14.10.11 20:53 Uhr
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Griechenland will die Namen von 15.000 Steuerhinterziehern bald veröffentlichen

Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos hat nun angekündigt, dass die Namen von 15.000 Steuersündern kommende Woche veröffentlicht werden. Er wirft den Steuersündern vor, ein "nationales Verbrechen" begangen zu haben.

Venizelos zufolge, beträgt die nicht gezahlte Steuer rund 37 Milliarden Euro. Die größten Steuersünder seien die Unternehmen mit einer Steuerhinterziehung von 32 Milliarden Euro. Der Finanzminister betonte, dass man es auf die großen Fische abgesehen hat, die man mittlerweile ausfindig machen konnte.

Für diesen Zweck werden Finanzbeamte mit Privatfirmen zusammen die Forderungen eintreiben. 542 dreiste Millionäre gaben an, weniger als 1.000 Euro im Jahr verdient zu haben. Des Weitere kritisierte der Minister die andauernden Streiks der Bevölkerung.


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WebReporter: Captain-Iglo
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Griechenland, Name, Veröffentlichung, Steuerhinterziehung
Quelle: wirtschaft.t-online.de

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14.10.2011 22:05 Uhr von Baron-Muenchhausen
 
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Das ist nur Teil-B einer ganz anderen Geschichte nämlich jener, die u. a. die Financial Times Deutschland bereits am 14. Juli 2011 aufgriff:

"Papandreou hält eigene Beamte für überfordert"
(Siehe: http://is.gd/...)

Darin lautet es kurz zusammengefasst:
---------
Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou traut seinem Beamtenapparat nicht zu, effizient gegen Steuersünder vorzugehen. So etwa sei der griechische Verwaltungsapparat überfordert, eine ca. 14.000 Menschen große Gruppe, die dem Staat allein rund 36 Milliarden Euro schuldet, zur Kasse zu bitten.

Diese Aufgabe soll, so kündigt Papandreou nun an, in Zukunft privaten Ermittlern übertragen werden. Seit seinem Amtsantritt beklagt der Regierungschef die sehr niedrige Steuermoral seines Landes. Auf der anderen Seite blühen Korruption und Steuerflucht, justizielle Effizienz oder abschreckende Strafen existieren nicht.

Bei der derzeitigen Effizienz der Staatsbediensteten würde es rund 30 Jahre dauern, die Außenstände einer rund 900.000 Menschen umfassenden Gruppe einzutreiben, die dem Staat Steuern im niedrigen Milliardenbereich schulde, beklagt der Premier. Zu unorganisiert sei der gesamte öffentliche Apparat, dies sei ein Mentalitätsproblem. Anordnungen würden nicht wie in einem nordischen Land verlässlich befolgt.

Derweil fragen sich IWF und die europäischen Nachbarn, wie das Land nach Abwendung der Schuldenkrise unter diesen Bedingungen und ohne effizente Strukturen künftig nachhaltiges Wachstum generieren will.

-------------
Kurzum: Der griechische Staat hat möglicherweise beschlossen, sich aufgrund Unfähigkeit und vermutlich auch parlamentarischen Unwillens ersatzweise auf die Anprangerung der Steuersünder zu beschränken.

Dies reicht immerhin, um der Troika ein weiteres Show-Bonbon zu liefern und dem deutschen Heinrich einmal mehr vorzuführen, wie naiv sie bei der Vergabe ihres Wählerkreuzchens sind.

[ nachträglich editiert von Baron-Muenchhausen ]
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20.10.2011 07:46 Uhr von Miem
 
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Ich könnte mir vorstellen: dass so einige jetzt schleunigst die Steuern nachzahlen, um nicht angeprangert zu werden und so einige Verfahren schneller über die bühne gehen.

Je eher Griechenland die hinterzogenen Steuern bekommt, umso eher ist das Land saniert. bei der Masse an Hinterziehungen hätten die eigentlich gar keine finanzielle Hilfe von der EU gebraucht, sondern nur gute Finanzbeamte. Wie wärs, wenn jedes EU-Land mal ein paar fähige Leute rüberschickt statt neuer Euro-Millionen?

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