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50 Jahre Anwerbeabkommen: Aussiedlerbeauftragte sieht keinen Grund zum Feiern

Laut der "Mitteldeutschen Zeitung" kritisiert der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen, Dr. Christoph Bergner, die Feierlichkeiten der Bundesregierung zum Jubiläum des Anwerbeabkommens Deutschlands mit der Türkei.

Bergner erklärte schriftlich in einem politischen Bericht: "Anlässlich des 50. Jahrestages des Anwerbeabkommens mit Italien im Jahre 2005 fand keine zentrale Festveranstaltung statt, obwohl es das erste Abkommen dieser Art war". Griechenland und Spanien wurden nach seiner Aussage gar nicht beachtet.

Nach seiner Meinung konzentriert sich alles nur einseitig auf Türkischstämmige, die anderen Migranten und deren Erfolge werden ignoriert. Des Weiteren sieht er keine "Erfolgsgeschichte" in der Anwerbung der Türken und verweist auf die problematischen Folgeentwicklungen.


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WebReporter: Captain-Iglo
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Türkei, Türke, Grund, Abkommen, Feiern, Gastarbeiter
Quelle: www.handwerkermarkt.de

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29.10.2011 20:52 Uhr von Rechthaberei
 
+13 | -6
 
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Das oft zitierte deutsch-türkische Anwerbeabkommen: vom Oktober 1961, das Türken in Deutschland eine maximale Aufenthaltsdauer von zwei Jahren zubilligte und in dem sich die Türkei verpflichtete, die nach Deutschland reisenden Türken jederzeit formlos wieder zurückzunehmen, sollte ausschließlich die große Zahl der illegal nach Deutschland strömenden Türken kanalisieren.

Anton Sabel, Präsident der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung (Vorläufer der Bundesagentur für Arbeit), äußerte am 26. September 1960, arbeitsmarktpolitisch sei eine Vereinbarung über eine Anwerbung türkischer Arbeitnehmer in keiner Weise notwendig, allerdings könne er nicht beurteilen, „wie weit sich die Bundesrepublik einem etwaigen solchen Vorschlag der türkischen Regierung verschließen kann, da die Türkei ihre Aufnahme in die EWG beantragt hat und als NATO-Partner eine nicht unbedeutende politische Stellung einnimmt.
Zunächst verhandelte die Bundesregierung zurückhaltend, da die große kulturelle Differenz zur Türkei als problematisch angesehen wurde. Insbesondere auf Druck der US-Regierung kam das Abkommen 1961 zustande.
Die USA hatten im Rahmen des Kalten Krieges ein großes Interesse an der Stabilisierung der Türkei und somit der Nato-Südostflanke. Zunächst war nicht daran gedacht, dass die als „Gastarbeiter“ bezeichneten Arbeitskräfte dauerhaft in Deutschland bleiben sollten.

http://de.wikipedia.org/...

http://fachkongress2011.de/...

Nicht eine der Bundesregierungen der 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahre wollte türkische, marokkanische oder tunesische »Gastarbeiter« haben. Nur auf gewaltigen Druck der Vereinigten Staaten – Deutschland war damals kein souveränes Land – nahm die Adenauer-Regierung Anfang der 1960er-Jahre einige kleine Kontingente türkischer Arbeitnehmer vorübergehend als »Gastarbeiter« auf, um die unter innenpolitischen Druck geratene türkische Militärregierung (damals ein enger Verbündeter der Amerikaner) vorübergehend zu entlasten. Die Hereinholung von »Gastarbeitern« wurde stets nur als vorübergehende Maßnahme (Stichwort »Gast«-Arbeiter) angedacht und nachweisbar gegen den erklärten Willen des Souveräns, des deutschen Volkes, durchgeführt. Im März 1956 wurde von Allensbach bei Umfragen ermittelt, dass 55 Prozent der Bundesdeutschen gegen die Hereinholung von »Gastarbeitern« waren. Das Emnid-Institut ermittelte 1965 ebenfalls eine Mehrheit von 51 Prozent der befragten Deutschen, die gegen die Hereinführung weiterer »Gast«-Arbeiter waren.

http://www.youtube.com/...


[ nachträglich editiert von Rechthaberei ]
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29.10.2011 20:59 Uhr von Bayernpower71
 
+14 | -6
 
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Rechthaberei: du vergisst regelmässig das wichtigste. Das Anwerbeabkommen mit der Türkei sah vor das nur, und zwar NUR, Türken aus dem europäischen Teil der Türkei zu uns geschickt werden.

Was haben wir bekommen? Die Frage kannst du selber beantworten.

