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Sparkassen in Ostdeutschland beenden Zusammenarbeit mit Ratingagenturen

Die ostdeutschen Sparkassen haben von den Bewertungen der Ratingagenturen anscheinend genug. Der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV), Claus-Friedrich Holtmann, kündigte an, sich in Zukunft nicht mehr bewerten zu lassen, da man mit den Leistungen der Agenturen unzufrieden sei.

Holtmann sagte der dpa: "Ratingagenturen sind zu Recht umstritten. Sie ordnen sich eine Macht und Kompetenz zu, die ihnen nicht zusteht". Laut Insiderinformationen verlangen die Agenturen pro Sparkasse und Jahr 100.000 Euro für das externe Rating. Geld, das die Kreditinstitute jetzt sparen wollen.

Zumal die Sparkassen über ein eigenes effektives Kontrollsystem verfügen, ihre Kreditvergabe durch Kundeneinlagen decken und so vom internationalen Finanzmarkt weitestgehend unabhängig sind. Experten befürchten nun als Reaktion der Ratingagenturen eine Herabstufung der ostdeutschen Kreditinstitute.


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WebReporter: sicness66
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Ende, Kooperation, Zusammenarbeit, Ostdeutschland, Ratingagentur, Unzufriedenheit
Quelle: www.fr-online.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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02.11.2011 12:21 Uhr von sicness66
 
+29 | -2
 
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„Die Ratingagenturen haben viel Macht und es ist durchaus denkbar, dass sie diese Macht demonstrieren werden, indem sie die Sparkassen mit einem niedrigeren Rating dafür bestrafen, dass eine Gruppe sich nun dem Rating verweigert“

Eine schiere Frechheit, sollt dies eintreten. Eine amerikanische Firma kann also ein öffentlich-rechtliches Institut in ihrer Integrität herabstufen, nur weil sie keine Lust mehr hat, sich von inkompetenten Mitarbeitern bewerten zu lassen ?
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02.11.2011 13:21 Uhr von Perisecor
 
+2 | -15
 
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02.11.2011 13:25 Uhr von Perisecor
 
+1 | -19
 
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02.11.2011 13:50 Uhr von Frostkrieg
 
+5 | -1
 
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Richtig so: Und jetzt bitte noch einen Schritt weiter gehen und eine eigene europäische Ratingagentur aufbauen. Sowas wäre dringend erforderlich. Nur leider wurde es total verpennt.

"Es gibt auch Ratingagenturen aus anderen Staaten."

Richtig. Die Chinesen haben z.B. auch eine Ratingagentur aufgebaut, diese wurde aber von den Amis rigoros boykottiert. Warum, sollte jedem klar sein.

"...und sogar noch dafür BEZAHLEN muss."

Das machen die Banken normalerwiese gern. Und die Ratingagenturen sind auch nur den Spielregeln des Marktes unterworfen, d.h. Gewinnmaximierung. Anders kann man die Ratings mit Bestnoten einen Tag vor der Lehman-Pleite nicht erklären.

"Stell dir vor, meine Haushaltshilfe wollte vorhin AUCH Geld haben! Total unfair! Die soll gefälligst ohne Lohn arbeiten!"

Ich gehe mal davon aus, dass deine Haushaltshilfe (sofern du überhaupt eine hast) auch gute Arbeit geleistet hat. Erkennst du den Unterschied?
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02.11.2011 13:58 Uhr von sicness66
 
+6 | -1
 
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@Perisecor: Ratingagenturen sind keine Heiligen, vor denen man sich knechten muss. Das sind gewinnorientierte Unternehmen und demzufolge finde ich es unglaublich (wenn es denn stimmen sollte), mit einer Abstufung zu drohen, weil man eine Geschäftsbeziehung aufkündigt. Nicht selten ist das der trigger in die Abwärtsspirale...

Wie WegMitFerkel schon sagte, objektive Ratings sind ja vollkommen in Ordnung, aber wenn ich mir die Geschichten um Enron, Argentinien oder Lehman Brothers ansehe, muss ich mich schon fragen, was da im Hintergrund abläuft.
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02.11.2011 14:21 Uhr von Perisecor