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EZB half bislang mit einer Billion Euro aus - Deutschlands Angst vor der Druckerpresse

Angesichts der Italienkrise herrscht auf den Märkten breiter Konsens, auf die europäische Schuldenkrise könne nur noch mit der Druckerpresse der EZB reagiert werden. Während Deutschland weiterhin für einen harten Euro kämpft, scheinen einige Bundesbanker bereits resigniert den Kampf verloren gegeben zu haben.

Laut JP Morgan-Analyst Michael Cembalest stammen 970 der insgesamt 1.100 Milliarden Euro, die bislang im Zuge von Aufkäufen von Staatsanleihen, Pfandbriefe und Repo-Geschäfte an Europäische Banken und Regierungen verteilt wurden, von der EZB. Den bescheidenden Rest lieferten IWF und Eurostaaten.

Der Finanzblog Zero Hedge sieht den wahrscheinlichen Grund für den Rückzug Axel Webers und Jürgen Starks aus der EZB in ihrem Wissen um die Folgen einer entfesselten Zentralbank. Angesichts der Sorge, die EZB könne demnächst Billionen von Euros drucken, verwundere die Zurückhaltung vieler Investoren kaum.


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WebReporter: Baron-Muenchhausen
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Euro, Krise, Angst, Hilfe, Rettung, EZB
Quelle: www.zerohedge.com

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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12.11.2011 19:50 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+5 | -0
 
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Dylan Grice von der Société Générale (eine der wichtigsten und ältesten Geschäftsbanken Frankreichs) erklärte am 9. September 2011 auf Zero Hedge, wie Inflation und Weichwährung in Europa demnächst wohl ablaufen werden. Im ersten Posting dieser News liefere ich eine (schnelle) Übersetzung des kommenden Szenariums.
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12.11.2011 19:52 Uhr von Rechthaberei
 
+2 | -2
 
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So sieht Deutschlands Kampf um den harten Euro von: nun an aus:

http://www.spiegel.de/...
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12.11.2011 19:56 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+7 | -1
 
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Die Druckerpresse kommt - u. mit ihr die Inflation: Gen´s Dylan Grice (Société Générale) erklärte am 9. September 2011 auf Zero Hedge folgendes über den Ablauf des Szenariums:

Angenommen Italien oder Spanien werden ähnlich vom Sog der Krise erfasst wie Griechenland, Irland und Portugal – so wie es bereits letzten Monat zu passieren drohte. Vielleicht verschlechtert sich die politische Situation in Itallien, vielleicht wird Irland zahlungsunfähig, vielleicht gibt es revolutionäre Zustände in Griechenland oder vielleicht schäucht ein unbedachter, eigenwilliger Kommentar eines einflussreichen europäischen Politikers die Märkte auf und schickt sie erneut ins Trudeln. Wir wissen nicht, was davon passieren wird – und ob überhaupt. Alles, was wir wissen, ist der Umstand, dass dies plausible Auslöser für eine weitere Verschlechterung der fragilen Situation sind, in der wir uns befinden.

Sagen wir, einer dieser Schalter wird ausgelöst mit der Folge einer Zuspitzung der Vertrauenskrise in die Sicherheiten europäischer Regierungen und Banken – wahrscheinlich wird dies für Italien und/oder Spanien der Fall sein, doch wer kann das voraussagen? Mit größter Wahrscheinlichkeit wird es ohne Pardon jeder Bank weiter zusetzen. Und angenommen, dass die Panik weiterhin genährt wird mit der Sorge, dass Italiens- und Spaniens Multi-Billionen-Euro-Bilanzen einfach zu groß sind, Mit dem Kapital Italien & Spanien tritt die Eurozone in ihre wohl letzte Phase vor der großen Inflation. Die Multi-Billionen-Euro-Bilanzen der Banken dieser Länder sind schlicht zu groß, um durch ihre fiskalisch bereits stark beanspruchten Regierungen gerettet zu werden. Die Furcht, dass dieser Versuch unternommen wird, wird nur noch mehr Panik auf den Anleihemärkten dieser Regierungen erzeugen, die Märkte erachten die Überlebensfähigkeit des Euros als bedroht und somit richten sich plötzlich alle Augen auf Deutschland und Frankreich, von denen weitere Rettungsmaßnahmen erwartet werden.