Lug und Betrug, so kennen wir sie.
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30.10.2011 05:58 Uhr von mueppl
 
+7 | -3
 
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dazu: Einige Zitate von deutschen Politikern:

Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU), 1965:
“Die Heranziehung von noch mehr ausländischen Arbeitskräften stößt auf Grenzen. Nicht zuletzt führt sie zu weiteren Kostensteigerungen und zusätzlicher Belastung unserer Zahlungsbilanz.” (Regierungserklärung vom 10.11.1965)

Bundeskanzler Willy Brandt (SPD), 1973:
“Es ist aber notwendig geworden, daß wir sehr sorgsam überlegen, wo die Aufnahmefähigkeit unserer Gesellschaft erschöpft ist und wo soziale Vernunft und Verantwortung Halt gebieten.” (Regierungserklärung vom Januar 1973)

Heinz Kühn (SPD), Ausländerbeauftragter, 1980
“Wenn die Zahl der Ausländer, die als Minderheit in einer Nation leben, eine bestimmte Grenze überschreitet, gibt es überall in der Welt Strömungen des Fremdheitsgefühls und der Ablehnung, die sich dann bis zur Feindseligkeit steigern… Allzuviel Humanität ermordet die Humanität.”
(Neue Osnabrücker Zeitung, 13.9.1980)

Heinz Kühn (SPD) Ausländerbeauftragter, 1981:
“Unsere Möglichkeiten, Ausländer aufzunehmen, sind erschöpft.”
“Übersteigt der Ausländeranteil die Zehn-Prozent-Marke, dann wird jedes Volk rebellisch.”
(Quick,15.1.1981)

Richard von Weizsäcker, 1981
“Nur wenn es gelingt, wirksame Maßnahmen gegen einen weiteren Ausländerzuzug zu ergreifen, nur dann werden wir mit denen, die hier verbleiben, zu einer menschenwürdigen Mitbürgerschaft kommen.”
Regierungserklärung als Regierender Bürgermeister von Berlin, 2.7.1981

Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD), 1981
“Wir können nicht mehr Ausländer verdauen,
das gibt Mord und Totschlag.”
(DGB-Veranstaltung, Hamburg, Nov.1981)

Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD), 1982
“Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze.”
(Die Zeit, 5.2.1982)

Herbert Bath (SPD), Landesschulrat von Berlin, 1982
“Wir müssen dafür Sorge tragen, daß unsere Kinder und Kindeskinder als Deutsche in ihrem Vaterland friedlich und unangefochten leben können, und wir dürfen ihnen nicht ein Land mit unlösbaren Problemen hinterlassen.”
(Berliner Morgenpost, 28.11 1982)

Alfred Dregger (CDU), 1982
“Die Rückkehr der Ausländer in ihre Heimat darf nicht die Ausnahme, sondern muß die Regel sein. Es ist nicht unmoralisch zu fordern, daß der uns verbliebene Rest Deutschlands in erster Linie den Deutschen vorbehalten bleibt.”
(Ausländer-Tagung der CDU in Bonn, 21.10.1982)

Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), 1983
“Bundeskanzler Helmut Kohl hat darauf hingewiesen, daß der Zuzugsstopp für ausländische Arbeitnehmer nicht genüge. Darüber hinaus muß nach den Worten des Kanzlers ein erheblicher Teil der rund zwei Millionen in der Bundesrepublik lebenden Türken in ihre Heimat zurückkehren.”
(AP-Meldung vom 26.1.1983)

Kohl und Strauß waren sich darin einig, daß der Ausländeranteil in den nächsten zehn Jahren halbiert werden soll… und daß es keine Ausländergettos und keine “Subkultur” geben dürfe.
(Die Welt, 17.3.1983)
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30.10.2011 07:32 Uhr von gofisch
 
+5 | -3
 
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huh? ein dr der was sinnvolles sagt, ich bin schockiert. womöglich musste er bei seiner dr-arbeit nicht einmal betrügen. oO sachen gibt´s... ^^

mal im erst, wo er recht hat... ausgerechnet eine "problemgruppe" (vorsicht pauschalisierung, die ausnahmen bitte nicht persönlich nehmen) wird gefeiert. man könnte glatt denken es handelt sich um eine besänftigungsmaßnahme. ;-)
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30.10.2011 12:32 Uhr von custodios.vigilantes
 
+3 | -7
 
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derBelgrad: Das sieht man ja auch an den Plussen, die die fanatische rechte Volksfront mit ihren Fakeaccounts jetzt verteilt.

http://www.tagesschau.de/...

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