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Ifo-Chef Hans-Werner Sinn: EZB-Zentralbankrat hat die Parlamente in der Hand

Der Präsident des Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) sieht das deutsche Parlament in Fragen um den Euro-Rettungsschirm quasi als entmachtet an. Bedingungen und Entscheidungen rund um EFSF seien nichts mehr als eine Farce.

Sinn schreibt dazu wörtlich: "Der EZB-Zentralbankrat ist die wahre Wirtschaftsregierung der Euro-Zone, und er hat die Parlamente in der Hand". Hier würden letztendlich die Entscheidungen getroffen. Die politische Einflussnahme der Euro-Mitgliedsstaaten seien überschätzt.

Auch wenn der Deutsche Bundestag die Euro-Hilfen blockieren würde, so hätte der Zentralbankrat weitergehende Möglichkeiten diese doch zu bekommen. Diese Macht könnte die Mitgliedstaaten bald mit ihren Gelddruckmaschinen erpressen.


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WebReporter: Teffteff
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Chef, Parlament, EZB, Ifo, Hans-Werner Sinn
Quelle: www.wiwo.de

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01.11.2011 09:57 Uhr von Teffteff
 
+8 | -0
 
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Der sonst so konservative Professor Sinn hat scheinbar einen "Sinneswandel" durchmacht. Ein interessanter Gastbeitrag in der Wirtschaftswoche, den es sich lohnt vollständig zu lesen.
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01.11.2011 11:02 Uhr von maki
 
+1 | -0
 
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Deshalb konnten die Roten vom BVG auch letzte: Woche völlig entspannt der komischen Kindergartenklage Recht geben.
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01.11.2011 11:23 Uhr von hofn4rr
 
+4 | -0
 
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das wusste man schon vor über 200 jahren: "Gib mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, und es ist mir gleichgültig, wer ihre Gesetze macht."
Mayer Amschel Rothschild, 1744 - 1812

oder

"Bis die Geldschöpfung wieder der Regierung obliegt und als ihre deutlichste und heiligste Verantwortung anerkannt wird, ist alles Gerede über Souveränität des Parlaments und Demokratie leer und aussichtslos.....Sobald eine Nation diesen Einfluss abtritt, ist es gleich, wer ihre Gesetze schreibt.....Zinswucher, sobald wirksam, zerstört jede Nation."
William Lyon Mackenzie King, 1874 - 1950

@Teffteff
>> Der sonst so konservative Professor Sinn hat scheinbar einen "Sinneswandel" durchmacht. <<

ja auch das solls geben... leider ist er mit seinem "sinneswandel" um gut 10 jahre zu spät dran.


die reihen um herrn gauweiler oder schachtschneider wurden von den medien gekonnt ignoriert, weshalb das euro-projekt politisch nie ernsthaft in gefahr war.


es dürfte für die meisten ziemlich ernüchternd sein, dass das gefasel in unseren parlamenten keinen schuß pulver wert ist, und unsere souveränität und handlungsfähigkeit in den händen von nicht demokratisch gewählten figuren liegt.
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01.11.2011 12:13 Uhr von ROBKAYE
 
+3 | -0
 
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Ach Quatsch alles nur Verschwörungstheorie...

^^

[ nachträglich editiert von ROBKAYE ]
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01.11.2011 13:47 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
+1 | -0
 
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Der Mann hat vollkommen recht man würde sich wünschen, dass auch andere ehemalige Euro-Protagonisten sich - ähnlich wie Sinn vor einem Jahr - massive Fehler eingestehen und eine Kehrtwende - weg von Kohl/Waigelschen Träumereien - machen.

Mittlerweile orientiert sich Sinn weitgehend an links-tendentiellen Ökonomen wie Flassbeck - und die lagen mit ihren Voraussagen und mathematischen Modellen zu hundert Prozent richtig.

Die Macht der EZB hat fatale Konsequenzen für die Bundesbürger:

Schon bald wird für uns eine Inflationsquote von über 5 Prozent alltäglich sein (siehe heute Großbritannien, derzeit 5,2% - siehe: http://is.gd/), da die Eurozone künfiig nur noch nach dem französischen Modell einer EFSF-Banklizenz - sprich Druckerpresse - wird finanziert werden können. 5% Inflation bedeutet konkret, dass sich Ersparnisse binnen 10 Jahren halbieren.

Schlicht deshalb, weil die Kapazitäten der EZB, große Staaten wie Italien über Stützungskäufe seiner Anleihen zu subventionieren, bis dahin ausgeschöpft sind und Eurobonds rechtlich noch mehrere Jahre brauchen.

Dieses Geschäftsmodell wird fortan über den EMS - sprich öffentliche Kredite der Staatengemeinschaft - fortgetragen, denn die EZB kann das jetzige Modell ohne Verkauf eigener Ressoucen nur noch rund zwei Jahre durchstehen (im Schnitt ca. 100 Mrd. Targetkredite pro Jahr, alleine im August verteilte sie 47 Mrd. Euro weiterer Targetkredite!).

Doch Fakt ist: Wegen Italien - für den gehebelten EFSF viel zu groß - kündigt Mario Draghi bereits weitere Interventionen durch die EZB an.

Doch hierzu müsste die EZB in zwei Jahren ihre Gold- und Devisenbestände im Wert von 510 Milliarden Euro verkaufen – das reicht für weitere 5-6 Jahre. Ab 2018 - so die FAZ - bliebe dann ohnehin nur noch die Druckerpresse – sprich Inflation durch Aufblähung der Geldmenge.

Andere Alternativen, die Druckerpresse bereits 2013 anzuwerfen, gibt es für die Euro-Träumer und somit die Wähler von Union, SPD, Grüne und FDP nun mal nicht.

Siehe:
A) http://is.gd/... (FAZ)
B) http://is.gd/... (FAZ)
C) http://is.gd/... (Focus)

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]

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