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Fethullah Gülen über Kampf gegen PKK: Türkisches Militär "eine Schande"

Fethullah Gülen, seines Zeichens Blogger auf der türkischen Seite "herkul.org", empfindet im Hinblick auf die Erfolge im Kampf gegen die PKK das türkische Militär als "eine Schande". Dabei ist seiner Meinung nach das türkische Militär sogar eines der mächtigsten in der NATO.

Anlass der Aussagen waren die terroristischen Anschläge der kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei, die zu vielen Toten beim Militär, aber auch zu zivilen Opfern führte.

Zum Schluss appellierte Gülen an alle Schichten der Gesellschaft den Konflikt endlich zu einem Ende zu bringen. Dazu schlägt er vor die kurdische Sprache "als Wahlpflichtfach an [türkischen] Schulen" zu lehren, da man mit Gewalt nicht weiter kommt.


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WebReporter: H311dr1v0r
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Türkei, Kampf, Militär, PKK, Schande
Quelle: www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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26.10.2011 07:15 Uhr von Rechthaberei
 
+6 | -5
 
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Die kurdische Sprache steht aber in der Türkei: unter schwerer Strafe:

http://www.shortnews.de/...

http://www.shortnews.de/...
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26.10.2011 09:50 Uhr von omar
 
+3 | -2
 
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@Rechthaberei: Das ist seit 20 Jahren nicht mehr der Fall.
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26.10.2011 11:15 Uhr von omar
 
+4 | -1
 
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@Zuckerstange: Der offizielle Gebrauch der kurdischen Sprache war lange Zeit verboten. Das ist richtig.
Man hatte die Gesetze im Kontext von Atatürks nationalistischen Idealen ("Ein Staat, Ein Volk, Eine Sprache!") sehr strikt interpretiert und die Amtssprache Türkisch notfalls auch mit staatlicher Gewalt durchgesetzt.

http://de.wikipedia.org/...
"Muttersprachlicher Kurdischunterricht an staatlichen Schulen ist laut Verfassung verboten. In Art. 42, Abs. 9 heißt es:
„Den türkischen Staatsbürgern darf in den Erziehungs- und Lehranstalten als Muttersprache keine andere Sprache beigebracht und gelehrt werden als Türkisch.“

Kurdischsprachige Medien waren bis 1991 verboten. In Art. 2 des Gesetz Nr. 2932 hieß es dazu:
„Die Darlegung, Verbreitung und Veröffentlichung von Gedankengut in einer anderen Sprache als der ersten Amtssprache der von der Türkei anerkannten Staaten ist verboten.“

Türkisch wurde gesetzlich als Muttersprache aller türkischen Staatsbürger festgelegt. Der Strafrahmen bei Verstößen gegen dieses Gesetz betrug laut Art. 4 sechs Monate bis zwei Jahre Haft. Aus den Schulbüchern, Lexika und Landkarten wurden die Definitionen und Erläuterungen über Kurden und ihre Siedlungsgebiete verbannt.

Das Gesetz Nr. 2932 wurde 1991 mit Art. 23 lit. e) des Antiterrorgesetzes aufgehoben. Die Umsetzung sieht jedoch teilweise anders aus."

Das bedeutet das 1991 die Gesetze die kurdischen Sprachen (plural, denn es sind mehrere gravieren unterschiedliche Dialekte) nicht mehr unter Strafe stellen!

"In der Regierungszeit von Turgut Özal und später unter Ecevit (1999–2001) begannen umfassende Reformen im Zivilrecht und stärkten die Menschen- und Freiheitsrechte (z. B. Versammlungs- und Demonstrationsrecht). Diese Reformen wurden unter der Adalet ve Kalk?nma Partisi? (AKP) (seit 2001) fortgesetzt. Unter anderem wurden die kulturellen Freiheiten der kurdischen Minderheit gestärkt. So sind Gebrauch der kurdischen Sprache, Kurdischunterricht in Privatschulen und kurdische Radio- und Fernsehkanäle nun erlaubt. Am 18. August 2004 erteilte die Regulationsbehörde für Fernseh- und Radiosender (RTÜK) drei Privatsendern im Südosten der Türkei die Lizenz, in Kurdisch (im Dialekt Kurmandschi) zu senden. Die Lizenz trat aber nicht gleich in Kraft. Auch der staatliche Sender TRT 3 darf Sendungen in Arabisch, Zazaki, Kurmandschi, Bosnisch usw. ausstrahlen.

