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Paradoxe Plagiate: Wissenschaftler zitieren Bücher, die es gar nicht gibt

Im Zuge der vielen Plagiatsfälle bei Doktorarbeiten ging es immer darum, dass die Wissenschaftler Quellen zitierten, ohne diese kennzuzeichnen. Doch es gibt auch den paradoxen Gegenfall.

Viele Wissenschaftler geben eigene Gedanken als fremde aus, um ihre These wasserdicht zu machen. Sie verweisen dann in den Fußnoten auf Werke, die gar nicht existieren.

Besonders oft wird auf ein angebliches Standardwerk namens "Imagologie" verwiesen, das jedoch nie gedruckt wurde. Offenbar machen sich die Prüfer nicht die Mühe, diese Verweise nochmal selbst nachzulesen, wenn sie die genannten Werke nicht kennen.


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WebReporter: tante_mathilda
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Buch, Wissenschaftler, Plagiat, Zitat
Quelle: www.sueddeutsche.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.11.2011 13:08 Uhr von Iron_Maiden
 
+24 | -3
 
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Ja, die Pfaffen verweisen dafür auf das Standardwerk der Fantasy...


Weiss nicht, wenn das so weitergeht, dann können wir das ganze Titelgemache auch abschaffen. Die einen ´lassen´ (ab-)schreiben, die andern Kaufen sich gleich den Doktor, und die wieder anderen schustern eben was zusammen.
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24.11.2011 16:17 Uhr von SN_Spitfire
 
+4 | -0
 
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Also ich meine: wenn jemand eine "Quelle" zitiert, die es gar nicht gibt, dann ist es doch trotzdem selbst ausgedacht, ergo auch selbst geschrieben. Deswegen ist es noch kein Plagiat, weil man ja auch nirgends etwas herauskopiert hat.
Die einzige Frage wäre natürlich, ob der Verfasser der Arbeit durch diesen Verweis eine Behauptung aufstellt, die so noch nirgends bestätigt, oder als Faktum angesehen wurde.
Warum man allerdings eigene Gedanken als Fremde ausgibt versteh ich dann doch nicht so ganz. Soll der Prüfer etwa denken, dass wenn 2 Leute so denken, dass die Sache an sich schon wahr sein wird? Ziemlich weit her geholt, oder?

Wenn meine These stimmt, dann sehe ich einen Fehler in der Überschrift, denn das Zitieren aus einer Quelle, die es so gar nicht gibt, kann man doch nicht als Plagiat bezeichnen.

[ nachträglich editiert von SN_Spitfire ]
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24.11.2011 16:17 Uhr von ZiemlichBelanglos
 
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Naja, Prüfer sind auch nur Menschen, die können nicht ALLES prüfen. Also sie könnten es, wenn die Universitäten mal ein bissl mehr in gewisse Technologien der Datenspeicherung/gewinnung investieren würden. Theoretisch wäre es praktisch möglich :D
Wobei ja auch immer wieder neue Bücher digitalisiert werden müssen, das ist ein Endlosjob. Fraglich sind auch die Kosten für die Lizenzen, wahrscheinlich alles viel zu teuer.

@SN_Spitfire
"Die einzige Frage wäre natürlich, ob der Verfasser der Arbeit durch diesen Verweis eine Behauptung aufstellt, die so noch nirgends bestätigt, oder als Faktum angesehen wurde."
Ja, das ist ein Problem. Wenn du eine These als Grundlage aufstellst, die nicht veröffentlicht wurde enziehst du dich der Wissenschaftlichkeit. Außerdem erweckst du damit den Eindruck eine reichhaltige Literaturliste zu haben. Kann ja sein, dass du nur 3-4 Bücher gelesen hast, mal schnell 20 daraus machst und deine Hausarbeit/Abschlussarbeit damit aufpepst.


[ nachträglich editiert von ZiemlichBelanglos ]
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24.11.2011 16:32 Uhr von SN_Spitfire
 
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@ZiemlichBelanglos: Das stimmt, aber ich als Prüfer lege eher den Wert auf das inhaltliche und die damit verbundene Aussageabsicht.
Nur weil jemand aus 20 Büchern zitiert, heisst das ja nicht, dass es wertvoll ist. Könnte ja auch negativ ausgelegt werden. Gerade jemand der viel zitiert, schreibt vielleicht weniger selbständig und kombiniert nur verschiedene Zitate zu einer großen Aussage zusammen.
Viele Bücher zu lesen machen einen nicht unbedingt schlauer. Wichtiger ist ja dann, dass man die Zusammenhänge versteht und sozusagen "aufs Papier bekommt" ;)
Ich denke es kommt da schon sehr stark auf den Inhalt dieser "Quellen" an und was man wie gesagt damit aussagen möchte.
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24.11.2011 16:47 Uhr von ZiemlichBelanglos
 
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@SN_Spitfire
Sicher ist der Inhalt wichtig, dass kan ja auch alles Sinn ergeben und gut durchdacht sein, aber es entspricht nicht ganz dem "wissenschaftlichen Kodex". Du schreibst ja auch erstmal nicht deine eigene Meinung, sondern schreibst Hausarbeiten, die als Komposition von Literatur betrachtet werden. Alles muss geprüft werden können und auf etwas zurückgeführt werden. Auch die eigene Meinung kann darin enthalten sein, du bezeugst sie, indem du genau diese Bücher verwendest und nicht irgendwelche anderen. Du musst aber deine Meinung belegen können, sonst arbeitest du nicht wissenschaftlich. Uni ist nicht gleich Schule.
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25.11.2011 00:42 Uhr von thugballer
 
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@ZiemlichBelanglos: Kann man seine Meinung durch die Meinung eines anderen belegen?

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