17.10.11 21:12 Uhr
 2.446
 

Japan: Abdeckplane für Reaktor in Fukushima

Ein Reaktorgebäude des beschädigten Kernkraftwerks Fukushima erhält eine Abdeckung aus Polyesterplanen. Dadurch soll das weitere Austreten von Radioaktivität verhindert werden.

Die neue Kunststoffhülle soll zusammen mit einem Belüftungssystem etwa 90 Prozent der Radioaktivität abfangen, sagte ein Sprecher der AKW-Betreiberfirma Tepco. Bis Ende Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Das Atomkraftwerk wurde durch das Erdbeben und den darauf folgenden Tsunami im März schwer beschädigt. Ob die Plane über dem Reaktor den gewünschten Erfolg bringen wird, ist nicht sicher.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: marc01
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Nachrichten, Wissenschaft, Japan, Fukushima, AKW, Betreiber, Reaktor, Kunststoff, Strahlenschutz
Quelle: www.spiegel.de
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
17.10.2011 22:00 Uhr von DerMaus
 
+12 | -5
 
ANZEIGEN
Warum sind wir da noch nicht drauf gekommen. Dann können wir ja auch direkt unseren Atommüll in Plastiktüten packen und im Garten vergraben, schließlich schirmt dünner Kunststoff Radioaktivität bekanntlich problemlos ab.

Jetzt mal ernsthaft, für wie doof halten uns die Tepco-Manager eigentlich?
Kommentar ansehen
17.10.2011 22:06 Uhr von snake-deluxe
 
+26 | -1
 
ANZEIGEN
Staub: es geht nur darum, das austreten von radioaktivem Staub zu unterbinden.
Kommentar ansehen
17.10.2011 22:32 Uhr von sv3nni
 
+3 | -2
 
ANZEIGEN
naja - blei wär besser gewesen: mal hoffen dass es die plastiktüte nich gleich beim nächsten taifun wieder wegweht..
Kommentar ansehen
17.10.2011 22:36 Uhr von sicness66
 
+3 | -4
 
ANZEIGEN
Ja ne ist klar: 90% und nach 20 Jahren stellt sich raus, dass es doch nur 45% waren weil sich irgendwelche genetischen Veränderungen bei Land und Leuten nicht mehr wegdiskutieren lassen.
Kommentar ansehen
17.10.2011 22:54 Uhr von Kappii
 
+7 | -1
 
ANZEIGEN
ich finde: das solche, fast schon hilflos wirkende, Eindämmungsversuche, ob es nun wir hier mit einer High-Tech Plastikplane oder wie in Tschernobyl mit tausenden Tonnen Beton und Blei passiert ist, das beste Argument gegen die Atomkraft ist.

Da steht nun ein nutzloser Klotz in der Landschaft, strahlt munter vor sich hin und alles was man tun kann, ist ihn zudecken.
Kommentar ansehen
17.10.2011 23:02 Uhr von Miem
 
+10 | -5
 
ANZEIGEN
Ich finde es gut: dass die Japaner alles versuchen, ob es schonmal probiert worden ist oder nicht. Sie hätten natürlich auch sagen könne, hilft eh nichts mehr, das Ding geht doch in die Luft - aber das ist bis heute nicht geschehen. Dürfte unter anderem auch daran liegen, dass die Japaner einfach alles versucht haben, was einigermaßen Erfolg verspricht - und alle diese Maßnahmen zusammen haben dann auch bewirkt, dass die Temperatur allmählich gesunken ist, die Kettenreaktion gestoppt wurde und das Teil eben nicht hochging.

Die Planen sind mit Sicherheit nicht aus dem Material, aus dem Damenstrumpfhosen oder Plastiktüten sind - Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff und es gibt viele Arten von Polyester. Tepco hat sich diese Maßnahme sicher gut überlegt. Zudem muss ja Staub zurückgehalten werden und keine Strahlung; die Kettenreaktion ist gestoppt, bei unter 100 Grad - und bei höheren Temperaturen hätten sie ja die Plane nicht nutzen können - ist kein Zerfall mehr möglich. Es geht also hauptsächlich um das bereits kontaminierte Material da drin.

Übrigens Blei ist völliger Blödsinn, solange das Zeugs da drin nicht völlig sicher ist - und wieviel das nützt, sehen wir der Tschernobyl, da tritt nämlich wieder Strahlung aus, weil das Blei eben nicht wirklich hilft. Da hat man ja auch sofort was drübergekippt und sich nicht darum gekümmert, was da drin weiiter geschieht. Die Japaner machen das schon besser.

Und eines ist sicher - ja, Tepco weiß, wie klein ein Atom ist und die Firma versteht um einiges mehr von der Materie als wir. Übrigens müßten bei einer Strahlung nicht Atome, sondern Neutronen zurückgehalten werden - und die sind wesentlich kleiner als Atome.

[ nachträglich editiert von Miem ]
Kommentar ansehen
18.10.2011 00:01 Uhr von AdiSimpson
 
+6 | -2
 
ANZEIGEN
@aspartam_gift: scheisse biste doof, sorry.

sage mir bitte wie es zersetzt werden soll, du schreibst immer mit dieser grezenlosen ... überzeugung.

live-cam:
http://www.tepco.co.jp/...

sonstige videos:
http://www.youtube.com/...