Nachdem es im Jahre 2004 dem staatlichen Radio- und Fernsehsender TRT erlaubt wurde, täglich maximal eine Stunde und wöchentlich maximal 4 Stunden Sendungen in lokalen Dialekten auszustrahlen, dauerte es bis März 2006, bevor regionale Sender ebenfalls eine Erlaubnis erhielten. Am 11. Juni 2006 meldete die Tageszeitung Radikal, dass der Hohe Rat für Radio und Fernsehen die zeitliche Begrenzung für Musik und Filme in regionalen Dialekten aufgehoben habe.

Bei der Bereinigung von Gesetzen, die ein implizites Verbot der kurdischen Sprache vorsahen, hat der Gesetzgeber das Parteiengesetz übersehen (im Vereinsgesetz wurde es beispielsweise gestrichen). Artikel 222 des Türkischen Strafgesetzes, das am 1. Juni 2005 in Kraft trat, sieht eine Strafe zwischen 2 und 6 Monaten Haft vor, wenn jemand gegen das Gesetz zu türkischen Buchstaben aus dem Jahre 1928 verstößt. Das bezieht sich auf den Gebrauch von Buchstaben, die z. B. im kurdischen Alphabet, nicht aber im türkischen Alphabet vorhanden sind (wie q, w und x)."

Bei den Wahlen 2010 durften die kurdischen Parteien erstmals offiziell auf kurdisch werben und Reden halten.

Ja. es ist nicht alles OK.
Ja, es gibt noch viel zu tun.
Aber es ist wie man sieht vieles im Wandel (zum Positiven).
Und pauschal immer auf die bösen Türken zu zeigen ist sicher nicht konstruktiv. Man sollte eher die positiven Entwicklungen loben und sie ermutigen so weiterzumachen.
Die gewaltfreien Aktivitäten der Kurden (z.B. durch das politische Engagement der kurdischen Parteien) haben mehr für die freie Entfaltung der Kurden in der Türkei gebracht, als jegliche Gewalt der PKK und anderer Terroristen.

[ nachträglich editiert von omar ]
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26.10.2011 11:19 Uhr von omar
 
+2 | -1
 
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Übrigens Turgut Özal war kurdischer Abstammung.
Auch das ist ein Zeichen, dass in der Türkei große Fortschritte erzielt wurden. Wenn sogar Bürger mit kurdischem Hintergrund Regierungschef werden können, ist das doch positiv, oder nicht?

[ nachträglich editiert von omar ]
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26.10.2011 12:47 Uhr von omar
 
+1 | -2
 
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@Zuckerstange: Die Daten entstammen dem Wikipediaeintrag, den ich verlinkt hatte. Ich gehe aber auch davon aus, dass diese stimmen.

"Ja, aber man sollte sich nicht an dem messen, was in der Vergangenheit liegt, sondern eher an der Gegenwart."
=> Aber genau das wird doch ständig gemacht. Deine Intervention ist für mich paradox, da du auf Dinge anspielst, die weit in der Vergangenheit liegen. Man hält der Türkei die Fehler der Vergangenheit ständig vor. Teilweise sogar noch aus Zeiten des osmanischen Reichs. Dabei hat sich doch erst kürzlich gezeigt (2010) das kurdische Parteien und Politiker sehr wohl frei agieren können.
Ich finde es schon richtig, auf die Fehler auch hinzuweisen, jedoch sollten auch die Dinge genannt werden, die gut und richtig sind. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Aber wenn man immer nur auf das Dunkle zeigt, wird ein verzerrtes Bild suggeriert.

