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Schuldenkrise: Erhalten Anleihe-Käufer künftig direkten Zugriff auf Steuerquellen?

Im Zuge der europäischen Schuldenkrise mieden Investoren zuletzt auch Bundesanleihen. Nun denken Ökonomen über neue Wege der Staatsfinanzierung nach. Schäuble-Berater Clemens Fuest von der Oxford-Universität warnt, es müsse alles getan werden, um eine Finanzierung von Staatsschulden über die EZB zu vermeiden.

Fuest plädiert daher für Anleihen, die Investoren Vorrang vor allen anderen Zahlungen des Staates, etwa Zahlungen an öffentliche Angestellte, einräumen. So böte der Staat letztlich seine Steuerquellen als Sicherheit. Denkbar sei etwa die Privatisierung von Autobahnen, über die Gläubiger Maut erheben können.

Derweil erinnert Finanzexperte Jens Boysen-Hogrefe vom Kieler Institut für Weltwirtschaft an aus Kriegszeiten bekannte Zwangsanleihen. Um Kapitalflucht zu verhindern, setzen die Bundesländer auf höhere Grunderwerbssteuern oder Griechenland neuerdings auf per Stromrechnung eingezogene Immobiliensteuern.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Schuldenkrise, Käufer, Anleihe, Zugriff
Quelle: www.ftd.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.11.2011 10:00 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+10 | -0
 
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Ein höchst alarmierender Bericht, wie ich meine: Diese Schritte, so Schäuble-Berater Fuest, wären "sauberer" als die Finanzierung der Staatsschulden über die EZB.

Im Klartext heißt dies: Würden über Inflation (endlich und vor allem) vermögende für Staatsschulden herangezogen (20 Prozent hierzulande besitzen bald 85%), läuft es bei dem Fuest-Vorschlag auf das Gegenteil heraus: Vermögende sollen fortan zusätzlich das Recht erhalten, auf Staatsvermögen zuzugreifen und den Rest der Gesellschaft DIREKT zu besteuern. Der Staat verlöre sein Primat.

Dies aber wäre eine Art Super-Kapitalismus, welcher den Reichen direkte Leibeigenschaft über das Volk garantiert. Einer Klientel, die durch extreme Umverteilung, sozialen Kahlschlag, Dumping-Mentalität und Finanzcasinos schwer reich geworden ist, während die Bevölkerung jahrelang für Spekulationsverluste und Wiederherstellung verzockter Vermögen haftbar gemacht wurde.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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25.11.2011 10:06 Uhr von artefaktum
 
+6 | -0
 
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Wie wäre es wenn jeder Gläubiger einen Arbeitnehmer als Privat-Sklaven erhalten würde? ;-)
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25.11.2011 10:09 Uhr von artefaktum
 
+7 | -0
 
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Aber mal im Ernst: "Denkbar sei etwa die Privatisierung von Autobahnen, über die Gläubiger Maut erheben können."

Schon klar. Der Steuerzahler, der eben diese Autobahnen mit seinem Geld gebaut hat, soll irgendwelchen Privaten Geld geben, damit er auf den Autobahnen fahren darf, die er selbst gekauft hat. Thatcher lässt grüßen. Warum sollte ein Staat sein Eigentum für immer aus der Hand geben?
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25.11.2011 10:16 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
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@artefaktum: Am besten noch der Zugriff auf die eigenen (...dann nicht mehr ...) geleisteten Steuern...

Kapitalismus in der Endphase - am Übergang zur Tyrannei.
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25.11.2011 12:06 Uhr von artefaktum
 
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@globi123: "Wieso soll der Steuerzahlen für etwas "Miete" bezahlen, was ihm rechtlich gehört?"

Damit einige wenige auf Kosten der Allgemeinheit damit viel Geld verdienen.
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25.11.2011 12:27 Uhr von artefaktum
 
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@globi123: Das war von mir auch – in der Tat – als rhetorischer Pass gemeint.

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