bonds besichert) - nicht mehr nachkommen. Somit tritt "Quantitative Easing" – sprich eine Ausweitung der Geldmenge nun ein.

Hier die grafische Darstellung: http://is.gd/...

Dies ist besonders drastisch angesichts des anstehenden enormen Refinanzierungsbedarf Italiens und Spaniens in den kommenden Wochen. Insgeheim spekulieren Banken und Regierung nun auf einen Dammbruch. Die Frage nach der Notenbankpresse wird letztlich – auch ohne Merkel – über Fakten beantwortet. Vermutlich kalkuliert Berlin insgeheim längst damit, seine Bürger mit "alternativlosen" Fakten abzuspeisen, um es seinen Bürgern nicht vorab erklären zu müssen.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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30.11.2011 08:21 Uhr von ToH
 
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gute News nur verstehe ich leider kein Wort...
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30.11.2011 09:22 Uhr von :raven:
 
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@ToH: Nachdem alle bisherigen finanzpolitischen Mittel zur "Schaffung von Vertrauen" gescheitert sind, also den Euro nicht wirklich retten konnten, wird nun ohne Sinn und Verstand Geld durch die EZB gedruckt bzw. am Computer erzeugt (ähnlich der FED in den USA), um alle fälligen Schulden zu begleichen.
Wohin das bisher immer geführt hat, kann man leicht in den Geschichtsbüchern nachlesen. Das Problem dabei ist diesmal nur leider der enorme Umfang der Krise. Waren bisherige Wirtschaftscrashs eher auf einen Kontinent beschränkt, dürfte es diesmal höchstwahrscheinlich global passieren.
Wenn man bedenkt wieviele Güter man selbst in den eigenen Händen hält oder am Körper trägt (Spielzeug aus China, PCs aus Taiwan, Kaffee aus Brasilien etc.), die von anderen Kontinenten kommen, werden einem schnell klar, welche Ausmasse eine kommender Wirtschaftscrash haben kann.
Leider wird dieses dunkle Szenario immer mehr zur Realität, fliessen doch schon seit Monaten riesige Summen aus Europa ab, sind britische Botschaften im EU-Raum bereits angehalten, sich auf bevorstehende Unruhen vorzubereiten, verteueren sich bereits Lebensmittel hier im zeitstelligem Prozentbereich (z.B. Mehl: vor vier Wochen 0,25€/Kg, heute 0,45€/Kg, Preissteigerung 80%!).
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30.11.2011 10:01 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
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@outer: Sterilisierung ist ein gängiger Begriff und klar definiert:
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/...


Wikipedia (Quantitative Lockerung, Sterilisierung):
Am 8. Mai 2009 erklärte Jean-Claude Trichet, dass die EZB "keine quantitative Lockerung betriebe, sondern etwas, was man als „credit easing“ bezeichnen könne. Auch der seit dem 10. Mai 2010 von der EZB vorgenommene Ankauf staatlicher und privater Anleihen fällt nicht unter die quantitative Lockerung, weil die Käufe sterilisiert werden, um Auswirkungen auf das Geldmengenwachstum zu vermeiden".

Anmerkung: Doch das mit der Sterilisierung haut eben nun nicht mehr hin...

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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30.11.2011 10:28 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
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Welt-Online liest offenbar Shortnews Siehe: http://www.welt.de/...

Sehr ähnlich, das ganze. Die selbe Quelle scheint auch klar - halt ein wenig mit weiteren Daten ergänzt... ;-)

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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30.11.2011 10:28 Uhr von ToH
 
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@ raven: ok, also nochmal zum eigenen Verständnis: Da die EZB dazu übergegangen is, Staatsanleihen zu kaufen, um die Wirtschaft zu stabilisieren, muss sie gleichzeitig Staatsanleihen anderer Staaten oder Anleihen der EZB verkaufen, um die Menge des im Umlauf befindlichen Geldes konstant zu halten (so habe ich den wikiartikel vom Baron verstanden). Diese Anleihen will nun keiner mehr haben sodas die Menge des im Umlauf befindlichen Geldes steigt, was logischerweise eine höhere Inflation zur Folge haben wird.