Doch irgendwann merkt jeder, dass Frankreich und Deutschland Banken besitzen, die mit in den Strudel geraten sind. Auf jeden Fall werden diese Banken in Frankreich und Deutschland Priorität über jene in anderer Ländern erhalten. Und somit werden die Billionen-Euro-Bank-Bilanzen vieler Eurozonen-Geldinstitute selbst für eine Rettung durch die Regierungen der Eurozonen-Kernregierungen für zu groß erscheinen. Staatsanleihen der europäischen Kernländer geraten zunehmend unter Druck, da die Investoren befürchten, dass eine Rettung vielleicht versucht wird. Da nach wie vor eine brauchbare politsche Führung in Europa fehlt, ist sichergesellt, dass jede Gelegenheit ungenutzt bleiben wird, dieser Panik zuvorzukommen - und so werden eine/einige europäische Banken fallen. Auf diese Weise wird das gesamte Finanzsystem fallen.

Die Creditanstalt-Krise von 1931 (Anmerkung: Die deutsche Bankenkrise begann mit dem Sturz der österreichischen Creditanstalt) wiederholt sich und die Depression, welche folgen wird, wird zu viel für die von Sparmaßnahmen ermüdeten Eurozonen-Mitglieder der europäischen Peripherie. Deren Wählerschaften werden den Alarm-Rufen der anti-europäischen Populisten, welche Befreiung vom durch Berlin verursachten wirtschaftlichen Elend versprechen, nicht länger standhalten. Der Euro endet nicht mit einem Wimmern, sondern mit einem großen Knall...

Doch nach Meinung von Dylan Grice wird vorher wohl folgendes eintreten:

Die EZB wird die Durckerpressen anwerfen, bevor wir in das Stadium ernsthafter Panik bezüglich der Solvenz der Kern-Eurozone bzw. ihrer Banken eintreten. Die Art des Anwerfens der Druckerpresse wird ein zügelloses, ungesundes sein – und eines, von der Ben Bernak so versessen ist.

Diese Aktion wird nicht so einfach über die Bühne gehen. Genaugenommen wird es solange nicht soweit kommen, bis die Märkte die Waffe knallhart auf die EZB-Führung halten und sie zwingt zwischen zwei Ideologien zu wählen: Den Euro oder den deutschen Glauben in eine harte Währung. "Man kann nicht beides haben", wird der Markt als Antwort vorgeben, während er seine Waffe ausrichtet und langsam am Abzug zieht. Vermutlich wird die EZB ihre Prinzipien aufgeben und die neue Strategie den Deutschen als "Urlaub der harten Währung" verkaufen. Wenn schließlich das Hartwährungsland Schweiz die Druckerpresse neuerdings laufen lassen kann, kann es die EZB auch.

Es ist anzunehmen, dass dieses Vorgehen wohl das endgültige Ende des Spiels bedeuten wird. Mit Gelddrucken kann man Zeit kaufen – sonst nichts. Aber es ist anzunehmen es könnte der Eurozone ziemlich viel Zeit kaufen, sicherlich genug um sich aufgeschlossen den billigen Vermögen zu widmen, die diese Episode dann abwerfen wird. Man mache sich nichts vor, Aktien werden höchstwahrscheinlich sehr billig sein in der Art Panik, die die ideologisch deutsche EZB dazu zwingen würde mit der Hingabe eines Ben Bernanke Geld zu drucken.

Quelle: Zero Hedge (9. Sep. 2011, siehe: http://is.gd/...)
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12.11.2011 19:58 Uhr von BoscoBender
 
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Nennt mich wie ihr wollt Schaut euch bitte die Zeitgeist Triologie an.
Jeder der diese News liest muss es gesehen haben einfach kommplett anschauen .