[ nachträglich editiert von AdiSimpson ]
Kommentar ansehen
18.10.2011 01:33 Uhr von 1234321
 
+1 | -3
 
ANZEIGEN
Warum spannen die kein Fliegennetz darüber? Das geht schnell und billig.
Kommentar ansehen
18.10.2011 08:20 Uhr von Apocalypto
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
@Miem: Du bekommst deine Nachrichten wohl nur aus dem Fernsehgerät. Kleiner Tipp: Nicht alles was du in dem Kasten siehst und hörst ist wahr.
Kommentar ansehen
18.10.2011 09:12 Uhr von Daeros
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
@Apocalypto: Wenn du irgendwelche Informationen hast, die über das Fernsehgerät hinausgehen, teil doch dein Wissen mit uns.
Sonst bist du nur einer von vielen Schwätzern.
Kommentar ansehen
18.10.2011 10:18 Uhr von K.T.M.
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
@LRonHub: "was genau ist denn dort überhaupt passiert. bis heute gab es keine wirkliche aufklärung..."

Einen genauen Ablauf wird man nicht rekonstruieren können, da 50 Minuten nach dem Beben die Reaktordaten-Aufzeichnung ausgefallen ist. Im Prinzip ist folgendes passiert. Durch das Beben/Tsunami kam es zu einen Strom- und Kühlungsausfall. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände hat man es auch nicht rechtzeitig geschafft Notstromaggregate ranzuschaffen. Auch ein abgeschalteter Reaktor produziert noch Unmengen von Wärme. Direkt nach der Notabschaltung entstehen noch ca. 10 % der thermischen Leistung als Wärme. Bei Reaktorblock 2 mit einer elektrischen Leistung von 760 MW macht dies also noch rund 230 MW Nachzerfallswärme direkt nach der Abschaltung. Kann diese Wärme nicht ausreichend abgeführt werden, erhitzt sich das Kühlwasser, ab ca. 700 °C fängt das Kühlwasser an mit den Zirconium in den Brennstabhüllen zu reagieren, dadurch zersetzen sich die Brennstabhüllen und es entsteht nebenbei Wasserstoff. Ist der Druckanstieg im Kern zu groß entweicht der Wasserstoff aus dem Reaktorkern in das Reaktorgebäute. Da die Brennstoffhüllen durch die Wasser/Zirconiumreaktion beschädigt sind entweicht nicht nur Wasserstoff sondern auch radioktive gasförmige Spaltprodukte. Der Wasserstoff kann eine Knallgasexplosion auslösen. Dabei wird das Reaktorgebäute beschädigt und es kommt zu einer Freisetzung radioaktiver Isotope. Steigt die Temperatur weiter im Reaktorkern fangen die Brennstäbe an zu schmelzen. Im absoluten Worst Case (was nicht eingetreten ist) kann sich der geschmolzene Kern durch den Reaktorboden durchfressen und so in die Umwelt gelangen. Was im Reaktorkern passier kann auch im Abklingbecken passieren, wobei dieses noch schlimmer wäre, da die Brennstäbe dort mehr hochtoxische radioaktive Spaltprodukte enthalten als die Brennstäbe im Reaktorkern. Eine weitere Kontamination der Umwelt erfolgte durch Kühlwasser welches aus Lecks ausgetreten und so ins Meer gelangt ist. Am schlimmsten hat es Reaktorblock 2 erwischt, dort sind Teile des geschmolzenen Kernes aus dem Druckbehälter geflossen und haben sich am Boden des Sicherheitsbehälters angesammelt.
Kommentar ansehen
18.10.2011 11:09 Uhr von U.R.Wankers
 
+2 | -1
 
ANZEIGEN
das ging ja schnell: die Reaktoren sind doch erst im März explodiert
Kommentar ansehen
19.10.2011 10:28 Uhr von K.T.M.
 
+3 | -0
 
ANZEIGEN
@LRonHub: Viel anderes bleibt nicht übrig. Im April gab es Sprühungen mit Kunstharz um radioaktive Partikel zu binden. Es wurden Anlagen gebaut um das Abwasser zu dekontaminieren. Es wurde nach Lecks gesucht und falls vorhanden verschlossen. Zum Schutz vor möglichen weiteren Tsunamis wurde ein zwölf Meter hoher Damm errichtet. Die Abklingbecken haben einen geschlossenen Kühlkreislauf erhalten. Nun trägt man in kontaminierten Gebiete die oberste Erdschicht ab und dekontaminiert öffentliche Gebäute in der Umgebung. Nächstes Ziel ist die Kaltabschaltung (Temperatur unter 95°C) der Reaktoren 1-3. Dann wird man ähnlich wie um Reaktor 1 eine Betonhülle mit Dach um die Reaktoren 2 und 3 errichten, mehr kann man nicht machen.

Refresh |<-- <-   1-13/13   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?