MDR steht wegen Auftritt des Fernsehballetts in Tschetschenien am Pranger
Der MDR muss sich dafür verantworten, dass sein Fernsehballett bei der Geburtstagsfeier des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow aufgetreten ist. Der kaukasische Machthaber steht in Verruf, die Menschenrechte in seinem Land aufs Schwerste zu verletzen.
"Ja, wir waren mit sechs Tänzern in Grosny", erklärte Bodo Bergmann, Geschäftsführer des MDR-Balletts. Der Auftritt war live im russischen Fernsehen zu sehen. Im Anschluss an die Show posteten manche Tänzerinnen ihre Eindrücke von Grosny auf Facebook. Über die erhaltene Gage war nichts zu erfahren.
Im Vorfeld der Reise war über die Sicherheit des Balletts diskutiert worden, allerdings nicht über moralische oder politische Bedenken. Amnesty International wird nun den MDR als 40-prozentiger Gesellschafter des Balletts zu der Aktion befragen, die zur Stabilisierung dieses Unrechtssystems beitrage.