Wir sind uns einig, das wir in machen Dingen unterschiedlicher Ansicht sind.
Das ist ok für mich.
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27.10.2011 17:38 Uhr von omar
 
+1 | -0
 
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@Zuckerstange: "Wo/Wann gab es "abschließend" positive Entwicklungen in der Türkei?
Mit "abschließend" meine ich, dass die positive Entwicklung zum Standard wurde (also auch durchgehend praktiziert wird) und nicht nur gesetzlich verabschiedet wurde."
=> Müssen wir nun über die "Errungenschaften" der Türkei diskutieren? Wir sind hier nicht beim Wettpinkeln. Aber wenn du darauf bestehst, dann zähle ich einfach mal einige auf:
• NATO-Mitglied seit 1952 (Deutschland trat übrigens erst 1955 bei).
• Demokratie mit freien und geheimen Wahlen (und das in einem islamischen Land)
• Frauenwahlrecht (In der Türkei haben die Frauen seit 1930 das aktive Wahlrecht und seit 1934 das passive). Zum Vergleich: http://de.wikipedia.org/...
• Erste weibliche Regierungs-Chefin in einem islamisch geprägten Land (Tansu Ciller).
• Im türkischen Parlament, in der großen Nationalversammlung, gibt es inzwischen fast 50 Abgeordnete verschiedenster Minderheiten. Einer ist sogar christlich. Und dort wird auch kurdisch geredet. Zudem wurde der Frauenanteil im Parlament auf 8,9% gesteigert.
• Die positive wirtschaftliche Entwicklung bzw. das starke Wirtschaftswachstum im internationalen Vergleich.
• etc., etc., wuff wuff...

Ja, es gibt noch sehr viele Baustellen und noch viel zu tun.
Es ist aber nicht alles so schlecht, wie manche es sehen wollen.
Ein Beitrittskandidat für die EU sind sie ja im Prinzip gar nicht offiziell. Man will denen ja eine "priviligierte Partnerschaft aufs Auge drücken. Viele Türken haben von der EU mittlerweile die Nase voll. Die Erfolge Erdogans und seine neue Art der Außenpolitik sind nicht zuletzt ein Resultat der EU-Politik.
• Menschenrechte
=> Gibt es auf jeden Fall Nachholbedarf. Meines Wissens ist die Anzahl an Folterfällen bzw. Staatlicher Gewalt sehr viel Geringer als noch vor einigen Jahren (leider nicht ganz verschwunden).
• Religionsfreiheit?
=> Hier gibt es auch Verbesserungsmöglichkeiten. Vor allem im Bereich der Eigentumsrechte (Schutz von kirchlichem Grundbesitz, Rückgabe von enteigneten Immobilien). Hier gibt es aber auch schon die ersten Erfolge. Allerdings wird die Entwicklung auch von Rückschlägen überschattet (z.B. Morde durch Nationalisten an Priestern oder kritischen Publizisten)
• Außenpolitik?
=> Hier gehen die Meinungen stark auseinander. Erdogan ist Populist. Die Mehrheit des türkischen Volkes sympathisiert mit den Palästinensern, obwohl man viele Jahrzente mit Israel verbündet war. Durch den Verdruss der Menschen als Resulat der europäischen Ablehnung, und dem Erfolg der islamisch-konservativen Partei AKP in der Türkei, ist eine Zuwendung in Richtung islamischer Länder als neuer Alternativ-Weg erkennbar. Vielleicht gibt es irgendwann eine "Eurabische"-Union von islamisch geprägten Ländern. Was mich wundert ist allerdings deine Kritik bezüglich der Außenpolitik. Willst du denn überhaupt, dass die Türkei in die EU kommt? Wenn nein, dann sollte dir das Verhalten von Erdogan und die aktuellen Entwicklungen doch gerade recht kommen...

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