Dann Sprechen wir uns wieder...
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13.11.2011 12:41 Uhr von unomagan
 
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Gut: das ich demnächst schulden machen werde bzw einen Kredit aufnehme :D
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14.11.2011 17:54 Uhr von ArrowTiger
 
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EZB: Fehlendes ökonomisches Know-How? Diese blinde Angst vor Inflation ist völlig unverständlich. Eine Verschärfung der Rezension ist makroökonomisch jedoch wesentlich schlimmer!

Diese Fixierung der EZB auf Preisniveaustabilität zu Ungunsten der Wirtschafts- und Arbeitsmarktstabilität ist geradezu verrückt - und m.W. einmalig auf der Welt. Bestes Gegenbeispiel: die FED.

Ich denke mal, bei "Inflation" denken die meisten gleich an eine "Gallopierende Inflation" oder gar Hyperinflation, wie wir sie in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg hatten. Diese Angst ist aber völlig unbegründet, da bedarf es schon ganz anderer Umstände.
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14.11.2011 18:00 Uhr von ArrowTiger
 
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@unomagan: -- "das ich demnächst schulden machen werde bzw einen Kredit aufnehme :D "

Wird dir leider nix bringen. Im Gegenteil: Böse Falle!

Klappte schon bei früheren (großen) Inflationen nicht - die Banken wussten und wissen sich da schon zu helfen, keine Sorge...

Ausnahme vielleicht: Privatschulden. Aber das wäre dem Gläubiger gegenüber ziemlich unfein...
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15.11.2011 01:30 Uhr von Zitronenpresse
 
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@ArrowTiger: Inflation haben wir schon seit der Einführung der D-Mark.

Das ist weiter keine Besonderheit. Da aber die Zocker der Banken am Aktienmarkt Extreme Werte der Volkswirtschaft abgezogen haben, kann dieser Schaden nicht wieder dadurch gut gemacht werden, dass diese Lücke wieder mit neuem Geld gefüllt wird.
Selbst, wenn man den Zockern das Geld wieder abnimmt, ist noch immer zu spät.

Wird sie mit neuem Geld gefüllt, hat es anschießend weniger Wert. Und die Lücke ist ergo nicht gefüllt.
Und wir sprechen hier nicht von Kleinigkeiten. Die abgezogenen Werte sind gigantisch!!

Dazu kommt, das Inflation eine Kettenreaktion ist. Ich sehe nicht nur, dass weder die Enteignung der Verursacher, noch eine Inflation das bewirkt, ich sehe vor allem, dass das Problem genau GARNICHT mehr zu lösen ist.

Inflation zieht den GAU halt etwas in die Länge, läuft dann aber selber immer schneller. Denn hier werden Probleme gelöst, in dem sie noch größeren Schaden hinterlassen, und (wie schon seit Jahrzehnten) darauf vertraut wird, das man diese dann Später lösen kann.

Auch diese Geschwindigkeit hat rasant zugenommen. Früher hatte man noch hier und da die Möglichkeit Ein Problem in die Zukunft zu verlagern und zu warten, bis es wieder etwas besser lief.

Heute geht das nicht mehr. Seit Jahrzehnten rasen wir mit einem immer größer werdendem Schneeballsystem bergab, und je größer es wird, desto mehr glauben wird daran, dass es super ist. Und surfen weiter auf der Lawine, die uns umbringt.

So lange wir auf Kosten der Zukunft leben, benötigen wir kontinuierlichen Wachstum. Ein absolut verehrendes Katastrophensystem!!

Noch in den 70ern dachten alle: "Die Leute in der Zukunft werden schon nicht so blöd sein, und ihre globalen Probleme lösen..." Dementsprechend optimistisch lief damals noch alles. Und es ist NICHTS geschehen!

Jetzt bekommen wir die Quittung!!

Ps.: Um so schlimmer, dass jetzt die Dümmsten der Dümmsten der Dümmsten fest davon überzeugt sind, Griechenland, oder Italien, oder sonst eine andere Nation sei dafür Verantwortlich. Das führt zu allem überfluss sogar noch zu Konflikten!


[ nachträglich editiert von Zitronenpresse ]

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