So richtig?
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30.11.2011 10:32 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
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@ouster: "Notenpresse anwerfen" ist nur eine übliche Redensart. (Such mal im Google, wird auch ab und an in Zeitungsartikel erklärt)

Das ist doch alles Buchgeld, was da fabriziert wird.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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30.11.2011 10:44 Uhr von sicness66
 
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Ein Gespenst geht um in Europa: Es heißt Inflation :) Es ist schon erstaunlich, dass Trichet immer noch fest im Sattel sitzt...
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30.11.2011 11:16 Uhr von Clemens1991
 
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Der Anfang vom Ende Erst Inflation, dann wird am Höhepunkt eine neue Währung eingeführt!

Und das große Spiel des Kapitalismus und der Zocker an den Börsen geht weiter!!!

Und alle machen mit, das Volk schaut brav zu! :)
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30.11.2011 11:24 Uhr von Peter323
 
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@Baron-Muenchhausen: Soviel Geld um was es da geht, könnte man nicht in tausenden von Jahren drucken, so dass es immer um Buchgeld geht :)
Man nutzt halt nur die Redensart: "Notenpresse anwerfen"
Aber hier sieht man wieder, was das alles inzwischen für kranke Dimensionen angenommen hat.

Den Staaten inkl. EZB steht das Wasser bis zum Hals, denn der Zinseszins Effekt verläuft praktisch immer tödlich, wenn da nicht sehr schnell interveniert wird. Den Point of no Return haben sie schon vor etlichen Jahren erreicht, jetzt geht´s nur darum so lange wie möglich das Finanzsystem am laufen zu halten, notfalls mit unbegrenzten Krediten auf Kosten der Inflation und zusätzlich Buchhaltungstricks und geschickten Manipulationen der Presse, so dass der Eindruck entsteht, dass sie alles im Griff haben. Währungen leben ja einzig und allein vom Vertrauen...

Ich glaub, dass es kein großen Crash am Ende geben wird, weil die EZB einfach soviel Geld auf den Markt werfen wird, dass sämtliche Verbindlichkeiten und Vermögen nichts mehr Wert sind. Die Staaten sind schuldenfrei und das Volk dann halt arm, das gleicht einem reset.

Ich bezweifel, dass man in Zukunft aber weiterhin auf "Staats bzw. Zentralbankgeld" setzen wird, da dies immer unweigerlich zum Crash führt. Inzwischen gibs da alternative Geldansätze, die nicht staatlich kontrolliert werden, vielleicht setzen die sich ja durch.
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30.11.2011 12:32 Uhr von :raven:
 
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@ToH: Die Richtung stimmt, ist aber leider in der Realität unappetitlich komplex.

Letztendlich ist mehr Geld als Nominalwert als Wert aller Güter da...und bringt das bestehende System zum kippen.


Schönen Tag noch....
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30.11.2011 12:49 Uhr von hboeger
 
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@ sicness66: Trichet ? ?

Der Herr ist im Ruhestand. EZB-Chef ist jetzt ein Italiener.

Wie bezeichnend !
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30.11.2011 19:24 Uhr von sicness66
 
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hboeger: Schneller geschrieben als nachgedacht ;) Ich wollte eigentlich noch was mehr zu ihm schreiben, weil das ja auf seine Kappe geht.

Aber Draghi kenn ich ;)
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01.12.2011 14:37 Uhr von Zephram
 
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Geht das System jetzt eigentlich daran zu Grunde das die Armen fast komplett blutleer gepresst wurden, oder weil die Reichen mit der daraus resultierenden Geldschwemme keine Zinsrendite mehr erwirtschaften können ? ^^

jm2p Zeph

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